Welchen Zeitpunkt definiert ihr als Lebensmitte?

Hallo,
mich wundert, dass dieses Unterforum so wenig genutzt wird...
Liegt es an der Definition? Möchten vielleicht die Wenigsten wahrhaben, dass sie die Mitte ihres Lebens schon erreicht oder gar überschritten haben?
Und wie lange dauert denn die sogenannte Mitte an? 5 Jahre? Oder 10?
Ich bin 35 und wenn ich 70 werde, hab ich ja JETZT die Mitte meines Lebens erreicht...
Geht man davon aus, dass viele Leute heute 80 werden, ist es zumindest mit 40 soweit und dann kommt es auf die Zeitspanne an, die man einkalkuliert.
In der Zeitung las ich heute bei 48-50-jährigen von der Lebensmitte. Sorry, soll man davon ausgehen, dass man 100 wird? Ich finde es einerseits erschreckend, dass ich, wenn ich 70 werde, mein halbes Leben schon hinter mir habe. Und selbst bei 80 sind es nur noch gut vier Jahre.
Dass man 90 oder 100 wird - davon kann man schließlich nicht mit Gewissheit ausgehen.
Umso interessanter finde ich, was heute alles in die zweite Hälfte des Lebens gelegt wird: Kinderkriegen allem voran, Hausbau, Karriere usw. Irgendwie wird die zweite Hälfte ja so vollgepackt, dass es eigentlich unnatürlich scheint.
Also welches Alter ist denn für euch die Mitte? Ich finde, viele, die hier schreiben, sind 50 oder 60 und haben somit die rechnerische Mitte überschritten...

1

Ich nehme den Namen des Forums "Lebensmitte" nicht soo wörtlich.

Hier schreiben eher Frauen, deren Interessen nicht mehr nur ums Kinderkriegen, Partnersuche, Hausbau, Partnerkonflikte etc gehen, sondern auch mal um sich selbt.

2

Hallo
Ich denke die Beschreibung von Urbia trifft schonmal ganz gut : "Wenn die Kinder groß werden oder schon aus dem Haus sind, beschäftigen uns neue Themen. Wechseljahre, Hormone, Älter werden, Pubertät, das leere Nest. Frauen und Männer in ihrer Lebensmitte, alteingesessene Urbianer und neue Mitglieder, finden hier zusammen.".
Dabei geht es weniger um das Alter selbst, sondern eben um Themen die für frisch gebackene Erstlingsmütter in weiter Ferne liegen bzw. je nachdem auch einfach noch nicht interessieren, auch wenn man eher in der Lebensmitte ist aber gerade erst mit der Familienplanung startet.
Viele die vom Lebensabschnitt hier gut reinpassen würden, sind einem Forum wie Urbia vielleicht langsam einfach entwachsen. Auch wenn es hier "Allgemeines","Medienwelt",... gibt, ist es halt doch irgendwie ein Familienforum. Ab einem gewissen Punkt ist man da vielleicht in einem anderem Forum besser aufgehoben, als in 2-3 schlecht besuchten Unterforen.
Ich werde 38 und denke ich könnte sagen ich bin so ziemlich in der Lebensmitte.Aber ich sehe das nicht so eng. Wer weiß was kommt? Ich mache mich nicht verrückt und rechne meine möglich verbleibende Zeit aus. Ich lebe im Hier und Jetzt und das ist auch gut so.

LG

3

🙋

Ich hatte vor kurzem meinen 50ten ...
und fühle mich eigentlich nicht in der Lebensmitte angekommen zu sein.

Warum?

Meine Tochter ist 11, mein Mann 42 ...
von Wechseljahren keine Spur, körperlich fitter als mit 30, optisch werde ich auf höchstens 40 geschätzt.

Dennoch lese ich gerne in diesem Forum - denn irgendwann wird sie kommen, die Zeit ohne Kind - wobei ich heute schon genügend Hobbis habe, dass mir nicht langweilig werden wird, die Zeit der Wechseljahre usw
Und es ist interessant wie Andere die das schon hinter sich haben, damit umgehen.

Von daher bitte noch viel hier schreiben 😊

LG

4

Hallo,

gute Frage. Mit genau der Frage haben wir uns neulich im Freundeskreis beschäftigt. Wir, das sind Leute zwischen 45 - 49, im Juni wird der erste 50. Und genau alle haben empfunden, dass genau dieses Alter die "Mitte" des Lebens darstellt. Obwohl man natürlich nicht weiß, wie viel Zeit einem noch gegeben ist.
Mein Mann und ich kinderlos, zwei Paare mit bereits erwachsenen Kindern, meine beste Freundin, frisch verbandelt mit ihrer neuen Liebe, mit einem 10-jährigen Mädchen, zwei männliche Singles. Alles in allem ist man an der Jungend deutlich vorüber. Für die meisten ist die Zeit des Kinderaufziehens vorbei, man kann sich wieder eigenen Interessen und Hobbies widmen. Beruflich sitzt die Mehrheit fest im Sattel, auch persönlich ist man endlich an dem Punkt, an dem einen nicht mehr so viel erschüttern kann. Andere wiederum sind getrennt und bauen sich gerade ein neues Leben auf. Persönlich klopfen bei mir die Wechseljahre immer lauter hörbar an, das ein- oder andere körperliche Zipperlein ist aufgetreten und bremst mich gerade bei meinem geliebten Joggen aus.

Trotzdem bin ich mehr als neugierig, was die nächsten Jahre bringen. Auf meiner persönlichen Agenda steht noch so viel, was ich erleben möchte. Ich hoffe inständig, dass von meinen Lieben niemand lebensbedrohlich erkrankt, der Rest wird sich finden.

Hat mir als junger Mensch jemand gesagt: "sie steht in der Mitte des Lebens..." habe ich mir eine ältere Dame vorgestellt, kurz, für mich war man da alt.
Jetzt, wo ich selbst an diesem Punkt angekommen bin, fühlt es sich überhaupt nicht schlimm an, im Gegenteil, ich bin immer noch verliebt in meinen Mann, ich bin glücklich... Manchmal meldet sich noch die Wehmut, dass uns leider keine eigenen Kinder vergönnt waren und es deshalb auch keine Enkelchen geben wird.
Das macht aber nichts, da mir meine beiden Lieblingsnichten bereits heute versprochen haben, dass ich fest in die Beaufsichtigung ihrer (noch ungeborenen) Kinder eingeplant bin;-).

Ich empfinde es als Glück, nicht genau zu wissen, wann man sich in der Mitte des Lebens befindet. Mit 35 habe ich dererlei Gedanken übrigens überhaupt noch nicht gehabt.

LG

Nici

5

Kann sich die Lebensmitte wirklich am Alter festmachen lassen? Glaube ich nicht. Bei unserem Alter zählt schließlich auch die (früheste) Kindheit mit. Zeit, an die ich kaum Erinnerungen habe, die ich zwar erlebt habe, aber habe ich sie richtig gelebt? Nein, ich finde nicht. Das hat erst angefangen mit eigenen Entscheidungen, Erfolgen, Fehlern, Tiefschlägen, Enttäuschungen, tollen Erlebnissen. Diese Sammlung wächst seit etwa fünfundzwanzig Jahren, während ich noch hoffentlich vierzig vor mir habe. Also habe ich die Hälfte des 'bewussten' Lebens noch nicht erreicht.
Frauen, die mit Mitte/Ende dreißig erst Kinder bekommen, wie können die da in der Lebensmitte sein, wenn sie gefühlt gerade am Anfang stehen?
Ich denke, bei mir wird dieses Gefühl so mit fünfzig kommen. Auch das letzte Kind erwachsen - zumindest auf dem Papier - vielleicht kommen die ersten Enkel, wer weiß, das ist so für mich die Mitte.

6

<<<Irgendwie wird die zweite Hälfte ja so vollgepackt, dass es eigentlich unnatürlich scheint.>>>

Echt? Kann ich nicht sagen. Ich würde eher sagen, meine zweite Hälfte wird ruhiger, da einige Dinge "selbstständig" werden. Die Kinder sind selbständig, die Arbeit läuft und man kann sich mehr der zweiten Hälfte persönlich wieder widmen. Oder habe ich jetzt den Satz falsch verstanden.#kratz

7

Hallo,

Anfang/Mitte 40 würde ich als Anfang der Lebensmitte bezeichnen, die aber nicht abrupt nach 5 oder 10 Jahren endet.

Mit 60 ist man dann aber sicher drüber und im letzten Drittel angekommen. Ausnahmen, wenn auch selten, gibt es natürlich immer. Würde es nicht nur an der Jahreszahl festmachen.

Lg Miriam

8

Für mich bezieht sich "Lebensmitte" auf das Erwachsenenleben. Von 20 bis 40 ist man "jung", von 40 bis 60 "mittel", ab 60 "älter" und irgendwann, und das misst sich an der abnehmenden aktiven Teilhabe am Leben, "alt".
Jede Phase hat natürlich ihre eigenen Themen. Die Lebensmitte umfasst neue Freiheiten, Adoleszenz der Kinder, Unterstützung der alten Eltern, Sinnfragen, Neuaufbrüche.

9

Hallo,

auch ich mach die Lebensmitte nicht konkret an einem Alter fest, sondern an einem Lebensabschnitt.
Einem Lebensabschnitt, der zumindest bei mir mit sehr viel Neuorientierung verbunden ist im Sinne von einer stärkeren Fokussierung auf mein Selbst, weil die Anforderungen andere sind. Es gibt weniger Verpflichtungen und Verbindlichkeiten, man hat nicht mehr für eine Zukunftsperspektive zu sorgen, weil man sich die Zukunft bereits geschaffen hat, ich könnte noch weiter "Karriere" machen, ich könnte, aber ich MUSS nicht (im Sinne von Ausbildung/Studium beenden, Jobeinstieg, Fuß fassen, usw.); die Familiengründung ist beendet, familiäre Verpflichtungen sind auch hier andere (eher in Form von Begleitung), eine Beziehung wird als positive Ergänzung angesehen, verbunden mit gestiegenen Ansprüchen. Anders gesagt es ist sehr viel Raum vorhanden und zu füllen und die Sinnhaftigkeit verschiebt sich. Klingt zwar alles toll, so hedonistisch und ego, ich finde es aber manchmal anstrengend (Preis des Freiraums).
Daher kann ich verstehen, wenn andere in meiner Situation (Anfang 40, erwachsenes Kind, Jobstanding, Single) noch einmal komplett durchstarten mit Vollprogramm.
Ich schwimme gerade etwas vor mich hin, freu mich einerseits über die Ruhe, male Bilder und bin doch andererseits innerlich getrieben, etwas tun zu wollen. Nur was, weiß ich noch nicht.

LG

Top Diskussionen anzeigen