Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Moin zusammen,
Ich hoffe hier auf Erfahrungsberichte oder Meinungen von Mamis die evtl. eine ähnliche Situation haben.
Ich habe vor knapp 5 Jahren eine natürliche Geburt gehabt. Wurde eingeleitet aufgrund fehlendem Fruchtwasser und starker Verkalkung der Plazenta. End vom Lied: 16 Stunden Wehen mit geschlossenen Muttermund, Herztöneabfall vom Kind, 3x Sauerstoffsättigungsmessung im Köpfchen des Kindes im Mutterleib, weitere 2 Stunden nach PDA Geburt. Notkaiserschnitt war schon vorbereitet, bin aber nochmal davon gekommen. Kind erstmal 5 Stunden auf der Intensiv, danach dauerhafte Überwachung wegen ständigem Sauerstoffabfall. Bis heute haben wir noch Nachfolgen dieser Geburt durch Verspannungen im Nacken durch die lange Lage auf dem geschlossenen Muttermund, zudem generell ein sehr unruhiges Kind im Schlaf. Aktuell bin ich in der 37.ssw. Beim letzten CTG waren die Herztöne erst sehr lange unregelmäßig sodass der Arzt meinte ich solle spazieren gehen und dann nochmal ran. Danach waren sie dann wieder ok. Zudem auch im Ultraschall wieder eine Verkalkung der Plazenta zu sehen. Ichhabe mit meinem Arzt dann gesprochen wie es zwecks Wunschkaiserschnitt aussieht. Er meinte das wäre meine Entscheidung und er kann mir eine Einweisung ausstellen. Nun überlege ich die ganze Zeit was ich tun soll. Ich habe einfach super Angst dass es wieder auf eine Einleitung oder ähnlichen Komplikationen hinaus läuft und tendiere aktuell eher zum Kaiserschnitt als zur normalen Entbindung. Vielleicht hat jemand einen Rat?

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Hey du.

Ich hatte auch so eine ähnliche Geschichte bei der 1. Geburt.

Ich kann dir wirklich nur raten, auf dein bauch Gefühl zu hören.
Wenn du es normal versuchen willst, dann mach das.
Aber wenn du doch einfach zu viele Ängste hast, dann mach den Kaiserschnitt.

Ich habe bei meiner Geburt diesmal auch auf mein Gefühl gehört und das war genau richtig.

Alles Gute dir :)

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Hallo :)
Danke für deine Antwort. Es ist tatsächlich so, dass bei der ersten Geburt ein Kaiserschnitt überhaupt nicht für mich zur Frage stand. Es war klar, ich schaffe das normal. Seit Beginn dieser Geburt kommt mir aber immer wieder der Kaiserschnitt in den Sinn, zwischenzeitlich lag das Kind sogar quer sodass ich schon glaubte das Baby hat mir die Entscheidung abgenommen und war schon erleichtert darüber.
Bei meiner ersten Geburt hatte ich die Wahl zwischen einem Krankenhaus mit Kinderklinik und einem ohne. Ich habe mich mit entschieden weil ich anscheinend im Gefühl hatte dass ich es brauchen werde, was dann ja auch so war. Dieses Mal habe ich mich direkt für eine Klinik ohne Kinderklinik entschieden allerdings eben schon die ganze Zeit den Hintergedanken mit Kaiserschnitt.

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Hey 😊
Meine erste Geburt war ebenfalls eine Einleitung.
48 Stunden Wehen mit sämtlichen Hürden und Problemen. Und einem fast bösen Ende für meine Tochter. Sie ist in letzter Sekunde natürlich geboren.
🙏🏻
Es war wirklich massiv traumatisch.
Trotzdem war der Gedanke bei der zweiten Geburt niemals,einen Kaiserschnitt zu machen,weil es vllt „einfacher“ ist.
Ich war absolut optimistisch,dass mir das nicht nochmal passiert. Dass ich dieses Mal belohnt werde. Und ich nach der Geburt nicht mit einer großen Narbe eingeschränkt sein will.
Ich war die Ruhe weg.
Und wurde mit einer traumhaften Geburt von 1,5 Stunden belohnt.
Und auch unser drittes Kind soll in 5 Wochen bitte,bitte,bitte einfach spontan kommen.
Ich bin optimistisch und voller Freude. ❤️

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Bei der Schilderung deiner ersten Geburt kommt mir nicht das Wort "einfacher" in den Sinn sondern "sicherer". Nicht jeder ist so zuversichtlich oder so sorglos. Wenn du schreibst, dass es fast ein böses Ende für deine Tochter gegeben hat, dann kann ich deine Gedankengänge nicht nachvollziehen. Eine große Narbe habe ich übrigens auch nicht und einschränken tut die mich auch nicht. Genauso kannst du große Probleme nach einer spontanen Geburt bekommen, die dich langfristig einschränken und beeinträchtigen.

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Solange die Ärzte sagen,dass noch alles sicher ist,brauche ich keinen Kaiserschnitt.
Und ich bin kein verteufler von Kaiserschnitten. Das darf man definitiv nicht falsch verstehen.
Dass eine Geburt plötzlich dramatisch wird und man dann einen Notkaiserschnitt bekommt-ist ja nicht unüblich. Und hätte es dann nicht innerhalb von ganz,ganz kurzer Zeit geklappt,dann hätte ich diesen bekommen und dankbar angenommen.
Dass ich Probleme nach einer natürlichen Geburt haben kann-ist mir vollkommen klar.
Aber ich habe mit den Ärzten und für mich entschieden,dass ich nicht aus schlechter Erfahrung heraus einer natürlichen Geburt im Weg stehen mag. 🤷🏻‍♀️
Man hat mich bestärkt und mir positiv zugesprochen. Fand ich super und bin ich stolz und dankbar drum.
Was für mich aber zum Beispiel immer klar war ist,dass ich im Krankenhaus entbinde und ärztliche Sicherheit brauche.
Denn wenn nochmal etwas geschieht-wollte ich sofort Fachpersonal da haben.
Gerade jetzt bei der dritten Geburt fragten einige,ob ich nicht eine Hausgeburt möchte…. Nein! Ganz klar nein. Ich möchte Sicherheit.
Liebe Grüße

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Hört bitte auf dein Bauchgefühl. Ich hatte einen Wunschkaiserschnitt bei meiner ersten Geburt und würde das immer wieder machen. Absolut entspannte Atmosphäre und eine tolle Erfahrung, die uns immer positiv in Erinnerung bleibt. Schmerzen gab's danach natürlich auch ordentlich, aber da war man drauf eingestellt, konnte Schmerzmittel nehmen und nach ein paar Tagen war alles wieder gut. Ich hatte auch immer Angst vor den Risiken einer spontanen Geburt und das man dann dieser Situation so verletzlich und hilflos ausgeliefert ist. Auch Komplikationen für das Kind habe ich gefürchtet. Statistisch gesehen ist der geplante Kaiserschnitt die sicherste Art der Entbindung für das Kind.

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Hallo :)
Bei meiner ersten Geburt gab es leider auch Komplikation die deinen sehr ähnlich waren. Zuerst zu wenig Fruchtwasser. Man überlegte auch mit einzuleiten, aber es ging dann von alleine los.
Mittermund hatte sich kaum geöffnet und die Herztöne gingen ständig nach unten. Wir kamen nicht um einen Kaiserschnitt herum. Sie hatte die Nabelschnur ein paar Mal umwickelt. Waren lange auf der Intesiv wegen einer Hirnblutung, die zum Zwitpunkt der Geburt entstanden ist.
Leider kämpfen wir mit den schweren Folgen noch heute und hätte ich gewusst was passiert, hätte ich schon 2-3 Wochen vorher einen KS machen lassen....
ich bin wieder schwanger und bin momentan noch ganz entspannt was die Geburt angeht, bin aber auch noch ganz am Anfang.
Ich sage mir, je nachdem wie es sich entwickelt werde ich entscheiden. Wenn alles gut aussieht, werde ich es spontan versuchen.
Gibt es auch nur das kleinste Anzeichen, dass etwas nicht passt, entscheide ich mich für einen Kaiserschnitt.
Ich hoffe du trifft die für dich passende Entscheidung :) Viel Glück!

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Hallo,

meine 1. Geburt war auch natürlich. Musste an ET+1 eingeleitet werden wegen einer Gestose. Das ganze hat 4 Tage gedauert und endete in einer wirklich schlimmen, jedoch kurzen Geburt. Auch mein Kind schläft sehr unruhig und ist nicht so ausgeglichen, aber das muss natürlich nichts mit der Geburt zutun haben. Gleich danach hab ich mir gesagt, das will ich nie wieder erleben, das nächste Kind wird per Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Als mein 2. Kind unterwegs war hätte ich es wieder natürlich zur Welt bringen wollen, hatte irgendwie Angst vor dem Kaiserschnitt und den Schmerzen. Aber das hatte ich nicht in der Hand. Es lag in BEL und musste wegen einer schweren Präeklampsie 4 Wochen zu früh geholt werden. Es war alles halb so schlimm wie gedacht. Natürlich hatte ich ohne Ende Schmerzen nach dem KS, aber das verging schnell. Kind 2. ist übrigens sehr viel ruhiger und total ausgeglichen bisher.

Ich bin froh, dass es so gekommen ist und ich da nicht nochmal durch musste.

Es hat alles Vor- und Nachteile. Vielleicht kannst du mit deiner Hebamme oder Frauenarzt darüber sprechen.

Ich wünsche dir alles Gute für die bevorstehende Geburt

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Hallo,

Ich bin ehrlich - ich war lange eine dieser Frauen, die ein bisschen die Nase gerümpft hat, wenn ich davon gehört habe, dass jemand einen Wunschkaiserschnitt hatte.

Dann bin ich Mutter geworden. Meine Geburt war auch relativ traumatisch; ich möchte nicht ins Detail gehen, aber ich lag über 36 Stunden in den Wehen und es liefen ein, zwei Sachen wirklich schief. Seitdem habe ich meine Meinung drastisch geändert. Ich persönlich würde es deswegen bei zukünftigen Geburten von der Situation abhängig machen - bestehen ähnliche Voraussetzungen wie beim ersten Kind? Dann würde ich zu einem KS tendieren. Hat der Arzt gesagt, was er empfehlen würde (ich bin mir nicht sicher, ob die überhaupt etwas empfehlen dürfen)? Sollten die Voraussetzungen besser sein, würde ich persönlich es nochmal auf natürlichem Wege versuchen.

Du sagst ja, du tendierst eher zum Kaiserschnitt. Ich denke, wenn dir eine normale Entbindung Angst macht, würde ich mich an deiner Stelle für den KS entscheiden. Andererseits wäre eine natürliche Geburt vielleicht eine Möglichkeit, quasi das alte Geburtstrauma zu "überwinden", wenn es besser läut. Deswegen meine Frage: Was sagt denn dein Bauchgefühl? Ist der Kaiserschnitt eher eine Kopfentscheidung oder das, womit du dich wohl fühlst? Davon würde ich es abhängig machen - und das machen, das dir im Vorfeld ein besseres Gefühl gibt.

Viel Glück. #klee

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Vielen Dank für die vielen lieben Nachrichten. Ich denke ich habe mich für den ks entschieden. Ich habe natürlich auch Angst vor dem ks weil ich das eben noch nicht hatte und somit auch hier wieder nicht weiß was auf mich zu kommt. Ich habe aber hier jetzt oft raus gelesen dass es für viele in ähnlicher Situation die bessere Entscheidung war und im Freundeskreis von vielen gehört dass es entspannt und nicht schlimm war. Bei uns kommt noch hinschwerend dazu, dass wir für eine Geburt aufs Festland müssen und ich sicher sein will das mein erstes Kind untergebracht ist etc. bevor es los geht. (Meine Eltern wohnen knapp 900km entfernt) auch dieses planen und zu wissen dass ich nicht immer sofort in der Klinik sein kann, macht mir zu schaffen) am meisten ist es aber die Angst dass sich die Geburt von Kind 1 wiederholt. Mein Arzt hat nur zu mir gesagt wenn ich das möchte dann schreibt er mir eine Überweisung aus und dass er Frauen sowieso bewundert die Kinder bekommen und er mir keine Empfehlung aussprechen will. Bzgl des vereinfachens einer Geburt durch Kaiserschnitt: es ist oft so dass man hört die hat es sich leicht gemacht und den Kaiserschnitt gewählt aber ich denke für jeden der eine nicht so schöne Geburt erlebt hat und zudem noch die Folgen zumindest meint zu merken anhand des Kindes (da bin ich mir mehr als sicher) ist das eine gute Alternative. Leicht ist die Entscheidung allerdings nicht finde ich.

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Wenn du wirklich noch nicht weißt was du lieber möchtest (und meistens weiß man es ja schon und sucht noch nach Meinungen in diese Richtung), dann sag doch, dass du keine Einleitung willst, sondern in dem Fall lieber einen Kaiserschnitt.
Ich wollte auch nie eine Einleitung und habe mich bei meinem 1. Kind, wegen angehender Schwangerschaftsvergiftungen für einen Kaiserschnitt entschieden.
Der war natürlich auch nicht ohne und mich hat es überrascht, dass man sich am 1. Tag tatsächlich nicht bewegen kann, aber dennoch war ich sehr zufrieden damit und habe mich völlig angstfrei bei meinem 2. Kind wieder dafür entschieden.
Wenn dir aber die Spontangeburt ohne Einleitung mehr zusagt, dann mach doch einfach mal für den ET einen Kaiserschnitttermin aus und wenn das Kind vorher kommt, dann ist es gut, wenn das Kind bis dahin noch nicht da ist, aber bei dir alles in Ordnung ist, sagst du den Termin ab und wenn wieder etwas ist (Verkalkung, zu wenig Fruchtwasser…) dann machst du den Kaiserschnitt.
Bis dahin wird sich eine Variante herauskristallisieren, die du bevorzugen wirst.

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Ich hatte damals nach der Einleitung und als die Herztöne runter gingen um einen Kaiserschnitt gebeten aber dieses wurde einfach nur mit einem abwinken hinter meinem Rücken zu meinem Mann abgetan. Daher bin ich mit so etwas sehr vorsichtig geworden. Ich denke ich habe mich entschieden. Und letztendlich wird der Kaiserschnitt ja eh sehr nah am ET gemacht und sollte der Kleine sich doch früher auf den Weg machen ist es ja in Ordnung. :) ich rufe morgen mal beim FA an und frage nach der Einweisung.

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Tu das, womit du dich am wohlsten fühlst und setz dich nicht unter Druck damit, eine natürliche Geburt haben zu müssen.
Ich muss immer noch an einen Dozenten im Biologiestudium denken, der sich mal zu Geburten in der westlichen Welt geäußert hat: Er sagte, dass es von der Natur überhaupt nicht vorgesehen ist, dass grundsätzlich jede Geburt überlebt wird. Der Natur reichen da 85-90%. Das heißt, ohne jede medizinische Versorgung überleben 10-15% der Mütter die Geburt gar nicht. Nur, zu diesen 10-15% möchte ja niemand gehören.
Er meinte, vor diesem Hintergrund haben viele Frauen in der westlichen Welt eine sehr verklärte Sicht auf natürliche Geburten, während in anderen Ländern Menschen für eine gesicherte medizinische Versorgung und Geburtshilfe kämpfen, die auch Kaiserschnitte mit einschließt, um die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu senken.
Von daher: Wenn dein Bauchgefühl sagt, ein Kaiserschnitt ist die bessere Wahl, dann mach das.

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