Stieftochter und meine Schwangerschaft.

Hallo. Ich habe eine Frage. Und zwar bin ich in der 9 SSW und wir wollten nach der 12 SSW allen unseren Verwandten und Freunden diese freudige Nachricht überbringen. Jetzt weiss ich gar nicht wie ich das meiner Stieftochter, 7 Jahre alt, sagen soll. Sie wohnt bei ihrer Mutter, hat einen 2 Jahre alten Bruder und wir haben sie alle 2 Wochen bei uns. Die kleine und ich verstehen uns gut. Klar hat sie mal ihre Phasen, das ist normal. Nur leider fegt das meine Bedenken nicht weg. Sie vermisst ihren Vater sehr und ist ziemlich eifersüchtig auf alle die mit ihm Kontakt haben wenn sie bei uns ist. Sie schubst auch mal ihre Cousine weg, wenn mein Mann sie Mal in den Arm nimmt. Und ihre Mutter hetzt sie gerne gegen uns auf und erzählt dass wir sie nicht lieb haben oder keine Lust sie abzuholen wenn wir Mal nicht kommen weil es nicht geht.

Meine Angst ist, dass sie meinem Baby etwas tut, wenn es auf der Welt ist. Sie ist kein böses Kind, aber ihre Eifersucht ist sehr stark.

Wie sollen wir ihr das beibringen ohne sie sehr zu verletzten und ihr dabei zu zeigen, dass wir sie trotzdem sehr sehr lieb haben und sie für uns nicht unwichtig geworden ist nur weil wir ein gemeinsames Kind bekommen haben?

Liebe Grüße.

Im Moment gehst Du mit der Einstellung ran:

"Da passiert etwas Schlimmes, wie bringe ich ihr das nur bei?"

Ich würde versuchen, die Einstellung zu ändern auf:

"Da passiert etwas wundervolles, Du bekommst noch ein Geschwisterchen!"

Ich würde ihr das mit der Erwartung erzählen, dass sie sich freut und sie sofort mit einbinden. Magst Du mir helfen, ein Mobile zu basteln? Wollen wir zusammen dies oder jenes einkaufen? Du hast ja schon Erfahrung mit Babys, woran soll ich denn noch denken?

Die Rolle als große Schwester kann ihr auch zusätzliche Wichtigkeit verleihen!

Hallo. Endlich komme ich dazu dir zu antworten.

Also, meine Einstellung ist schon sehr positiv. Ich freue mich sehr auf unser gemeinsames Baby.

Ich habe nur Angst vor ihrer Reaktion. Wir werden ihr das auf jeden Fall in einer ruhigen Minute erzählen und versuchen alles kindgerecht zu verpacken.

Aus Erzählungen ihrer Mutter weiss ich, dass sie sich zwar um ihren kleinen Bruder kümmert aber auch sehr gemein zu ihm werden kann. Genauso gemein wird sie auch, auf das trietzen ihrer Mutter, zu uns. Es ist sehr beleidigend von einem damals 3 Jahre alten Kind zu hören man sei dreckig, weil man Neurodermitis hat und die Mutter ihr sagt, dass ich sie nicht Mal in den Arm deswegen nehmen darf.
So will ich mir gar nicht ausmalen wie es wird wenn sie beide wissen, dass ich schwanger bin. ????

Liebe Grüße.

Hallo. Endlich komme ich dazu dir zu antworten.

Also, meine Einstellung ist schon sehr positiv. Ich freue mich sehr auf unser gemeinsames Baby.

Ich habe nur Angst vor ihrer Reaktion. Wir werden ihr das auf jeden Fall in einer ruhigen Minute erzählen und versuchen alles kindgerecht zu verpacken.

Aus Erzählungen ihrer Mutter weiss ich, dass sie sich zwar um ihren kleinen Bruder kümmert aber auch sehr gemein zu ihm werden kann. Genauso gemein wird sie auch, auf das trietzen ihrer Mutter, zu uns. Es ist sehr beleidigend von einem damals 3 Jahre alten Kind zu hören man sei dreckig, weil man Neurodermitis hat und die Mutter ihr sagt, dass ich sie nicht Mal in den Arm deswegen nehmen darf.
So will ich mir gar nicht ausmalen wie es wird wenn sie beide wissen, dass ich schwanger bin. :(

Liebe Grüße.

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Hallo,

danke für deine Frage und sorry für meine späte Antwort – ihr habt mich echt gut auf Trab gehalten hier im Forum ;-)

Zu deiner Frage: Erst einmal herzlichen Glückwunsch! Ich wünsche dir und euch für die weitere Schwangerschaft alles Gute. Du schreibst, dass du nicht weißt, wie du es deiner Stieftochter sagst. Ich finde es gut, dass du sie und ihren Schmerz siehst. Ich glaube das ist ganz wichtig und ein großes Geschenk, wenn da jemand ist, der uns sieht. Der uns auch mit unseren Schmerzen und Sorgen sieht. Weiß sie das? Hast du sie das schon spüren lassen? Wie kannst du diese Verbindung mit ihr weiterpflegen? Du schreibst ja, dass ihr euch gut versteht.

Dieses „ich sehe deinen Schmerz (deine Wut etc.)“ kann unheimlich viel Nähe zwischen Menschen schaffen. Und eine Trennung der Eltern ist für Kinder meist eine große Sache. Die Kinder trauern um diesen Verlust! Es ist ein echter Trauerprozess und der kann gut drei bis vier Jahre dauern. Wenn die Eltern sich aber streiten oder gar die Kinder instrumentalisieren, dann halten sie diesen Schmerz am Laufen. Das kann für Kinder unerträglich sein.

Ich kann deine Sorgen daher gut verstehen. Die Sorge um die 7-Jährige und die Sorge um dein ungeborenes Kind.

Zum „Wie sage ich es meinem Kind?“: Ich glaube einfach ehrlich und mitfühlend. Mit einem großen Herz, das ich aus deiner Beschreibung raushöre, und starken Armen für alles, was da kommen mag. Ich glaube es ist hilfreich, dass die Verbindung des Vaters zur leiblichen Mutter wieder ins Lot kommt. Ich würde da ihm sogar nahelegen wollen, dass er sich Unterstützung und Begleitung holt. Ich halte es für wichtig, dass getrennte Eltern die Kinder aus ihrem Streit raushalten – im Sinne der Kinder!

Ich wünsche dir, dass ihr einen liebevollen Weg findet, es ihr zu sagen. Eine wunderbare Schwangerschaft und Geburt und dass ihr eine Lösung findet, so zusammen zu sein, dass es für alle gut ist.

Liebe Grüße

Chris

Hi. Vielen Dank für deine Nachricht. Jetzt hab ich auch Mal wieder Zeit zu schreiben.

Zu der Trennung, die kleine war noch nicht Mal 1 Jahr, als sich die Eltern getrennt haben. Ihr Vater und ich lernten uns kennen da war sie drei Monate später 2 geworden. Also erlebe ich sie von ganz klein auf. Sie hat schon mit ihren 2-3 Jahren sehr viel verstanden und von Mutter erzählt.

Am Wochenende hatten wir sie da und ich habe erzählt dass ihre Tante, also die Schwester von meinem Mann, auch ein Baby bekommt und fragte sie ob sie sich über noch ein Geschwisterchen freuen würde. Die kleine sagte definitiv ja, aber nur unter der Voraussetzung dass ihre Mutter nicht die jenige ist die das Baby bekommt. :D

Ich fand das sehr süß, wie sie dabei geschaut hat. Konkret gesagt habe ich ihr noch nix weil wir erst die 12 Wochen abwarten möchten.

Ich hoffe, dass sich ihre Freude mit der Zeit nicht trüben oder in Ärger ändern wird.
Liebe Grüße

Hallo,

wie schön, dass sie sich gefreut hat. Und hoffentlich freut sie sich auch, wenn die Nachricht dann kommt. Aber auch wenn sie sich nicht freut, fände ich das okay.

Ich finde es hilfreich, wenn Kinder erfahren, dass sie angenommen werden – mit all ihren Gefühlen! Das heißt auch, wenn das Mädchen wütend oder frustriert ist, sich zurückzieht oder anders reagiert als von euch erhofft. Zeig ihr einfach weiter, dass ihr für sie das seid und sie liebt - so wie sie ist. Das ist eins der größten Geschenke, die Eltern machen können.

Liebe Grüße

Chris

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