Der Gedanke Hausfrau oder Hausmann zu sein...

... ist das für euch WIRKLICH komplett unattraktiv?
Ich arbeite seit gut 20 Jahren, davor auch schon immer mal während der Schule und dem Studium. Ich mag meinen Job und ich arbeite gerne. Vor einigen Jahren dachte ich, ich „brauche“ genau diese Arbeit auch. Mittlerweile sehe ich das ganz anders. Ich habe so viele Interessen, die ich gerne weiter ausbauen würde, die auch für geistige Auslastung sorgen würden, hätte absolut nichts gegen mehr Zeit, mich mal zu verkünsteln oder so, mehr Zeit für Ehrenämter,.. Dazu natürlich auch mehr und flexibler Zeit für Freunde und Familie (die bei uns häufig auch keine klassischen 9 to 5 Jobs haben, „es arbeitet doch eh jeder“ trifft also bei uns eher nicht zu“). Ich denke nicht, dass mir jemals langweilig wäre.
Letztendlich würde ich die Arbeit aus unterschiedlichen Gründen nicht komplett aufgeben wollen. Mein Mann hängt mehr an seiner Arbeit, teilt meine Gefühle aber auch. Unser Ziel ist es jetzt, dass wir langfristig beide etwas reduzieren und beide einen festen Homeoffice Teil haben.
Wie ist es bei euch? Die finanzielle Seite spielt eine Rolle, das ist natürlich klar. Aber jetzt mal unabhängig davon, wir sind eure Gedanken dann?

LG

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Hallo.

Also, wenn ich finanziell abgesichert wäre, würde mir ohne meinen Job sicher nicht langweilig werden.;-)

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Mein Mann und ich arbeiten beide reduziert. Das finde ich super. Noch etwas weniger arbeiten wäre auch ok, aber ich habe immer Zeiten, in denen sowieso weniger los ist, daher passt es so. Auch finanziell.
Gemeinsam mit meinem Mann früher in Rente, sowas könnte ich mir auch später gut vorstellen.
Zurzeit gar nicht arbeiten könnte ich mir nicht vorstellen. Ich hänge an meinem Beruf. Er erfüllt auch viele soziale Funktionen für mich.
Was ich mir nie hätte vorstellen können: Ich Hausfrau, Mann Vollverdiener. Dagegen spricht für mich so viel. Abhängigkeit, dem Kind ein antiquiertes Rollenverständnis vorleben, Haushalt zum Beruf überhöhen...ich weiß, da werden jetzt gleich viele dagegen schreiben, aber ich sehe das so.
Also, deine Überlegungen zu mehr privater Zeit, die du ja sehr sinnvoll für dich füllen würdest, verstehe ich, aber immer und ganz Hausfrau wäre ich nicht gerne.

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Hallo,
Für mich persönlich ist es ein guter Gedanke!
Wir leben in einem kleinen Dorf, ich glaube so manches ist doch noch anders hier #rofl
Wir haben ein großes älteres Haus, einen schönen Garten und dementsprechend großes Grundstück.
Aktuell bin ich noch in Elternzeit. Ich werde aber defitniv mit wenig Stunden wieder zur Arbeit kehren.
Ganz ohne... Hmmm. Manchmal denke ich, es wäre eine Last weniger, da mein Job nicht grade eine Erholung ist.
Aber ich mache ihn gerne.

Langeweile hätte ich dennoch nicht. Es gibt hier immer etwas zu tun auf dem Hof.
Und klar. Geld spielt auch eine Rolle.
Wobei es even auch auf die Ansprüche und Wünsche ankommt.
Oft denke ich, manche möchten einfach nicht zurück stecken. Ist auch ok. Jeder so wie er es mag und kann.

Abgesehen vom Haus und Garten habe ich mit Kindern und Hund gut zu tun.
Hobbys könnten auch besser gepflegt werden.

So ist mein Gefühl dazu.

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hallo, ich war einige Zeit (als mein Job wegrationalisiert wurde und ich nichts fand und dann mein Kleiner geboren wurde) Hausfrau und Mutter (2 Kinder) und nein, ich möchte das NIE wieder. Ich ziehe den Hut vor meiner Mutter und Großmutter, dass die das konnten. Ich werde wahnsinnig zu Hause. Und zwar nicht weil ich geistig verkümmenn würde, da bin ich viel zu agil, sondern weil du absolut nie ein Erfolgserlebnis hast. Der SCH...Haushalt (sorry, aber echt) ist die frustrierendste Angelegenheit, die ich kenne. Und nach 3-5 min ist alles wieder beim Teufel. Es ist mein Albtraum. So habe ich zwar zu meiner Erwerbstätigkeit auch noch den Haushalt an der Backe, aber zumindest gibt mir der Job so Erfolgs- und Yeaaahhmomente.
Lg

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„sondern weil du absolut nie ein Erfolgserlebnis hast.„
Aber ist das nicht auch Charaktersache und vor allem auch eine Frage dessen, was man so macht? Selbst zu meiner „ich könnte nicht ohne Arbeit“ Hochphase, was das jetzt bei mir nie so. Freunde und Ehrgeiz, sicher. Aber Erfolgserlebnis aus anderen Bereichen waren anders. Nachhaltiger, bis heute im Kopf und präsenter.

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*Aber Erfolgserlebnis aus anderen Bereichen waren anders. Nachhaltiger, bis heute im Kopf und präsenter.*

Geht mir genauso.
Mir gibt es viel mehr, wenn mein Mann und ich wieder irgendeine Bauaktion durch hatten oder ein anderes "Projekt" oder größere produktive Aktionen mit Freunden.
Das sind sehr persönliche Erfolgserlebnisse, die mir viel mehr bedeuten als berufliche.
Berufliche sind bei mir nur rein sachlich, emotionslos, maschinell.
Ehrlich gesagt, geht bei mir da rein, da raus.

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Also unabhängig vom Geld, wenn es einen nicht zum Arbeiten zwingen würde:

Ich kann mir super vorstellen, mit meinem Mann zusammen zuhause zu bleiben.

Ich wünsche mir auch Zeit für vieles. Und Langeweile haben wir nie, auch nicht nach 3 Wochen Urlaub zuhause.
Und die Arbeit vermisse ich auch nicht. Sie ist okay, macht Spaß, aber ich würde die Zeit gern anders nutzen, für mich selbst.

Im Prinzip wäre es ja wie als Rentner, allerdings ist man dann oft schon erkrankt und kann dann körperlich die Zeit nicht mehr so nutzen, wie man am liebsten würde. Das ist der Mist dabei.

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Na, das was du hier ansprichst hat aber meiner Meinung nach wenig mit "Hausfrau" zu tun. Das ist finanziell so gut dazustehen und abgesichert sein, dass man weniger arbeiten und mehr Zeit für Hobbies hat. Eine klassische Hausfrau nach meinen Verständnis ist die Frau, die zu Hause bleibt, den Haushalt schmeisst, die Kinder erzieht und der Mann das Geld nach Hause bringt. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun 🤷🏼‍♀️

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#kratz Ehrlich gesagt habe ich es jetzt nicht als nötig empfunden, selbstverständliches wie Haushalt oder Kinderbetreuung extra aufzuzählen. Das was ich aufzähle, sind Dinge die ich mir von einem Alltag komplett ohne AG versprechen würde. Darunter wären auch mehr Zeit für die Gärten.
Der Haushalt muss trotzdem gemacht, die Kinder wären früher daheim. Aber dass man ohne Vollzeitanstellung insgesamt mehr Zeit hat, ist ja eine einfache Rechnung.

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Für mich wäre es eher etwas wie ein Frührentnerdasein.

Mir war im Ausgangspost nicht klar, dass auch kleine Kinder dabei wären.

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Liebe TE,

für mich stellt sich die Frage wie man heute "Hausfrau oder "Hausmann definiert. Im klassischen Sinne, ich spreche mal von "Hausfrau", also zu Hause bleiben, nicht berufstätig sein und sich jahrelang um die Kinder kümmern, war für mich eigentlich immer unattraktiv.
Ich war noch nie der Typ für so etwas. Bei meinem Großen war ich 14 Monate und beim Jüngsten 2,5 Jahre (eher zwangsweise, da Kind schwerbehindert ist). Und dann gab es mal ein Zeit, fast 2,5 Jahre, wo aufgrund eines Gerichtsverfahrens wegen Versetzung durch die aufschiebende Wirkung auch zu Hause war. Will das nicht länger erklären, das wird zu kompliziert. Und das war auch eine Zeit, wo ich mich mehr um meine Mutter kümmern musste. Teilweise auch über etwas längere Zeit intensiver, wo dann kaum noch Zeit für meine Kinder hatte. War zwar eine doch mit meiner Mutter eine schöne Erfahrung, aber wenn ich dafür auch noch meine Familie vernachlässigen muss, so etwas geht nicht zumindestens über längere Zeit. Da gehe ich lieber arbeiten und habe mehr Zeit für meine Kinder. Für mich bedeutete diese wirkliche "Hausfrauenzeit" teilweise sehr viel Arbeit und wenig Zeit mit Ausnahme der Elternzeit von meinem Großen, die ich wirklich doch etwas genossen hatte. Mit dem Kleinen hatte ich schon wieder weniger Zeit, der Große brauchte Unterstützung in der Schule und auch zur Therapien gefahren werden musste. Und die Schwerberhinderung machte sich dann beim Jüngsten langsam bemerkbar.

Also "Hausfrauenzeit" sag ich mal zusammenfassend bis auf die Elternzeit bei meinen Kindern fand ich anstrengend. Das lag auch an dem Umständen, die zeitweise Pflege meiner Mutter und die Betreuung meines behinderten Sohnes (Autist) war sehr anstrengend. Meine Mutter konnte sich zeitweise auch wieder erholen, so dass sie einigermaßen selber zurecht kam, wo man nicht ständig nach den Rechten sehen musste.
Nun hatte ich damals auch ein Geschwisterteil, wo es dauernd immer Zoff gab, ich zu Hause sei und mich noch mehr um meine Mutter kümmern sollte. Die war der Meinung, wenn man Hausfrau war, dann hat man genug Zeit sich noch mehr in die eigene Familie einzubringen. Hobbies zu haben und Zeit für sich, mehr oder weniger überflüssig indirekt gesagt. Deswegen für mich "Hausfrau" nein danke, wenn man insgesamt noch mehr Arbeit hat als in seiner eigentlichen Berufstätigkeit und dann noch weniger Zeit hat für sich und seine Familie.

Ehrenamt, ausgedehnte Hobbies zeitlich müssen bei mir noch ein paar Jahre warten bis mein Jüngster Sohn in einer Einrichtung lebt. Dafür habe ich nicht die Zeit bis auf gelegentlich Sport und mal ein Buchlesen. Das muss bei mir und meinen Mann warten. Unser Kind brauch ständige Beaufsichtigung und Ansprache.

LG Hinzwife

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Wir haben auch ein Kind mit Förderbedarf, nicht so wie bei dir, aber mehr 1:1 Zeit tut ihr sehr gut. Diese Zeit auch zu haben, tut uns allen gut.
Mehr Zeit für meine Eltern, dir langsam auch in das Alter kommen, wäre auch schön. Das sind in unserem Fall Dinge, die immer anfallen. Mit unseren Eltern haben wir (ich habe eine Schwester), auf deren Wunsch, mal einen Rahmen abgesteckt, wie viel Hilfe sie von uns annehmen möchten. Ich mache das wirklich gerne und sehe es gar nicht als Last. Aber in Elternzeit oder freien Tagen ist es schon ganz anders, als im Arbeitsalltag.

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Hi, so lange arbeite ist zwar noch nicht und wir sind erst "am Anfang" der Familien Planung aber dennoch haben wir ähnliche Gedanken.
So haben wir z.b. den Plan (so fern das mit dem Nachwuchs klappt) beide gemeinsam in Elternzeit zu gehen und nach der Elternzeit möchten wir uns die Betreuung teilen und dafür beide in Teilzeit gehen (ca. 30 Stunden) da wir sehr flexible Jobs haben, hätten wir sogar den Luxus die Stunden frei einzuteilen und können auch im Home Office arbeiten.. auch wenn die Arbeit viel Spaß macht, es gibt auch so viele schöne andere Dinge die Spaß machen 🤗 wozu die Zeit am Abend oder am Wochenende viel zu kurz ist... und auf die Rente zu warten um mehr Zeit dafür zu haben...hmmmm.. 😬 da ist mir das Risiko zu hoch, dass man aus gesundheitlichen Gründen die Zeit dann doch nicht so genießen kann wie man es möchte....
Natürlich auch eine Sache des Geldes! Keine Frage.... Aber lieber Leben wir sparsam und haben im Gegenzug dazu mehr Zeit 🙂 den Zeit ist und viel kostbarer als unnötiger Konsum 🙈

Liebe Grüße

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Kann dir nur zustimmen 👍

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Ich kann den Gedanken sehr gut nachvollziehen.

Ich studiere mit Kind. Phasenweise ist sehr entspannt. Da fühle ich mich tatsächlich wie eine Hausfrau und genieße es sehr, viel mit unserem Kind in den Park zu gehen und Freunde zu treffen. Wenn er etwas älter ist, würde ich dann auch gerne wieder mehr backen, aufwändiger kochen und hätte Zeit für Kreativität. Langweilig würde mir gewiss nicht.

In Prüfungsphasen habe ich oft das Gefühl, nichts und niemandem wirklich gerecht zu werden. Dann denke ich, dass ich zu wenig mit unserem Kind spiele, zu unkonzentriert lerne und die Wohnung auch besser aussehen könnte. In solchen Phasen wünsche ich mir, nur Hausfrau zu sein.

Ich mag mein Studium und bestimmt werde ich auch später meine Arbeit mögen. Aber es gibt andere Dinge, die mir wichtiger sind.

Dennoch könnte ich keine Hausfrau sein. Erst einmal (so lächerlich das klingt) hätte ich das Gefühl, sämtliche Erwartungen zu enttäuschen. Vielleicht auch meine eigenen. Dann würde es mir Angst machen, finanziell von meinem Mann abhängig zu sein. Ich liebe ihn sehr, aber er hat keinen einfachen Charakter und ist unzuverlässig.

Wenn es möglich ist, möchte ich aber später nicht Vollszeit arbeiten.

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Bitte entschuldigt die Fehler. Ich bin müde 🙈

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Wir haben auch mit Kind studiert, dazu meist auch nebenbei irgendwie gearbeitet (freiwillig, wir wollten nicht komplett von unseren Eltern finanziert werden).
Mein Mann meinte mal, vielleicht sind wir auch deshalb jetzt etwas „arbeitsmüde„ und sehen uns jetzt etwas nach der Ruhe, die wir nie so hatten.

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