Vollzeitkita mit 1 Jahr obwohl mit Baby zuhause?

Hm, ich bin schwer am Überlegen.
Kind 1 (im Sommer 2021 5,5) ist in der weltbesten Kita mit der weltbesten Krippe 150m von uns entfernt.
Kind 2 (im Sommer 2021 1) wird derzeit durch Oma, Opa, Papa und Mama quer durch die Bank betreut.
Kind 3 wird im Sommer 2021 geboren

Jetzt ist die Anmeldung für die Kita nächstes Jahr und ich weiß einfach nicht, ob es das richtige ist. Von der Persönlichkeit ist Kind 2 genauso offen wie Kind 1 (soweit man das jetzt bei einem 4-Monate-alten Baby beurteilen kann). Normalerweise wär der Kitagang für mich klar gewesen, einfach weil ich weiß wie sehr mein Sohn profitiert hat und mein Mann und ich beide Vollzeit arbeiten, was mit Kitabetreuung natürlich deutlich einfacher ist. Jetzt kommt aber im Sommer noch Kind 3 dazu.

CONTRA:
- Krippe hat feste Zeiten von 8 bis 14:30. Das finde ich für ein 1-jähriges, wenn eh immer jemand zuhause ist, echt viel.
- es ist ja eh immer jemand zur Betreuung von Kind 3 da, derjenige könnte ja eigentlich auch Kind 2 mitbetreuen
- schlechtes Gewissen, weil es ja eigentlich auch ohne Betreuung in der Kita machbar wäre und man den Kitaplatz Eltern wegnimmt, die ihn dringend bräuchten
- es geht Flexibilität verloren im Tagesablauf, wobei sowas wie Ausschlafen oder so durch Kind 1 in der Kita eh nicht möglich ist, aber zumindest vormittags einen Babyschwimmkurs zu belegen

PRO:
- allerbeste Krippe, vertraue den Erziehern mein Kind blind an
- ich kann mich auch mal entspannen, evtl. Mittagschlaf zusammen mit Baby machen ohne dass Kind 2 in der Zeit wach ist? Die beiden haben 11 Monate Abstand, das wird eh schon anstrengend genug, unabhängig davon dass ich keine Elternzeit nehmen möchte und zumindest 15 Stunden die Woche auch direkt nach der Geburt arbeiten werde
- Kind 1 ist eh in der Kita, wir gehen da sowieso hin und sie ist auch nur 150m entfernt
- Wir würden nichts zahlen, weil unser Sohn im Vorschuljahr ist, dadurch ist es für die Geschwister auch kostenfrei
- Die Kita hat extrem lange Wartelisten - im Sommer 2021 würden wir vermutlich durch Kind 1 mit Geschwisterbonus einen Platz bekommen. Im Sommer 2022 dann evtl. nicht mehr da Kind 1 dann Schulkind ist, und es ist die beste Kita im Umfeld

Hm, wie würdet ihr entscheiden?

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Ich würde das Kind in die Kita geben.

Du sagst, du kannst deine Praxis nicht schließen und musst arbeiten - verstehe ich. Aber ein ganz kleines Baby und Kleinkind zu Oma finde ich der Oma gegenüber unfair. Sicher wird sie ja sagen, aber das ist hart, 2 so kleine zu betreuen.

Du sagst, mal Mittagsschlaf mit dem Baby machen. Finde ich gut. Meine kleine Tochter kann zB nicht alleine schlafen. Sie ist wach, sobald ich aufstehe. So ein Kind kannst du auch bekommen. Und dann wuselt da noch ein 1 jähriges rum und du kommst aus dem Bett nicht raus... das ist dem Kleinkind gegenüber unfair.

Deine Nerven werden bei dem kurzen Abstand blank liegen, wenn du 2 kleine durchgehen zu Hause hast. Darunter wird auch das größte Kind leiden.

Und: du hast den Platz sicher. Nächstes Jahr vielleicht nicht mehr. Nimm ihn. Du vertraust den Erzieherinnen, dein Kind wird gut umsorgt und gefördert. Kita tut Kindern - wenn es eine liebevolle Einrichtung ist gut.
Kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Meine große hat SO profitiert, als sie mit 1 in die Kita gekommen ist.

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Danke für deinen mutmachenden Beitrag! Ja, diese Erfahrung habe ich bei meinem Sohn auch gemacht, er hat unheimlich profitiert, gerade von der Krippe, aber auch die Betreuungseinrichtung vorher hat ihm gut getan. Kita schließt ja nicht aus, dass die Kinder nicht auch mal zu Oma und Opa dürfen (so wie die es befürchteten - dass das Kind quasi in die Krippe kommt damit sie es weniger sehen), im Gegenteil, die Nachmittagssprechzeiten sind durch Kita ja eh nicht abgedeckt. Aber zumindest nimmt es den Druck raus, dass wir sonst ein Problem haben - und gestaltet so den Umgang hoffentlich stressfreier. So nach dem Motto "Wenn die Oma Opa Zeit klappt ist schön, wenn nicht, dann eben nicht".

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Deinen Beitrag finde ich schön aus allen Blickwinkeln betrachtet.

Nicht nur das Kleinkind hat ein Recht auf Aufmerksamkeit, sondern auch das Baby.

Das Baby wird es genießen, wenn im Alltag stundenweise mal mehr Ruhe einkehrt und sich Mama mal ganz ihm widmen kann.
Ein Haushalt mit 3 kleinen Kindern ist schon recht laut :-)

Aus Erfahrung kann ich dir, liebe TE, sagen, dass ein einjähriges Kind und ein Baby zu Hause eine unglaublich stressige Situation für alle ist. Man wird einfach keinem wirklich gerecht, da ein Kleinkind auch noch sehr viel Unterstützung braucht und das Baby eben noch viel mehr Unterstützung benötigt.
Da hast du das schreiende Baby auf einem Arm, versuchst die Pfütze vom umgestoßenen Getränk wegzuwischen und in der Ecke steht dein bockendes Kleinkind und brüllt, weil es wütend ist, dass ihm das Missgeschick passiert ist. In dieser Situation wirst du keinem gerecht - solange sie nur ab und zu auftreten, kompensieren Kinder das schon, aber das immer und ständig, weil beide Kinder zu Hause sind, das gibt Frust auf allen Seiten.

Dein Kleinkind wird stundenweise liebevoll umsorgt und wird davon auch profitieren.
Du kannst mit dem Baby dann mal Sachen nur für euch beide machen und sobald die "Großen" wieder zu Hause sind, muss das Baby zurück stecken und du widmest dich mehr den größeren Kindern. Das ist in meinen Augen die bessere Lösung als Kleinkind und Baby zu Hause zu haben und sich zwischen den Bedürfnissen zu zerreißen.

Zudem: Betreuungsplätze sind rar in manchen Gegenden. Nur weil du jetzt einen bekommen würdest, heißt das nicht, dass er ein Jahr später noch vorhanden wäre für dein Kind (besonders wenn der Geschwisterbonus nicht mehr zieht). Mir wäre langfristige Planungssicherheit wichtig und die Aussicht, dass die Kita liebevoll ist und dazu noch sehr nahe gelegen, würde ich nicht vertun wollen.

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Ich würde versuchen, mit der Leitung über die feste Bring- und Holzeit „zu verhandeln“, denn die fände ich furchtbar und die wären leider für mich ein totales KO-Kriterium. Fände ich aber übrigens auch für das große Kind unschön, das sind ja schon Schulzeiten...wo bleibt da die Flexibilität, die man eigentlich vor der Schule hat?
Wenn da etwas machbar wäre, würde ich den Platz versuchen zu bekommen, sonst nicht.

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Hallo, die Zeiten sind nicht flexibel und eigentlich finde ich das auch super. Im ersten Kindergarten meines Sohnes waren sie das nicht, der Kiga hatte zwischen 7 und 17 Uhr offen und es war ein permanentes kommen und gehen. Die Kinder hatten überhaupt keine Möglichkeit, mal "eine Gruppe" zu sein und Freunde zu finden, weil permanent andere Kinder zu anderen Zeiten gebracht wurden. Das ist jetzt im Kiga viel schöner mit großer Kernbetreuungszeit, weil so die Freunde auch wirklich den Tag miteinander verbringen können. Klar, beim Arzt Termin kann man auch später bringen, aber es sollte die absolute Ausnahme und keine Regel sein. Eigentlich stehe ich auch hinter dem Konzept.
Nur mit einem Jahr finde ich die Zeit schon echt lange...zu lange?

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Ich würde das Kind anmelden. Wenn du nicht schwanger wärst, würde sich die Frage ja wahrscheinlich gar nicht stellen 🤷‍♀️

Aber du kannst dennoch in elternzeit gehen, ich bin auch 3 Jahre in elternzeit, habe aber direkt nach dem Mutterschutz mit 15 Stunden wieder gearbeitet. Direkt nach der Geburt ist es gesetzlich (soweit ich weiß) nicht erlaubt zu arbeiten, erst nach Ende des mutterschutzes...

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Hallo, das habe ich auch nochmal überlegt nachdem ich den Post geschafft hätte. Ich könnte ja auch anmelden und sonst im Juni wieder abmelden...es gibt genug Eltern auf der Warteliste die vor Freude umfallen würden. Danke, da habe ich noch gar nicht dran gedacht!

Zur Erklärung noch: Ich bin selbständige Ärztin, ich kann nicht einfach meine Praxis schließen 🤷‍♀️ maximal die Sprechstundenzeiten etwas kürzen. Das habe ich dieses Jahr nicht gemacht, könnte es aber unter Umständen mit einem angestellten Arzt nächstes Jahr für geringe Zeit überbrücken. Aber auch nicht zu lange. Will ich aber eigentlich auch gar nicht, ich liebe meinen Job und möchte ihn wenn es irgendwie geht (und das geht es derzeit durch meinen Mann und Oma und Opa) auch nicht unterbrechen.

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Mir wären die Zeiten für mein Kind zu lange. Kann man denn in dieser Grippe keine kürzeren Betreuungszeiten buchen oder nur 3 Tage Betreuung? Da muss doch was zu machen sein.
Zum anderen hätte ich eher meinen Verwandten gegenüber ein schlechtes Gewissen, wenn diese 2 Kinder unter 2 tagelang betreuen sollen. Respekt, dass du so ein hilfsbereites Umfeld hast, dass euch ja komplett auffängt.
Da ich persönlich ein schlechtes Gewissen jeder Partei gegenüber hätte (Familie, Kind, Eltern - welche deswegen keine Betreuungsmöglichkeit bekommen), würde ein Elternteil von uns zwangsläufig auf Teilzeit gehen, um die eigenen - bald 3 (!) Kinder - überwiegend alleine betreuen zu können, bis diese ein gewisses Alter haben, wo ihnen mehr Fremdbetreuung zugemutet werden kann.

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Die Betreuungszeiten sind fix, das ist die Kernzeit, ich könnte sie nur früher bringen und später abholen, mache ich bei meinen Sohn auch so, einfach weil er die Kita so liebt und seine Freunde auch um 7 dastehen und er nicht "zu spät" kommen will.
Ich habe da definitiv kein schlechtes Gewissen - mein Mann ist schließlich genauso der Vater wie ich die Mutter. Und die Großeltern machen das gerne, wir haben durch Patchwork 8 Stück, da ist niemand übermäßig belastet🤷‍♀️ Teilzeit ist bei mir wenn überhaupt nur für einige wenige Monate machbar, aber auch da nicht wirklich gut.
Deswegen überlege ich, bin die Kita nicht wirklich quasi notwendig ist, damit wir Job und Kinder hinbekommen und dabei nicht selbst komplett auf dem Zahnfleisch gehen und eben nicht noch Omas und Opas überfordern.

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Den Platz auf jeden Fall nehmen wenn möglich und das schlechte Gewissen mal vergessen. Du hast bald drei kleine Kinder- dass wird schon anstrengend genug, keine Sorge.

Falls du dann tatsächlich mal ne Stunde für dich hast während deine älteren Kinder in Betreuung sind und das Baby mal schläft wird schon keine Langeweile aufkommen.

Und Sorry, aber ausschlafen?? Mit drei Kindern unter sechs..? #kratz...

Ich würde falls möglich nicht gerne alleine ein einjähriges Kind beaufsichtigen und mich zeitgleich um ein Baby kümmern während ich versuche einen fünfköpfigen Haushalt zu schmeißen..man mag mich bequem finden..aber ich würde gar nicht großartig überlegen. #schein

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So wie du es formulierst hast du Recht:D ich glaube ich merke gerade selbst wo ich Kommentare lese dass ich mich innerlich schon entschieden habe zumindest mal die Anmeldung abzugeben :D

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Wir hatten für unser 3. Kind schon einen festen Platz in der Kita. Da sind wir auch schnell reingekommen, weil Geschwisterkinder bei uns bevorzugt werden und ich schon zwei weitere Kinder in der Kita hatte. Nun kam aber einiges dazwischen und ich wollte sie doch lieber noch nicht in die Krippe bringen. Ich hab mal ganz vorsichtig bei der Kitaleitung angefragt und die veränderten Umstände geschildert und es war kein Problem den Platz um ein Jahr zu verschieben.

Jede Mutter muss das für sich selbst entscheiden, aber ich hab die kleinen Einjährigen Kinder bei der Eingewöhnung meiner Kinder gesehen. Bei uns in der Kita lagen die echt oft einfach daneben, konnten den anderen nur zu schauen und haben in meinen Augen nicht die Aufmerksamkeit und Fürsorge bekommen, wie es eben in einer Eins-zu-Eins-Betreuung Zuhause möglich war. Für mein Kind würde ich mir das nicht wünschen und da wir in der guten Lage waren es nicht machen zu müssen, durften meine Kinder länger Zuhause bleiben.

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Danke für deine Meinung! Das wäre ja traumhaft, wenn das so flexibel ist. Ich werde bei der Leitung mal nachfragen. Mein Sohn kam damals mit 6 Monaten in eine stundenweise Betreuung und mit 2,5 in die Krippe. Ohne die Krippe mit 2,5 hätte ihm definitiv was gefehlt. Das vorher war sicherlich super schön, aber es wäre auch nichts schlimmes passiert wenn er zuhause gewesen wäre 🤷‍♀️ wie das in der Krippe mit 1-jährigen ist, weiß ich nicht, mit 2 war es jedenfalls genial. Ich weiß aber auch dass mein Sohn in der stundenweisen Betreuung am liebsten alleine gespielt hat und wenig Ansprache von den Erziehern bekam, ob es an seinem Alter oder der im Nachheinnein nicht optimalen Betreuungseinrichtung lag, kann ich nicht genau sagen. Die Betreuungseinrichtung jetzt ist auf jeden Fall super.

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Das hängt aber doch von der Einrichtung ab. Meine Tochter hatte damals an einem Wochentag Nachmittags sogar 2 zu 1Betreuung. 1 Kind 1 Erzieherin1 Kinderpflegerin.

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Wenn du „nur“ 15 Stunden arbeiten willst, würde ich auch trotzdem Elternzeit nehmen und Elterngeld beantragen. Du musst es ja nicht verschenken und es steht dir zu 😊grade wenn du davor Vollzeit gearbeitet hast (bzw gibt es da ein paar modalitäten zu klären, aber ne Überprüfung wäre es wert 😊).

Ich würde tatsächlich erstmal abchecken, ob die zu betreuenden Personen bereit wären, wirklich 2 Kinder (davon ein Säugling!) zu nehmen. Wenn ja, würde ich den Kita Platz wohl eher nicht nehmen.

Wenn nein, dann schon. :)

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Hey, ja, Geldtechnisch könnte ich da sicherlich was beantragen, das war jetzt eher betreuungstechnisch gemeint, dass ich nicht vom Job ewig lange aussetzen kann. Um das finanzielle geht es eigentlich auch gar nicht so sehr. War etwas ungenau formuliert, sorry :-)
Also mein Mann auf jeden Fall :D aber der hätte auch nichts dagegen mehr Zeit für seinen Job zu haben. Wir haben insgesamt 8 Omas und Opas die engagiert sind und gerne Betreuung übernehmen, dazu noch verschiedene Tanten und Onkel, wir haben eine große Familie. Da findet man auf jeden Fall für jeden Tag jemanden der 1 oder 2 oder 3 Kinder nimmt. Ist nur halt deutlich mehr zu organisieren als wenn ich jeden Tag 150m zur Kita runtergehe.

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Ich würde das Kind definitv anmelden.
Mit 1 Jahr wird das Kind ja wahrscheinlich noch Mittagschlaf machen. D.h. von den 6,5 Std fallen ja nochmal 2-3 Std aktive Wachzeit weg, je nachdem wie lange das Kind schläft in der Krippe.
Und du könntest das Kind ja trotzdem den ein oder anderen Tag zu Hause lassen, wenn du merkst es wird zu viel für das Kleine.

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Das hatte ich auch schon überlegt. Mein Sohn hat mit 1 Jahr noch von ca. 10-12 geschlafen. Das wäre also 8-10 Uhr spielen und frühstücken und 12-14:30 Mittagessen und spielen. Später mit 1,5 hat er dann von 12-14:30 geschlafen. Sooooo viel Zeit ist es also tatsächlich nicht außerhalb von Essen und Schlafen, wenn ich so nachrechne...

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Würdet ihr den Platz denn überhaupt bekommen, wenn du in Elternzeit bist?

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Mit Geschwisterbonus ja, so kriegen eigentlich ausschließlich die Kinder in die Krippe ihr Plätze. Die Kinder in der Krippe haben alle ältere Geschwister und in 50% der Fälle ist die Mutter obwohl das Kind bereits in der Krippe ist das erste Halb Jahr über den Winter noch in Elternzeit wegen den ganzen Infektionskrankheiten etc.

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Ah ok, dann verstehe ich deine Gedanken.

Bei uns bekommt man keinen U3 Platz, wenn man in Elternzeit ist. Ausgenommen: es sind genügend Plätze frei. Das ist aber meist nicht der Fall.

Priroritäten sind
- Alleinerziehend arbeitet
- vom Jugendamt als hohe Dringlichkeit eingeordnet
- beide Eltern arbeiten
Geschwisterbonus zieht zwar etwas mehr an. Aber nur, wenn eines der Kriterien schon erfüllt ist.

Danach kommt erst Geschwisterbonus / ein Elternteil in Elternzeit. Sofern noch Platz frei ist.


Daher die Frage.

Wie ist die Warteliste für 2022?
Wenn du dann wieder arbeitest: wie stehen dann die Chancen?
Geht es dann nach Alter der Kinder? Nach Anmeldungseingang?

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