Alprazolam gefährlich bei Kiwu? Und welche Tests machen Sinn?

Lieber Dr.Peet,

Ich bin 27 Jahre alt und hatte in den letzten 2 Jahren 2 Windeier mit MA.

Ich habe fast alle Tests durch (Karyogramm,Gerinnung,Antikörper)- bis jetzt nichts auffällig.
Jetzt mache ich zur Sicherheit noch ein Zyklusmonitoring und den MTHFR Test.

Können sie mir sagen was hier noch fehlt ? Möchte eine 3 FG so gut wie möglich vermeiden.PS:Ich nehme Alprazolam 0,5mg bei Bedarf (1-2 mal pro Woche gegen Angsstörung und Gedankenkreisen) ist das schlecht für meine Eizellen? Schadet es meinem Kiwu? Würde selbstverständlich in der SS soetwas nicht mehr einnehmen und im Übungzyklus auch nichts einnehmen.

Vielen Dank schon mal falls sie mir hierzu einen Tipp gegeben können.

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aus Embryotox.de:
Erfahrungen in der Schwangerschaft
Erfahrungsumfang: HOCH

1. Trimenon
In einer schwedischen Registerstudie mit 444 im 1. Trimenon Alprazolam-exponierten Schwangerschaften wurde ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, v.a. die Entwicklung des Herzens betreffend, beobachtet. In einer weiteren, kleineren Studie mit 88 exponierten Schwangerschaften wurde ein erhöhtes Risiko für komplexe Fehlbildungen beobachtet. Andere Studien unterschiedlicher Qualität mit zusammen ca. 1000 exponierten Schwangerschaften ergaben keine Hinweise für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.

Benzodiazepine als Gruppe sind gut untersucht, wobei die meisten Erfahrungen zu Diazepam vorliegen. In frühen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Diazepam-Exposition im 1. Trimenon und gehäuftem Auftreten von sowohl Lippen-/ Gaumenspalten als auch komplexen anderen Fehlbildungen diskutiert. Nachfolgende Studien mit mehreren Tausend exponierten Schwangerschaften bestätigten einen solchen Zusammenhang nicht.

2.-3. Trimenon / Perinatal
Bei regelmäßiger Benzodiazepin-Einnahme im letzten Trimenon oder hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt muss mit teilweise schwerwiegenden Symptomen beim Neugeborenen gerechnet werden. Diese reichen von Anpassungsstörungen mit Sedierung, Hypotonie, Trinkschwäche und Zyanose über postpartale Atemdepression bis hin zum teilweise wochenlang anhaltenden „Floppy- Infant- Syndrom“ mit Muskelhypotonie, Lethargie, und Temperaturregulationsstörungen. Des Weiteren können beim Neugeborenen Benzodiazepin-Entzugszeichen wie zum Beispiel Krampfanfälle auftreten. Benzodiazepine werden vom Neugeborenen wesentlich langsamer metabolisiert und eliminiert als von Erwachsenen.

Zu Alprazolam im Speziellen gibt es nur einzelne Fallberichte über neonatale Anpassungsstörungen. In diesen wurden entweder keine oder nur milde Symptome beschrieben.

Benzodiazepinabhängigkeit: Schätzungen zufolge sind in Deutschland 1,8- 2 Millionen Menschen medikamentenabhängig. Wegen ihres hohen Abhängigkeitspotenzials u.a. aufgrund der raschen Toleranzentwicklung spielen v.a. Benzodiazepine eine große Rolle. Bei Frauen ist die Anwendung deutlich weiter verbreitet. Die Prävalenz der Anwendung von Benzodiazepinen bei Frauen im gebärfähigen Alter liegt bei bis zu 1,5%.

Zum Benzodiazepin-Entzug in der Schwangerschaft gibt es nur sehr wenige Daten. Aufgrund möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss auf ein abruptes Absetzen in jedem Fall verzichtet werden. Über eine mögliche Reduktion der Dosis sollte individuell entschieden werden. Ein längerdauernder starker vegetativer Entzug mit Angst- und Unruhegefühlen sowie Schlafstörungen sollte vermieden werden.

Empfehlungen zur Schwangerschaft
Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie
Je nach zugrundeliegender psychiatrischer Indikation sollten besser geeignete Psychopharmaka zum Einsatz kommen. V.a. die langfristige Anwendung im 3. Trimenon oder die Gabe von hohen Dosen kurz vor oder während der Geburt sollten wegen möglicher neonataler Komplikationen kritisch überprüft werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft
Nach Therapie im 1. Trimenon sollte eine sonographische Feindiagnostik zur Bestätigung der normalen fetalen Entwicklung empfohlen werden. Die Schwangerschaft sollte sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden, um Krisen bei der Mutter und fetalen Entwicklungskomplikationen rechtzeitig begegnen zu können. Aufgrund der oben beschriebenen Adaptationsstörungen beim Neugeborenen sollte die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.

Besser geeignete Alternativen
Angstlösende Akutbehandlung: Promethazin.

Stillzeit
Es liegen publizierte Erfahrungen zu 20 Mutter-Kind-Paaren vor.

Pharmakokinetik
HWZ: 6- 27 h; Proteinbindung: 80%; molare Masse: 308; relative Dosis: 8,5%; M/P-Quotient: 0,36; orale Bioverfügbarkeit: 80- 90%.

Klinik
Mehrere Fallberichte beschreiben Sedierung beim gestillten Säugling unter regelmäßiger maternaler Alprazolam-Therapie. In einem weiteren Fallbericht wird von Irritabilität und Schlafstörungen beim 1-wöchigen Säugling nach dem Abstillen berichtet. Die Mutter hatte während der gesamten Schwangerschaft Alprazolam eingenommen. Dies impliziert, dass der Alprazolam-Übergang in die Muttermilch hoch genug sein kann, um Entzugszeichen beim Säugling nach der Geburt zu kupieren.

Empfehlung
Einzeldosen von Alprazolam erfordern wahrscheinlich keine Stillpause. Bei Langzeitbehandlung ist Stillen unter Monotherapie und niedriger Dosierung unter Vorbehalt akzeptabel.

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Lieber Dr.Peet,
Das beantwortet nicht wirklich meine Frage..das hat google mir auch schon vor Ewigkeiten verraten ;) aber trotzdem danke für ihre rasche Rückmeldung

Würde ohnehin kein Alprazolam in der SS einnehmen weil ich viel zu viel Angst hätte dem ungeborenen Kind zu schaden.meine Frage ist lediglich ob es denn vielleicht meine Eizellqualität verschlechtern kann. verstehe wenn es hierzu einfach keine Antwort gibt.dann lasse ichs einfach ein paar Wochen vor dem nächsten Versuch weg.

Soll ich zur Sicherheit aber utrogest und ass 100 nehmen wenn ich schwanger werde?
Meinen sie das wäre sinnvoll?

Vielen Dank

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