Wie sage ich es?

Hallo!

Ich habe eine Freundin, mit der ich mich super verstehe! Wir kennen uns seit 15 Jahren. ♥️
Sie hat 2 Jungs (6,3), ich auch(10,6).
Sie lebt gerade in Scheidung und ist nervlich ziemlich am Ende. 😢
Das tut mir schrecklich leid!

Leider ist ihr großer Sohn sehr auffällig. Wenn wir uns treffen, bin ich nach spätestens 10 min. kurz davor, dem Kerlchen eine Ansage zu machen. 🤯

Er benimmt sich wirklich seiner Mama und seinem Bruder gegenüber völlig daneben.
Er tanzt meiner Freundin komplett auf der Nase rum, trietzt und ärgert, wo er nur kann. Zur Not schüttet er sich - mit Ansage! - absichtlich mit Saft voll. Sein kleiner Bruder wird getreten oder geschubst. Die Mama erpresst, angeschrien, ignoriert und körperlich angegangen. Sachen mit Absicht und Ansage kaputt gemacht. ("Wenn du nicht ..... machst,schlag ich das Auto /Baum/Spielzeug kaputt!!")

Meine Freundin hat keine Kraft mehr, lässt sich alles gefallen. Dazu hat sie ein schlechtes Gewissen, weil ja die Familie zerbrochen ist.
Was v. a der Große ausnutzt. Die Kinder bekommen IMMER ihren Willen. Sie kann nichts mehr dagegen halten.

Natürlich hat der Junge gerade keine schöne Zeit und bräuchte dringend Hilfe.
Auch der Kindergarten hat das schon mehrfach angesprochen. Daraufhin war meine Freundin mit ihrem Großen bei einer Ergotherapeutin. Dort wurde ihr gesagt, der Junge ist ganz normal, willensstark. Sie soll sich von den Erzieherinnen nichts einreden lassen. 😳
Daran klammert sie sich jetzt. Und verschließt die Augen vor der Realität!

Ich möchte ihr und dem Jungen helfen! Ich versuche es immer möglichst "durch die Blume", vorsichtig anzusprechen. Das kommt leider nicht an.
Ich mache mir wirklich Sorgen! Da geht es nicht drum, daß Kinder nicht wild /frei / ungezwungen sein dürfen. Das Verhalten ist echt heftig! Gerne sagt sie, das ist die "Wackelzahn Pubertät"...

Was kann ich machen?
Kann ich überhaupt was machen?

LG!

1

Hm, naja, du könntest es schon mal direkt ansprechen, allerdings kann sie es natürlich auch in den falschen Hals bekommen.
Wenn, dann sprich es nur ein einziges Mal an. Wenn du das Gefühl hast, sie will es nicht hören, dann lass es einfach gut sein.
Ansprechen würde ich, dass sie sich nicht die Schuld am Scheitern ihrer Beziehung geben soll. Viele Partnerschaften zerbrechen und Kinder leiden darunter, aber Kinder gewöhnen sich auch an die neuen Verhältnisse. Man mag dem Sohn zugestehen, dass er die erste Zeit um sich schlägt, aber dann muss auch wieder gut sein.
Trotzdem - wenn sie in die Richtung nichts hören will von dir, dann lass sie. Da kann man ihr dann nicht helfen 🙅‍♀️

6

Hallo!

Das mit der Beziehung hab ich ihr schon oft gesagt. Auch, daß die Kinder natürlich die Stimmung daheim mitbekommen und drauf reagieren. Aber mehr will meine Freundin, glaub ich, nicht hören...

Liebe Grüße!

2

Kannst Du sie zu einer vernünftigen Diagnostik z.b. in einem Spz überreden?

4

Hallo!

Nein, leider nicht. Da diese Ergotherapeutin ihr gesagt hat, daß alles in bester Ordnung ist, sagt sie, "Die Fachleute sehen ja keine Auffälligkeiten". Das SPZ hatte ich früher schon angesprochen.

Liebe Grüße!

3

Ich würde direkt dem Kerlchen was sagen beim nächsten Treffen. Also nicht der Freundin, sondern ihm direkt. Würde ihm direkt sagen, dass er schon groß ist und seine Mutter gefälligst unterstützen soll. Würde ihn darauf ansprechen, dass er ja bald ein grosser Mann ist und seiner Mama helfen muss, vor allem mit dem kleinen Bruder.

5

Hallo!
Ich habe dem Jungen 2,3 Mal was gesagt. Einmal als er mein Kind die Rutsche runter getreten hat. Als Antwort wurde mir vor die Füße gespuckt. 😳
Und auch schon, daß er jetzt bitte mit xy aufhören soll, weil die Mama eh schon total k. o ist. Da hat er dann angefangen zu schreien, ich soll ihn in Ruhe lassen. 😳

Und die Reaktion der Mama war: "Ist schon gut! Das meint er nicht so.". Seitdem nehme ich mein Kind nicht mehr mit zu unseren Treffen.

Liebe Grüße!

7

Oh weh, da hat deine Freundin ja wirklich eine sehr schwere Zeit.

Der Junge vermutlich auch. Ich glaube, ich würde es ehrlich und deutlich ansprechen.

Dem Jungen wird es damit auch nicht gut gehen, so ein Verhalten ist oft ein Hilferuf.

Übrigens kannst du da auch gerne mal ne Ansage machen, wenn dich was stört 😜

Ich würde sagen „ich merke, ihr seid alle überfordert. Wie kann ich euch helfen? Soll ich mal mit zum Kinderschutzbund?“ oder sowas.

Alles Gute!!

8

Ich denke eine langjährige Freundschaft wie eure kann die Wahrheit vertragen.
Ich würde ihr meine Hilfe anbieten das Problem in den Griff zu bekommen und ihr klar machen wie wichtig das ist. Wohin soll das führen, wenn er tun und lassen kann was er will. Will sie, dass ihr Sohn vielleicht mal im Knast endet. Ist jetzt zwar etwas weit her geholt, aber er ist jetzt schon sehr aggressiv.
Er ist nicht nur zu Hause auffällig, sondern auch im Kindergarten. Das heißt er hat nicht mal vor Fremden Respekt. Normale Kinder lassen vielleicht mal zu Hause im vertrauten Umfeld die Sau raus, benehmen sich aber außerhalb.
Das was du beschreibst ist mit lebhaft nicht zu vergleichen.
Der Junge braucht dringend Hilfe.
Ob die Mutter da noch helfen kann ist fraglich, wenn sie so defensiv ist.
War sie schon immer so, oder erst jetzt durch die Trennung?
Ich bin der Meinung, dass beide Hilfe brauchen. Ich würde ihr anbieten mit ihr gemeinsam zum Jugendamt zu gehen um sich zu informieren welche Möglichkeiten sie hat. Das ist keine Schande. Wichtig ist, dass dem Jungen geholfen wird und zwar so schnell wie möglich. So wie ich es hier geschrieben habe, würde ich es ihr verdeutlichen.

9

Solange deine Freundin da nichts ändern möchte, und das klingt in deinem Text so, würde ich mich nur noch ohne Kinder treffen, sowas muss man sich in seiner Freizeit nicht antun, vor allem nicht die lahmen Ausreden der Mutter.

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Hallo, du kannst da leider nicht helfen. Deine Freundin müsste sich Hilfe suchen. Vielleicht suchst du ein paar Adressen raus und gibst sie ihr. Wenn sie nichts unternimmt, wird ihr der verzogene Bengel in kurzer Zeit eine runterhauen ..... Gruß

11

Hallo.

Wenn dem Jungen keine Grenzen und keine Konsequenzen aufgezeigt werden, dass lässt sich das weder mit Wackelzahn-Pubertät begründen, noch braucht man dazu ein SPZ.

Es ist schon möglich, dass ihm die derzeitige Familiensituation derzeitig sehr zusetzt. Aber das ist kein Freibrief, um seine Familienmitglieder zu terrorisieren!

Ich an deiner Stelle würde dem Burschen mal ne klare Ansage machen, wenn die Mama wieder teilnahmlos da sitzt.

Es kann weder ein Psychologe noch ein Ergotherapeut "richten", wenn das/die Elternteil/e nicht am selben Strang ziehen. Manachmal gehts halt nicht nur mit Verständnis und Gelassenheit. Wenn sie auch schon von den Erziehern im Kiga darauf angesprochen wurde, dann heißt das ja, dass er sich auch dort unmöglich benimmt. Es ist einfach schade und unfair anderen gegenüber, sich das alles gefallen lassen zu müssen, nur weil die Mutter "keine Kraft dafür hat". #zitter

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Frag sie, wie sie es findet, dass du Grenzen setzt.
Offen, freundlich, direkt?

Als Kind kannte ich es so, dass jeder Verwandte, anwesende Erwachsene dem Kind etwas sagen durfte, wenn dieses über die Strenge schlug.

Wenn meine mal aufdreht, werde ich von Erwachsenen schüchtern gefragt, ob sie etwas sagen dürften. Sage ich dann: ja, sehr gerne! Eine Ansage vom Gastgeber bringt oft sehr viel mehr, staunen alle, dass ich das "erlaube".

Nun ja. Es bringt sehr viel. Meine findet es toll, von Gastgebern klare Regeln zu bekommen. Dort geht sie gerne hin, weil sie dort Sicherheit und Verlässlichkeit hat.
Unwohl fühlt sie sich überall dort, wo aus "falscher Zurückhaltung" nichts gesagt wird. Das findet sie so anstrengend, dass sie lieber zu Hause bleibt.


Zu Hause macht es mehr Sinn, wenn ich die Regeln durchsetze. Das ist für mein Kind "mein Revier".
Überall sonst reagiert sie sehr auf Gastgeber und Hausregeln. Eben weil ihr das Sicherheit gibt.

Mit Freunden haben wir uns immer vorher abgesprochen.
Wir bei anderen mit Kindern / andere bei uns mit Kindern. Wir Erwachsenen klärten die wichtigsten Regeln und ein paar mögliche Konsequenzen.

Z.B. wer näher dran ist, reagiert. Habe ich im "fremden Revier" das Kind vom Sofa gepflückt, stimmte die Mutter voll zu. Auch wenn es deren Wohnung war.
Ich wusste, dass dort auf dem Sofa springen verboten war.
Bei einer anderen Freundin durften es die Kinder. Dort habe ich nur mein Kind runter gepflückt.
Bei mir zu Hause habe ich alle Kinder ausnahmlos vom Sofa gepflückt, wobei das nur eines einmal versucht hätte und sofort merkte, dass das bei mir gar nicht geht.

Ebenso haben wir es mit Schränken und allem anderen gemacht.

Im Laufe der Jahre mit Regeln, die eben gerade aktuell waren. Jetzt bei den Teenies sind es eben eher Handy am Tisch ist tabu und sowas.

Durch die Blume hat mich als Mutter immer aufgeregt und noch mehr gestresst.
Was will die jetzt eigentlich?
Ich sehe doch selbst, dass gerade was nicht rund läuft!
Sie weiß, dass es mir gerade nicht gut geht / dass....

Mein Kind spürt unsere Erwachsene und dreht dann noch mehr ab.
Je mehr sich nicht (ausreichend) zuständig fühlen, desto mehr ging die Post ab. Die wenigen, die es dann durch die Blume versucht hatten, nahm sie noch weniger ernst. Nix halbes und nix Ganzes.
Mich nahm sie dann noch weniger ernst: die Erwachsenen tun es offensichtlich ja auch nicht. Würden sie mich ernst nehmen, würden sie offen mit mir sprechen, nicht indirekt, vorsichtig.

Als ich selbst krank war, bin ich mit Kind nur noch zu Erwachsenen, die ohne Blume klare Regeln haben. Die mit dem Kind auch mal klare Worte finden. Die das Auffangen können (auch mental, körperlich, eigene Situation), wenn ich es gerade nicht kann.
Die zwar nicht meinen Part übernehmen. Ihren Teil (Gastgeber, Dorf erzieht...) voll grade stehen können. Die für sich selbst ein Rückrat haben und ganz direkt sagen: So, Maß voll. Nicht erst irgendwann, wenn Kind sowieso niemanden mehr ernst nimmt, sondern dann, wenn es sich anbahnt, dass die Grenze erreicht wird.

Mein Kind hat es genossen bei Menschen mit Rückrat zu sein.

Freunde / Erwachsene wo wir in der Zeit zu Besuch waren, schätzten meine Einstellung, dass ich ihnen "erlaube" zu ihren Bedürfnissen zu stehen. Dass deren Rückrat nicht untergrabe.

Bei denen, die es mir durch die Blume versucht haben zu sagen, ist der Kontakt abgebrochen.
Ich bin zwar zuständig für mein Kind und die Erziehung. Hellsehen oder Gedanken lesen kann ich nicht, wann wer welcher Erwachsene was braucht. Was im Einzelnen zu weit geht und was nicht.
Besonders dann, wenn ich erahnte, dass ihnen "durch die Blume" was zu unpassend wird. Sprach ich sie darauf an, eierten sie noch mehr durch die Blume , was mich wiederum stresste oder schlimmer noch "alles nicht so schlimm, irgendwie eier .... solltest könntest meinst du nicht .. .. eingentlich naja ..... interpretierst zu viel rein ..... ich meinte doch nur ..... irgendwie nun ja ...... vielleicht ..... ein bisschen ....... "


Bei ihr zu Hause: schwierig für den Anfang. Dort wissen die Kids sehr genau, dass Mama das Sagen haben sollte. Besucher sind in gewisser Weise Eindringlinge. Das klappt, wenn sie dich einschätzen können und sicher sein können, dass Mama das unterstützt.

Bei dir zu Hause: sprich VORHER in RUHE Regeln mit ihr ab.
Das ging beim letzten Mal zu weit. Da wirst du künftig strenger sein.
Direkt sagen, was du vor hast. Dann kann sie reagieren.
a) die freie Hand geben, weil sie es selbst auch merkt, aber nicht mehr die Kraft hat
b) auf Abstand gehen, weil ihr das zu weit geht. Wenn das ihre Reaktion ist, würdet ihr es ohnehin noch längere Zeit mit euch rum schleppen, bis irgendwann dein Geduldsfaden reißt. Dann lieber zurück ziehen lassen mit Option, sie kann sich melden; als dass es nach einem großen Knall oder Streit endet

Keine Vorwürfe!
Eher Verständnis. Aber mit Klartext. Das konkret geht zu weit. Da schreitest du künftig bei dir zu Hause ein.

Für Ausflüge: vorher absprechen. Deinen Kindern möchtest du folgendes nicht erlauben. Wie sieht sie das? Oder umgekehrt: das möchtest du deinen Kindern erlauben, geht ihr das zu weit. Welche Regeln gelten für alle? Welche familienintern?
Das mache ich mit jeder Familie, bevor wir Ausflüge machen. Es hilft enorm. Uns Erwachsenen und den Kindern.

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