monochoriale monoamniote Zwillinge

Hallo,

ich habe gestern erfahren (ich bin nun 8 +5), dass aus dem bei 6 +5 im Ultraschall wahrgenommenen 1 Embryo mit Herzaktivität nun zwei geworden sind. Nur leider zwei in einer Fruchthöhle und mit nur einem Dottersack (also monochorial und monoamniot).

Heute wurde mir in der Klinik (da ich eine Zweitmeinung wollte) diese Diagnose bestätigt, beide Embryos im Moment "zeitgemäß und gleich" entwickelt, es sind auch keine siamesischen Zwillinge.

Der eine Arzt riet mir gestern zum Schwangerschaftsabbruch, der andere hätte mir niemals einen Abbruch so radikal angeraten.
Mir fehlen immer noch genaue Zahlen, Wahrscheinlichkeiten, wie auch immer..., die uns in dieser Situation helfen können, eine für uns richtige Entscheidung zu treffen.
Haben Sie vielleicht Literaturtipps oder irgendetwas dergleichen?
Vielen Dank in Voraus.
Thesi

Hallo These,
herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Da sind Sie ja mit einer schwierigen Diagnose konfrontiert und sollen lt. des ersten Arztes eine Entscheidung mit großer Tragweite treffen. Ich verstehe Ihre Verunsicherung sehr gut.
Bitte geben Sie mir etwas Zeit, um Literatur zu suchen, welche Ihnen auch wirklich helfen könnte!
Ich melde mich schnellstmöglich wieder.

MK

Vielen herzlichen Dank!!!!!

Hallo Thesi,
ich habe mich zwischenzeitlich bemüht Artikel/Leitlinien o.ä zu finden. Selbst die große Cochrane-Bibliothek muss angeben, dass es keine Übersichtsarbeiten und eindeutigen Management-Empfehlungen gibt. Das Wissen in der Literatur beschränkt sich zumeist auf Einzelfallberichte oder Berichte über Interventionen bei Komplikationen.

Wir in der Kölner Praxis hätten Ihnen sicher keine Schwangerschaftsbeendigung von vornherein empfohlen.

Trotzdem müssen einige Aspekte bei der Betreuung einer solchen Hochrisikoschwangerschaft beachtet werden.
Zunächst einmal sollte frühstmöglich das Vorliegen von siamesischen Zwillingen ausgeschlossen werden (wie bei Ihnen). Eine engmaschige Dopplerkontrolle versteht sich von selbst (Risiko FFTS, Nabelschnurkomplikationen). Das Hauptrisiko stellt die fehlende Amnionmenbran zwischen den beiden dar mit dem hohen Risiko von Nabelschnurknoten. Diese Knoten liegen oft schon zum Zeitpunkt des Erstrimesterscreenings vor. Eine Kompression kann zur akuten Unterversorgung und damit Versterben beider Kinder kommen. Eine sehr engmaschige kindliche Überwachung unter stationären Bedingungen kann die Überlebensrate erhöhen (Heybourne et al. 2005).
Die Rate an Fehlbildungen ist im Vergleich zu diamnioten Gemini deutlich erhöht (20 vs 6%). Meist ist nur ein Zwilling betroffen.
Ab der 32. SSW sollte aufgrund der zunehmenden Rate an Komplikationen die frühzeitige Entbindung (nach Lungenreifeinduktion) in Erwägung gezogen werden.
Bei vorliegenden Fehlbildung eines/beider Feten muss selbstverständlich individuell beraten werden.
Meine Empfehlung ist die Anbindung an ein Zentrum und eine dortige individuelle Beratung.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD008820.pub2/full

Vielen herzlichen Dank für die informative und kompetente Antwort! Auch der Link ist für mich sehr hilfreich. Liebe Grüße

Hallo Thesi,
ich habe eben deine Frage hier gelesen und ich stell mir vor, wie viele Gedanken dir jetzt durch den Kopf gehen.
Zuerst die Überraschung, dass es zwei Babys sind die sich gut entwickeln, und dann deine große Sorge, wie alles werden kann, mit den beiden Kleinen, die so nahe beieinander liegen wollen. #liebdrueck
Hier im Forum hast du ja zum Glück schon wirklich kompetente Antworten von der Fachärztin bekommen, das freut mich sehr für dich, ganz anders als dieser Arzt, der so radikal einen Abbruch empfohlen hat.

Kannst du dir denn noch eine weitere Meinung einholen, jemand, der achtsam und mit viel Sensibilität deine Kleinen "betrachtet"? Das würd ich dir sehr wünschen! Einen Arzt zu finden, der dir Mut schenken und mit sorgfältiger und engmaschiger Betreuung dich Schritt für Schritt begleiten könnte?!

Was könnte dich denn stärken und dir Kraft und Hoffnung schenken? Ich stell mir vor, dass authentische Erfahrungsberichte von Frauen, die in einer ähnlichen Situation waren, vielleicht hilfreich wären? Was denkst du?
Gerne schick ich dir gleich noch eine persönliche Nachricht. Kannst du sie finden?
Alles erdenklich Liebe und Gute für dich!
Marie

Hallo Thesi,
ich habe dir noch eine Nachricht ins Postfach geschickt :-)
Lieben Gruß am Abend!
Marie

Hallo Thesi29,

ich wollte die einmal schreiben, weil ich im Prinzip das Gleiche im Februar durchgemacht habe.

Beim 1. FA Besuch bei 6+5 sah man plötzlich 2 Embryos mit einem Herzschlag. Beide in einer Fruchthöhle ohne Trennwand und mit einer Plazenta.

Es hieß von Anfang an, ich sei eine Hochrisikoschwangere. Meine FÄ machte mir Angst. Sie sagte es kann jetzt alles oder nichts bedeuten und dass so eine Schwangerschaft sehr gefährlich ist und es sein kann, dass meine Babys es nicht schaffen.

3 Wochen später sah man dann im Ultraschall eine ganz ganz dünne Trennwand zwischen den beiden mäuschen.

Aus mono mono wurden dann doch mono di Zwillinge. Das Risiko ist somit gesunden. Jedenfalls können die beiden sich nicht gegenseitig mit der Nabelschnur erwürgen.

Mittlerweile bin ich in der 17 Ssw und den beiden Mäusen geht es gut. Natürlich bin ich weiterhin eine Risikoschwangere, aber solange es den Mäusen gut geht bin ich auch guter Hoffnung.

Was ich dir damit sagen möchte... warte ab. Vielleicht entwickelt sich auch bei dir eine Trennwand, wenn nicht schon passiert.

Würde mich kurz über eine Rückmeldung freuen :)

Schöne Feiertage

Liebe frlarifari,
vielen Dank für deine Nachricht!! Diese habe ich eben erst gesehen, da ich ein paar Tage nicht im Forum war.

Erstmal freut es mich sehr, dass es deinen zwei Mäusen soweit gut geht und bei dir aus mono mono immerhin mono di wurde!!
Ich bin bei 12+1 und gestern waren wir beim Pränataldiagnostiker, leider immer noch keine Trennwand. Ich habe die Hoffnung auf diese fast aufgegeben... mir macht auch kein Arzt mehr Hoffnung, dass wir diese noch entdecken. Darf ich fragen, ob bei dir anfangs ein oder zwei Dottersäcke sichtbar waren? Der eine Arzt erklärte mir nämlich von Anfang an, da bei mir nur ein Dottersack zu sehen ist, sei es quasi wirklich sehr sehr unwahrscheinlich, da jemals eine Trennwand zu finden.
Ich wünsch dir alles alles Gute für dich und deine zwei Kleinen und würde mich über einen weiteren Austausch freuen. Gerne auch als PN, wenn du möchtest.
Liebe Grüße

Hallo thesi29!
Uns ging es vor EXAKT einem Jahr genau wie dir. Und meine Angst vor siamesischer Zwillinge war sehr groß, konnte aber zum Glück auch gleich ausgeschlossen werden. Leider haben mein Mann und ich den Fehler gemacht, in all unserer Panik sämtliche Internet-Foren durchzulesen, was uns nur noch viel mehr verunsichert hat. Aus diesem Grund schreibe ich jetzt. Mono-Mono Zwillinge sind wirklich sehr, sehr selten. Bei uns hat man erst in der 14. SSW die dünne Trennwand gesehen- somit waren es doch monochorial-diamniote Zwillinge.
Das Risiko ist zwar trotzdem noch hoch, verglichen mit anderen Schwangerschaften, aber zumindest die Nabelschnurverknotungen können nicht mehr passieren.

Lasse dir nicht so viel Angst einjagen! Suche dir einen guten Gynäkologen (oder gleich Krankenhaus), bei dem du dich gut aufgehoben fühlst. Die engmaschigen Kontrollen werden dir Sicherheit geben. Und wer weiß, vielleicht sieht man bei dir auch noch, dass es doch keine mono-mono Zwillinge sind.
Unsere Zwillinge sind jetzt 6 Monate alt und quietschlebendig. Vom Gewicht identisch und kerngesund. Das Gleiche wünsche ich Dir auch!
Liebe Grüße

Liebe webyou,

auch dir herzlichen Dank für deine Nachricht! Und Glückwunsch zu deinen gesunden Zwillingen :)!!!!
Bei dir hat man die Trennwand also erst in der 14. Ssw entdeckt.. Darf ich auch dich fragen, ob anfangs ein oder zwei Dottersäcke sichtbar waren?

Leider hat man beim Ersttrimesterscreening gestern im Ultraschall schon einander umschlungene Nabelschnüre gesehen, ich weiß jetzt nicht, ob das jetzt wieder gegen die Trennwand spricht, aber ich vermute es sehr stark.

Ich weiß nicht was ich noch denken soll, ich weiß nur, dass ich gestern zwei gut entwickelte Babies gesehen habe. Und mehr als Hoffen bleibt mir wohl gerade nicht!
Danke und alles Liebe

Hallo thesi29,
ich bin gerade zufällig auf deinen thread gestoßen. Ich hoffe sehr, dass es deinen Kleinen weiter gut geht.

Ich war letztes Jahr mit mono-di Zwillingen schwanger, das sah anfangs aus wie bei Dir und erst um die 12. Woche etwa wurde die Trennwand entdeckt. Leider waren wir von FFTS betroffen - was bei mono-mono nicht vorkommt. Wir haben nach vielen Höhen und Tiefen aber zwei gesunde Babys in die Arme nehmen dürfen, wir hatten sehr großes Glück und gute Ärzte. In jedem Falle kann ich Dir nur dringend ans Herz legen, dich zu einem erfahrenen Pränataldiagnostiker zu begeben, der dich engmaschig kontrolliert. Frauenärzte können das bei solchen Diagnosen nicht leisten, sie sind einfach nicht häufig genug, als dass sie da ausreichend Erfahrungen haben.
Für Erfahrungen von anderen Usern usw. kann ich dir das Forum www.einskannjeder.de empfehlen, das ist speziell für Mehrlingseltern.
LG und alles Gute

Hallo Thesi,
Ich hoffe dir/ euch geht es gut und möchte dir unbedingt Mut machen.
Mir ging es genauso wie dir und meine Frauenärztin war damals komplett überfordert was sie natürlich nie zu gab.
Meine Mädels sind inzwischen 9 Jahre und definitiv monochorial und monoamniot!!! Gab nie eine Trennwand usw.
Und sie sind kern gesund und super frech#cool

Wenn du magst kannst du mich gerne per PN anschreiben und ich werde dir einiges dazu erzählen.

Liebe Grüße

Lullaby

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