Entbindung - Kein Verständnis der Ärztin

Hallo ihr lieben,
Ich habe mal eine Frage an euch. Und zwar ich bin derzeit in der 36ssw. Ab morgen in der 37. ich komme gerade vom Vorsorgetermin.
Ich habe 2016 zwei Bandscheibenvorfälle gehabt die lange gebraucht haben und sehr mühsam waren wieder zu heilen. 6 Monate bin ich zur Physiotherapie und zum rückentraining gelaufen um einigermaßen ohne Schmerzen zu leben. Dazu habe ich immer wieder Ausfälle im rechten Bein gehabt so dass ich es nicht von alleine bewegen konnte.

Seit dem ich starke senkwehen habe habe ich wieder extreme Probleme mit der Wirbelsäule so dass ich kaum alleine aufstehen kann und das rechte Bein schon wieder mucken macht.
Heute habe ich es angesprochen dass ich mir Gedanken über einen Kaiserschnitt mache da ich weiß dass ich da nach 2-3 Tagen wieder fit bin. Die große Angst ist dass ich die richtigen Wehen nicht aushalte und die Gefahr besteht auch wieder einen neuen Bandscheibenvorfall zu erleiden.

Die Ärztin hat das Thema ganz schnell verdrängt und sagte mir: die Rückenschmerzen hätten nichts mit den Wehen zutun und das würd man schon aushalten. Ich habe aber wirklich große Angst davor weil jeder der diese Schmerzen kennt über Wochen weiß wovon ich spreche .. ich habe mir von Anfang an eine spontane Geburt gewünscht jedoch ist die Gefahr und die Angst da..

Was sagt ihr dazu ? Habt ihr Erfahrungen Mit Bandscheibenvorfällen spontanen Geburten und Ärzten die einen „Blöd“ anmachen weil man das Wort Kaiserschnitt erwähnt ?

Am Montag habe ich das Gespräch im Krankenhaus zur Geburtsplanung

Würde mich über antworten freuen :)

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Hi!
Ich habe keine Erfahrungen bezüglich eines Bandscheibenvorfalls, aber ich hatte ebenfalls meine Gründe für einen KS und habe diese 2018 bei dem Geburtsplanungsgespräch auch sehr deutlich gemacht.
Leider ist es so, dass man sich nach wie vor sehr stark rechtfertigen muss, wenn man sich für einen KS entscheidet (wohlgemerkt NICHT leichtfertig oder gar aufgrund eines Wunschdatums), aber wenn du dir sicher bist, dass es einer werden soll, dann bleibe bei deinem Standpunkt.
Wichtig ist allerdings, dass du mit der Entscheidung im Reinen bist, ansonsten wirst du auch keinen Arzt davon überzeugen.
Wenn du dir die Wehen und eine spontane Geburt aufgrund deiner Krankheitsgeschichte nicht zutraust, dann kommuniziere das genauso, das KH wird dir keinen KS verweigern.

Ich habe nächste Woche meinen Termin zur Geburtsplanung und bereits am Telefon mitgeteilt, dass es wieder ein KS werden soll.
Mein Körper, meine Entscheidung.

Mit meiner FÄ hatte ich das im Übrigen weder vor meiner 1. Geburt 2018 noch vor dieser, im November, besprochen.
Letztendlich wird der KS ja vom KH und nicht von deinem Gyn durchgeführt.

Überlege dir gut, welcher Weg der richtige für dich ist und dann steh für diesen ein, mit Gegenwind wirst du bei einer Entscheidung pro KS immer rechnen müssen, nicht nur von Ärzten sondern auch von anderen Mamas (LEIDER!), die denken, dass ihre Meinung die einzig wahre ist und deshalb versuchen andere zu bekehren.

Klar, die natürliche Geburt ist so von der Natur vorgesehen und auch von den allermeisten Frauen leistbar, dennoch gibt es die Alternative zum KS und es ist dein eigenes gutes Recht, dich für diesen Weg zu entscheiden, wenn du dir die vaginale Geburt nicht zutraust.
Wichtig ist, wie gesagt, dass du dich nicht leichtfertig entscheidest, sondern Vor- und Nachteile beider Geburtsarten gegenüberstellst und dich nicht aus einer Idee heraus entscheidest.

Und ja, ich war nach meinem ersten KS tatsächlich nach ein paar Tagen wieder komplett fit und nach 2 Wochen war es so, als hätte es die OP nicht gegeben.
Toi toi toi...

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft!
Und natürlich gute Besserung wegen deines Rückens.

LG sitty mit großer Liebe an der Hand (2 Jahre) und Ü-Ei im Bauch (32+5)

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Das war mal ein sehr aussage kräftiger Text der Mut macht und einen nicht direkt verurteilt !! Danke 🙏

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Hatte noch nie einen KS, aber durch das was ich oft lese, frage ich mich ernsthaft, warum müssen Frauen, die wirklich Schmerzen haben oder nachvollziehbare Gründe, so um einen KS kämpfen und sich rechtfertigen?
Während andere, auch im Bekanntenkreis, Sprüche klopfen wie:
-Zeitlich passt mir das so nicht, also wird es eine Woche früher geholt zum Wunschtermin.
-Ich habe keine Lust das Kind unten rauszupressen. Das unten gehört mir genau wie meine Brüste, da kommt das Kind nicht dran.
-Ich hatte ja schon eine spontane Geburt und KS. KS fand ich viel praktischer. Mache ich wieder.
Und noch mehr dieser Art und haben die auch ohne Probleme durchbekommen.
Ich finde es erschreckend und traurig und drücke allen, die wirklich einen KS brauchen die Daumen, einen zu bekommen und nicht, weil es halt zeitlich mal eben nicht in den Terminkalender passt 🙄

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Huhu,

ich selbst habe keinen Bandscheibenvorfall, aber eine operierte Skoliose.
Ich habe im Vorfeld alles mit meinem Orthopäden besprochen und dies dann an die Entbindungsklinik weitergegeben.
Würde dir daher dringend raten deinen Orthopäden mit ins Boot zu holen.

VG

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Das habe ich bereits gemacht .. der sagte die Gefahr besteht dass man einen neuen Bandscheibenvorfall erleidet .. 🤷🏽‍♀️

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Dann wäge für dich ab, ob du dieses Risiko eingehen möchtest und gehe mit deiner Entscheidung selbstsicher zum Planungsgespräch. So würde ich es zumindest machen.
Mein Orthopäde hat mit mir auch gemeinsam eine Risikobewertung gemacht, das fand ich durchaus hilfreich.

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Huhu!
Ich weiß nicht, ob meine Antwort dir weiterhilft, aber ich schreibe trotzdem mal...
Ich wurde 2006 und 2010 nach langem Hin und her an den Bandscheiben (LWS) operiert. Hatte danach noch öfter Probleme mit dem Rücken, aber keine neuen Bandscheibenvorfälle. Daher weiß ich nicht, wie vergleichbar es ist. 2017 und 2020 habe ich jeweils natürlich entbunden.
Ich hatte auch Angst vor der ersten Geburt, aber noch mehr eigentlich vor der Schwangerschaft und der Trage-Zeit.
In der Schwangerschaft war ich jeden Tag spazieren, weil mir Bewegung am besten tut. Am gefährdetsten ist mein Rücken, wenn ich lange liege. Ich weiß nicht, ob das bei dir auch so ist? Daher wollte ich wenn möglich keinen Kaiserschnitt, weil ich dachte, dass ich nach der natürlichen Geburt schneller wieder fit bin. In beiden Schwangerschaften hatte ich keine Probleme, nur im Baby-Alter meiner ersten Tochter, als ich es zu Beginn mit dem Tragen übertrieben habe. Hier wichtig: Eine gute Trage und eine gute Trageberatung. Mit meiner Tochter war ich sehr aktiv, hab sie stundenlang im Kinderwagen durch den Wald geschoben und möglichst wenig getragen, sodass ich dann eigentlich gar keine Probleme mehr hatte und auch in der zweiten Schwangerschaft alles ohne Probleme war. Nun ist meine zweite Tochter schon sieben Wochen und ist weiterhin alles ok mit dem Rücken. Auch wenn ich sie jetzt sehr viel trage - mein Rücken war nun offenbar ganz gut vorbereitet. Bei meiner ersten Tochter hätte mein Rücken so viel tragen nicht mitgemacht. Wenn du aber tragen möchtest: Dann fang klein an. Also jeden Tag, damit dein Rücken sich an das steigende Gewicht gewöhnt, aber dafür nur kürzere Zeit.
Und wegen der Geburt: Vielleicht kannst du mal mit einer Hebamme über deine Ängste sprechen? Bei meiner ersten Geburt war alles recht starr. Ich hatte ebenfalls Angst vor Problemen mit dem Rücken. Rückenmassage unter den Wehen tat mir sehr gut! Ich habe dann auf dem Rücken liegend geboren, was ich nicht so gut fand. Insgesamt war sehr wenig „Bewegung“ drin und ich denke, das hätte mir besser getan. Es war aber trotzdem ok.
Jetzt bei der zweiten Geburt war viel mehr Bewegung drin. Solange es auszuhalten war, war ich spazieren. Danach dann auf dem pezziball und in den Wehen hatte ich das Gefühl mich an ein Seil von der Decke hängen zu wollen (dank Corona gab es keins 🙄). Hab mich stattdessen an meinen Mann gehängt, was nicht ganz so gut war, aber besser als nichts. Für die presswehen bin ich in den Vierfüßler gegangen und das fühlte sich für meinen Rücken sehr gut an. Vielleicht käme auch eine Wassergeburt für dich in Frage?
Also, ich denke, ich würde auf jeden Fall mit einer erfahrenen Hebamme darüber sprechen!
Und bis es losgeht: Kurzfristig hatte mir bei meinen akuten Bandscheibenvorfällen damals Akupunktur gut mit den Schmerzen geholfen (Schmerzmittel haben bei mir gar nichts gebracht). Vielleicht wäre das auch noch eine Option für dich? Viele Hebammen haben da eine Zusatz-Ausbildung.
Falls du noch Fragen hast, dann melde dich gern!
Alles Gute für dich!! 🍀

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...das war jetzt viel drum herum und wenig zur eigentlichen Frage, merke ich 🙈 Aber mit Erfahrungen zum Thema KS kann ich leider nicht dienen :-) Aber ich finde, da hat Sitty dir ja auch bereits guten Input gegeben. Nun heißt es abwägen, mit den Ärzten und Hebammen im KH das Risiko abwägen und dann entscheiden. Vielleicht wäre es ja auch ok für dich zu „testen“ wie es unter den Wehen ist? Ein KS ist dann ja immernoch jederzeit möglich, die Option besteht also ja immer. Aber ich verstehe auf jeden Fall deine Angst und hoffe, dass die Ärzte damit in der Klinik auch einfühlsamer umgehen und dich in deiner Entscheidungsfindung unterstützen!
Alles Liebe!

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Hallo, ich verstehe deine Ängste gut. Gerade mit Säugling kann man solche Schmerzen nicht gebrauchen, geschweige denn großartig irgendwelche Therapien machen.

Ich hatte auch 2016 einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich, bin durch Physiotherapie und 6 Monate Krankengymnastik um eine OP drumherum gekommen.

In der Schwangerschaft (2019) hatte ich dann zweimal einen kleinen Rückfall, ging aber zum Glück nach 1-2 Wochen besser.

Habe das bei der Geburtsplanung im Krankenhaus angesprochen, die Ärztin sah das ziemlich locker und riet zu einer spontanen Entbindung. Habe meine Tochter nach 4 Tagen Einleitung mit heftigen Wehenstürmen spontan entbunden. Ich hatte im Anschluss keinerlei Rückenschmerzen.

Wenn deine Bedenken zu groß sind, dann sprich das im Krankenhaus an, ein geplanter Kaiserschnitt ist vielleicht nicht immer ideal, aber mit Angst sollte die Mutterschaft auch nicht starten.

Alles Gute für dich 🍀

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Hi ich hatte auch nen BSV mit OP nach 6 Tagen höllischer Schmerzen. Die OP ist 10 Monate her und ich bin aktuell bei ET +10. Klar, hab ich mir Sorgen gemacht, ob alles gut geht und ob ich das aushalte, hatte jedoch während der Schwangerschaft überhaupt keine Schmerzen oder Probleme, weshalb das tatsächlich momentan meine kleinste Sorge ist. Ich liege grad am CTG und werde wahrscheinlich heute oder morgen eingeleitet, glaube aber nicht, dass es da aufgrund der Vorgeschichte irgendwelche Probleme geben wird.

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Hallo,

Mach dir selbst klar was du möchtest, das ist wichtig für das Gespräch um KH.
Klar muss dir sein das ein Kaisersschnitt schon ein wahnsinniger Eingriff ist, der meiner Meinung nach oft verharmlost wird. Und ob du wirklich Ach 3 Tagen wieder fit bist, kann dir auch keiner sagen denn das hängt mit dem Verlauf der OP zusammen.

Für mich mit einem Rückenleiden ist liegen das schlimmste. Aber wichtig ist nun das du dir im Krankenhaus die Informationen holst die brauchst um abzuwägen was besser wäre.

Ich weiß ja nicht wo du wohnst, hier oben stellen die sich mit KS auch echt an

Alles alles gute für Geburt 🍀

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Meine Schwester hat zwei Vorfälle, auch oft und lange Probleme damit und zwei Kinder spontan geboren. Da hat auch nie jemand was zu gesagt und ihr Sohn war mit 4600g auch kein Leichtgewicht. Zum Ende der SS hätte sie immer starke Probleme, die Geburten selber waren aber nie ein Problem. Die Wirbelsäule selber hat mit dem Geburtsvorgang ja auch eigentlich nicht wirklich was zu tun.

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Ich selbst in Orthopädin, hatte 2012 einen großen Bandscheibenvorfall lwk 4/5 und lwk5/s1. Keine op. Physio, rückentraining, Schmerzmittel. Mein 2. Kind kam 2015 nach relativ problemloser Schwangerschaft spontan nach Einleitung am et mit 4200 g zur Welt. Der Rücken hat gut gehalten. Würde ich immer wieder so machen. Das Risiko in meinem fall eines erneuten Vorfalls durch die Geburt habe ich als relativ gering eingestuft. Alles gute für dich.

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Hi 😊.
Aus eigener Erfahrung würde ich da eine zweite Meinung einholen. Und zwar von nem Orthopäden, Osteopathen oder ner guten Chiropraktik (am besten amerikanische Chiro). Die sehen die Zusammenhänge ganz anders und gehen vor allem auch anders auf Dich ein.
Es könnte jetzt behandlungstechnisch sehr eng werden, zeitlich. Aber vielleicht kannst du es so zumindest besser für dich entscheiden 💪🏻🍀.

Alles alles Gute für Dich und den Start deines Bauchzwergs 🥰.

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