Gleichberechtigtes Familienleben - eure Erfahrungen

Guten Morgen :)
Wir haben erst gerade angefangen zu "basteln", machen uns aber schon viele Gedanken über die Zeit wenn ein Kind dann da sein sollte.

An die Mütter die schnell wieder arbeiten gegangen sind und die Väter die auch (teilweise) Zuhause geblieben sind. Wie habt ihr euch organisiert? Wer arbeitet wie viel %? Wie habt ihr euch organisiert im Alltag und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Wir leben in einem Land in dem es keine Elternzeit gibt. Nach der Geburt würde ich 5 Monate Zuhause bleiben und danach wieder in den Beruf einsteigen. Ich liebe meine Arbeit und könnte ohne meine Funktion aufzugeben nicht unter 80% reduzieren. Die Arbeitszeiten sind größtenteils flexibel und ich kann auch Homeoffice machen.
Mein Mann hingegen ist selbstständig und eher frei in seiner Tagesgestaltung und Pensum. Unsere Überlegung ist, dass ich einen Tag in der Woche das Kind nehme, er 2 Tage und 2 Tage Kita. Seht ihr das realistisch?

Wie geht ihr Mütter die (fast) Vollzeit arbeiten mit dem Druck der Gesellschaft um? Das macht mir eigentlich am meisten Angst, dass ich nacher verurteilt werden würde deshalb ich sei keine gute Mutter...

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Ich lebe in der Schweiz, bin nach 6 und 5 Monaten wieder eingestiegen, mit 60%. Da ich nach dem ersten Kind in einer neuen Firma angefangen habe, war ich eher zurückhaltend mit dem Pensum, um mich nicht zu übernehmen und dadurch meinen Job zu gefährden. Ich hab flexible Arbeitszeiten (und - tage, wenn ich schieben will), Home Office mind 1 Tag/Woche, bei Bedarf auch mal ne ganze.
Derzeit mache ich eine 3-jährige Weiterbildung und komme im gesamten auf über 100% Stellenprozente vom Zeitaufwand her.

Mein Mann arbeitet Vollzeit, Schicht, unflexibel, kein Home office, 24/7/365. Aber er war und ist viel unter der Woche tagsüber zu Hause, wenn ich arbeite. Dadurch halten wir die Fremdbetreuung tief (übernimmt meine Mutter, Kita wäre mir viel zu teuer und unflexibel).

Für uns stimmt es, wir sind recht anspruchslos was die Freizeitgestaltung angeht und da mein Mann schon immer Schichtarbeiter war, kennen wir das klassische Zusammenleben gar nicht. Und was man nicht kennt, vermisst man wohl auch nicht.

Druck der Gesellschaft... Schwierig, hier eher ländlich sind wir eine Exotenfamilie. Mein Mann bewundert von anderen Müttern (manchmal bemitleidet von Vätern), ich... Naja. Ich kämpfe eher damit, dass jeder davon ausgeht, dass ich Arme arbeiten muss, weil wir knapp bei Kasse bin. Und ich in einem unterbezahlten, typischen Frauenjob ackere. Wenn ich dann von meinem Job erzähle, wechselt es aber schon manchmal auf die "schlechte, abwesende Mutter" Schiene, freiwillig arbeiten hat hier einen schweren Stand. Gleichzeitig finden es aber alle ach so toll, dass mein Mann ins Elki Turnen geht, an Basteltagen im Kindergarten mitmacht usw. Also sehe ich das Problem bei der Gesellschaft, die mal ordentlich aufgemischt werden muss, und warum nicht selber den ersten Schritt machen? Der einzige Tip von mir ist, sich nie rechtfertigen. Auch nicht pampig werden oder defensiv, sondern einfach sagen, Job macht Spass, Geld kann man immer gebrauchen und der Vater sei schliesslich auch fähig, seine Kinder zu erziehen. Oft trifft das auf mind. 2 wunde Punkte und es ist Ruhe.
Entscheidend ist, dass ich "unser" Modell tatsächlich ideal finde, daher kann ich auch dahinter stehen. Es muss auch niemand meine Meinung teilen, aber sie akzeptieren und das funktioniert inzwischen ganz gut.
Auch, weil die Kinder im Umfeld langsam älter werden und die Mütter merken, dass man nach 6, 7 Jahren zu Hause eben nicht so einfach wieder einen guten Job findet. Corona macht das nicht einfacher und da kam doch erst diese Woche der Kommentar "ja, langfristig gesehen hast du wohl doch keinen so schlechten Weg gewählt" und das tat irgendwie gut zu hören von jemandem, der mich da öfters kritisiert hat.

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Oooooohh, schöne Argumente 🥰 ja, da bohrst du sicher in Wunden 😅

Wir haben noch keine Kinder, leben aber schon jetzt unser "alternatives" Lebensmodell und wenn es dann hoffentlich soweit ist, macht er quasi die Tagesmama. Macht er bei den Hunden gut, macht er sicherlich auch beim Kind gut. Ich trau ihm nicht alles zu... Aber FAST alles 😊

Ich ertappe mich tatsächlich immer dabei, dass ich mich rechtfertige für unseren Weg (er ist zuhause) und anfange, das zu begründen. Die Kritik wird sicherlich mehr werden, wenn dann auch noch Kinder im Spiel sind.

Daher danke für den Tipp mit dem Wunden bohren 😆

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Meine Frau hat nach einem halben Jahr 60% gearbeitet, nach einem Jahr 80%. Es gibt sicher Leute, die sich die Frau an den Herd wünschen, aber die sind nicht in unserem Freundeskreis. Von dem her ist der Druck relativ egal. In der Schweiz ist es ja so mittlerweile zumindest in urbanen Gegenden normal.

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Das klingt gut, Danke für deine Erfahrungen! Wie viel hats du gearbeitet und wie habt ihr die Kinderbetreuung organisiert?
Und was war schwierig für euch?

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Zwei Tage KiTa ist viel (!) zu wenig, wenn ihr 80:80 arbeiten wollt.

Bei uns war es sehr ähnlich.
Mein Mann hat Vollzeit gearbeitet mit Permanent Home Office und gelegentlich Fahrten in die Firma bzw. Dienstflügen.
Ich habe täglich 9-16 Uhr gearbeitet, Kind eingewöhnt mit 6,5 Monaten und mit 7,5 Monaten ging es dann los mit Arbeiten.
Familiäre Unterstützung haben wir gar keine hier. Wirklich Null.

Wir hatten KiTa an 5 Tagen gebucht und in der Regel auch so genutzt bzw. Kind zuhause gelassen, wenn es mal möglich war.

Es ist auf jeden Fall stressfreier und auch kindgerechter, wenn das Kind in kindgerechter Umgebung spielen kann und altersgerecht bespasst wird, statt nur so nebenher von den Eltern mit Telefonkonferenz am Ohr halbherzig abgefertigt zu werden.
Vor allem hat die KiTa einen regelmäßigen Tagesablauf fürs Kind, das Dein Kind auch einfordern wird.
Schlafenszeiten waren bei uns sehr wichtig. 13-15 Uhr gab es Mittagsschlaf, früher abholen war also absolut sinnlos. Dafür hätte ich entweder schon um 12:30 Uhr da sein müssen oder sonst halt erst 15:30 Uhr, andernfalls müsste das Kind aus dem Schlaf gerissen werden. Als Baby hatte mein Kind noch zwei mal während der Kita geschlafen. Die aktive Zeit ist dort daher recht überschaubar.

Und der Haushalt, Einkäufe, Arztbesuche, etc. wollen auch gemacht sein und gehen natürlich schneller ohne Kind. Haushalt unter Zeitdruck machen und Kind notgedrungen brüllen oder quengeln lassen ist ja auch keine Option.
Du willst Abends auch irgendwann mal deine Ruhe haben und selbst dann braucht Dich das Kind zum einschlafen, so dass die Verschiebung von Hausarbeit auf die Abendstunden keine Option ist.

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Finde ich toll. Da ihr so flexibel seid, könnt ihr es machen wie es euch gefällt.

Zum Druck der Gesellschaft... (deswegen geb ich darauf eine Antwort, obwohl ich vollzeit zu Hause bin) die wirst du so oder so haben.

In meinem Umfeld gibt es die unterschiedlichsten familienmodelle und alle haben schon Kritik erfahren müssen. Egal ob aus der Familie oder im Umfeld. Das ist etwas, womit alle Eltern mit dem ersten Kind konfrontiert wird.

Entweder ist man eine rabenmutter, weil man das Kind vernachlässigt oder weil man nicht an sich denkt.

Ich bin vollzeit zuhause und da werde ich genauso schief angeschaut wie meine Schwägerin, die mit ihrem Mann vollzeit arbeitet 🤦‍♀️

Ich persönlich finds toll, dass ihr euch vorher Gedanken macht und macht es so, wie es euch am besten passt 😉 was der Rest zu sagt, ist egal, weil es ja euer Leben ist 😊

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Ich habe erst nach einem Jahr wieder angefangen und dann auch Teilzeit, aber ohne Fremdbetreuung. Großeltern wohnen weit weg und Krippe wollten wir hier nicht, da die einzig verfügbare nicht gerade toll ist.
Ich arbeite vier Tage die Woche. An zwei Tagen im Homeoffice (Realität sieht so aus, dass ich die Arbeit oft erst abends machen kann und tagsüber lediglich erreichbar bin, da das mit Kleinkind nicht anders geht). An den anderen zwei Tagen bin ich vormittags im Büro und Krümel ist bei meinem Mann. Wenn ich heimkomme, geht er sofort arbeiten. Es ist oft stressig, funktioniert aber und ich würde es nicht anders wollen.

Eine Freundin hat zwei Kinder und jedes Mal nach 6 Monaten wieder angefangen zu arbeiten. Erst wenig und nach kurzer Zeit war sie wieder Vollzeit dabei. Die Kinder gehen in die Krippe, direkt nach der Arbeit holt sie sie ab. Der Papa arbeitet bis 18 Uhr, d.h. bis halb 7 ist sie dann nich allein mit den beiden. Auch für sie funktioniert es. Es ist halt oft anstrengend.

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Elternzeit gab es bei mir auch noch nicht, nur Erziehungszeit mit ein paar wenigen Kröten im Monat (deshalb verstehe ich das Gejammer heutzutage auch echt nicht...)

Ich hatte keinen Druck der Gesellschaft, wäre mir auch ziemlich egal, wenn jemand irgendwelche dämlichen Urteile fällen würde, da dieser jemand eh keinen Plan hat.

Ich habe auch nach ein paar Monaten voll angefangen zu arbeiten, aber mein Mann blieb zuhause. Organisation lief normal, mein Mann hat natürlich viel im Haushalt gemacht und sonstiges, ich nach der Arbeit das Kind.
Am WE habe ich auch mehr im Haushalt gemacht, aber doch hauptsächlich Kind.

Erfahrungen:
Es lief super.
Mein Mann war gelangweilt, wenn er in den Krabbel-/Schwimmgruppen und ähnliches keinen Vater gefunden hat, weil die Muddis ihn mit dem ständigen Baby-Haushaltsgequatsche angeödet haben.

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Guten Morgen.
Ich bin 1 Jahr zuhause geblieben und dann wieder mit 75 % (30 Std) eingestiegen. Mein Mann geht Vollzeit, fängt aber so früh an, dass er um 15 Uhr zuhause ist.
Vom ersten bis zum zweiten Lj wurde mein Sohn tagsüber von meinen Eltern und Schwiegereltern betreut. Mit 2 kam er in den Kiga und geht 35 Stunden hin.
Perfekt für uns.

Den Druck der Gesellschaft kenne ich nicht. Nur Diskussionen über verschiedene Vorstellungen einer emanzipierten Frau. Wenn mir Leute blöd kommen wegen meiner Einstellung zur Arbeit, bekommt derjenige meine Meinung zu dem Thema präsentiert und drehe den Spieß um. Grds denke ich, jeder sollte leben wie er es für dichtig hält. Aber natürlich bin ich davon überzeugt, dass auch ich als Mutter einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten habe. Und das bedeutet für mich eben arbeiten zu gehen. Und zwar mehr als auf 450 € Basis.
Ich selbst würde das Thema bei anderen nie ansprechen. Da jeder individuelle Gründe hat, ob er arbeiten geht (und wie viel) oder eben nicht.
Aber wenn jemand mit mir darüber diskutieren will, bin ich da ziemlich deutlich.
Deswegen würde ich es nicht als Druck bezeichnen. Die Emanzipation ist einfach noch nicht in allen Köpfen angekommen. Bzw. legt sie nun mal jeder anders aus.

Du wirst festellen, wenn ihr ein Kind habt werdet ihr euch zu allen möglichen Themen positionieren müssen, weil jeder euch seine Meinung aufzwingen will.
Stillen, Familienbett, Pro/Contra Tragetuch, Brei oder BLW etc.

Ihr macht es genau richtig, euch zu überlegen was für EUCH richtig ist. Nicht was für andere richtig ist.

LG pixie mit Finn (2j4m)

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Das kommt total auf eure Arbeit an. Ich habe einen sehr verständnisvollen Chef und einen großen Teil meiner Arbeitszeit kann ich flexibel von Zuhause aus machen.

Bei 1. Kind habe ich nach 8 Wochen eine Weiterbildung mit dem Baby zusammen gemacht und hab dann 50% gearbeitet. Das war mega anstrengend. Das Baby und der ganze Haushalt waren schon allein ein Fulltimejob. Ich musste also trotz schlafarmer Nächte trotzdem um 5 Uhr aufstehen um schon mal was zu arbeiten und danach freudestrahlend auf dem Spielteppich erscheinen. Mein Baby war einmal die Woche einen Nachmittag bei einer Tagesmutter, weil an diesem Tag immer mein Mann und ich beide arbeiten mussten, ansonsten haben wir mit den Jobs, dem Kind und dem Haushalt jongliert. Es ging, aber schön war es nicht. Mir tat mein Baby sogar manchmal Leid, weil er so hin und her gerissen war und er sich viel in unser volles Leben fügen musste.

Beim 2. und 3. Kind hab ich das nicht nochmal so gemacht und jetzt beim 4. werden wir es wohl so machen, dass ich nach dem 8wöchigen Mutterschutz wieder auf Minijob-Basis weiterarbeite. Keine Ahnung ob das klappt.

Ich denke bezüglich der Vorwürfe muss man verstehen wie dieser Konflikt normalerweise ausgetragen wird. Die Karrieremütter sind egoistische Rabenmütter und die anderen sind das Heimchen vom Herd oder einfach faul. Teilweise machen sich die Frauen auch insgeheim selbst diese Vorwürfe und da gleicht jede Unterhaltung über dieses Thema einem feministischen Minenfeld.
Ich würde mir da ein Umdenken wünschen. Nicht jeder Beruf, nicht jede Frau, jeder Mann oder jedes Kind lassen sich einfach miteinander kombinieren. Es ist auch doof, wenn man ständig ausfällt, weil das Kind krank ist. Oder wenn die Mama den ganzen Tag Zuhause total unglücklich ist. Ganz ehrlich ... es gibt in dieser Situation keinen RICHTIGEN oder gleichberechtigten Weg. Es gibt nur viele Aufgaben, die schaffbar auf Mutter und Vater verteilt werden müssen. Und manches erfährt man auch nur indem man es ausprobiert, aber sich nicht darauf versteift, dass das klappen muss.

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Das hast du aber schön zusammengefasst, feministisches Minenfeld 🤣

Krass, dass du dich trotzdem für vier Kinder entschieden hast, nach dem Stress mit dem ersten 😅

Darf ich fragen, wie ihr das finanziell macht? Also, wenn du beim ersten so viel gemacht hast, wart ihr ja vermutlich zwei gute Zahltage gewohnt und meiner Erfahrung nach gewöhnt man sich schneller an mehr Geld als an weniger 😉. Wenn du jetzt "nur noch" 450€ hast, aber 3 Kinder mehr, war das sicher ne Umstellung...? Oder hast du damals "nur" so viel gearbeitet, weil der Job Spaß gemacht hat, das Geld hätte aber auch ohne gereicht?

Ich hoffe du nimmst mir die Fragen nicht übel 😅 aber ich frage mich immer, wie manche vier Kinder stemmen, vor allem, wenn schon beim ersten der Zahltag der Frau "unverzichtbar" war 😅

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Naja ... ich hab einen tollen Job und deshalb mach ich auch diesmal weiter, weil ich gebraucht werde. Meine Kinder gehen natürlich vor, aber ich finde mich auch besser in meiner Rolle als Mutter zurecht, wenn ich einen beruflichen Ausgleich habe. Das würde ich wirklich ungern opfern.

Bezüglich des Geldes muss ich dir ehrlich sagen, dass wir im letzten Sommer mal eine ziemliche Talfahrt hatten, weil wir einfach über unsere Verhältnisse gelebt haben. Nun brauchten wir für das 4. Kind ein neues Auto und mussten ordentlich sparen und wir kommen plötzlich mit 1000 bis 1500 € im Monat weniger aus. Meine Erfahrung mit Geld ist, dass man sich schnell einen Lebensstandard angewöhnt, den es gar nicht braucht und das man sehr viel Geld mit Sachen verplempert, die es gar nicht wert sind. Alle erzählen mir, dass sie ja arbeiten müssen damit das Geld reicht. Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Ich glaube die meisten können sich nicht vorstellen ihren Konsum zu reduzieren. Dabei ist mehr Zeit mit seinem Kind, weniger Stress und weniger Aufgaben manchmal viel wertvoller als die neue Jacke, der Urlaub, das 2. Auto oder was weiß ich.
Wenn ihr euch finanziell Gedanken macht, dann würde ich dir echt zu einem Haushaltsbuch raten. Wenn man das mal 2 Monate geführt hat, dann stellt man erst fest wo das ganze Geld bleibt und bei vielen Sachen wirst du merken, dass es das gar nicht wert war.

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Hallo!

Ich bin selbstständig und habe bei beiden Kindern gearbeitet bis kurz vor der Geburt, beim Großen buchstäblich, 30 min nach Feierabend ging es los, bei der Kleinen wäre es ähnlich gewesen wenn es an einem Wochentag losgegangen wäre.
Bei beiden Kindern habe ich etwa 1 Woche nach Geburt erste Mails beantwortet und nach und nach im HomeOffice losgelegt. So ab dem 2.Monat war ich bei beiden bei etwa 10-15 Wochenstunden, die ich nahezu komplett allein mache, also wenn die Kinder geschlafen haben oder mal abends oder am Wochenende. Wenn was Wichtiges ansteht oder ich einen Termin habe, ist jemand aus der Familie, Mann oder Großeltern zum Babysitten eingesprungen, so schaffe ich auch mal 20 Stunden wenn es sein muss.
Geht bis sie etwa 6-7 Monate sind, recht problemlos (ich mache dafür bis auf Wäsche und Aufräumen fast nichts im Haushalt aber). Mehr Einsatz von der Familie braucht es danach, weil sie weniger schlafen und mobiler werden. Also gibt es einen festen Papa und einen festen Oma-Nachmittag pro Woche, da bestehen auch beide drauf.
Ab 1 Jahr geht es für 4 Stunden täglich in die Kita, so komme ich mit Oma und Papa-Nachmittag auf 30 Stunden, aus den 4 Stunden werden dann nach und nach 6-7, je nach Tempo des Kindes, so bin ich dann irgendwann bei 40 Wochenstunden, Betreuung ist von 8:30/9 bis 15 Uhr - einer bringt, der andere holt ab.

Mein Mann arbeitet etwa 40-50 Stunden, ist auch selbstständig.

Wenn Kind krank ist, bleibe ich zuhause, weil ich am leichtesten auf HomeOffice umschalten kann - das solltest du mitbrachten, dass im Winter oft ein Schnupfen oder so kommen kann.

Beide Kinder wurden/werden so lange gestillt wie sie selbst Lust haben, beim Sohn waren es 19 Monate.

In meiner Branche machen das auch fast alle so wie ich, weil man bei uns nicht lange aussteigen kann wenn man auf einem bestimmten inhaltlichen Level bleiben will, also ich kenne echt viele Frauen, die es so oder ähnlich machen wie ich. Auf Dienstreisen sind häufig Kinder dabei. Eine Freundin bevorzugt zum Beispiel einen langen Tag von etwa 10 pro Woche, ab dem 3.Lebensmonat und da bleibt ihr Freund mit abgepumpter Milch zuhause.

Auf die Meinung von außen würde ich nichts geben. Wichtig ist, dass es für euch passt,
Mir hat letztens tatsächlich eine Frau, die sich sogar feministisch engagiert, vorgeworfen, ich würde eine falsche Gleichberechtigung leben, weil ich so schnell wieder arbeite ... da hab ich dann echt begriffen, dass es wirklich und nur ausschließlich darauf ankommt, dass es für das eigene Familienmodel passt. Frauen, die schnell arbeiten sind manchen genauso ein Dorn im Auge wie Frauen, die lange zuhause bleiben.
Dabei sollte man doch langsam soweit sein, dass jede das einfach so machen kann, wie es für sie und ihre Familie am besten passt, oder?

Liebe Grüße!

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Wir sind da so "reingerutscht. Wir haben unseren Sohn im Studium begonnen, waren 18 und 21. Wir hatten ehrlich gesagt einfach von diesem Deutschen (?) Konsens, dass Mama hinter dem Herd bleibt maximal nach einem Jahr wieder einsteigt, meistens für Kind 2 aber zuhause bleibt, einfach noch nichts gehört. Das kam erst mit der Geburt unseres Sohnes dass wir gemerkt haben, dass Kinder und Haushalt in vielen Familien Frauensache ist, aber da hatten wir unseren Weg ja schon gefunden.
So haben wir Studium und Kind so hin und herjongliert und das hat auch gut geklappt. Dann hat mein Mann seinen Master gemacht und sich ein Familienfreundliches Unternehmen gesucht. Dann habe ich ein Jahr später meinen Master gemacht und mein Referendariat begonnen. Auch das ging gut. Ich hatte aber tatsächlich das Gefühl, mich permanent rechtfertigen zu müssen, gerade vor Hausfrauen, die offensichtlich maximal unglücklich waren und irgendwie "Stutenbissig" wurden, um ihre eigene Unzufriedenheit zu überspielen und sich zu rechtfertigen. Von Menschen, die zufrieden in ihrem eigenen Leben waren, habe ich nie irgendwelche Verurteilungen gehört, egal zu welchem "Lager" sie gehörten. Da würde ich mir keine Sorgen machen. Spätestens wenn die unglücklichen Hausfrauen dann sich nämlich haben scheiden lassen bzw. (Leider auch mehrmals vorgekommen) der Mann arbeitsunfähig wurde, starb oder auch "nur" arbeitslos war) fanden sie meinen Weg dann doch ziemlich gut.

Zu den anderen Fragen noch:

Wie habt ihr euch organisiert?
Im Studium haben wir das Kind einfach hinundhergetauscht. Das ging Problemlos. Im Beruf ging das nicht so; aber dann war mein Sohn auch 2 und ging die Kita. Die hat schon viel "besorgt". Außerdem kann mein Mann seit Corona im Homeoffice arbeiten, dass erleichtert z.B. ein krankes Kind und Kitabringen und abholen extrem.

Wer arbeitet wie viel %?

Wir arbeiten beide 100%. Im ersten Babyjahr haben wir beide Vollzeit studiert und "nur" 450€-Studentenjobs gehabt, da wir kein Bafög bekamen.


Wie habt ihr euch organisiert im Alltag und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Es ist viel Orgaaufwand. Wir haben beide häufiger Abendveranstaltungen, mein Mann arbeitet regulär bis 17:30 ca, kann nachmittags also auch nicht dsas Kind abholen (In Ausnahmefällen natürlich schon, und diese Flexibilität ist echt wichtig). Ich muss gegen 7 losfahren, da hat noch keine Kita auf. Insgesamt ergänzen dich unsere Jobs da also sehr gut :-)
Ich habe die Erfahrung gemacht:
-Man braucht flexible Babysitter oder Omas und Opas
- Eine Kita, von der man überzeugt ist und wo das Kind von profitiert und nicht nur aufbewahrt wird
- Flexible Jobs, gerne auch Homeoffice
- Plan B, wenn das Kind krank ist (und das war unseres im ersten Kitawinter wirklich durchgehend)
- einen Partner der ein gutes Team mit einem ist

Wenn man nicht alles hat, kann das auch gut gehen, aber ein Großteil der Punkte sollte vorhanden sein.

Ich wünsch euch viel Erfolg!

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