Geplanter Kaiserschnitt oder natürliche Geburt

Hallo ihr lieben,

Gestern hatte ich mein Gespräch zur geburtsplanung in der Klinik. Der Arzt hat relativ schnell rausgehört das ich sehr viel Angst vor der natürlichen Geburt habe und mir ans Herz gelegt einen geplanten Ks zu machen.. jetzt bin ich irgendwie total verwirrt.
Ich wollte schon immer meine Kinder mit ks bekommen.. doch als ich dann schwanger war und jeder mir sagte man „müsse“ das natürlich machen habe ich mich halt dazu „verpflichtet“ ohne weiter drüber nachzudenken. Zudem wurden mir noch Geschichten erzählt das der ks 3.000€ kostet die ich selber zahlen müsste..
Naja soviel dazu.. was mich sehr belastet ist das mein Mann aufgrund von Corona nicht mit in den ok dürfte sondern im Kreißsaal auf uns warten würde.. und daran würde ich mir dann die schuld geben. Das ich ihm verwehrt habe den ersten schrei seiner kleinen Tochter zu hören.. mein Gefühl sagt mir mach einen ks und mein gewissen sagt mir lass es..

Vielleicht gibt es ja hier ein paar Mamis die einen geplanten ks hatten (egal aus welchen Gründen) und mir mal ihre Erfahrung berichten können.

Und bitte, ich brauche hier keine Sätze wie Kaiserschnittkinder werden öfter krank oder haben Probleme bei der Atmung.

Vielen Dank im Voraus.

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Hallo. Also ich habe zwar keine Kaiserschnitterfahrung, aber ich wollte dir gerne mut machen auf dein Gefühl zu vertrauen. Wenn du dir eine natürliche Geburt nicht vorstellen kannst wegen Ängsten, dann könnte es sein, das du dich während der Geburt „versperrst“ und so womöglich Komplikationen entstehen können. Das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Heutzutage darf sich jede Frau das Recht nehmen, selbst zu entscheiden wie sie gebären möchte. Natürlich ist es schade wenn dein Mann nicht dabei sein kann. Vielleicht könnte einer aus dem op-Team den ersten Schrei aufnehmen?

Lg

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Hallo,

meine Freundin ist aus Brasilien. Sie hat mir erzählt, dass es dort gerade anders herum ist. Damals musste sie sich erklären, dass sie natürlich entbinden möchte. Sie meinte, dort würden nur die Frauen natürlich entbinden, die kein Geld für einen KS haben.

Es gibt auch noch andere Länder, in den der geplante KS normal ist. Es ist also nichts wovor du dich rechtfertigen oder schämen müsstest.

Ich will damit sagen, wenn du dich mit den Gedanken KS besser anfreunden kannst, dann tu es nicht aus falschem Ehrgeiz ablehnen. Bei einer Geburt kann es immer Komplikationen geben.

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Liebes, ab jetzt wirst du immer irgendwas falsch machen und es wird immer Leute geben, die wissen was das Beste für dich und dein Kind ist. Daran wirst du dich leider gewöhnen müssen, auch an das schlechte gewissen.

Du musst das ganz alleine entscheiden, was für dich am Besten ist. Ein KS kann übrigens immer gemacht werden, auch wenn du dich für eine natürliche Geburt entscheiden solltest.

Bei mir wurde ein KS an 41+0 gemacht, nachdem 5 Tage lang erfolglos eingeleitet wurde. Für mich kam KS nie in Frage. Dennoch bin ich froh, so entscheiden zu haben, es wäre so oder so auf einen KS hinausgelaufen. Dann dich lieber halbwegs geplant als ein NotKs.
Mein Mann durfte mit im OP sein, aber er war eher eine Stütze für mich als, dass er einen schönen Moment mit unsere Tochter gehabt hätte. Uns wurde auf mehrfach gesagt, wir sollten nicht auf den Schrei warten, da die wenigsten Babys direkt losschreien. Unser hat gebrüllt 😅 sie wurde uns (sehr) kurz gezeigt und kam dann direkt ins Nebenzimmer zur U1. Dann hab ich sie noch etwa 5 Minuten auf meiner Brust gehabt und dann ist mein Mann mit ihr in den Kreissaal gelaufen. Ich würde dann fertig genäht und dann bin ich auch schon hinterher gekommen und hab unsere Tochter direkt zum Bonden bekommen.

Danach kannst du erstmal nicht wirklich aufstehen, da wirst du zur Pflege deines Babys auf die Hilfe deines Mannes und der Schwestern angewiesen sein. Ich glaube mein Mann hat es sehr genossen, sie die ersten Male wickeln zu dürfen. Du musst dann sehr die Zähne zusammenreißen und immer wieder aufstehen und dich bewegen. Während deine Bettnachbarin evtl. Alles schon sofort kann, wirst du deine Zeit brauchen. Es ist nun mal ein großer Schnitt und an den Bauchmuskeln wird gezerrt, das tut erstmal weh.

Unsere Tochter ist kerngesund und hatte überhaupt keine Anpassungsschwierigkeiten. 😊 ich würde es aber nochmal machen, wenn es din nächstes mal geben sollte. Jedoch würde ich nicht nochmal bis zur 42 ssw warten wollen 🤔😉

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Verstehe mich nicht falsch, das ist nicht negativ gewertet und ich betone das jetzt extra hier noch einmal, weil vieles falsch verstanden wird! Natürlich kannst du einen KS machen lassen, wenn du einen willst und musst dich auch vor niemanden rechtfertigen etc, aber dieses "nur aus Angst wegen der natürlichen Geburt" ist irgendwie schade. Ich glaube fast jede Frau, vor allem Erstgebärende (mich mit eingeschlossen), haben/hatten Angst, auch wenn man sich informiert, zu Kursen geht etc, man kann sich das einfach nicht richtig vorstellen... Naja und das der Arzt dir direkt einen KS "andrehen" will, so leid es mir tut, es ist eben wirtschaftlicher als eine normale Geburt. Das würde ich jetzt wirklich nur mir mir selber ausmachen, was ich will und was nicht und sonst auf niemanden hören.
Wenn du bereits schon vor der Schwangerschaften gesagt hast, du willst einen KS, dann hast du dir das ja eh schon in den Kopf gesetzt und wenn du jetzt nur wegen anderer Einstellungen etc dich doch noch umentschieden solltest, wirst du denke ich auch nicht zu 100% hinter der Entscheidung stehen.

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Vor meiner Schwangerschaft und auch währenddessen hatte ich große Angst vor der Geburt. Man weiß ja nicht wirklich, was auf einen zukommt. Ja, man informiert sich und tauscht sich mit anderen aus, aber wie es bei einem selbst ablaufen wird, wie man es selbst empfindet, kann einem (leider) niemand vorher sagen.
Wie meine Vorrednerinnen schon schrieben: mach das, was für DICH passt, zu viele Leute meinen, sie wüssten es besser. Sie sind aber nicht du.
Wie ich schon sagte, auch ich hatte große Angst vor der Geburt, aber ich hab mich dann für eine natürliche entschieden, nachdem ich mich näher mit dem Thema beschäftigt hatte. Für mich war das schlagende Argument, dass man nach einem KS einfach nicht so schnell wieder fit ist. Meine Zimmernachbarin im KH hatte einen KS und konnte wirklich nichts selbst machen. Für alles war sie auf Hilfe angewiesen. Sie tat mir wirklich leid.
Ich hatte zwar einen Dammschnitt und Hämorrhoiden durch das Pressen, aber ich konnte selbst wickeln, alleine auf Toilette gehen und duschen.
Eine Geburt, egal ob natürlich oder KS, ist anstrengend, aber was zählt, ist das Ergebnis, dein Baby.
Informiere dich, wäge ab, besprich dich mit deinem Partner und lass dich zu keiner Entscheidung drängen.

Alles Gute!

Orchifee mit kleinem Bub

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Hi,

Ich hatte vor 3 Wochen einen geplanten KS, zunächst auch wegen Angst, aber es gab dann auch eine medizinische Indikation.

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich lieber einen KS haben wollte. Im KH wurde ich dabei auch unterstützt.

Ich hatte noch das Glück, dass mein Partner überall dabei sein durfte... außer bei der Anästhesie im OP, er wurde dann aber geholt. Ich bereue nicht, mich für einen Kaiserschnitt entschieden zu haben. Mein Kind hatte auch keine Anpassungsprobleme, ich achte nur drauf, sehr viel mit ihm zu kuscheln. Vor der OP hab ich mit dem Baby über den Kaiserschnitt gesprochen und was da passiert, damit ich ihm und mir Ängste nehme (ob es bei ihm angekommen ist, weiß ich natürlich nicht :)).

Der Kaiserschnitt selbst dauert ja nicht allzu lange. Mein Kind hat übrigens so laut geschrien, den hat man auch außerhalb des OP gehört :D

Ich selber war nach der OP relativ schnell wieder fit. Am Abend bin ich das erste mal aufgestanden, am nächsten Morgen wurde der Katheter gezogen (hätten die auch noch am Abend der Geburt gemacht, ich hab mich aber dagegen entschieden) und dann wurde es mit dem Laufen etc schnell viel besser. Allerdings hab ich mich erst an Tag 2 nach KS getraut zu duschen, spazieren zu gehen etc, aber das lag eher an mir als an Schmerzen o.ä.

Ich wünsche dir, dass du dir bei der Geburt das aussuchst, mit dem du dich am wohlsten fühlst, dann geht es deinem Kind auch gut. Die Entscheidung triffst du für dich und nicht für andere Leute.

Alles Liebe <3

Tanniann & Julian (20 Tage)

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In welcher Woche wurde denn dein kleiner geholt?

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39. SSW (38+4) war das.

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Hallo.
Ich habe zwar keine Erfahrung mit Kaiserschnitt.
Ich hatte genau wie du angst vor einer natürlichen geburt, man weiß nicht, was genau passsiert, wie lange man in den wehen liegt und und und... Aber ich hatte noch mehr angst vor einen Kaiserschnitt und vor allen vor den Schmerzen danach.
Ich habe meine zwei kinder natürlich zur Welt gebracht, und mit Hilfe von scherzmitteln und einer guten hebamme dir dir die angst nimmt, waren es zwei schöne geburten und ich war danach topfitt, mich selber um das Baby zu kümmern.

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Hallo,

ich kann das total nachvollziehen, was du schreibst.

Ich hatte auch zunächst große Angst vor einer natürlichen Geburt und wollte von Anfang an eigentlich einen KS haben. Dann hatte ich mich umentschieden und zum Schluss, weil die Angst doch wieder zu groß wurde, kurzfristig noch den KS geplant. Es lag dann bei der Voruntersuchung im KH, genau wie bei tanniann, auch eine medizinische Indikation vor (Maus lag nicht fest im Becken, wurde zudem sehr groß / schwer geschätzt und der Bauchumfang sogar größer als der Kopf, das kann gefährlich werden). Entbunden hatte ich dann erst zwei Tage vor ET und das war gut so, denn die Kleine hatte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten oder sonstiges.

Mein KS ist jetzt 1,5 Wochen her und meine Erfahrung ist nicht unbedingt positiv. Die OP war an sich gut verlaufen, OP-Team auch sehr nett, mein Mann durfte dabei sein. Allerdings waren zumindest für mich die Schmerzen in den ersten Tagen die Hölle.. Beim ersten Aufstehen dachte ich, ich klappe zusammen und werde nie wieder ohne Hilfe gehen können. Ich bin aber auch sehr schmerzempfindlich, das ist bei jedem ja anders. Jetzt nach ein paar Tagen komme ich wieder einigermaßen klar, aber schmerzfrei bin ich nur im Sitzen oder Liegen. Beim Laufen tut es noch weh und zieht.

Dass man den KS selbst bezahlen muss, ist völliger Quatsch. Alleine die Indikation Geburtsangst reicht, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Viele Grüße und alles Gute!

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Ich habe vor 3 Tagen einen geplanten ks gehabt. Vor 9 Jahren meine Tochter spontan mit 4300g geboren.

Verstehen tun mich wenige. Aber ich bin glücklich mit meiner Entscheidung.
Am dritten Tag heim, mit Ibuprofen. Bin gut auf den Beinen.

Was aber definitiv zu empfehlen ist - Familienzimmer!!! Die ersten 24 (- 48h) ist man noch nicht sicher in der Lage sein Kind zu versorgen.
Wir haben uns geteilt - ich gestillt, er gewickelt und alle gekuschelt.

Im OP war er übrigens auch dabei...

Unterm Strich hatte sie noch einen Knoten in der Nabelschnur, so dass mutmaßlich ein ungeplanter KS nötig geworden wäre...

Also... Es ist alles gut, egal was du möchtest!
Geburt sollte selbstbestimmt sein.

Der einzige wirklich wichtige Grund - du möchtest 6 Kinder... Mehr als 3 KS bergen dann doch Risiken 😉

LG, mary

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In welcher Woche wurde dein Baby geholt?

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