Filmrisse nach der Geburt

Hallo Ihr Lieben,

ich muss heute unbedingt mal etwas loswerden:

Vor 7 Monaten wurde meine Tochter geboren und ich habe die Geburt und die Momente danach noch immer nicht verarbeitet. :-(

Mein Problem ist, dass ich mich an viele Dinge während und nach der Geburt einfach nicht mehr erinnern kann. Ich weiß noch, dass ich mit meiner letzten Wehe gekämpft habe, dann hörte ich den ersten Schrei #schrei ... ja und dann ist eigentlich auch schon Schluss. Ich war wie in Trance. Ich sehe noch total vernebelt, wie mein Mann die Nabelschnur durchschneidet, dann wieder Filmriss. Ich kann mich auch nicht mehr erinnern, wie mir mein Baby auf die Brust gelegt wurde. Nach 20 min. wurde dann die Plazenta geboren, die uns dann gezeigt wurde, woran ich mich aber auch nicht mehr erinnern kann. Dann habe ich mein Baby angeschaut und ich dachte, oje, sie hat ja eine ganz platte Nase, ein schiefes Kinn und sieht so verschmiert aus. Ich fand sie so häßlich #schock. Es war mir auch etwas unangenehm, dass sie auf meiner Brust lag. Es war ein ganz komisches Gefühl. Sie war mir so fremd und ich empfand auch so gar keine Freude.

Ich kann mich auch nicht mehr erinnern, als ich mein Baby das erste Mal angelegt habe und worüber ich mich mit meinem Mann die ganze Zeit unterhalten habe ... alles weg.
#schmoll

Ich finde es so schade, dass mir so viele Erinnerungen fehlen und dass ich so wenig für mein Kind empfunden habe. Ich habe mich doch nach meinen zwei Jungs so sehr auf mein Mädchen gefreut und dann sowas. #gruebel

Vielleicht lag es ja an der schnellen Geburt (3 Std.) und ich wurde einfach nur überrumpelt? #kratz

Als wir dann später auf unserem Zimmer waren, kommen die Erinnerungen wieder. Ich habe sie dann erst einmal aus ihrem Plastebett genommen und in mein Bett gelegt. Wir haben viel gekuschelt und nach einer Weile habe auch ich mich in mein Baby verliebt #verliebt und natürlich ist sie heute für mich auch das schönste Baby der Welt. #freu

Hat jemand von Euch so etwas schon einmal erlebt? Ich freue mich auf Eure Antworten.

LG Conni #winke

1

Ich kenne diese "Filmrisse" auch. Bei den Geburten meiner Kinder gab es auch Momente, an die ich mich nicht erinnern kann...

Vor allem die Phase nach der Geburt, also als das Kind draußen war. Die zwanzig Minuten zwischen Kind geboren und Nachgeburt sind bei mir auch fast weg. Auch weiß ich nicht wirklich, wie Papa die Nabelschnur durchtrennt hat und wie mein Kind gewogen und gemessen wurde usw...

Aber mein Freund hat viele Fotos gemacht in den "Filmriss"-Phasen ;-)

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Vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Ich bin auch so froh, dass mein Mann am Anfang Fotos gemacht hat. Mir fehlt auch so sehr die Erinnerung an den Moment, in dem ich mein Baby wenige Minuten nach der Geburt das erste Mal angeschaut habe. Zum Glück hat mein Mann davon ein Foto gemacht, so dass ich diesen Augenblick mit diesem Foto nachholen kann. Auch die Fotos die danach geschossen wurden haben mir geholfen, die Erinnerungen zum Teil wieder herzustellen.

LG Conni

2

Gerade bei unserer Großen geht es mir genauso, mein Mann hat mir von Dingen erzählt, die ICH gesagt haben soll, an die ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann... #kratz

7

Vielen Dank für Deine Antwort. #danke

Ja, so ging es mir auch. Ich bin einfach nur froh, dass mein Mann bei der Geburt dabei war und mir von Dingen erzählen kann, die ich angeblich gesagt oder gemacht habe. Ich kann es mitunter gar nicht glauben. #augen

LG Conni

3

Hey Conni,

also mir geht es auch so, teilweise fehlen mir auch Sachen, die während der Geburt passiert sind, mein Mann erzählt auch Sachen, die ich gesagt haben soll, weiß ich oft nicht mehr. Vieles ist wie in einem Traum an den ich mich nur so teilweise erinnere. Wenn ich Fotos anschaue, dann ist da ja die Zeit mit drauf, zB geboren wurde sie um 6.20, das erste Foto ist von 7.30 oder sogar 8.00, keine Ahnung was dazwischen alles war?! Klar wurde ich genäht usw. aber ich weiß nicht mehr den genauen Ablauf. Gut, ist auch schon 4,5 Jahre her, aber an so was sollte man sich doch erinnern?! Meine Hebi meinte, das sei völlig normal, man wäre so voller Hormone. Und nur weil du nicht gleich totale Freude empfunden hast, bist du doch nicht unnormal oder so. Ich glaube mir ging es auch so, ich war einfach fix und fertig und froh, dass die Wehen rum waren und dann muss man sich ja erstmal kennenlernen ... Mach dir keine Gedanken!!

Alles Gute

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Vielen Dank für Deine tröstenden Worte. Du hast das so lieb geschrieben. #danke

Ja, auch während der Geburt fehlt mir Einiges. Gerade so die letzte halbe Stunde, nachdem die Fruchtblase geöffnet wurde bis zur Geburt. Ich kann mich nicht mal an das Einsetzen der Presswehen erinnern. Total verrückt fand ich auch, als mein Mann plötzlich meinte, dass der Kopf schon zu sehen ist. Als ich dann hinsah, war mir gar nicht bewusst, dass das mein Kind ist, was da gerade rauskommt .#klatsch Und Du hast recht, nach der Geburt war ich auch so kaputt und so froh, dass ich es geschafft habe, dass ich mich darüber erst einmal am meisten gefreut habe. #freu

Meine Hebi meinte auch, dass viele Frauen um das "Schlüpfen" der Kinder herum leicht abwesend sind. Das ist so eine Art Schutzmechanismus, um den damit verbundenen Schmerz besser zu überstehen. Das ist zumindest eine Erklärung für das, was wir da erlebt haben, aber trotzdem nur ein schwerer Trost. Ich hätte gerne die ersten Momente bewusster erlebt, vor allem finde ich es schade, dass mir die Erinnerung an den Moment fehlt, als ich mein Baby wenige Minuten nach der Geburt das erste Mal angeschaut habe. #schmoll Zum Glück hat mein Mann ein Foto gemacht, so dass ich diesen Augenblick ein bißchen nachholen kann.

Ich wünsche Dir auch alles Gute, LG Conni

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Ich kenne sie von mir nicht, aber eine Freundin bei der ich als Doula bei der Geburt dabei war ging es ähnlich wie dir.
Wir haben oft über die Geburt geredet und ihre "Lücken" aufgefüllt.
Eine andere Freundin hatte so gut wie keine Lücken, aber auch ihr hat es gut getan einfach nochmal über die Geburt zu reden mit jemand der dabei war....

War dein Mann dabei? Dann rede doch mal mit ihm. Lass ihn erzählen was war -von Anfang an.
Evtl. hilft dir auch das Geburtsprotokoll aus dem KH?

Gruß

9

Vielen Dank für Deine Antwort. #danke

Ja mein Mann war dabei und er hat mir im Nachhinein auch viel berichtet. Er kann sich zwar auch nicht mehr an alles erinnern, aber das ist ja auch normal. Er meinte nur einmal zu mir: "Eine Geburt ist, als wenn man mit 240 km/h die Autobahn langfährt und dich hinterher Jemand fragt, was war wann und wo." Daran kannst Du Dich dann auch nicht mehr erinnern. Den Vergleich fand ich ganz treffend. Ich habe später auch meine Hebi im KH noch einmal kontaktiert und sie hat mir berichtet, was in den ersten Minuten geschah. Das hat mir auch sehr geholfen.

Ja, Du hast recht, egal, wie man die Geburt erlebt hat, es ist einfach wichtig, hinterher noch einmal über das Erlebte zu reden. Ich habe mir auch den Geburtsbericht zuschicken lassen. Der war total interessant und hat dann auch noch die eine oder andere Frage beantwortet.

LG Conni

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Mir geht es auch so.
Es fehlen einige Dinge in meiner ERinnerung und ich frage selbst heut noch meinen Mann nach Details weil ich manches einfach nicht weiß.
Die Zeit z.B. als Kim da war bis ich in meinem Zimmer war. (0.59 Uhr- ca. 3.30 oder 4 Uhr)

Anscheinend bin ich stundenlang genäht worden. Mir kams vor wie vielleicht 20min.
Auch muss ich während der Zeit am Schmerztropf ziemlich motzig und böse meinem Mann gegenüber gewesen sein nachdem die Hebamme gemeint hat ich wär durch den Schmerztropf nicht zurechnungsfähig.

Aber die Hauptsache ist doch, dass wir unsre Kleinen lieben und jetzt wieder alles o.k. ist.

LG Carina & Kim Jasmin (1 1/2 Jahre) & Bauchzwerg (36+4)

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Hallo Carina,

vielen Dank für Deine Antwort. #danke

Ich bin auch froh, dass ich meinen Mann habe, den ich immer mal fragen kann. Er kann sich zwar auch nicht mehr an alles erinnern, aber das ist ja auch normal. Er meinte einmal zu mir: "Die Geburt ist, als wenn man mit 240 km/h die Autobahn langfährt und dich hinterher Jemand fragt, was war wann und wo". Daran kann man sich dann auch nicht mehr so richtig erinnern. Den Vergleich fand ich ganz treffend.

Und Du hast recht, die Hauptsache ist, dass wir unsere Kleinen lieben #verliebt und das manchmal mehr als mir recht ist. Ich gebe sie jetzt so ungerne her und sie darf jede Nacht in meinem Bett schlafen. #schein Ich weiß gar nicht, wie ich ihr das wieder abgewöhnen soll. #augen

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine bevorstehende Geburt. #klee

LG Conni

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Hallo*

ich glaube schon, dass du die Geburt verarbeitet hast.

Es wird bestimmt einen guten Grund dafür gegeben haben, dass du dich an gewisse Momente nicht mehr erinnern kannst, weil die Erinnerung an den Schmerz sonst überwogen hätte....

Ich kann mich nur noch an mein lautes schreien erinnern und daran, wie ekelig es sich angefühlt hat, als meine Tochter auf meinen Bauch lag und ein Fuß zwischen meine Beine rutsche.....Ich habe gleich gerufen, dass man sie wegnehmen soll und das ich erst alles hinter mir haben möchte.

Achja und ich weiß, dass ich unter den Wehen noch einmal noch auf Toilette war um mich zu übergeben. Und ich kann ich mich an den Moment erinnern, als ich rief: "Ich will nicht mehr" und die Hebamme sagte: "Okay, dann hören wir jetzt auf, dann dürfen sie jetzt nach Hause." Über diesen Satz hatte ich mich riesig gefreut, naja und dann kam schon die nächste Wehe und ich lag wieder platt im Bett......

Ich kann mich auch an die ersten Tage nach der Geburt nicht mehr wirklich erinnern, es war einfach sooo viel auf einmal.

Ich finde es aber nicht schlimm, ich habe es akzeptiert

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Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort. #danke

Ja, vielleicht habe ich die Geburt schon verarbeitet, aber ich kann es eben noch nicht ganz akzeptieren. #schmoll

Du hast recht, an die Schmerzen kann ich mich heute auch nicht mehr erinnern. Das ist auch gut so, aber das Drumerum hätte ich schon gerne mitbekommen. Mein Körper hatte sogar so gut abgeschaltet, dass ich zwischendurch nicht einmal dachte, ich schaffe es nicht mehr oder ich müsste sterben. So hatte ich es nämlich bei meinen ersten beiden Geburten erlebt. Dafür kann ich mich da noch ganz genau an die ersten Momente nach der Geburt erinnern. Ich kann mir das eigentlich nur so erklären, dass die Schmerzen diesmal einfach zu groß waren durch die schnelle Geburt. Der Körper konnte sich gar nicht so schnell darauf einstellen, also hat er abgeschaltet. Und bis ich wieder so zu mir kam, sind eben 1 - 2 Stunden vergangen. #gruebel

Mein größtes Problem ist eigentlich, dass ich mich an den ersten Anblick direkt nach der Geburt nicht mehr erinnern kann. Es gibt ein Foto, wo ich sie gerade anschaue, aber der Moment ist aus meiner Erinnerung gelöscht. Das finde ich so schade. #heul

Das ist ja interessant, wie Du das bei Deiner Tochter erlebt hast. Wurde sie Dir dann wirklich wieder vom Bauch genommen? Ab wann ward ihr dann ein Herz und eine Seele? Bei mir dauerte es, bis wir beide ungestört in unserem Zimmer waren, bis dahin habe ich sie nicht weiter angeschaut und auch nicht mit ihr gesprochen, also beinahe ignoriert. #kratz

Was Du unter der Geburt erlebt hast, ist ja auch krass, aber der Satz von der Hebi ist Klasse: "Okay, dann hören wir jetzt auf, dann dürfen sie jetzt nach Hause." #rofl

Nett von Dir, dass Du Dir ein wenig Zeit für mein Problem genommen hast. #liebdrueck

LG Conni #winke

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