Wie lernt man Zufriedenheit?

Guten Morgen zusammen,

ich hab vielleicht ein merkwürdiges Anliegen, aber sicherlich kennt das der ein oder andere.
Ich bekomme es einfach nicht hin, die schlechten Dinge auszublenden und mich nur auf die Guten zu konzentrieren!! Und ich find es langsam auch nicht mehr normal und echt dämlich. Ich nehm es mir immer wieder vor und nach 2 Wochen bin ich "die Alte".
Nicht falsch verstehen, nach außen merkt Keiner wie unzufrieden ich bin und ich hoffe auch die Kinder nicht, nur mein Mann kriegt abends regelmäßig die Ohren vollgejammert oder wenn ich allein bin abends, lass ich die Welt etwas zusammenbrechen.
Und ich denke mir immer, OH DU OLLE; ES GIBT MENSCHEN DIE SIND SEHR KRANK ODER ARM; ES GEHT DIR GUT!!

Was mich extrem belastet, ist unsere Wohnsituation. Wir wohnen in einem Mehrgenerationenhaus, gemeinsam mit der Schwiegerfamilie. Gleich vorweg: Ausziehen ist keine Option aus diversen Gründen!
Trotzdem bin ich recht unglücklich, weil ich mich regelrecht reinsteigere in meine Schwiegermutter, die sich leider viel zu gerne einmischt und aufdrängt und mit der ich null reden kann. Nicht auf einer Wellenlänge. Aber naja, sie ist eigentlich nicht direkt ein schlechter Mensch, wir passen einfach nicht zueinander. Und dann denk ich mir auch, es gibt sicher andere, die haben es deutlich Schlechter mit den Leuten....
Dazu kommt, dass wir derzeit noch seeeehr wenig Platz haben, 75qm zu viert (hoffentlich bald zu fünft). Dies ändert sich in Zukunft noch auf 160qm, doch wann ist ungewiss (leider abhängig vom Tod der Uroma), ich sag mal zwischen sofort bis zu 8 Jahren.

Ich will einfach mal aufzählen und fange bewusst mit den Positiven Sachen an:

- alle gesund
- 2 wundervolle Kinder, Wunsch nach drittem aktiv im Gange
- wunderschöne Wohnlage, Natur pur mit Hammer Aussicht um die man regelmäßig beneidet wird
- tolles Grundstück mit vielen Möglichkeiten für die Kinder
- Wohnort (ich bin zugezogen, mein Mann nicht) ist auch in Ordnung
- liebevoller Ehemann
- wenig Geldsorgen, gutes Einkommen

Negativ:

- schwere Kindheit mit wenig Liebe gehabt, Selbstvertrauen quasi nicht vorhanden
- Schwiegis im Haus
- wenig Platz
- zu wenig Privatsphäre
- Übergewicht, da abends noch die Schocki oder ähnliches mein Seelentröster ist, langsam ne Sucht
- Familie und Freunde von früher recht weit weg
- zum zweiten Mal verheiratet, das erste Mal noch nicht so recht verarbeitet
- wenig Freunde, welche ich als gut bezeichnen. Nur eine, bei der ich mich nie verstellen muss, und die wohnt fast 2 Std entfernt leider...
- Ehemann zwar toll, aber leider auch öfters egoistisch gegenüber mir und den Kindern

Aber ich merke beim schreiben selber! Es ist echt NICHTS, was mich so runterziehen sollte!!! Trotzdem war ich selten so unglücklich.
Ich will einfach zufrieden sein. Finde die Uroma hier im Hause immer so bewundernswert. Sie hatte ein absolut hartes Leben, ist aber super zufrieden! Oder bringt es das Alter?

Ihr müsst nicht auf die einzelnen Punkte eingehen. Tatsächlich wünsch ich mir einfach einige Tipps, was ihr so macht für euren inneren Ausgleich ( am besten was, was keine Zeit kostet, die hab ich kaum :D )
Ich nerv mich langsam echt selbst.

DANKE IHR LIEBEN

1

wieso willst du ein 3. Kind, wenn ihr jetzt schon keinen Platz habt,
bei deinem Problem mit der Schwiegermutter hilft nur reden und zwar ganz in Ruhe, kare Regeln festlegen.
wieso hast du zuwenig Privatsphäre?
auf den Tod der Uroma zu hoffen, um mehr Wohnruam zu haben ist sorry voll daneben, wie alt sie sie denn schon, wenn du mind in 8 Jahren rechnest?
Meine Grosseltern sind zwischen 95 und 99 Jahre alt gestorben, hier im Seniorenheim feiert eine Frau gerade den 111 Geburtstag.

wie wäre es mit Arbeiten, würde dir mehr Freiraum ermöglichen und eventuell etwas mehr ZUfriedenheit.
und wenn du Altlasten rumträgst, solltest du dir einen Therapeuten suchen, das Hilft meist

2

Danke für deine Antwort.

Wieso muss ich einen starken Kinderwunsch vom Platz abhängig machen, vor allem wenn das Problem nur vorrübergehend ist?

Naja wie auch immer, es ging mir jetzt nicht direkt um Lösungsansätze, ich wollte aufzeigen dass ich zufriedener sein könnte und fragen wir ihr euch seelischen Ausgleich verschafft um glücklich durchs Leben zu gehen. Das war eigentlich meine Frage.

Aber um deine Fragen zu beantworten

- geredet mit SchwieMu haben wir schon viel, bringt leider nicht viel
- auf den TOd hoffen?? Davon war hier nie die Rede, um Gottes Willen, meine Welt wird zusammenbrechen wenn diese Frau nicht mehr ist!!! Ich lasse mir das nicht unterstellen.
Es ist eben vertraglich geregelt, wie in dem Fall das Wohnverhältnis verschoben wird. Sie ist übrigens 92 und ich wünsche ihr ein noch langes Leben, denn sie ist fit und achtet auf sich. Ich verstehe absolut nicht, wie man da jetzt rauslesen konnte, ich würde auf einen Tod von Jemanden warten, bin grad echt zittrig und geschockt.

Ich arbeite natürlich, hab einen guten und gut bezahlten Job!

Danke dir

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"Dies ändert sich in Zukunft noch auf 160qm, doch wann ist ungewiss (leider abhängig vom Tod der Uroma), ich sag mal zwischen sofort bis zu 8 Jahren."

Dann hast du dich aber sehr unglücklich ausgedrückt.

Es hört sich in der Tat so an, als würdet ihr warten bis die Uroma stirbt, damit ihr die 160 m² beziehen könnt. Desweiteren hört es sich so an, als würdet ihr damit rechnen, dass die Uroma spätestens mit 100 Jahren ablebt. Sie ist jetzt 92 und es könne noch bis zu 8 Jahren dauern, schreibst du. #schwitz

Gibt es denn wohnungsmäßig keine anderen Alternativen für euch, unabhängig von der Uroma? Was ist, wenn die Uroma stirbt und ihr mit Entsetzen feststellen müsst, dass sie ihren gesamten Besitz an die Kirche vermacht hat? Da steht ihr dann schön blöd da.

An eurer Stelle würde ich versuchen, selbst was auf die Reihe zu bekommen, bevor ich das 3. Kind plane. Aber das müsst ihr natürlich selbst wissen. IHR müsst dann zu Fünft in der 75 m² - Wohnung und Schwiemu im selben Haus klar kommen, während die Uroma fröhlich ihren 110. Geburtstag plant.#fest #torte

Ich denke nicht, dass diese Zukunftsaussicht deiner Zufriedenheit besonders zuträglich sein wird. Aber jeder ist seines Glückes Schmied.#klee

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Du fühlst dich unwohl in diesem Mehrgenerationenhaus.

>>>Ausziehen ist keine Option aus diversen Gründen!<<<

Allein DAS würde mich schon schwermütig machen.

Meine Wohnung, mein Haus, ist mein Rückzugsort, da kann ich die "böse" Welt ;-) aussperren und niemand kann mir reinreden, da habe ICH das Sagen.
Wieviel Jahrzehnte wirst du in diesem Hasu noch vor dir haben?

Zudem wohnen deine Freunde und deine Familie weiter weg, das macht Heimweh und sicher manchmal traurig.

Aber da ein Umzug keine Option ist, wirst du dich wohl arrangieren müssen.

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Ja wie gesagt, es geht mir eigentlich darum Tipps zu erhalten um ausgeglichener zu sein...
Vielen Dank

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Welche Art Tipp stellst du dir denn vor?
Wenn man grundsätzlich unzufrieden ist, ist es schwer.
Ich würde es mit Dankbarkeit und Demut versuchen.
Alles Gute für dich 🙂

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Wir sind gesund und weder reich noch arm.
Das reicht mir schon um zufrieden zu sein.
Ein Blick ins Weltgeschehen sagt mir das jeden Tag.
Aber ich wohne auch nicht mit meiner Schwiegermutter zusammen🤣 Sie könnte einen Palast haben. Ich hätte eine Gartenhütte bevorzugt.
Wenn ich mich in ein Wespennest setze, bin ich selber schuld.
Ich hab jetzt auch nicht wirklich Mitleid, wenn Menschen sich für ein Mehrgenerationenhaus entscheiden.

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Vielen Dank für deine Antwort. Mitleid war auch nicht das, was ich mir erhofft hatte.
Sicher hat jeder mal falsche Entscheidungen getroffen im Leben, wir sind nur Menschen....
Außerdem ist auch die Frage für wen es falsch ist. Für mich ist es evtl. nicht so das RIchtige, durchweg für alle anderen Beteiligten jedoch definitiv und ich stecke gern zum Wohle der Familie zurück. Darum ging es auch nicht. Wir hatten unsere Gründe (behinderten Bruder im Haus zum pflegen etc)

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Ich weiß nicht ob es das Richtige ist sich für andere aufzuopfern damit sie glücklich sind. Bis zu einem gewissen Grad würde ich auch mitmachen, aber wenn ich immer unzufriedener werde, dann muss sich etwas ändern. Ich lebe schließlich auch nur ein Mal.
Meine Mutter hat sich fast ihr ganzes Leben für andere angepasst und 2 Familienangehörige gepflegt. Das Ende vom Lied: Mit knapp über 50 hat sie der Krebs geholt. Ihr Leben war nicht ihre Erfüllung.
Ich finde nämlich alle Beteiligten müssen mit so einer großen Entscheidung wie wohnen glücklich sein.

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Hallo,
Dinge, die mich unglücklich machen, versuche ich zu ändern, sofern es mir möglich ist. Was mir nicht möglich ist zu ändern, versuche ich zu akzeptieren und einen Umgang damit zu finden. Gegebenfalls kann da auch jemand professionelles unterstützen.
Ein Umzug gehört für mich persönlich definitiv in die Kategorie "kann ich ändern", auch wenn es in vielen Gegenden Zeit und Geld erfordert. Sich über Jahre hinweg unwohl fühlen im eigenen Zuhause, das käme für mich nicht in Frage. Aber scheinbar möchtest du nicht umziehen, daher lege ich dir nahe, einen anderen Umgang damit zu erarbeiten. Es hat dann ja gute Gründe, warum du bleiben möchtest und dort sogar ein weiteres Kind bekommen möchtest, obwohl die Rahmenbedingungen nicht optimal erscheinen (Unzufriedenheit, Platz...).
Was mir gut geholfen hat, all die positiven Dinge im Alltag wahrzunehmen, war einfach abends, wenn alles ruhig wurde, 3 Dinge zu finden, die heute schön waren oder gut liefen. Das habe ich eine Zeit lang täglich gemacht. Es schärft das Bewusstsein und hat mich zufriedener gemacht. Im Übrigen finde ich Unzufriedenheit gar nicht immer ausschließlich negativ. Immerhin gibt sie auch Anreiz für Veränderung/Verbesserung und das ist wichtig.
Liebe Grüße

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GANZ LIEBEN DANK für diese tolle und schöne Antwort!
So hatte ich es mir vorgestellt. Das mit den 3 Dingen abends find ich eine ganz ganz tolle Idee!!!!! Das setz ich direkt um :)
Ich könnte dich gerade drücken, danke!

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Buchtipp: das 6 Minuten-Tagebuch

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Du hast gleich mehrere Dinge aus der Vergangenheit, die du noch nicht verdaut und verarbeitet hast.
Ich würde da mal ansetzen und damit ins Reine kommen. Sei es durch irgendeine Art von Therapie oder psychologischer Betreuung, einer Selbsthilfegruppe, Gesprächsgruppe oder oder oder...
Kinderwunsch 3 würde ich aufgrund der Ausgangsvoraussetzungen erst mal etwas nach hinten schieben. Das ist eine zusätzliche "Baustelle" die noch weitere Unzufriedenheit nach sich ziehen kann. Erstmal die vorhandenen Baustellen abarbeiten und bereinigen, dann weiter.

Alles Gute

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Hallo,
ich glaube ich würde mal hier ansetzen „schwere Kindheit mit wenig Liebe gehabt, Selbstvertrauen quasi nicht vorhanden.“
Wenig Liebe, wenig Selbstvertrauen, gestörtes Urvertrauen…da kann glaube ich schnell eine gewisse Unzufriedenheit, bis hin zur leichten Depression auftreten, ohne dass schwere Missstände vorhanden sein müssen.
Dann würde ich versuchen, die Dinge zu ändern, die du theoretisch ändern kannst. Also zB Übergewicht, Privatsphäre würde ich mir zwischendurch außerhalb des Hauses suchen oder auch einfach mal die Tür abschließen.
Ja und dann wirkst du einfach so „grundgenervt“! Gibt es neben diesen Kopflastigen Pros und den Kindern auch was, was DIR gut tut und was du nur für dich machst? Malen, lesen, Sport, Fotografieren? Das ist schon wichtig, dass man sich zumindest mal 1-2Std die Woche nur für sich selbst beschäftigt und sich auf sich und das Schöne im Leben besinnt. Vielleicht auch mal in einen Verein gehen, das würde dann ggf. Auch das Problem mit den wenigen Bezugspersonen ändern. Ja, das wären meine Vorschläge…
Am wichtigsten fände ich aber, die Kindheit aufzuarbeiten, denn da kann der Kopf noch so oft sagen, alles ist schön, wenn das Unterbewusstsein was ganz anderes meint und aus der Kindheit mitgenommen hat. Wenn das Problem aufgearbeitet ist, lösen sich manch andere Probleme vielleicht von allein…wie zB der Seelentröster. Erkundige dich doch mal nach einer Akuttherapie, weil es dir im Moment besonders schlecht geht. Manchmal kommt man da schnell unter und auch schon 5-6 Std können einem manchmal die Augen öffnen.

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Ich glaube manche Menschen sind von Grund auf eher unzufrieden und andere von Grund auf eher zufrieden.... ich bin auch eher immer unzufrieden und nur mal kurzzeitig zufrieden.
Es gibt einen guten Spruch/Gebet in dem viel Wahres steckt:

 Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Oft bin ich unzufrieden weil ich eigentlich Dinge ändern will, aber mich nicht wirklich "traue".
Dann hilft es mir, zu sagen:
ICH habe mich dafür entschieden trotz der Nachteile hier zu wohnen und ICH muss jetzt sehen wie ich das beste aus der Situation mache.
Also mehr nach vorne sehen und sich mehr als "Entscheider" als als "Opfer" sehen.
Ich bin oft unglücklich in meinem Beruf, mit den Arbeitsbedingungen, auch mit der Wohnsituation... usw. aber im Prinzip habe ICH mich ja dafür entschieden und darum sollte ich nicht jammern.

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"Aber ich merke beim schreiben selber! Es ist echt NICHTS, was mich so runterziehen sollte!!! "

Seh ich ganz anders.
Wenn man materielle Dinge weglässt ist deine Positivseite "Gesundheit & Kernfamilie", Negativseite "fehlende Freunde, Familie, schwere Kindheit, körperliches Unwohlsein etc.pp"

Meiner Meinung nach viel zu unausgeglichen, um ein grundlegend zufriedener Mensch zu werden.
Es gibt Menschen, die hadern eben nicht und nehmen Dinge einfach an, die man nicht ändern kann, aber ich glaube das ist eine Typfrage und schwer zu lernen.
Die Uroma hat sicher in ihrem Leben auch andere Phasen gehabt, lebt aber jetzt wie es scheint einen erfüllten Lebensabend und darauf kommt es jetzt an. Sie muss nicht mehr hadern, sondern nur noch genießen.

Vergleich dich nicht mir ihr. Versuche zu akzeptieren, dass es dir gestattet ist, auch unglücklich zu sein. Du kannst auch versuchen erlebtes aufzuarbeiten, vielleicht mit Therapie.
Du hast kaum Zeit, aber Zeit für dich musst du dir nehmen! Vielleicht gibt es einen Sport (Yoga?) den du machen kannst oder irgendwas anderes wo du auf andere Menschen triffst.

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Ich denke, dass du mehr Zufriedenheit erlangen kannst, wenn du an den negativen, zu verändernden Dingen arbeitest.
Wenn du dich wegen diversen Dingen sehr belastet fühlst, dann könnten professionelle, psychologische Gespräche und Tipps helfen.
Das ist durchaus keine Schande und bringt dich vermutlich weiter.
Damit du mehr körperliches Wohlbefinden erlangst, würde ich erst gar keine bösen Süßigkeiten mehr kaufen und mich für ein bis zweimal wöchentlich für einen Sportkurs anmelden (Zumba, Yoga, Gymnastik…).
Da lassen sich vielleicht auch nette Kontakte knüpfen.
Mit Schwiegermutter sprechen, wenn du dich bedrängt fühlst. „Liebe Erna. Ich möchte nicht dass du …“, „…das ist mir zu viel.“ …“können wir uns darauf einigen, es so zu machen?“
Ich würde dir ja, wie wahrscheinlich alle, dringend empfehlen, auszuziehen, aber das ist für dich momentan nicht relevant.
Mit dem 3. Kind würde ich mir das momentan überlegen, je nachdem, ob sich der Wunsch noch verschieben lässt oder nicht.
Ich fürchte nämlich, dass es mit Baby in dieser beengten Wohnsituation mit einer sich einmischenden Schwiegermutter, noch weniger möglich ist, dass du zufrieden wirst. Ich glaube, dass es noch viel schwieriger werden wird.

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