Mann bald im Schichtdienst und 2. Kind bald da

Hallo zusammen,

Aktuell kreisen meine Gedanken darum wie sich unser Leben verändert.

Mitte September bekommen wir unser 2. Kind und unsere Große ist dann gerade mal 19 Monate alt.

Zudem fängt ab 15. Juli mein Mann eine neue Arbeit an mit Schichtdienst. War so auch beabsichtigt, da ich jetzt dann für 2 Jahre in Elternzeit gehe.
Dadurch hat sich das so angeboten, seine alte Arbeit wird seit geraumer Zeit auch immer schlechter...

Mir ist klar, dass so eine Situation andere Familien auch schaffen, aber es macht mir einfach Sorgen.
Schaffe ich das?
Kann ich meinen Mann gut unterstützen?
Werde ich dann beiden Kindern gerecht?

(wahrscheinlich alles auch noch Sorgen mit den ganzen Hormonen hier)

Ich würde mich freuen wenn jemand in ähnlicher Lage seine Erfahrung mit mir teilt =)

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Hi,

was für Schichtdienst ist es denn? 3 Schichtsystem mit Nachtarbeit oder "nur" über Tag mit vielleicht Spätschicht bis 20/ 22 Uhr. Mit Woe und Feiertagen, oder ohne.
3 Schicht über Nacht kenne ich von meinem Vater, Fahrdienstleiter. Ist einfach echt doof.

Unterstützen kannst du ihn am besten, indem du zum Beispiel tagsüber zu seiner Schlafenszeit für Ruhe sorgst, also z. B. spazieren gehst. Gerade im Sommer jetzt ja gut umsetzbar.
Bei 7 Tage Wochen gibt es auch immer wieder Ruhetage unter der Zeit, wo er dann auch schön was mit euch machen kann. Das war bei uns dann nicht mehr möglich, da wir schon schulpflichtig waren.

Und sonst einfach entspannt angehen und möglichst keine Erwartungen haben. Der Umstieg auf Schicht ist nicht ohne und mit zuviel Vorausplanung, macht ihr es euch unnötig kompliziert. Versuche ohne ihn zu planen, dass du es im Notfall alleine hinbekommst und freu dich dann, wenn du es nicht alleine machen musst. Andersrum ist es doof.😊
Und gerade bei Nachtdiensten, nimm es ihm nicht übel wenn er fertig ist und mehr Ruhe will, das ist echt hart.
Natürlich soll er dich auch unterstützen, aber es fehlt einem da echt viel Schlaf, da man den tagsüber nicht so gut nachholen kann (Helligkeit, Lärmpegel von draußen etc.)

Und ihr habt ja noch Zeit bis Nr.2 kommt, da habt ihr schon Erfahrung wie es ihm mit dem Schichtdienst geht.

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Danke für deine netten Worte!
Es ist 4 Schicht. So wie ich es verstanden habe hat er eine Schicht immer nur ein paar Tage, min. 24 Std. Pause und dann nächste Schicht im Wechsel. Feiertage sind auf freiwilliger Basis.

An sich ist es eh so geplant, dass ich ihm so viel Freiraum gebe wie er braucht. Ein Bekannter arbeitet im selben Betrieb, der hat schon Tipps gegeben zum Schlafen.
Mal sehen wie das unsere Tochter mitmacht. Wenn jemand im verschlossenen Zimmer ist, dann will sie da UNBEDINGT rein!

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Hallo, mit Hormonen hat das nicht viel zu tun. Ich werde es jetzt nicht in rosa Wölkchen packen. Mein Mann ist Schichtarbeiten, die beiden jüngsten sind knapp 24 Monate auseinander. Mittlerweile ist die jüngste 2 Jahre alt. Ich musste für mich selbst einen Rhythmus finden mit dem die Kinder und ich gut zurechtgekommen sind. Als wir den gefunden hatten, hat sich unser Papa quasi mit eingebaut. Da er wöchentlich die Schicht wechselt, war mir das sehr wichtig. Die Anfangszeit war hart. Die mittlere brauchte nicht weniger Aufmerksamkeit als die jüngste. Ging natürlich oft nicht. Es gab schon oft Tränen. Das ins Bett bringen war auch oft ein Problem. Die mittlere wollte Buch anschauen die kleine hatte Hunger. Irgendwie klappte mit ein bisschen Übung dann auch beides gleichzeitig.Irgendwann sind wir dann alle in die neue Konstellation reingewachsen. Das wird schon. Nur nicht verzweifeln.

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Danke für deine Erklärung.
Nein, in rosa Wölkchen will ich das auch gar nicht haben. Der Anfang wird hart, das ist mir sehr bewusst.
Ich mache mir eben Gedanken mit dem 2. Kind. Da er ja erst neu dabei ist werde ich nach der Geburt nicht viel mit ihm rechnen können (?) und weiß nicht wie das dann so laufen kann/soll/wird.

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Liebe TE,

mach dir mal keine Sorgen, dass wirst du schon auf die Reihe kriegen. Dein Mann wird auch mal vormittags zu Hause sein und dich unterstützen können. Warum sage ich das? Mein Mann war über 20 Jahre im 5-Schichtsystem tätig. Er hatte max. 3 gleiche Schichten hintereinander und 3 Wochenenden frei gehabt in 5 Wochen und zwischendurch auch mal unter der Woche frei. Klar die 12 Schicht-Wochenenden (früh und nacht), die fande ich immer ziemlich hart, besonders als unsere beiden Kinder noch klein waren. Da war von meiner Seite her früh aufstehen angesagt als mein Mann Nachtschicht 12-Stunden hatte. Im Extremfall hieß es um 7 Uhr aufstehen Frühstück machen und die Kinder einsacken und mit denen etwas unternehmen. Mein Jüngster war zeitweise ein Frühaufsteher.

Klar gab es Tage wo ich mehr oder weniger alleine zurecht kommen musste. Wo alles an mir hingen blieb z.B Therapien meines Jüngsten (schwerbehindert durch Autismus) in der Woche absolviert werden mussten. Da konnte ich mich auch nicht so um den Großen kümmern. Wenn er Fragen zu den Hausaufgaben hatte, musste es bis abends warten (ansonsten hatte sich mein Mann das angesehen). Aber ansonsten hatte mein Mann mich immer unterstützt, wenn er zu Hause war.

LG Hinzwife

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Von mir ganz großen Respekt!
Mit einem kranken Kind ist die Schicht Arbeit bestimmt um einiges schwerer.

Danke für deine aufbauenden Worte!
Das gibt Hoffnung, dass ich es auch irgendwie hin bekommen werde!

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Hallo,

natürlich schaffst Du das!

Mein Mann hat Schicht ohne Plan. Heute so, morgen so und übermorgen wieder ganz anders. Freiwillig gibts nicht.

Ich bin ehrlich, ich bin alleinerziehend. Ich plane generell ohne ihn (außer an den Tagen, wo er mit Frei im Dienstplan steht). Meine Kinder und ich sind organisiert ohne Papa. Sie kennen es seit 15 und 11 Jahren nicht anders. Noch nie hat mein Mann regelmäßige Aufgaben übernommen. Wenn er abends da war, hat er die Kinder mal ins Bett gebracht. War er früh zu Hause, sie in den Kindergarten oder Schule gebracht, dafür war er dann abends nicht da.

Hat er Einsatzleiter hat er 5 Tage Bereitschaft. Er kann von jetzt auf gleich verschwinden, wenn der Piepser geht und der geht oft, liebend gerne, wenn es absolut unpassend ist. Da kann man dann gar nichts planen in den 5 Tagen. Wochenenden oder Feiertage sind auch meistens nur für uns 3. Manchmal nicht so schön.

Man gewöhnt sich aber dran. Wenn er Spätschicht oder Nachtschicht hat, finde ich es ganz nett, etwas nur für mich zu Hause zu machen, Fern schauen, lesen, basteln. Bei Spätschicht sehen wir uns kaum. Ich gehe morgens und komme, wenn er geht. Kommt er abends heim, liege ich schon im Tiefschlaf....

Mit Freunden ist es nicht mehr so einfach, Termine zu finden und mit Kindern musst du so planen, dass es für dich passt.

Alles wird gut! Das machen wir schon!

LG
Caro

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Danke für deine Erfahrung!

Ja, das "ohne Papa" planen werde ich wohl berücksichtigen müssen.
Es wurde jedoch schon gesagt, dass er schon jetzt zu 90% gesagt bekommt wie er arbeiten wird. Nur zu Urlaubszeiten muss wohl mit Planänderungen gerechnet werden.

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Du wächst an deinen Aufgaben. Wir arbeiten beide Vollzeit im Schichtdienst.
Es hat doch durchaus große Vorteile, also fürs Familieleben hauptsächlich. Hat er Spätdienst könnt ihr auch unter der Woche zusammen frühstücken. Hat er früh ist er zeitig zuhause und auch beim Nachtdienst... Nachts schlafen die Kids ja überwiegend. Wenn er dann bis 2 oder 3 schläft, hat er immer noch mehr von ihnen als wenn er von 8-16 Uhr im Büro ist. Mit Fahrtwegen von einer knappen Stunde kommt er zum Abendessen nach Hause und dann gehen die Kids ins Bett. Da hat dein Mann kit der Schicht die bessere Wahl gezogen, finde ich. Klar mit den Wochenenden muss man klar kommen, aber dafür ist ja dann i. d. R. Mal unter der Woche frei. Dann könnt ihr gemeinsame Arzttermin wahrnehmen oder in den "leeren" Zoo oder die Schwimmhalle gehen.

Liebe Grüße

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Hmm, ja das stimmt.
Von der Seite kann man das auch super betrachten. Sowas kann dann auch sehr von Vorteil sein wenn man sich daran gewöhnt hat =)

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Hy,

Mach dir nicht so viele Gedanken, dass wird alles schon werden.

Ich habe zwar nur ein Kind (3 Jahre) aber er ist schwerbehindert und auf dem Stand von ca 9-12 Monaten.

Mein Mann arbeitet im 3 Schicht System und auch Samstags. Wenn er Früh hat und Samstag arbeiten muss, dann muss er sogar Sonntag schon wieder in die Nacht. Manchmal ist es echt stressig, vor allem wenn der kleine einen schlechten Tag hat und man selber noch zu wenig Schlaf. Das wichtigste ist einfach, dass ihr einen Rhythmus findet und dein Mann muss sich diesem dann anpassen. Mein Mann weiß genau wann ich immer die festen Termine habe mit unserem Sohn und wann er gefüttert wird und ins Bett geht. Ich muss aber auch ganz fest an diesen Rhythmus bleiben, da unser Sohn autist ist.
Es ist oft nicht einfach, aber machbar. Schau das dein Mann Ruhe hat und ihr aber auch Zeit zusammen nutzen könnt...


Alles Liebe euch.

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Respekt wirklich an solche Leistungen!

Ich hoffe auch, dass sich hier schnell ein Rhythmus einspielt und dass sich unsere Tochter daran gewöhnt.

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Ich glaube das klappt auch nur so gut bei uns, weil ich selber in der Firma gearbeitet habe und weiß was das oft für eine anstrengende Arbeit sein kann und was er da für uns leistet.

Genauso weiß er aber auch wie anstrengend es mit unserem Sohn ist und die Struktur nicht weg darf und das ich jeden Tag Übungen mache und Termine habe und ist super stolz auf mich, dass ich das schaffe.

Respekt einfach voreinander und vor dem was der andere leistet.

Aber man wächst mit seinen Aufgaben und irgendwann wird alles soweit Alltag 😉

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Mein Freund arbeitet auch in Schichten. bei der Bahn - also kein geregeltes System mit früh und spät, sondern kreuz und quer mit Übernachtungen etc. Trotzdem ist er unterm Strich öfter tagsüber da als andere Berufstätige. Gerade bevor unser Kind in die Kita kam, war das toll, weil sie viel machen konnten und er auch im Wochenbett viel Zeit hatte. Natürlich sind Abende oder auch ganze Wochenenden ohne ihna nstrengend, weil ich auch schon lange wieder viel arbeite. Gegenüber Menschen, die erst ein, zwei Stunden vor dem Zubettgehen nach Hause kommen, sehe ich aber einen großen Vorteil.

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Das mit den wechselnden Schichten klingt ja wirklich heftig...
Aber ja, er wird so wirklich mehr von beiden Kindern haben wenn er mit der Schicht Arbeit zurecht kommt.

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Also bei Freunden von uns arbeitet der Mann 3-Schicht und hatte auch eine lange Zeit Dauernachtschicht und bei denen lief das ziemlich gut.
Der Mann hat eben seine Schlafenszeiten an die Familienzeiten angepasst, zum Beispiel in der Nachtschicht morgens nicht ausgeschlafen sondern gegen Mittag aufgestanden und dann abends nochmal vor der Arbeit ein Nickerchen. So wie es sich angehört hat ist das gerade bei kleinen Kindern gar nicht schlecht, vormittags hat die Mama dann etwas mit ihnen unternommen und dann war den ganzen Nachmittag Familienzeit.
Mein Mann arbeitet auch Schicht und ich denke das wird ganz entspannt. Unter der Woche ist er oft Zuhause, wir kaufen zum Beispiel immer zusammen ein, wenn ich dann in Elternzeit bin und das "Wochenende" nicht mehr so eine Bedeutung hat wird es noch entspannter.

Also ich denke, wenn man die Schichtarbeit plant als wäre man single und die Nacht zum Tag macht wird es schwer, wenn man allerdings versucht das Leben als Familie zu optimieren ist es gerade bei kleinen Kindern und wenn der Partner noch flexibel ist (Elternzeit/Teilzeit) fast besser als ein 9 to 5 Job!

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Streich mal, dass du deinen Mann unterstützt ;-) Das Einzige, was ich immer gemacht habe, war das Feld nach dem Nachtdienst zu räumen, damit er in Ruhe schlafen kann. Ansonsten war ich voll ausgelastet mit den beiden Großen (2 Jahre auseinander) und ich habe meinen Mann da weitgehend rausgehalten, obwohl ich oft mit den Nerven runter war. Es war eine harte Zeit, aber auch das geht vorbei (ich hatte aber auch keine Mutter/SM oder sonstige Familie vor Ort die mich unterstützt). Alles Gute für die Geburt!

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