Warum gibt es kein Mittelmaß?

Ich kenne meine Schwiegermutter seit über 15 Jahre. Vor den Kindern kamen wir relativ gut aus. Sahen uns wie es gerade passte. Dass sie eine andere Meinung schwer akzeptieren konnte störte mich wenig bzw ignorierte ich das.
Seit wir Kinder haben kommen wir immer eine Schieflage, wie aktuell auch wieder. Etliche Gespräche in der Vergangenheit brachten nie etwas.

Nach einem Streit/Gespräch läuft es relativ gut. Sie kündigt ihren besuch an, frägt nach den Kindern usw. Nach einiger Zeit steigert sich alles. Unangekündigte Besuch, Abpassen, Ausfragen der Kinder wo wir waren, Einmischung in alles.
Dann ziehe ich mich zurück da es mir zu viel wird. Sie nimmt es als Beleidigung auf und meint man mag sie nicht. Ignoriert die Kinder, meldet sich bei niemanden, stellt sich bei Anderen als Opfer dar usw.
Es würden Jahre vergehen, würden mein Mann oder ich nicht ein Gespräch mit ihr suchen.
Wir erklären unsere Sichtweise. Sagen aber auch dass wir sie mögen und gerne auch Kontakt hätten nur eben nicht täglich. Sie sieht es auch ein und meint wir sollen es so versuchen.
Dann fängt alles wieder gut an. Wird schleichend immer schlimmer und mehr. Sobald man sie darauf anspricht ist sie beleidigt und ignoriert uns. Geht von uns keiner auf sie zu herrscht Funkstille und ich bin die Böse.
Was könnten wir noch tun? Nach einigen Jahren habe ich mittlerweile keine lust mehr. Und warten bis sie auf uns zu kommt wird nicht funktionieren, dazu ist sie sich zu stolz. Ich finde es den Kindern gegenüber auch verdammt unfair.

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Hey, erst mal, tut mir leid, dass du dich mit so einer Situation auseinandersetzen musst. Ich versteh das zu gut, dass man nach jahrelangen Kämpfen einfach nicht mehr kann oder will.
Habt ihr es vll mal mit ein oder zwei festen Besuchstagen versucht? Vll hält sie das in Grenzen, ansonsten kann ich nur raten bei den Gesprächen die jeweiligen Einmischungen/Kommentare/etc. einfach direkt abzublocken. Direkt: Darüber möchte ich nicht sprechen. Das ist unsere Entscheidung.

Ich habe ähnliche Probleme und nable mich im Moment von einem Teil meiner Familie ab (deswegen in grau). Mein Schwiegervater gab mir den Rat solche Dinge einfach abzublocken und bisher funktioniert es. Seine Worte: Du bist nun erwachsen, ihr bekommt ein Kind und für das musst du die besten Entscheidungen treffen. Ihr könnt gerne nach Rat fragen, aber niemand hat einfach das Recht eure Entscheidungen zu übergehen. Und wenn das andere nicht akzeptieren, dann werden solche Dinge nicht mehr angesprochen. Block sie ab, sag klar du sprichst darüber nicht oder du triffst diese Entscheidung mit deinem Mann.

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Feste Tage hatten wir aber funktionierte aufgrund der Arbeit nicht. Sie arbeitet in der Pflege noch ein paar Stunden und das jede Woche anders.
Ich glaube es ist eine hoffnungslose lage. Beim bestimmten Dingen die ich nicht mit ihr besprechen wollte habe ich versucht es zu ignorieren. Jedoch fängt sie dann immer wieder an bis sie von mir eine Antwort bekommt. Habe es höflich versucht, erklärt dass ich darüber nicht diskutiere oder wurde auch schon zickig. Aber egal wie oder was - es läuft immer gleich ab.

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ach je... das kenn ich leider auch... meine Mutter ist so... und wenn man ihr keine Auskunft gibt, dann ist sie beleidigt und man kann sich monatelang noch anhören, dass man ihr die Sachen ja nicht gesagt hat. Und ich habe das gleiche Problem, dass ich irgendwann dann doch klein bei gebe.

Mir hat noch geholfen, dass ich lange und intensiv mit meinem Mann über die Situation gesprochen habe. Ich habe ihm erklärt was ich mir wünsche, wo meine Grenzen liegen, welche Dinge ich mit unserem Kind auf keinen Fall möchte und dass mich das Verhalten meiner Mutter verletzt, stresst, nervt... Dann bat ich ihn um Hilfe. Er ist deutlich willensstärker als ich es bin (manchmal leider ;-) ) und konnte deswegen solche Situationen deutlich besser aushalten. Ich setzte mir kleine Ziele, die ich erreichen möchte, z.B. nicht anrufen (wie gesagt, nable mich im Moment ab, auch wenns weht tut und so unglaublich schwer ist), erst wieder hin gehen wenn sie einmal bei uns war (ich fahre immer zu ihr, sie nie zu uns), solche Dinge halt. Kleine Ziele, die ich erreichen kann, auch wenn sie unheimlich schwer sind. Er hilft mir dabei sie zu erreichen, erinnert mich immer dran, was ich mir vorgenommen hab, unterstützt mich an Tagen, an denen ich dann doch wieder nachgeben will und hat dabei noch nicht einmal Kontakt zu ihr oder muss sich mit ihr auseinandersetzten.

In deiner Situation wären es für mich Ziele wie:
Gewisse Informationen nicht weitergeben
Sie an der Tür abwimmeln, wenn sie unangemeldet auftaucht
Mich auf gewissen Gespräche nicht mehr einlassen
Meine Grenzen ganz klar formulieren und sie dann auch durchsetzten

Natürlich nicht alles auf einmal, da muss ich realistisch sein und zugeben, dass ich das nicht schaffen würde. Aber bei mir ist es auch die Mutter und nicht die Schwiegermutter...

Fühl dich gedrückt. Ich versteh vollkommen, dass man einfach irgendwann nicht mehr kann.

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Habt ihr euch mal mit ihr zusammen gesetzt und versucht, die Systematik zu besprechen und zu fragen, was Ihre Vorschläge wären, das Ganze zu durchbrechen?
Also im Sinne von: hey, Inga, jetzt wird es mir gerade wieder so viel, dass ich mich zurückziehen würde. Das würde bei dir aber als Beleidigung ankommen und wir würden uns streiten, ne Zeit lang nicht miteinander reden usw. Können wir nicht stattdessen einen Schritt zurück machen, uns an die vereinbarten Regeln und Grenzen halten und uns vertragen?
Die Regeln und Grenzen müsstet ihr dann natürlich auch mit ihr besprechen. Ob das funktioniert, weiß ich nicht, aber vielleicht bringt es was?

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Wir hatten unzählige Gespräche - auch dieser Art. Jedes Mal sah sie es ein. Jedoch hielt es nie lange und alles fing von vorne an.

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Das klingt sehr anstrengend. Was sagt dein Partner dazu? Kann er nicht mit seiner Mutter reden?

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Es ist anstrengend und belastet mich mittlerweile sehr. Mein Mann hatte in seiner Kindheit kein allzu gutes Verhältnis zu seinen Eltern. Auch heute tut er sich noch schwer solche Sachen anzusprechen. Bei ihnen gibt es keine Probleme bzw diese werden nicht angesprochen.

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Trotzdem, geht mal nicht auf sie zu. Ich glaube nämlich nicht, dass sie die Funkstille auf Jahre raus durchhält. Irgendwann wird es ihr selber zu blöd. Und ich denke, es wäre auch ein guter Lernprozess für sie

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Nach unserem ersten Kind war es extrem schlimm. Nach 10 Monaten platzte ich und es gab einen rießen Streit. Wir wollte nicht nachgeben und Grenzen setzen. Es war eine komplette Funkstille von fast 1,5 Jahren. Sogar Geburtstage, Weihnachten, Taufe etc wurden ignoriert. Wir treffen sie auf einer Feier und so näherten wir uns wieder an. Jedoch ging die kontaktaufnahme von mir aus.

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Puh, da ist sie aber wirklich sehr stur#schock
Trotzdem musst du nicht den ersten Schritt gehen, ihr Verhalten ist sehr kindisch. Sie schadet sich doch mit der Funkstille nur selber.

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"Es würden Jahre vergehen, würden mein Mann oder ich nicht ein Gespräch mit ihr suchen."

DARIN liegt der Schlüssel .... ;-)

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Hey,
Also irgendwie bin ich da pragmatisch.. Meine Worte wären :"Inga, (der Name wurde schon als Beispiel genannt - find ich klasse xD) ich hab echt keine Lust auf dein persönliches Drama jedesmal. Entweder gehen wir wie Erwachsene miteinander um, oder du hast Pech".

Das Verhalten kenne ich in ähnlichem Maße und das ist purer Egoismus deiner Schwiegermutter. So handeln nur "ich-bezogene" Menschen, die Aufmerksamkeit brauchen. Das ganze immer unter dem Deckmantel, dass man "anderen was gutes tun oder helfen" will.
Traurig.

Liebe Grüße

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Ich glaube du hast recht. Ich habe mir viel zu lange alles gefallen lassen. Und sie wissen jetzt dass sie es mit mir machen können da ich Frieden will. Aber ich kann und will nicht mehr. Vor allem die kinder verstehen es jetzt auch schon langsam... Sehr unschön - erst der König und wenn Mami nur folgt werden auch sie ignoriert.
So wichtig können sie ihnen dann doch nicht sein. Mein Sohn war in einer "Funkstille" für 8 Tage im Krankenhaus. Es stand eine schlimme Diagnose im Raum, sie wussten es. Aber sie fragten nicht nach oder besuchten uns.

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Ich finde das furchtbar - vor allem, wenn die Kinder das mitbekommen. So wird - schneller als man schauen kann - der Punkt kommen, an dem die Kinder darauf keine Lust mehr haben und gekränkt sind. Wenn sie dich dann von sich aus distanzieren, würde ich da auch keine Anstalten machen und sie "zwingen", a la "doch, wir fahren zur omi und ihr kommt mit".

Dass die Schwiegermutter wahrscheinlich denken wird, dass du daran schuld bist, liegt beinahe auf der Hand.. Denn immer die anderen.. Du weißt schon.

Ich hoffe natürlich, dass es soweit nicht kommt und ihr viele tolle Jahre verbringen werdet - aber dafür bist du nicht allein verantwortlich..

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