Wie seid ihr fürs Alter aufgestellt (nicht finanziell)?

Meine Mutter (82 Jahre) alt darf seit einem Jahr nicht mehr Auto fahren, weil wir Kinder es ihr es nach zahlreichen Unfällen mit Sachschaden verboten haben.
Sie wohnt auf dem Land und kommt seither nirgendwo mehr selbstständig hin (wir fahren sie, wenn sie will, aber das macht für sie einen gewaltigen Unterschied). Seitdem baut sie ab. Sie hat auch irgendwie nichts, kein Hobby, keine Aufgabe, keine Interessen und sie ist mittlerweile so depressiv, dass sie nicht mehr aufstehen, Essen und Trinken mag.
Ihre Freunde sind teils verstorben, teils selbst alt und tatterig und somit bekommt sie wenig Besuch und geht selten aus.

Ich finde das so traurig, wir als Kinder versuchen natürlich für sie da zu sein, aber teils wohnen wir weit weg und wir alle haben auch Beruf und eigene Familien und sie will partout nicht zu einem der Kinder ziehen.

Aus diesem Anlass frage ich euch, ob ihr euch schon mal Gedanken gemacht habt, wie ihr im Alter dem Gefühl von Einsamkeit und zu nichts mehr Nütze zu sein, entgegenwirken wollt.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass man die Weichen für einen erfüllten Lebensabend am besten möglichst früh stellt. Mit 70 ein neues Hobby zu beginnen, halte ich für wenig realistisch.

Oder ist das einfach der Gang der Dinge und es ist “gut“ so, damit man irgendwann ohne Bedauern aus dem Leben scheidet? Das soll nicht zynisch klingen, ich weiß es halt wirklich nicht.

Guten Morgen!

Dann stelle ich eine Gegenfrage: Ab wann darf man aufhören aktiv zu sein? Ab wann darf man sich "hängen" lassen?

Deine Mutter ist 82 Jahre alt! Sicher, sie könnte 90 werden, vielleicht wird sie aber nur 83 oder 84. Wie wichtig wären sechs weitere Jahre?

Du wirst nichts daran ändern können, dass du und wir alle im Alter einsamer werden. Vielleicht schaffst du es, jüngere Freunde und Bekannte zu haben, aber die aus deiner Generation werden weniger. Sie sterben weg, sie werden weniger beweglich.

Damit meine ich genau das:
"Ich finde das so traurig, wir als Kinder versuchen natürlich für sie da zu sein, aber teils wohnen wir weit weg und wir alle haben auch Beruf und eigene Familien und sie will partout nicht zu einem der Kinder ziehen."

Ihr wollt euch ja kümmern, ABER....

Ihr habt eurer Mutter das Auto fahren verboten (Wie macht man das?). Ihr ist damit ein großes Stück Mobilität abhanden gekommen.Ihr wird gerade bewusst, dass sie alt ist, dass sie abbaut, dass sie keine Kraft mehr hat.
Sie will nicht zu euch ziehen, weil sie damit ein riesengroßes Stück Autonomie abgeben muss. Sie hätte nur noch wenig Kontrolle über ihr Leben. Ja, ich bin ganz auf deiner Seite, dass sie nicht mehr Auto fahren sollte, aber aus Sicht deiner Mutter ist das ein herber Verlust und es war übergriffig von euch. Nein ich habe keine bessere Lösung, ich versuche dir nur zu beschreiben, wie es deiner Mutter damit geht.

Für mein Alter wünsche ich mir, dass meine Kinder Verständnis dafür haben werden, wenn ich keine Lust mehr habe, dass sie das einfach mit aushalten. Ehrlich gesagt, möchte ich alt sein dürfen, wenn ich alt bin. Ich möchte nicht aktiv sein müssen, wenn ich nicht aktiv sein will.

Ja, das ist traurig, weil wir nämlich dahin kommen. Wenn man junge Kinder hat, wenn man einen großen Freundeskreis hat, wenn man gern seine Hobbys pflegt, dann will man sich das nicht vorstellen. Dann sollen 82jährige gefälligst auch noch aktiv sein, so schwer kann das doch nicht sein! Doch, ist es.

Es gibt Ausnahmen. Ich habe eine sehr "vertagte Freundin", die eben das ist: Ganz aktiv trotz des hohen Alters. Großes Vorbild, aber eigentlich nicht nur. Und irgendwann, irgendwann wird auch sie keine Kraft mehr haben. Dann soll sie loslassen dürfen. Sie muss nicht durcharbeiten bis 100.
Die Aufgabe der jüngeren Generationen ist es, das auszuhalten und mitzutragen, und nicht, die Alten anzutreiben. Ich möchte jedenfalls nicht angetrieben werden, wenn ich 82 bin. So alt müsste ich ja auch erst mal werden.

LG

Ich will meine Mutter gar nicht dazu nötigen, aktiv zu sein. Jetzt eh nicht mehr und ich finde es sehr wertvoll für mich, dass du meine Aufgabe, es nun einfach auszuhalten und meine Mutter zu begleiten in ihrem Loslassen, noch einmal so klar benennst. Es tut halt weh, aber das ist vermutlich normal.
Meine Mutter hat halt nur nach der Rente irgendwie keine neue Struktur in ihren Alltag bekommen, das Sinnstifende des Berufs fiel irgendwie weg, und sie hat sich oft darüber beklagt, immer wieder gesagt, sie fühle sich innen drin noch so jung und lebe das Leben einer alten Frau, hat aber irgendwie nie die Kurve bekommen, etwas Neues zu beginnen.
Da ich es von mir selbst kenne, dass ich viel äußere Struktur und eine Aufgabe brauche, um nicht in ein emotionales Loch zu fallen, mache ich mir darüber gerade Gedanken, wie man den Lebensabend in der Hinsicht “besser“ gestalten kann. Denn mein Eindruck ist, dass das ungewollt passive Leben sich dann wieder verstärkend auf das Senil-Werden meiner Mutter ausgewirkt hat.

Den Perspektivwechsel, was das Beschneiden ihrer Autonomie angeht, nehme ich vor. Es ist richtig großer Mist und wir haben uns sehr schwer getan, ihr den Autoschlüssel abzunehmen. Aber als sie das Auto mit laufendem Motor auf der Straße vor dem Supermarkt geparkt hat, ging es irgendwie auch nicht mehr anders.

Mir macht das aktuell einfach Angst, vor allem, dass sie so unglücklich ist. Ich würde so gerne etwas mehr Zufriedneheit in ihr Leben bringen und ich habe Angst, selbst im Alter so unglücklich zu werden.

Daher dachte ich, ich frage mal nach, ob jemand konkrete Pläne hat, wie er sich seine Lebensfreude möglichst lange erhalten kann.

Hallo grüß dich,
mal wieder ein wunderbarer Beitrag von dir!
Ich hab die ganze Zeit über legt, wie ich es auf schreiben kann, was mir bei dem Post der TE so durch den Kopf geht. Dir ist es gelungen!
>>Ihr habt eurer Mutter das Auto fahren verboten (Wie macht man das?). <<

meine Mutter ist 84, sie hat keinen Führerschein, aber sie ist immer Fahrrad gefahren. Nach diversen Stürzen, die jeweils immer glimpflich, nur mit Schrammen, aber ohne Brüche von statten gingen, haben wir mit ihr gesprochen und an ihre Vernunft appeliert. Es ist nach wie vor ihre Entscheidung, ob sie Fahrrad fahren will oder eben nicht. Wir haben sie drauf hin gewiesen, was u. U. so alles passieren kann, dass sie mit dem Fahrrad nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für andere darstellt und dass sie sich darüber im Klaren sein muss und mit den Folgen (u. U. ein verletztes Kleinkind, das ihr ins Fahrrad rein läuft etc.) klar kommen muss.
No risk, no fun? Gilt auch für ältere Menschen;-) es muss der Mensch aber selbst entscheiden. Ein Verbot empfinde ich persönlich als eine Art Entmündigung.
Da sie das Fahrrad aber auch fürs Einkaufen genommen hat, um nicht so schleppen zu müssen, haben wir ihr als Alternative einen Rollator geschenkt. Argument Einkäufe schleppen fiel somit weg, der Vorteil des sich, egal wo, hin setzen zu können, sich kurz aus zu ruhen, kam hinzu.
Sie hat selbst entschieden, das Fahrrad stehen zu lassen und ist nun mit Rollator unter wegs.

Wie schon geschrieben, ein wunderbarer Beitrag zum Thema von dir!

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Hallo,

also einen genauen Plan habe ich nicht - man kann ja den Spruch: 1. kommt es anders, 2. als man denkt :-) Aber ich habe so eine Idealvorstellung:

1. Wenns irgendwie hinhaut so spät als möglich in Rente gehen. Vielleicht nicht mehr in vollem Stundenumfang arbeiten aber so auf Mini-Job-Basis so lange es geht. Und das vielleicht in Bereichnen, die mich einfach interessieren oder wo man aufgrund seiner jahrelangen Berufs- und Lebenserfahrung jemanden behilflich sein kann.

2. Aktiver im Tierschutz mitarbeiter. Das liegt mir persönlich sehr am Herzen. Leider kann ich mich da im Moment zeitlich nicht so einbringen, wie ich das möchte.

3. Soziales Leben kann ich im Moment gerade nicht so gut einschätzen. Ich bin jemand der sehr oft und sehr viel seine Ruhe braucht. Wie man so schön sagt, bin ich mir selbst genug. Gib mit ein Buch und/oder Strickzeug und man sieht und hört mich längere Zeit nicht :-) Vielleicht gibts ja dann auch noch Enkelkinder - man weiß es nicht.

Ich glaube insgesamt wohnen wir aber auch sehr günstig. Wir leben in einem mittelgroßem Dorf. Aber insgesamt wird hier viel für Rentner getan. So können wir z.B. fußläufig z. B. Allgemeinmediziner, Zahnarzt, Augenarzt und Frauenarzt erreichen. Ebenso die Aoptheke und den Physiotherapeuten. Bäcker, Metzger, Bank und 2 kleine Klamottengeschäfte gibts auch um die Ecke. Ob das in 30-40 Jahren noch immer so ist - keine Ahnung.

Dann macht der Kneip-Verein sehr viel für ältere und die Gemeinde hat einen Rentner-Bus eingeführt, der täglich 2-3 im und ums Dorf herum pendelt. Alles kostenlos.

Meine Eltern leben auch in dem Dorf - mein Vater ist 78 und arbeitet nahezu noch Vollzeit (ist selbständig) und meine Mutter ist die typische Rentnerin, die nie Zeit hat, weil immer irgendwas bei irgendeinem Verein los ist. Würde man meinem Vater das Arbeiten verbieten, würde er morgen tot umfallen. Ich glaube, ich komme da mehr so nach ihm. :-)

Letztlich ist es zum Schluss immer etwas bescheiden.
Ich hab es bei meiner Oma miterlebt, die fast 99 wurde.

Sie hatte einen großen Freundes und Bekanntenkreis, aber der wurde immer weniger. Zum Schluss blieb nur sie übrig.
Auch alle ihre jüngeren Geschwister hat sie überlebt.
Sogar ihren Sohn, meinen Vater.
Zum Schluss war sie im Pflegeheim. Erst war es gut, aber die letzten zwei Jahre auch nicht mehr. Nur im Bett liegend, maximal Rollstuhl.
Ehrlich?
Ich mache mir keine Illusionen mehr.
Wenn man Glück hat, ist man noch rüstig (meine Oma hat bis sie 90 war alleine gelebt!), aber das ist eher die Ausnahme.
Auch der Wunsch vieler, mit hohem Alter irgendwann einfach tot umzufallen scheint erstrebenswert, aber im Hinblick auf die vielen Altenpflegedienste auch nicht die Regel zu sein.

Am besten nicht so viel grübeln, man kann es ja doch nicht ändern.
Es ist halt der Lauf der Dinge. Am Ende bleibt nicht viel, egal, wie toll und ausgefüllt es vorher war.
Ich denke ja, das Gehirn schaltet irgendwann auch auf aus. Zum Schluss wollen doch die meisten nicht mehr.
Frag mal 90 jährige. Da sagt niemand, hey, ich wünsche mir noch weitere 20 Jahre.
Wirklich schön ist das Leben nur, wenn man gesund und Jung ist (wobei jung ein dehnbarer Begriff ist, bis 80 kann es einem echt gut gehen...)

>>Es ist halt der Lauf der Dinge. Am Ende bleibt nicht viel, egal, wie toll und ausgefüllt es vorher war.
Ich denke ja, das Gehirn schaltet irgendwann auch auf aus. Zum Schluss wollen doch die meisten nicht mehr.<<
und das Hauptproblem: sie dürfen nicht gehen, sie werden nicht gehen gelassen.

Das ist zugegebener maßen meine große Angst.
Es wird als Liebe zum Angehörigen dar gestellt, dabei ist es Egoismus.

<<<Ich finde das so traurig, wir als Kinder versuchen natürlich für sie da zu sein, aber teils wohnen wir weit weg und wir alle haben auch Beruf und eigene Familien und sie will partout nicht zu einem der Kinder ziehen.

Aus diesem Anlass frage ich euch, ob ihr euch schon mal Gedanken gemacht habt, wie ihr im Alter dem Gefühl von Einsamkeit und zu nichts mehr Nütze zu sein, entgegenwirken wollt<<<

Irgendwie kann ich deine Mutter schon verstehe, das sie da wohnen bleiben möchte. Ist natürlich doof, wenn man auf dem Land lebt. Ich glaube, wenn ich merke, dass ich viele Sachen nicht mehr so schaffe, wie ich es gerne hätte (wohne selber auf dem Land), dann ziehe ich wohl in die Stadt zurück, um selbstbestimmteres Leben führen zu können. Da wo alles fußläufig ist, also Ärzte, Geschäfte, Seniorentreff, Ehrenamt. Zu meinen Kindern ziehen, never ever. Und falls ich dement werden sollte, dann würde ich gerne in eine spezielle WG ziehen. Ich möchte meinen Kindern nicht zur Last fallen.

Warum sage ich das? Im Gegensatz zu deiner Mutter zog meine Ma zu meinen Geschwisterteil in selbe Haus, aber in eine getrennte Wohnung. Begeistert war ich nicht so richtig davon, weil diese Wohnung im 1. Stock war und ohne Fahrstuhl. Meine Mutter hatte ein Jahr zuvor einen Oberschenkelhalsbruch gehabt, den sie so einigermaßen überstanden hatte. Sie ging am Rollator und konnte kurze Strecken frei gehen. Sie wohnte damals noch in ihrem Haus und Garten. Rasenmähen konnte sie nicht mehr und auch keine Blumen mehr eigenständig einpflanzen. Klar, half die Familie so gut es ging. Haushalt führen ging irgendwie noch. Aber diese ganzen anderen Aufgaben, dazu gehörte auch der Einkauf, das ging nicht mehr alleine. Sicher konnte sie Kleinigkeiten besorgen wie Brot, Obst und Gemüse, alles was nicht sperrig war packte sie in ihrem Rollator. Sie kam auch selbständig von A nach B. Nachbarn halfen auch aus. Mit einigen war sie auch gut befreundet. Nach einem Jahr zog sie zu meinem Geschwisterteil (die ist charakterlich nicht einfach). Es ging auch noch eine Zeitlang so gut. Unsere Ma konnte mit Hilfe einer Krücke selbständig Treppen rauf und runtersteigen. Unten stand der zweite Rollator. Bis sie ihren zweiten Oberschenkelhalsbruch bekam. Dann ging nichts mehr ohne Hilfe. In der Wohnung konnte sie sich selbständig fortbewegen, aber nur dort. Wäre dort ein Fahrstuhl gewesen wäre es wesentlich einfacher gewesen. Aber hätte hätte Fahrradkette.
Im Grunde hatte sie alle Freunde und Nachbarn hinter sich gelassen. Sie bekam zwar mal Besuch, aber das wurde auch immer seltener. Sie kam nicht mehr so einfach raus.
Klar besuchten wir meine Mutter auch häufig. Nur meinem Geschwisterteil war es einfach zu wenig. Sie war selber berufstätig, war auch nebenbei noch selbständig zur ganz komischen Zeiten. Sie kümmerte sich um meine Mutter, musste aber auch noch arbeiten. Und es gab deswegen auch häufig Krach, da ich selber berufstätig bin und auch noch einen behinderten Sohn habe, der zu Ärzten und Therapeuten gefahren wurde. Sie war der Meinung, meine Mutter wäre zu häufig alleine und ich mehr als 1x die Woche hinfahren sollte am besten gleich nach der Arbeit. Tja und wer sollte damals denn meinen Sohn entgegennehmen. Mein Mann arbeitete Schichten und war kaum da und der Große hatte, da wusste ich auch nicht immer wann er nach Hause kam. Der war als Jugendlicher auch ständig unterwegs. Und da waren ja auch noch genug Termine nachmittags. Mein Bruder war häufig monatelang weg, wohnte wo anders. Das kommt dabei heraus, wenn man nicht barrierefrei wohnt und sich von anderen so abhängig macht. Über die damalige Entscheidung meiner Mutter wurde auch nicht großartig gesprochen. Wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann wird es auch ausgeführt. Und meine Bedenken, die Wohnung ist nicht barrierefrei wurde einfach über den Tisch gewischt. Deswegen finde ich den Spruch "einen alten Baum verpflanzt man nicht" doch sehr passend. Ich kümmere mich gerne um meine Mutter keine Frage, aber ich möchte hier nicht alles ausbaden. Ich hätte sie im Haus wohnen lassen, man hätte es barrierefrei umgebaut und gut ist. Und für den Garten hätte man jemanden engagieren können. Zum Schluss hatte sie ja auch noch jemanden, der ihr den Rasen gemäht hatte.Sie wäre weiterhin vor Ort. Aber das ist nur mein Gedanke. Letztendlich entschied meine Mutter.

LG Hinzwife

Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung hab ich schon längst erstellt, dazu die Verfügung, dass ich, sollte ich morgen ein Pflegefall werden keinesfalls zuhause sondern in einem Pflegeheim gepflegt werden will. Meine Pflege tu ich meiner Tochter ganz sicher nicht an. Nie und immer würde ich zu ihr ziehen, obwohl bzw. gerade weil wir uns gut verstehen.
Ich habe lebenslang Vollzeit gearbeitet, meinem Mann im Geschäft geholfen und zwei Kinder aufgezogen, für Freundschaften oder Hobbys zu pflegen, war da nicht mehr viel Zeit. Jetzt bin ich 65 - da findet man keine neuen Freundinnen mehr. Egal in welchem Verein, es sind alles eingeschworene langjährige Cliquen.
Gut, ich habe Freunde, so ist es nicht, auch zwei Nichten mit Männern, zu denen ich jederzeit kann - aber, alle sind berufstätig und haben genauso ihr eigenes Leben wie meine Tochter mit Familie - und wie ich es viele Jahre ja selber auch hatte. Meine beste Freundin wohnt ewig weit weg, kann ich auch nicht mal eben hin, zudem hat sie weitaus mehr um die Ohren als ich.
Meine Hobbys sind der PC (sitze ich gerne auch mal die halbe Nacht)mein Verein und Fotografieren und ich fahre auch mal weg. Aber - nur wenn ICH Lust dazu habe und nicht wenn andere meinen, ich solle was unternehmen;-)
Ich habe 44 Jahre nach Terminkalender gelebt, ich erlaube mir, nun einfach auch mal faul zu sein, ganz egal, welches Ehrenamt mir andere einreden wollen, weil ich doch nun soviel Zeit hätte.#gruebel Ja, eeeendlich habe ich Zeit !!
Was in 10 Jahren ist, muss ich auf mich zukommen lassen. Nein, da kann man keine Weichen stellen und groß planen, das ist Quatsch, da es ja von mehreren Faktoren abhängt. Was plante ich alles mit meiner damals besten Freundin und mit meinem Mann, in der Rente zu unternehmen, zu reisen.....beide sind tot - ausgeplant.
Noch kann ich autofahren, lasse mich regelmäßig durchchecken und meine Reaktionen sind noch sehr gut. Damit, dass ich keine Autobahnen mehr mag, bin ich nicht alleine - auf längere Strecken gibts die DB. Wenn es mal garnicht mehr geht, haben wir einen Stadtbus, der vor meinem Haus hält.
Da man in meiner Familie nicht sehr alt wird, hoffe ich sehr, nicht uralt zu werden. Meine Tochter arbeitet im Altersheim und nein, da mit 100 auf den Tod zu warten, das möchte ich sicher nicht.
Du wirst nicht viel machen können, wenn sie einfach nicht will. Es gibt Menschen, die sind einfach im wahrsten Sinne des Wortes "lebens-müde". Ich habe auch schon etliche geliebte Menschen verloren, das kann man nicht einfach abhaken. Je älter man wird, desto mehr Menschen verliert man.
Gibt es bei euch keinen Besuchsdienst von gemeinnützigen Einrichtungen? Der Kirchengemeinde, Nachbarschaftshilfe oder von sonst wem? Einen Seniorenrat, der Tipps hätte? Das fiele mir als erstes ein. Vielleicht gefällt es ihr, besucht und auch mal mitgenommen zu werden, das gibt es auf dem Land doch auch. Bei uns gibt es auch z.B. von den Maltesern begleitete Ausflüge egal, ob mit Rolli oder Rollator. Vielleicht auch mal da fragen. LG Moni

Mit dieser Frage werde ich oft konfrontiert. Das erste mal war ich noch nicht mal volljährig.

Wie ich mich vorbereiten kann? Gar nicht. Noch nicht. Es verändert sich noch so viel, dass ich noch nicht weiß, wie es sein könnte.

Meine Eltern waren beide Pflegefälle und noch recht jung.
Sie hatten viel Besuch von Freunden und co.
Mit diesen habe ich teilweise noch Kontakt bzw. merke auch, wie sie weniger werden (sterben).

Bei Verwandten ebenso.

Manche sind aktiv bis zum Schluss. Manche fangen mit 90 Jahren noch ein neues Hobby an oder mit 70 Jahren. Manche suchen sich neue Freunde, wenn langjährige Freunde wegsterben.

Andere sind mit 40 Jahren dem Tod näher als dem Leben. Vor allem sozial.
Sie arbeiten, haben Freunde, ziehen sich aber mehr und mehr zurück, bauen ab.

Bei mir heißt es oft, ich solle doch den Führerschein machen, damit ich im Alter nicht alleine bin. Damit ich mich im Alter selbst versorgen kann.
Was nicht verstanden wird: wenn ich mit 30 Jahren schon so schlecht sehe, dass ich unfalltechnisch eine Gefahr für andere im Straßenverkehr bin, warum sollte ich es dann mit 70 oder 80 besser sein?!
Antwort: ich würde vereinsamen und möge doch bitte Angst davor haben, mich selbst nicht mehr versorgen können.

Inzwischen denke ich oft, dass viele ihre eigenen Ängste auf mich projizieren.

Bei mir ist es etwas anders. Aktuell schätze ich mich so ein, dass ich mir betreutes Wohnen gut vorstellen kann. Zentral gelegen, mit kleiner Einkaufsmöglichkeit (um das Gefühl zu behalten eigenständig zu sein), öffentliche Verkehrsanbindung.

Ich habe mein Leben allerdings jetzt schon sehr gut auf öffentliche Verkehrsanbindungen ausgelegt. Daher wäre das keine Umstellung für mich.
Schwieriger wären lange Wege oder wenn ich alles alleine wuppen müsste. Soweit zu Fuß gehen, wie jetzt und schwerere Sachen tragen, könnte ich dann nicht mehr.
Mein Kind dafür einplanen will ich nicht.

Daher bereite ich mich gedanklich auf eine solche Möglichkeit vor.
Verwandte, Freunde meiner Eltern wohnen/wohnten teilweise in kleinen Wohnungen mit betreutem Anschluss. Ansprechpersonen, Fahrdienstmöglichkeiten zu Ärzten, andere in ihrem Alter. Von aufgeschlossen fit, für jeden Spaß zu haben bis hin zu depressiv und traurig/einsam.

Eine Frau in einem betreuten Wohnen sagte mal, sie wäre freiwillig eingezogen, solange sie noch selbst fit war. Das große Haus war ihr zu groß und leer für sich alleine. So lange sie fit war, konnte sie auf einen Platz in ihrer Heimatumgebung warten. Wenn sie mal zum Pflegefall geworden wäre, hätte sie nehmen müssen, was kommt. Auch, wenn das viele km weit weg gewesen wäre.
Das ging mir nahe und hat mich beeindruckt. Damals war ich vielleicht 11 oder 12 Jahre alt (Klassenausflug/soziale Stunde).

Eine WG konnte ich mir früher gut vorstellen. Heute nicht mehr. Je älter ich werde, desto weniger könnte ich mich mit zunehmenden Eigenheiten anderer anfreunden. Noch dazu, wenn diese krankheisbedingt schlimmer würden.
Daher fände ich betreutes Wohnen ganz gut. Jeder hat sein Reich, seinen Platz und trotzdem die Möglichkeit wie bei einer WG auch gemeinsam zu sein, gemeinsame Räume, Aktivitäten; aber eben auch sich zu besuchen mit kürzeren Wegen. Mit manchen kann man gut, mit manchen weniger. Vor allem weniger Verantwortung als in einer WG. Da ich die Pflege meiner Eltern schon voll mitbekommen habe, kann das im Alter (wenn man selbst alt ist) anstrengend werden und mit manchen Krankheiten kann man besser, mit anderen weniger "gut" umgehen. Emotional.


Ob ich der Typ bin und den Mut habe im Alter noch etwas Neues anzufagen? Ich weiß es nicht. Einige, die ich kenne, machen das. Und andere sind mit 40 Jahren schon , nun ja, festgefahren. Wenn etwas aufhört, kommt nichts nach (außer es muss sein z.B. damit das Geld weiter reicht). Freiwillig etwas Neues? Unwahrscheinlich.
Wobei auch das nichts sagen muss. Ein paar sind noch mal voll aufgeblüht, nachdem sie über viele Jahre nichts Neues kennen lernen wollten. Andere haben sich aufgegeben, obwohl sie sonst immer offen für Neues waren (ich habe schon so viel erlebt, jetzt bin ich müde, Neues zu beginnen).


Meine Hoffnung ist, dass ich nicht in einer Großstadt vereinsame und nicht auf dem Land abgeschnitten bin. Öffentliche Verkehrsanbindungen sind mir auch jetzt schon sehr wichtig. Soziale Anbindung aber auch.

Hallo!

Ich kann Deine Gedankengänge gut verstehen. Die Angst vor Einsamkeit im Alter und wie man sein Leben später mal gestaltet treibt auch mich immer mal um. Zumal ich kinderlos bin, mein Mann 7 Jahre älter und ein Großteil meiner Freunde sowie meine Schwestern ebenfalls älter ist/sind. Seine Angehörigen und Freunde nach und nach zu Grabe zu tragen und quasi als letzte übrig zu bleiben, kann einem doch nur aufs Gemüt schlagen...

Meine Mutter hat ebenfalls ihre besten Freunde schon verloren und kaum Interessen. Ich habe ihr zu Weihnachten und zum Geburtstag eine Zeitlang Unternehmungen/Zeit mit mir geschenkt, ich hatte allerdings auch immer das Gefühl, dass sie alles anstrengend fand und im Grunde froh war, wenn es vorbei war. Nachdem eine Unternehmung ausfallen musste, habe ich ihr drei Alternativen zum aussuchen vorgeschlagen, was aktives und was ruhiges und was ganz ruhiges. Sie fand alles drei doof und wollte gar nix machen. seitdem ist auch mir die Lust vergangen, Dinge mit ihr zu unternehmen.

Vielleicht darf man auch den eigenen Anspruch auch nicht auf andere übertragen, vielleicht geht es ihr tatsächlich zu hause am besten (was sich allerdings nicht mit meinem sehr subjektiven Eindruck deckt, vielleicht muss ich das aber auch besser aushalten lernen), im Grunde hat sie am liebsten ihre Ruhe.

Das Autofahren aufzugeben stelle ich mir sehr hart vor, vor allem wenn die Anbindung an die Öffis schlecht ist. Alles, wo man das Alter vor Augen geführt bekommt, ist wohl schwer zu ertragen... wenn man immer weniger selbst machen kann, der Körper einem mehr und mehr Grenzen aufzeigt...

Es ist aber bestimmt auch ein bisschen typabhängig, wie man damit umgeht. Konstruktiv, depressiv, vielleicht mit ein bisschen Humor... und das soziale Umfeld spielt sicher eine Rolle.

Meine Mutter hat mal gesagt, sie hat nie gelernt, was für sich zu machen und dieser Ausspruch passt so gut zu ihr... Vielleicht auch zu vielen Frauen dieser Generation?

Ich denke schon, dass man frühzeitig anfangen sollte, sich über das Leben nach der Arbeit Gedanken zu machen und Dinge zu suchen, die einen erfüllen. Da muss man halt aktiv werden und darf nicht auf andere warten. Ideen habe ich für mich selbst allerdings auch nicht, derzeit erfüllen mich zwei Bereiche auf meiner Arbeit sehr, aber es ist ja noch ein bisschen Zeit ;-).

Wahrscheinlich hat man im Alter tatsächlich öfter gerne seine Ruhe. In eine Alten-WG zu ziehen erschien mir lange erstrebenswert für später, inzwischen kann ich mir das jetzt schon nicht mehr so recht vorstellen.

Am Ende weiß man (zum Glück) eh nicht, wie es kommt. Aber ich denke, man sollte schon versuchen, zumindest die Dinge, die man selbst in der Hand hat, aktiv anzugehen.

#blume

Das denke ich halt genauso. Vielleicht kann man ja durch etwas Planung doch etwas besser gestalten als unsere Mütter das gerade erleben.

Meine Schwiegermutter, 15Jahre jünger, macht das schon ganz anders als meine Mutter. Die nimmt ihr Leben deutlich mehr in die Hand. Als ihr das Haus zu groß wurde, hat sie es verkauft und ist in eine kleine altengerechte Wohnung gezogen, als sie merkte, dass sie nicht mehr gerne lange Strecken fährt, hat sie sich eine Bahncard 50 gekauft und hat da auch kein Problem, mit dem Taxi zum Bahnhof zu fahren.
Und seit dem sie in Pension ist, macht sie Sport wie eine Verrückte.

Damit fährt sie deutlich besser. Ich frage mich aber auch, inwiefern das auch eine Frage des Naturells. Meine Mutter war nie die Macherin, hatte ein sehr hartes Leben und hat dadurch vielleicht auch gelernt, dass man sich einfach fügen muss, wenn das Schicksal zuschlägt.

Wie Golm geschrieben hat: einen Riesen-Vorteil für uns sehe ich in der Digitalisierung. Das Internet wird unser Leben im Alter sicher erleichtern. Vielleicht gibt's bis dahin auch selbst fahrende Autos... Das wäre was.

Ja, da bin ich ganz bei Dir. Auch wenn einem das Leben evtl. Striche durch Pläne machen kann, erstmal Pläne haben finde ich wichtig.

Das mit der Digitalisierung sehe ich ebenfalls genauso. Auch, um Kontakt zu Menschen zu halten, die weiter weg wohnen (wobei auch um die Ecke weit weg sein kann, wenn man nicht mehr mobil ist) oder neue Kontakte zu finden. Vielleicht kommen Seniorenforen noch ganz groß raus (oder sind es schon? ich bin da vermutlich nicht up to date;-)).
Ob man sich ein selbst fahrendes Auto leisten kann ist noch die andere Frage...

Ich erlebe im Umfeld das gleiche wie Du: diejenigen, die erkennen, dass ihr Eigentum irgendwann eine zu große, nicht mehr zu bewältigende Belastung werden könnte, und das aus eigener Entscheidung früher aufgeben und Alternativen suchen, sind viel besser zufrieden, als diejenigen, die bis zum Ende verharren und nicht loslassen können/wollen.

Es ist ja auch immer schöner, Entscheidungen treffen zu können, als vom Leben dazu gezwungen zu werden. In diesem Fall muss dann auch evtl. alles noch hopplahopp gehen und man muss nehmen, was man kriegen kann.
Und die vier Wände, in denen man hockt, sind ja doch nicht ganz unwichtig.
Wobei ich vor der Entscheidung, das eigene zu hause aufzugeben, großen Respekt habe.

Meine Mutter hat ebenfalls harte Zeiten hinter sich, das hinterlässt natürlich Spuren. Und früher wurde ja doch mehr unter den Teppich gekehrt.
Ich bin sehr froh, etwas emanzipierter aufgewachsen zu sein. Möglichkeiten gibt es ja doch viele heutzutage, ob man diese nutzt, ist wieder eine andere Frage. Womit wir wieder bei typabhängig wären. Ich denke, dass das eine sehr große Rolle spielt!

Ich frage mich trotzdem, wieviel Energie man selbst später noch aufbringen kann/mag, um Möglichkeiten zu nutzen... auch wenn man jetzt vielleicht noch sehr offen, flexibel und lebenslustig ist.

Ich bin 44, aber bereits seit 9 Jahren im Ruhestand. Ich kann auch kein Auto mehr fahren und daran kann ich mich echt nur ganz schwer abfinden. Fahrrad geht auch nicht, aber wir basteln noch an einer Lösung (ein Elektromobil will ich jetzt absolut nicht!!). Ich bin jetzt noch ausgelastet mit den Kindern, aber meine Vormittage sind schon recht voll geworden durch Sport, Physio, Kaffee trinken mit Bekannten usw. Mein Ehrenamt im Altenheim habe ich schon geschmissen, aber das werde ich auf jeden Fall wieder aufnehmen, wenn mich die Kinder nicht mehr brauchen. Wenn mir echt mal langweilig ist, dann male ich...lach jetzt nicht, ich mache Malen nach Zahlen für Erwachsene #hicks Aber ist halt schwierig mit links #schwitz Von daher denke ich, dass ich auf jeden Fall besser aufgestellt bin als mein Mann. Der ist 51 und gestern war hier ein Dorffest. Ich kannte hier wirklich alle und mit unheimlich vielen habe ich ein paar Worte gewechselt--mein Mann kannte niemanden, er geht zur Arbeit und abends macht er nicht mehr viel. Er sagte schon, dass er auf jeden Fall hier wegziehen würde, wenn ich vor ihm sterben sollte ;-) Wobei ihn das gestern sehr nachdenklich gemacht hat und er sich irgendwo einbringen will im Sportverein o.ä.

Eine gute Bekannte hatte mit knapp über 50 einen Schlaganfall. Man sieht ihr auf den ersten Blick heute nichts mehr an. Erst wenn sie auf ihr Dreirad steigt, gucken die Leute......lustig.#cool
Sie hat in der linken Körperhälfte noch ihre starken Defizite, aber mit dem Rad kommt sie sehr gut zurecht. Sicher musste sie eine Weile üben, aber sie will ja keinen Marathon fahren.
Sowas hier fährt sie, elektrisches Gefährt will sie auch nicht.
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LG Moni

Ja, so eins habe ich auch, aber mein rechter Fuß rutscht immer ab und alle Versuche ihn zu fixieren waren bisher vergebens :-(
Vor allem wenn ich im Stress bin (und da reicht schon ein Hupen, ein Geräusch, ein heranfahrendes Auto) schießt meine Spastik in den Fuß und der ist erst Recht weg.
Wir wollen es nochmal mit einem Liegedreirad versuchen, dass einen Motor hat, so dass ich im Stress trotzdem weiterfahren kann.

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Ich werde immer in einer Stadt wohnen.
Wenn’s dann nicht mehr weiter geht, habe ich nichts gegen das Altersheim.

Meine Tante war immer sehr fitt. Irgendwann besuchten wir sie und die Katze wurde nicht mehr gepflegt. Es war furchtbar. Sie hatte innerhalb weniger Wochen eine Demenz entwickelt.

Die Nachbarin schrieb uns einen Einkaufszettel. Immer die gleichen Worte.
Hier sieht man, dass man von außen abgeholt werden muss. Nicht alles kann allein gut eingeschätzt werden. Das mit dem Auto werdet ihr richtig entschieden haben.

Eine andere Nachbarin bat uns, dass wir täglich 1x bei ihr klingeln. Sie wollte nicht lang allein in der Wohnung liegen, falls etwas passiert.

Meine mutter will mit ü 70 nun nicht mal mehr einen Hund. Der brachte sie immer raus und unter Leute. Sie hat bedenken, was mit dem Hund passieren würde. Sie lebt weit von uns weg.

Also meine Vorstellung: immer Stadt und Altersheim..
würde dein mutter umziehen?

Ich und mein Freund (28 + 30) wohnen zusammen mit meiner Oma (93) zusammen. Meine Omi baut trotzdem ab, meine Omi ist depressiv. Am Samstag habe ich 6 Stunden lang ihre Hand gehalten, während aie geweint hat. Bevor wir eingezogen sind, war sie 20 Jahre allein nach dem Tod meines Opas und es ging ihr gut.
Gesundheitlich ist sie topfit, aber das Gehirn lässt nach und das ist der Auslöser für ihre Depression. Sie weiß, dass ihre Erinnerungen gehen, sie weiß, dass sie an manchen Tagen total durcheinander ist, sie weiß, dass wir für sie da sind.
Trotz alle dem, wenn du in einem 93 jahre alten Körper steckst und merkst, hier hört es im Kopf auf, warum nicht auch der Körper (sie sagt mir so oft am Tag, dass man sie da oben vergessen hat), dann wirst du traurig, antriebslos, depressiv. egal wer bei dir ist. Sie mag nicht mehr und wir alle können es sehr gut nachvollziehen. Ich wünsche mir, dass sie jetzt, wo sie zwar noch körperlich fit ist, aber unter Angststörungen etc leidet, im Schlaf friedlich einschläft.

Du kannst für daa Alter nicht vorsorgen. Das Alter haut einen um, so oder so.

Mein Opa ist da irgendwie vernünftiger. Der hat als er gemerkt hat ihm wird öfter schwindelig freiwillig das Auto verkauft, und als es im Haus auf dem Land nicht mehr ging, das Haus verkauft und sich ein Zimmer in einer Seniorenresidenz genommen.
Er ist aber, obwohl er das Haus in den 1960er Jahren gebaut hat, nicht der Typ der an materiellen Dingen hängt.
Meine anderen Großeltern sind recht plötzlich gestorben (Sepsis, Schlaganfall, Bluthochdruckkrise) so dass das nie relevant wurde.

Ich sehe es aber auch so dass die Gesetze was Führerschein bei Krankheit und ich nenne es mal "Altersgerechten-Ausfallerscheinungen" viel zu lasch sind. Man müsste eigentlich jedes Mal eine Panikattacke kriegen wenn man überlegt wer alles noch fahren darf auf unseren Straßen.
Die Mutter eines Freundes von mir fährt auch ständig Kram um, baut Unfälle, er hat ständig Angst dass sie mal ein Kind statt einem Sandsack überfährt. Einsicht Null, Handhabe Null.
Meine Meinung ist dass man das dann eben einsehen muss und wenn man auf dem Land ohne Busanbindung unbedingt bleiben will, ist mangelnde Mobilität dann eben die Konsequenz.

Mir ging das auch so. Ich bin krankheitsbedingt mit Anfang 30 in Rente geschickt worden. In Deutschland darf ich aber sogar noch Auto fahren, in vielen anderen Ländern (z.B. Italien, Spanien, Frankreich etc.) mit meiner Krankheit aber nicht. Deshalb hab ich mich auch mal damit beschäftigt wer so alles in Deutschland noch fahren darf. GRUSELIG!
Ich hatte auch einen schönen Bungalow am Waldrand mit Hund und nahe bei meinem Pferd, und klar tat es weh da wegziehen zu müssen weil die ÖPNV Anbindung einfach mies war aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert und ich hänge an meinem Leben und setze mich lieber in Bus und Bahn als da was zu riskieren.
Von dem her kann ich Leute schon verstehen die halt nicht früh (so wie ich) lernen mussten was es bedeutet krank zu sein, sondern langsam und schleichend durch Alter. Gewohnheiten aufzugeben und Realitäten einzusehen ist schwer.

Ich hab als Hobby übrigens nochmal ein Studium angefangen. Da sind auch einige Altersrentner dabei. Da muss man aber natürlich geistig noch fit sein und braucht intrinsische Motivation.

Im Endeffekt muss sie es selber einsehen.

Ich denke, dass das auch immer typabhängig ist.
Ich sehe das bei meinen Großeltern.
Er war immer mehr der Typ Einsiedlerkrebs, zur Familie ist er mit dem Auto gefahren, oder mit Oma zu Ikea frühstücken, oder in seinen Schrebergarten. Als er diesen nicht mehr bewirtschaften konnte, baute er ab.
Es gab keinen Grund mehr, die Wohnungvzu verlassen. Als er dann auch noch Medikamente bekam, mit denen er nicht mehr Auto fahren durfte, baute er noch mehr ab. Er bewegt sich nicht mehr, so dass er nicht einmal mehr Schuhe anziehen kann, versucht nichts mehr, kommt nicht mehr aus dem Haus.

Oma dagegen hatte immer ihren Sportverein, hat sich mit Freundinnen im Einksufszentrum getroffen und auch wenn ihr der Schrebergarten und das Auto (sie selbst hat keinen Führerschein) fehlen, behält sie Dinge bei. Sie sucht sich ihre Aufgaben.

Meine Eltern sind jetzt 70. Meine Mutter geht zum griechisch, Zumba, Chor, spielt Veehharfe im Orchester. Mein Vater spiel Fußball im Kollegensport, spielt Blockflöte, baut seine Modelleisenbahn, sägt Laternen...
Beide haben in der Siedlung ihre Klöngruppen.
Vieles davon geht im Dorf.

Wenn man in seinem Leben Hobbys hat, Freunde, ggf. einen Verein und nicht Sofa und Fernseher den Hauptteil des Lebens einnehmen, hat man vermutlich eher weiter Ideen und Aufgaben, denen man sich widmen kann. Hat man keine Interessen, baut man schneller ab.

Ersteinmal: wir haben meiner Schwiegermutter nicht verboten, Auto zu fahren. Nur schon Jahre vorher unsere Kinder nicht mehr mitfahren lassen . Ab und zu hat mal einer von uns 4 Erwachsenen was gesagt.
Die Verantwortung aber lag bei ihr und mit 75 Jahren hat sie dann SELBER beschlossen aufzuhören und hat ihr Auto verkauft.

Obwohl sie inzwischen mit über 80 mit Rollator läuft ist sie noch neugierig und kommt gern mit uns oder den 4 Enkeln mit (18 -26 Jahre).

Übrigens kann man auch im Alter noch ein neues Hobby beginnen. Meine Mutter hat mit 67 BEGONNEN, im Kirchenchor zu singen, hat das dann noch 6 Jahre machen können. Dannach war ihr Stimme nicht mehr so gut. (meinte sie damals)

Bei euch gibt es doch sicher irgendwelche Gruppen, wo Ältere Menschen hingehen. Meien tante geht z.B. mit 79 immer noch zum rommee spielen in einen "Seniorenclub". Da wird auch anderes angeboten. Erkundige dich doch mal nach so was bei deiner mutter im Umkreis.

Und behalt die Depression im Auge. Ist das eine Diagnose vom Arzt oder vermutet ihr Kinder das nur?

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