Angst vor 4. Geburt. Vorsicht laannnggg!!

Hallo Ihr Lieben!

Ich habe vor einer ganzen Weile schonmal geschrieben aber irgendwie kann ich mich nicht so recht entscheiden wie ich mein Baby zur Welt bringen soll. #schmoll

Ich glaube, dass ich ein wenig weiter ausholen muss.

Die 1. Schwangerschaft wurde in der 37. SSW eingeleitet da ich unter einem PUPP-Syndrom gelitten habe. Das ist eine ganz seltene Hautgeschichte in der Schwangerschaft. Ich hatte am ganzen Körper Quaddeln und Pusteln die wahnsinnig gejuckt haben und alles war angeschwollen. War daraufhin bei mehreren Ärzten und sogar in der Uniklinik in Frankfurt bis man irgendwann feststellen konnte was es ist. Habe daraufhin Antihistaminikum bekommen wodrauf ich jedoch allergisch reagiert habe. Bin dann am 01.07.03 ins Bürgerhospital nach Frankfurt wo dann eingeleitet wurde. Habe nachts noch eine PDA bekommen und am nächsten Morgen um 10:46 Uhr war meine Kleine da. Damals fand ich die ganze Geburt nicht so toll aber im Nachhinein betrachtet war diese noch am angenehmsten.

Die 2. Geburt ging eigentlich recht schnell. Circa 8 Stunden hat es gedauert bis mein Sohn geboren war. Kurz bevor er endlich geboren war, stellte sich heraus das sich die Nabelschnur zweimal um seinen Hals gewickelt hatte. Aber wir sind Gott sei Dank ganz knapp an einem KS vorbei gekommen. Dann kam die Sache mit der Plazenta. Diese war unvollständig und ich musste mich einer Ausschabung unterziehen. Das schlimme daran war, dass sie ohne Narkose gemacht wurde. Blutungen haben danach aufgehört und ich war auch sehr schnell wieder fit. Ich dachte mir halt okay das passiert halt mal.

Die 3. Geburt dauerte nur circa 3 1/2 Stunden und war eine Wassergeburt. Mein MM war auf 5cm offen und irgendwie wollte es nicht so recht vorangehen. Die Habamme meinte dann ob ich nicht mal baden möchte zur Entspannung. Nach langem Überreden bin ich also dann in die Wanne gestiegen. Tja und was soll ich sagen, ungefähr 10-15 Minuten später war meine Kleine dann auch da. Sie haben mir die Kleine kurz gegeben, sofort die Nabelschnur durchgeschnitten und sie mir wieder weggenommen. Dann musste ich sofort aus der Wanne raus und auf so eine komische Liege. Die Hebamme meinte dann mit der nächsten Wehe muss die Plazenta kommen. Ich kam mir so überrannt vor. Ich hatte da gar keine richtige Wehe aber die Hebamme zog wie eine gestörte an dem Rest Nabelschnur und zog so die Plazenta. Dann haben sie mir so ein Bettlaken gegeben und bin dann blutend, naß und nur mit diesem Laken über den Flur in ein Kreißsaalzimmer. Die Ärztin meinte dann nur, dass es wieder so stark bluten würde und sie wieder einen Ausschabung machen müsste. Ich dachte mir nur, jetzt lauf schnell weg aber irgendwie ging das nicht. Also wieder eine Ausschabung ohne Narkose! Die Kleine war ständig bei meinem Mann und ich habe sie ewig nicht richtig gesehen geschweige denn mal anlegen können! Hätte vielleicht ja auch dabei geholfen, dass sie die Gebärmutter richtig gut zusammenzieht und die Blutungen weniger werden. Im MuPa steht das ich circa 400ml Blut verloren hätte. Wobei das ja nun auch nicht wahnsinnig viel ist. Bin dann noch am selben Abend nach Hause gegangen. Ich kam mir vor wie bei der Massenabfertigung. Hauptsache schnell fertig.


Jetzt war ich vor zwei Wochen wieder in dem ersten KH zur Geburtsbesprechung. Eigentlich wollte ich diesmal einen KS da ich wahnsinnige Angst vor erneuten Blutungen oder Ausschabungen habe. Die Ärztin dort meinte, dass bei einem KS das Risiko zu stärkeren Nachblutungen oder sogar zu einer Atonie größer wären und bei einer normalen Geburt durch die Hormone und so wäre das Risiko kleiner. Sollte es wieder zu einer Ausschabung kommen würde ich eine kurze Vollnarkose bekommen und gut wäre es. Sie würden mir in der Nachgeburtsphase auch Zeit lassen und und und. Ich könne mich voll und ganz auf die Geburt konzentrieren. Wenn dann würde überhaupt etwas passieren wenn die Kleine da wäre. Das ist ja alles ganz toll aber es nimmt mir nicht mal annähernd die Angst! Ich habe so eine wahnsinnige Angst, dass es im Nachhinein wieder zu irgendwelchen Problemen kommt, dass ich mich nicht auf die Geburt konzentrieren kann und dadurch alles irgendwie stockt. Ach ich weiß auch nicht... #heul

Komischerweise habe ich vor einem KS fast gar keine Angst aber das liegt wahrscheinlich daran das ich da weder positive noch negative Erfahrungen gemacht habe. #kratz

Ich kann nachts kaum noch schlafen und ständig gehe ich im Geiste die letzten Geburten durch und male mir aus was diesmal alles passieren kann. #zitter

Angeblich habe ich bei den letzten beiden Geburten sehr viel Blut verloren aber die Ärzte jetzt meinten, dass gar nicht so viel war. Hier mal zur Orientierung:

1. Geburt: 250ml
2. Geubrt: 350ml
3. Geburt: 400ml

Vielleicht hat ja jemand ein paar aufmunternde Worte für mich wenn er den Roman hier gelesen hat.

Ganz liebe Grüße

von einer ziemlich verzweifelten Daniela mit #baby 36. SSW

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hallo,

wie wärs denn, wenn du dir eine beleghebamme suchst, der du vertraust, die deine vorgeschichte kennt und gegenüber den ärzten deine interessen vertreten kann?

LG

2

Hi,

Das habe ich mir auch schonmal überlegt.

Ich habe mittlerweile ja eine Hebamme und die macht das nicht weil sie in einem Geburtshaus tätig ist.

LG

Daniela

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Hi Daniela,

lass dich erstmal drücken!

Sorry, ist ein wenig lang geworden.

Manchmal versteh ich die Ärzte nicht. Auf der einen Seiten dürfen sich manche Frauen einen WKS aussuchen..die eigentlich keinen haben müssten/bräuchten.
Und auf der anderen Seite, wird ein KS bei einer Frau die wirklich Schiss vor einer spontan Geburt hat ( die auch nocht berechtigt ist) abgelehnt.. das soll mal jemand verstehen.#kratz

Ich habe erst ein Baby auf die Welt gebracht und es war trotz Einleitung eine wunderbare Geburt. Deswegen tendiere ich natürlich auch zu einer spontanen Geburt.

Warst du bei deinen Geburten denn immer im gleichen KH?
Warum musstest du nach der Wannengeburt sofort wieder raus? Versteh ich nicht. Hast du da auch schon geblutet?

Ich glaube ich würde auf einen KS bestehen..alleine um mein Gewissen zu erleichtern um meine Seele zu erleichtern. Um mich auf mein Baby freuen zu können.
Ich will jetzt nicht sagen, das du dich nicht auf dein Baby freust, aber man macht sich dann doch mehr Gedanken um die Geburt und alles was danach kommt, als sich auf die Geburt und sein Baby freuen zu können.

Was sagt dein FA dazu?

Als meine Tochter geboren wurde, habe ich 5 Tage gehofft das der Milcheinschuss einsetzt... leider ist nichts passiert. Johanna lag unter anderem deswegen auf der Intensiv.. nach 5 Tagen kam eine Hebamme (ist eine Nachbarin von uns) ins KH-Zimmer und sagte: "Diana, wenn du mit dem Stillen schon zu 55% abgeschlossen hast, dann ist es besser wenn die Kleine die Flasche bekommt."
Ich war froh um diese Worte. Denn ich hatte Kopfmäßig schon mit dem Stillen abgeschlossen.
Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, weil ich eine Entscheidung getroffen hatte mit der ich Leben kann.. auch wenn ich mir lange Vorwürfe gemacht habe, dass das mit dem Stillen nicht geklappt hat.
Aber es war die beste Entscheidung in dem Moment nicht doch noch einen Tag länger auf den Milcheinschuss zu hoffen, sondern abzustillen und die Flasche zu geben.

Glaube jetzt nicht das ich aufmunternde Worte gefunden habe.. aber vielleicht konnte ich dir dennoch helfen.

LG Diana & Johanna fast 6 Monate

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Hallo Diana!

Vielen lieben Dank für deine ausführliche und auf jeden Fall hilfreiche Antwort.

Ich muss zugeben, dass ich richtig wahnsinnige Angst vor der Geburt habe. Manchmal sitze ich da und weine weil ich so Angst was passieren könnte. Zwischendurch dachte ich mir auch schon "warum bist Du bloß nochmal schwanger geworden"! Schlimm, oder?

Nein. Bei meiner ersten Geburt war ich in einem anderen KH wo ich jetzt auch wieder hingehen wollte weil im Nachhinein betrachtet alles sehr ruhig und gewissenhaft ablief.

Warum ich sofort aus der Wanne rausmusste weiß ich bis heute nicht. Die Blutungen fingen erst an nachdem das Plazenta passiert ist.

Damit hast Du vollkommen recht. "Ich will jetzt nicht sagen, das du dich nicht auf dein Baby freust, aber man macht sich dann doch mehr Gedanken um die Geburt und alles was danach kommt, als sich auf die Geburt und sein Baby freuen zu können."

Mein FA meinte nur, dass es diesmal nicht passieren muss bezüglich der Blutungen. Er ist aber im allgemeinen nicht abgeneigt was einen WKS angeht. Er steht dem sehr offen gegenüber.

Ich glaube so ist es bei mir auch irgendwie. Im Kopf habe ich mich irgendwie schon entschieden aber jeder mit dem ich darüber spreche sagt immer nur "das ist deine Entscheidung". Wenn ich dann noch von meiner Hebamme oder den Ärzten höre, wie schade es doch wäre einen KS bei der 4. Geburt zu machen obwohl ich die anderen doch normal bekommen habe. Irgendwie nimmt keiner meine Ängste so richtig ernst.

Aufmunternd waren deine Worte in gewisser Weise schon und vor allem haben sie mir gezeigt, dass ich auf mich hören sollte.

Vielen lieben Dank für deine Hilfe und die lieben Worte.

Liebe Grüße

Daniela

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Ja, irgendwie ist der Gedanke schlimm.. Vorallem weil die Geburt ja nur ein "kleiner" Teil ist. Und das Baby ja nichts dafür kann, das man es auf die Welt bringen muss..
Ich hoffe du verstehst wie ich das meine.

Aber dennoch denke ich kommt der Gedanke bei dir NUR wegen der Geburt zustande, nicht wegen der Schwangerschaft oder den kleine und großen Problemen die man hat, wenn die Kleinen groß werden.

Wie du schon gesagt hast, hör auf dich und lass einen KS machen wenn du dich damit sicherer, besser, und vielleicht auch glücklicher fühlst.

Und solange dein Mann hinter dir steht...ist es unwichtig was der Rest sagt.

Drücke dir die Daumen für die letzten Wochen.

LG Diana

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Ich glaube, 250 ml Blutverlust ist der Normalfall, oder?

Ich habe bei der 2. Geburt 1500 ml Blut verloren, weil da die Plazenta gar nicht rauskommen wollte, das wurde dann unter Vollnarkose gemacht. Und selbst mit diesem Blutverlust konnte ich am nächsten Tag heimgehen - frag aber nicht, wie lange ich gebraucht habe, mich hier in den 3. Stock zu schleppen #schwitz

Klar sind mögliche Blutungen keine schönen Aussichten, aber vom Verbluten warst Du noch weit entfernt, keine Angst! Auch mit 1500 ml Blutverlust brauchte ich keine Blutkonserven o.ä., hab halt nur brav weiter Eisen genommen.:-)

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Hallo!

Na dann war das ja gar nicht so viel!

Deine Worte trösten mich sehr. Man malt sich immer und immer wieder irgendwelche Horrorszenarien aus. Ich gehe jetzt in ein anderes KH als bei den letzten beiden Geburten und die kennen meine Vorgeschichte und ich denke sie werden sich schon richtig darauf einstellen.

So unschön wie das für dich war, tröstet es mich ein wenig und gibt mir wieder ein bisschen mehr Mut.

Vielen lieben Dank.

LG

Daniela

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mein rat:
such dir eine gute hausgeburtshebamme und bleib zuhause!

starke nachblutungen werden oft durch falsche eingriffe verursacht. dazu zählen
- zu frühes abnabeln vor der plazentageburt
- ziehen an der nabelschnur zur beschleunigung der plazentageburt

wenn man solche sachen vermeidet, gibts auch keine starken blutungen.

zuhause muß man jedenfalls nicht naß in bettlaken gehüllt über irgendwelche flure huschen. man hat eine vertraute, bekannte hebamme nur für sich allein.

mein 4. kind kam nach 3 klinikgeburten zuhause im geburtspool zur welt. das war einfach traumhaft und 15 stunden später haben wir unseren ersten spaziergang durchs dorf gemacht.

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Wow, das hört sich ja traumhaft an!!!

Genau diese beiden Punkte sind bei den letzten beiden Geburten aufgetreten. Bei der letzten Geburt wurde so schnell abgenabelt so schnell konnte ich überhaupt nicht gucken! Und mit der Plazenta war leider auch so. Ich lag da und hatte noch nicht mal eine richtige Wehe und da zog sie auch schon daran. Habe dann ein wenig mitgepresst um es schnell hinter mich zu bringen.

Ich müsste mir dazu zwar eine andere Hebamme suchen aber es wäre auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Vielen lieben Dank für deine Antwort.

LG

Daniela

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ja, einen versuch ist es auf jeden fall wert.

hier hab ich noch zwei interessante artikel für dich:

"Abwarten in der Nachgeburtsperiode"
http://doula-ortenau.de/material/abwarten_nachgeburtsperiode.pdf

"Spät abnabeln"
http://doula-ortenau.de/material/spaet_abnabeln.pdf

liebe grüße und alles gute,
uvd

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Hallo,

bei mir haben sie auch ziemlich schnell die Plazenta entfernt - dran gezogen, auf den Bauch gedrückt wie verrückte. Hatte dann auch schwere Blutungen. Eine Ausschabung hatte ich nicht - verstehe auch nicht, warum die das ohne Narkose gemacht haben - dürfen die das überhaupt?

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Hallo!

Im nachhinein habe ich erfahren, dass das wohl schon an Körperverletzung grenzt und mal davon abgesehen wohl auch nicht ungefährlich ist.

Nur irgendwie vertraut man den Ärzten ja und wenn man davon auch keine Ahnung hat, geht man davon aus das es okay ist.

LG

Daniela

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Hallo Daniela,

also der Blutverlust ist tatsächlich nicht so dramatisch 500 ml sind total normal, bei dir ist es also eher wenig.

Das PUPP Syndrom ist auch nicht sooo selten, kommt oft bei Zwillingsschwangerschaften vor.

Womit ich deine Ängste nicht herunterspielen möchte. Vielleicht empfindest du es im nachhinein so "dramatisch" weil du schlecht betreut worden bist.

Ich kann selber ähnlich Dinge berichten wie du, was mir geholfen hat war ein Gespräch mit dem Arzt, der die erste Geburt "verbockt" hat. Und ein neuer Start in einem anderen KH ohne schlechte Vorerfahrungen.
Bevor du dich für einen KS entscheidest ist das vielleicht eine Alternative?

Ich glaube auch dass es ein bisschen dazu gehört, dass sich frühere Geburten im Geiste nocheinmal abspielen. Habe ich zumindest auch. Und dann bleiben, wenn man es noch vor sich hat, ganz klar die schlechten Erfahrungen hängen....

Ich hoffe, du findest einen Weg,

LG
Lieke

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Hi,

die Ärztin hat natürlich Recht, das Blutungsrisiko ist bei KS (=große Bauch-OP) noch höher. Mein KS-Blutverlust betrug 600 ml, das ist eine normale Menge.
Die vielen anderen Risiken mal ganz außer acht gelassen.


Ich würde dir auch zu einer guten (Beleg) hebamme raten, die deine Vorgeschichte kennt und evtl was mit Akupunktur während der Geburt machen kann.

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Hallo,
für mich liest es sich im Großen und Ganzen nach schlechter Betreuung.
Ich hatte einmal einen 500ml Blutverlust, weil die Hebamme auch nicht auf die Plazenta warten wollte. Sie zog und zerrte an der Nabelschnur und darum kam es zu einer Atonie,die Blutungen wollten nicht aufhören.
Ich hab leider auch einige unschöne Erfahrungen machen müssen, besonders die letzte Geburt war sehr traumatisch und das mag nach sechs nicht immer ganz leichten Entbindungen schon was heißen.Lag aber sehr am KH- Personal die durchweg falsche Entscheidungen getroffen haben( ich maße mir das Urteil jetzt einfach mal an ;) )
Geh in ein kleines, vertrautes KH. Für eine Beleghebamme ist es wahrscheinlich schon zu spät, für eine HG sehe ich ähnliche Probleme. Aber du hast die Wahl des KHs.
Was ich auch für wichtig halte ist die begleitende Person. Meist ist man selbst kaum noch in der Lage seine Wünsche während des Geburtsvorgangs zu äußern.Darum ist es wichtig, dass dein Partner für dich spricht. Mach ihn mit deinen Ängsten und Wünschen vertraut.
Klar, kannst du einen KS machen, aber ich bin mir sicher, dass du es auch anders schaffst. Letztendlich ist es tatsächlich für dich und das Kind besser.

Alles Gute und liebe Grüße,Anja

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