Kinder, Schule, Beruf

Bei wem klappt das ohne ständige Präsenz?
Ich höre von vielen, dass Kinder in der Grundschule Betreuung und Unterstützung benötigen.
Zu Hobbys gefahren werden müssen, einer muss also Nachmittags zu Hause sein.
Wer hat es anders geregelt und wie?
Ich habe drei Kinder, und alle haben es gerade weil ich arbeiten wollte und beruflich immer gut ausgelastet war, gut hin bekommen, ohne Elterntaxi, Hausaufgabenbetreuung und Unterstützung.
Wie habt ihr euch organisiert und wie haben sich die Kinder entwickelt, obwohl beide Eltern Nachmittags nicht da waren?

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Hallo,

es kam auf das Alter an: entweder waren die Großeltern vor Ort oder Nachbarn. Oder die Kinder haben sich mit Freunden getroffen. Und natürlich mit der Förderung der Selbstständigkeit. Zur Not gab es halt mal einen bezahlten Babysitter, abhängig vom Alter und Entwicklungsstand der Kinder. Aber mein Mann und ich haben erstmal versucht es selbst hinzubekommen.

LG, Maria

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Hm, also in der Grundschule hatten wir eine Ganztagsschule, die verdammt gutes Programm angeboten hat. Also die Hobbys hatte er nach der Schule (Vereinsfußball, Geige spielen, Reiten, Schwimmen, auch noch seeeeeeehr viele andere Angebote, die er aber nicht gemacht hat weil zeitlich nicht mehr machbar). Da quasi 99% der Kinder die OGS besuchen, hat das gut geklappt.
Hausaufgaben wurden in der Schule gemacht, für Tests oder Vokabeln musste man zuhause mal lernen. Aber zumindest bei uns, mein Sohn war ein sehr unkomplizierter und guter Schüler, kam es vielleicht alle 3-4 Monate mal vor, dass ich mich mit ihm noch eine Stunde hingesetzt habe und was erklärt. Wenn überhaupt. Also eigentlich nicht der Rede wert.
Ganz alleine zuhause stelle ich mir aber bei 6/7-jährigen zumindest schwierig vor. Jetzt auf dem Gym ist er gegen 13:00/13:30 zuhause, macht selbstständig Hausaufgaben etc., aber mein Mann ist im Homeoffice und kann dadurch meistens auch gerade mal das Auto starten und zum Fußball fahren, wenn nicht gerade Corona ist. Und er ist jetzt 14, seine Hobbys beginnen meistens erst zwischen 17 und 19 Uhr, da bin ich dann meistens auch zuhause für Fahrdienste.
Er ist allerdings auch Einzelkind, dadurch war es aber schön, dass er nach der Schule mit seinen Freunden in der Schule spielen konnte. So Spielverabredungen nachmittags stelle ich mir in der Grundschule schwer vor, wenn die Kinder eben noch regelmäßige Betreuung brauchen. 6/7-jährige haben meistens dann doch Durst, wollen was ausgedruckt haben, Sport machen etc. Pp.. das wäre bei uns direkt nach der Schule dann doch schwer vor, wenn kein Erwachsener zuhause ist (und ich hätte meinen Grundschüler auch zu keinem Freund gebracht, wo ich weiß die Eltern kommen erst 4 Stunden später).

Also gehen tut es bestimmt - aber wenn zumindest jemand im Nebenzimmer am arbeiten ist oder es eben ein gutes OGS-Angebot gibt (gibt es ja leide, zumindest bei uns, sehr wenig) halte ich das schon für wichtig in der Grundschule.

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Mein Mann und ich sind auch beide Vollzeit berufstätig und gut ausgelastet und - dank Gleitzeit - war trotzdem immer einer um 15.00 Uhr zuhause und hat Elterntaxi gespielt. Vorher waren die Kinder im Hort und haben dort gegessen und Hausaufgaben gemacht.

Ich finde es ziemlich normal, dass Grundschüler in der 1. und 2. Klasse noch Unterstützung brauchen. Sei es die Kontrolle, ob die Hausaufgaben erledigt sind (das hat in unserem Fall der Hort erledigt) oder dass man sie zum Freund oder Fussballtraining bringt. Ich lass' doch keinen 6jährigen 4 Kilometer alleine zum Fussballplatz radeln.

Grüsse
BiDi

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<<Ich lass' doch keinen 6jährigen 4 Kilometer alleine zum Fussballplatz radeln.<<
Würde ich auch nicht tun.

Das Alter ist auch ein Punkt, genau wie die Lage, das habe ich vorhin vergessen zu schreiben.

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Ich kann nur aus meiner persönlichen Erfahrung berichten:
Das kann man nicht pauschalisieren. Ich bin zum Beispiel auf dem Land aufgewachsen und ohne Elterntaxi waren Hobbies so gut wie nicht möglich, weil keine Busse gefahren sind. Das hatte Zur Folge, dass ich keine Angebote wahrnehmen konnte, weil meine Eltern nicht da waren um mich zu fahren. In der Stadt ist es natürlich unproblematisch was öffentliche Verkehrsmittel angeht.
Hausaufgaben habe ich alleine gemacht, hätte aber die Unterstützung auch noch nach der Grundschule gebraucht. In einigen Fächern bekam ich Defizite, die sich wie ein Rattenschwanz durch die Schulzeit zogen.
Wenn ich an die Zeit zurück denke muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich mir ein Elternteil zu Hause gewünscht hätte.

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Voraussetzung ist natürlich die Wohnlage bzw. die Verkehrsanbindung.

Ich kenne Dörfer, da kommt man ohne Auto nicht weg, teils nichtmal zum nächsten Supermarkt. Hobbys wären teils also unerreichbar für Kinder.

Meine Kinder konnten überall mit den Öffis hinfahren, brauchten also kein Elterntaxi.

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Hier haben wir das Dorf u.a. nach Öffi-Anbindung ausgewählt. Es gibt auch ein sehr vielseitiges Angebot in unter 2km Distanz, das meiste unter 1km. Dazu wohnen meine Eltern auch hier, die Grosse ist jetzt mit 6 schon oft alleine von A nach B unterwegs zu Fuss und das klappt hervorragend.

Aber es gibt hier genug Dörfer, die weder gute Öffis, noch Schulen oder Freizeitangebote haben, da wären die Kinder einfach aussen vor. Da würde ich tatsächlich lieber für mich zurückstecken, als den Kindern jegliche Freizeitaktivitäten zu verunmöglichen. Wobei wir um das zu vermeiden eben keines dieser Käffer gewählt haben.

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Hallo.

Bei uns haben die Großeltern ganz viel ausgeholfen - und machen es bei Bedarf auch jetzt noch.

Ohne sie hätte ich tatsächlich dauerhaft nur vormittags arbeiten können.

Ich bin ihnen sehr danbar dafür. :-)

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Wenn es bei euch gut läuft warum fragst du wie andere das regeln?

Ich bin selbst keine Übermutti und plädiere für Selbstständigkeit. Meine Große ist 10. Zum Schuleintritt bekam sie ihren eigenen Wohnungsschlüssel. Bei der Jüngeren (6) wird es nächstes Jahr im Herbst soweit sein.

Die Große bleibt locker ein paar Stunden allein. Noch ist entweder mein Mann oder ich mittags da. Einer muss ja die Kleine vom Kindergarten abholen. Dann gibt's Essen und derjenige, der das Kind geholt hat geht dann wieder arbeiten und die Kinder sind alleine. Meist so 2 Stunden.
Mein Mann hat ist in seinem Job sehr flexibel. Ohne diese Flexibilität würde es nicht gehen, denn ich arbeite im Handel. Er passt sich sozusagen meinen Arbeitszeiten an.
Omaservice oder dergleichen gibt es nicht.

Wir wohnen sehr gut gelegen, denn es ist alles fußläufig erreichbar.
Das Hobby der Kinder keine 5 Minuten entfernt.

So wie wir es machen, macht es niemand in unserem Umfeld.
Aber ich sage auch, dass das nicht mit jedem Kind funktioniert. Eltern müssen das für sich selbst entscheiden. Allerdings erntet auch jeder was er säht. Trage ich meinen Kindern den Hintern nach, darf ich mich auch nicht beschweren, wenn das Kind bequem ist.
Ich war selbst früh sehr selbstständig. Geschadet hat es nicht. Im Gegenteil. Was ich kann das kann ich. Und so sehe ich es auch bei meinen Kindern.

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Bei uns ist immer einer am Nachmittag da, das ist uns auch wichtig.
Aber unsere Schulkinder müssen trotzdem ohne Elterntaxi auskommen.
Alles, wo es geht, machen sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Roller, oder mit den Öffentlichen.
Bei den normalen Hobbies klappt das so, da müssen wir niemanden fahren.

Ansonsten organisieren wir Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern.
Meistens "dürfen" wir dann trotzdem fahren, weil wir das größte Auto haben.

Viel Hausaufgabenbetreuung brauchen sie auch nicht, und sie helfen sich auch oft gegenseitig.

Unsere Kinder entwickeln sich zu normalen, selbstständigen Menschen. Sie sind nicht der Nabel der Welt, aber sie wissen auch, dass wir immer für sie da sind.

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Hi,

Ich denke es kommt auch aufs Kind und die Umgebung an.
Mein Großer geht im Nachbarort zum Sport, mit dem Auto 10 Minuten.
Bei uns im Ort gibt es das Angebot auch, aber mit langer Warteliste und fast doppeltem Jahresbeitrag😅 Zudem kommt die Trainerin noch oft zu spät (weiß ich von einer Freundin, die nach 1,5 Jahren Wartezeit einen Platz bekommen hat).
Da könnte er nicht alleine hin. Im Sommer, wenn er älter wäre, also so 12/13 ginge es mit dem Fahrrad, aber im Winter ist es schon dunkel.

Und bei Hausaufgaben etc... Meine Mutter hat in der Grundschule schon die Hausaufgaben nicht richtig kontrolliert. Aufgefallen ist es erst am Gymnasium, weil die Noten immer schlechter wurden. Meine Mutter meinte eben ich wäre alt genug um das selbstständig zu erledigen. War ich aber eben nicht. Ich hätte da noch eine Weile jemanden gebraucht, der mir beim organisieren hilft.
Da hat es mir auch nicht geholfen, dass meine Mutter Hausfrau ist und immer zu Hause war 😅.

Es gibt Kinder die brauchen ihre Eltern zur Unterstützung und andere, die bekommen das schon früh alleine hin.

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