Ich bin so traurig - Wochenbettdepression?

Hallo zusammen,

ich weiß, dass es Posts wie meinen wahrscheinlich schon zur Genüge gibt, aber ich muss mich jetzt mal ausheulen, bei Leuten, die vielleicht wissen, wie ich mich fühle.

Ich habe vor 11 Tagen unseren Ben entbunden. 2 Tage nach der Geburt musste er wegen einer Neugeboreneninfektion 3 Tage in die Kinderklinik. Schon gleich nach der Entbindung und auch während der Zeit, in der er in der Klinik sein musste, ist mein Herz fast übergelaufen vor Glücksgefühlen und Liebe für das Kind.

Nun sind wir knapp eine Woche zu Hause und die Sache sieht irgendwie plötzlich ganz anders aus. Ich fühle mich von ganz tief innen heraus so traurig und heule eigentlich ständig. Warum genau kann ich gar nicht so sagen. Ich heule, weil ich das Gefühl habe, dass ich den kleinen Ben nicht mehr so lieb habe, wie es sich für eine Mama gehört. Ich heule, weil ich Angst habe, was falsch zu machen und ich wünsche mir manchmal einfach mein Leben von vor der Schwangerschaft zurück. In diesem Momenten bekomme ich dann so ein furchtbar schlechtes Gewissen, dem Kleinen gegenüber. Er braucht mich und ich wäre soch so gerne die Mama für ihn, die vor Liebe fast explosiert.

Wir haben so lange gewartet, bis es mit der Schwangerschaft endlich geklappt hat und jetzt fühle ich so einen Mist anstatt froh zu sein, dass er da ist.

Was ist nur mit mir los? Kennt irgendjemand das Gefühl?
Mein Mann ist auch schon ganz verzweifelt, weil immer wenn er heim kommt ein heulendes Häufchen Elend auf dem Sofa sitzt.
Meine Hebamme kann leider erst übermorgen wieder zu mir kommen und als sie das Letzte mal da war, habe ich irgendwie nicht geschaftt, meine Gefühlslage deutlich genug rüber zu bringen. War mir irgendwie peinlich...

LG kaethe

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Kein schlechtes Gewissen haben!

Fühl dich erst mal gedrückt! Mir ging's auch nicht andere wie dir. Nur ich hatte keine Muttergefühle von Anfang an, obwohl ich nichts andere wollte als Mama werden.
Aber im Kh hab ich alles noch mit großen Sprüchen überspielt.

Die erste Nacht Zuhause waren Emilia und ich gleich allein, weil mein Schatz keinen Urlaub bekommen hat und in die Nachtschicht musste. Als er sich für die Arbeit fertig machte, begann ich zu weinen und das dauerte dann fast 3 Wochen. Die Muttergefühle kamen bei mir erst langsam, lagen evtl an der bescheidenen Entbindung. Meine Hebi sagt, 80% Leiden an Babyblues, nur redet keiner darüber. Also im Normalfall wird es die nächsten Tage weniger und dann kannst du genießen!
Schäm dich nicht und weg mit dem schlechten Gewissen. Deine Hormone fahren Achterbahn nach einer Geburt, alles normal!
Alles Liebe, Tina

2

Hallo!

Du bist nicht allein. Ich hatte dasselbe nach der Geburt unseres ersten Kindes. Wie bei dir haben wir lange auf sie warten müssen und ich hab es mir so gewünscht. Aber mir ging es dann auch so. Heute denke ich, dass es mit an der unschönen Geburt lag. Es ging mir wie dir..

Ich hatte damals keine gute Hebamme, aber es wurde nach 8 Wochen ca. Besser. Ich denke, ich hätte damals mehr mit meinen Kräften haushalten müssen, hätte mein Wochenbett ernst nehmen müssen und nicht versuchen sollen weiterzumachen als ob sich nichts geändert hätte. Ich wollte, dass mein Umfeld nicht denkt, dass wir jetzt mit Baby anders sind, andere Prioritäten setzen. Das war naiv. Denn es wird definitiv anders. Aber nicht schlechter. :-) im Gegenteil #verliebt

Es vergeht und ich hoffe, du hast eine gute Hebi und kannst dich ihr öffnen.

Hab kein schlechtes gewissen. Du findest mit deinem kleinen Mann zusammen! Ich denke, bei dir liegt es vielleicht daran, dass Ben so schwer krank war und solche Schocks braucht man im Wochenbett nicht. Wir frauen sind da ohne "Schutzhülle", alles dringt einfach so in uns ein. Wir sind verletzlicher als sonst und brauchen Schutz. Vertrau dir und der Natur. Es wird besser.

Alles liebe!

Fati

3

Hallo :-)

mach dir keine Sorgen! Ich weiß ganz genau wie du dich fühlst, so ging es mir bei meiner Tochter auch. Das ist ganz normal, das ist der Babyblues.

Das ist durch die Hormonumstellung nach der Geburt und das geht auch vorbei! Lass deine Gefühle raus und schäme dich nicht, das haben so viele Frauen. Es ist nicht schön, klar, aber es geht vorbei, schneller als du vielleicht denkst! Rede mit deiner Hebamme darüber, sie kennt sich damit aus :-)

Ich hatte davon schon vor der Geburt gelesen und meinen Mann aufgeklärt, dass sowas passieren kann und so war es dann auch. Meine Hebamme hat ihm geraten, mich in solch einer Situation dann einfach in den Arm zu nehmen und mir gut zu zureden und mich zu trösten und das hat mir wahnsinnig geholfen. Nach 2 Wochen war dass ganze dann vorbei und ich konnte mich dann auch endlich richtig freuen.

Man macht sich natürlich ständig Gedanken und denkt was ist los, eigentlich sollte ich doch so glücklich sein. Blöde Hormone! Aber wie gesagt das ist ganz normal :-)

Drück dich und alles Gute für euch #klee

4

Du bist nicht alleine. Lass deinen Gefühlen freien Lauf und versuch dich jemandem an zu vertrauen - Mama, Freundin, ... Reden hilft. Ich hatte den Baby Blues ganz stark! Nach 12 Wochen ging es mir wieder gut.

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Kenne ich nur zu gut steck wohl noch mitten drin.. dann immer die gedanken ihn weg zugeben weil ich nicht gut für ihn bin. .will doch nur glücklich sein.ich bin alleine ohne Partner ..schlaf mit dem kleinen im moment bei meiner mutter.. ich hoffe jeden tag das es besser wird und ich mich auch wieder finde und so werde wie früher

Lg elachen mit collin 8 Wochen

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Mensch Mädels,

so viele nette, aufmunternde Worte zu hören tut echt gut. Vielen Dank! Da kommen mir gleich die Tränen der Rührung! Es ist echt schön zu hören, dass mich jemand verstehen kann und dass ich nicht alleine da stehe.

Ihr gebt mir Hoffnung, dass ich den kleinen Mann bald so richtig "mamadoll" lieb hab und mich nicht mehr verstellen muss.
Heut stand nämlich der Besuch von meiner Schwiegermutter samt der Uroma an und ich hab wieder einen auf Friede, Freude, Eierkuchen gemacht ...puh, jetzt bin ich so erledigt, dass ich gleich mal wieder ne Runde geheult habe.

@elachen: Ich hoffe ganz doll, dass die Lage bei dir auch bald wieder besser wird.

Vielen Dank für eure Antworten, fühlt sich fast an wie umarmt werden #danke

7

Hallo!

Hast du denn mit deiner Hebi sprechen können? Was hat sie denn gesagt?

Drück dich und halt weiter die öhrchen steif!

Fati

8

Ja, heut hab ich es geschafft meiner Hebamme zu sagen, wie es in mir ausschaut. Sie hat sehr nett und verständnisvoll reagiert. Da war ich schon mal froh. Sie hat mich bestärkt meine Gefühle zuzulassen und auch gesagt, dass ich bloß kein schlechtes Gewissen haben soll. Außerdem hat sie mir eine Ärztin bei und in der Stadt empfohlen, die sich speziell mit dem Wochenbett beschäftigt. Bei ihr werde ich jetzt vermutlich am Montag versuchen einen Termin zu bekommen.
LG und vielen dank für die Anteilnahme...tut soooo gut!

9

Hallo,
ich hatte das Gefühl bei unserem ersten Kind. Ich hatte mir damals so sehr mein "altes" Leben zurückgewünscht, obwohl unsere Tochter unser absolutes Wunschkind war, auf das wir über zwei Jahre warten mussten. Die Schwangerschaft war auch absolut traumhaft, wir haben uns so gefreut.
Als das Baby da war, hat die Kleine nur geschrien, tags und nachts, manchmal 6-8 Std. am Stück. Wir hatten den absoluten Albtraum hinter uns, haben fast nicht mehr geschlafen und waren bei allen möglichen Ärzten, keiner konnte uns helfen. Sie meinten immer nur, dass es die 3 Monats-Koliken sind und wir ein Schreikind haben... toll! Ich habe täglich überlegt, ob ich einfach wegfahren soll, ohne Kind oder aus dem Fenster springen soll. Ich war total am Ende und hab nur noch geheult.
Erst nach 6 Wochen hat man uns in einer Kinderklinik geholfen. Hier wurde rausgefunden, dass die Kleine einen starken Reflux hat und die Speiseröhre schon sehr entzündet war. Man hat uns dort Medikamente gegeben und das Schreien war plötzlich weg.
Danach hat sie nur noch schlecht zugenommen, weil das Trinken für sie eine Qual war, wir waren kurz vor der Magensonde und Zwangsernährung.
Wir waren auch bei einer Psychologin und das hat mir geholfen, über alles zu sprechen.
Nach 6 Monaten hatten wir auch das Ernährungsproblem im Griff und sie hat wieder gut zugenommen.

Meine Gefühle haben sich ab da auch wieder gewandelt, da unsere Probleme gelöst waren und ich endlich so problemlos wie andere Mütter mit meinem Baby umgehen konnte.

Es war eine harte Zeit, aber mein Mann und das Sprechen über die Probleme haben mir geholfen.
Heute haben wir 4 Kinder und wirklich niemand, der unsere Probleme kannte, hätte geahnt, dass wir noch ein weiteres Kind bekommen, nach der schwierigen Startphase.

Es wird besser, sprech über deine Gefühle und lass dich nicht vertrösten, hol dir Hilfe!
LG
Silky

10

Oje, das hört sich wirklich nach einem schweren Start zu dritt an. Umso schöner, dass ihr jetzt 4 Kinder habt und glücklich seid. Das ist für mich gerade unvorstellbar, dass Ben noch Geschwister bekommt. Heute ist wieder der absolute Horror und ich würde am liebsten alles stehen und liegen lassen und einfach gehen. Dabei liegt er gerade bei mir auf der Brust, schläft seelenruhig und sieht so süß aus.
Sobald ich ihn in die wiege umlegen kann ruf ich die Ärztin an, die mir meine Hebamme empfohlen hat!!
Vielen dank für deine Antwort!

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