Wohnen bei Eltern/ Schwiegereltern

Ist der Kompromiss nicht zu groß den man dann eingehen muss?
Zu wenig Privatsphäre?
Einmischen der älteren Generation ?
Welche Vorteile hat es?
Was sind eure Gründe gewesen, bei den Eltern wohnen zu bleiben oder sogar in deren Haus mit einzuziehen oder anzubauen?
Hat das funktioniert?
Ich frag das weil meine Eltern auf die Idee gekommen sind, ich sollte zu ihnen ziehen, sie haben ein großes Haus was man umbauen könnte.
Ich habe spontan und deutlich abgelehnt.
Ich finde den derzeitigen Abstand schon gut und lebe gerne so wie ich es für richtig halte, ohne dass meine Eltern wissen wann ich wie lange mit wem weg gehe, wen ich einlade oder wer bei mir übernachtet.
Ich finde das geht sie nichts an und mir ist das zu viel was ich dann Preis geben müsste.
Habt ihr es gemacht und wie funktioniert es?

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Mein Vater kam auf die glorreiche Idee, wir könnten nach der Scheidung meiner Eltern bei ihm einziehen. Wohl gemerkt, wir hatten 1 Jahr zuvor erst selbst ein Haus gebaut.

Auch wenn wir nicht gebaut hätten, wäre es niemals in Frage gekommen.
Ich bin viel zu freiheitsliebend. Ich mag keine Erklärungen, Rechtfertigungen oder Kompromisse eingehen. Egal ob mit den Schwiegereltern oder den eigenen Eltern. Mein Mann tickt da genauso.

Meine Schwiegermutter hat mal einen schönen Satz diesbezüglich gesagt: Man sollte soweit voneinander entfernt wohnen, dass man eine Jacke anziehen muss um sich gegenseitig zu besuchen.

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Kommt immer auf den Einzelfall an. Es gibt auch Mehrgenerationenhäuser, die super reibungslos funktionieren.

Wenn Du abgelehnt hast, weil Du weißt, dass das zu viele Probleme geben würde, dann ist das sicher richtig für Dich.

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Wenn man das macht, dann muss man sich schon gewaltig gut verstehen und selbst dann kann es noch in die Binse gehen.

Nie im Leben wäre mir in den Sinn gekommen ins Haus meiner Schwiegermutter zu ziehen. Aber ich glaube sie hätte es mit mir ebensowenig ausgehalten😂

Wir verstehen uns gut, aber die 15 Minuten Autofahrt zwischen uns sind gaaanz wichtig.

Meine Eltern sind zwar schon tot, aber auch da hätte ich es nicht gewollt.

Ich hoffe ja sogar, dass meine Kinder nicht ewig zu Hause wohnen,weil ich weiterhin ein gutes Verhältnis möchte😁

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Ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass es nicht funktioniert (ein Grundstück mit SE in 2 getrennten Häusern) 🙈
Kenne es aber auch mit den eigenen Eltern im Freundeskreis...sie bereuen es alle (die eigenen Kinder sowie auch die Schwiegerkinder).
Vorteile? Sieht keiner den ich kenne 😅

Gibt sicher einige die es bezüglich der Kinderbetreuung ganz toll finden mit Eltern/ SE zusammen zu wohnen, weil sie immer einen Babysitter für lau haben, aber da würde ich lieber wen bezahlen als mein Privatleben dafür an den Nagel zu hängen.

Irgendwann gibts doch immer etwas was man den "Kindern" aufs Brot schmieren kann, was man alles besser weiß, wie man zu leben hat, "wer war denn bei euch zu besuch", "ihr wart aber gestern lange weg" usw.

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Wir wohnen in einem Dreifamilienhaus
Eine Eltern oben, meine Familie in der Mitte, und mein Bruder (mit zukünftiger Frau ) unten
Meine Eltern haben uns das schon zu Lebzeiten überschrieben, und haben lebenslanges Wohnrecht.

Nachteile: für uns keine , jeder hat sein Leben, manchmal sehen wir uns ne Woche nicht...
Jetzt gerade in Zeiten des Corona halten wir Abstand, winken uns nur zu...

Vorteile: ich mag meine Familie, mein Mann mag meine Familie und sie ihn, meine Eltern /Bruder springen spontan mal als Babysitter ein, wir helfen wiederum wenn was gebraucht wird, ich mag dieses geben und nehmen, und jeder hat trotzdem seine Haustüre die er zu macht, , wenn er Ruhe will...
Mein Bruder bekommt bald das erste Kind, ich freu mich schon, wenn wir dann mal babysitten und uns für die letzen Jahre revanchieren können...

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Hallo, meine Großeltern und meine Familie haben 30 Jahre in einem Haus gelebt. Jeder hatte seinen Wohnbereich. Es gab klare Absprachen an die wurde sich gehalten. Nachdem die Großeltern verstorben sind, habe ich mit meinem Sohn dort gewohnt. Wir unten, meine Cousine mit Familie ganz oben, in der Mitte meine Eltern. Nachdem ich meinen Mann kennengelernt habe und wir den Kinderwunsch angingen mussten wir leider ausziehen. Ich vermisse es sehr. Wenn ich mal Lust auf einen schwatz hatte, habe ich oben angerufen ob ich hochkommen kann. Hat es nicht gepasst war es so. Wir sind durchaus eine Familie wo es auch mal unterschiedliche Meinungen gibt, das muss jeweils akzeptiert werden. Im Garten gab es einen gemeinsamen Teil und jede Familie hatte noch ein Teil für sich. Somit war für alle klar wer im eigenen Teil ist, will seine Ruhe. Tja ich fand es schön.

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Ich melde mich mal, da ich damit eindeutig lebenslange Erfahrungen habe. Ich habe als Kind/Jugendliche IMMER mit Großeltern im Haus gelebt, diese waren mit Sicherheit liebe Menschen und man lernt auch vieles, z.B. vor allem Rücksicht zu nehmen.
Als meine Großeltern alle verstorben waren war das Haus meiner Eltern groß und leer, mein Mann verstand sich mit meinen Eltern super, also sind wir bei meinen Eltern wohnen geblieben, haben etwas umgebaut und haben so 25 Jahre miteinander in einem Haus verbracht.
Wir haben uns im Prinzip immer sehr gut verstanden, mein Mann sah meine Eltern immer als auch die seinen an, unsere Kinder hatten ein super Verhältnis zu den Großeltern, extreme Einmischung gab es auch nicht,
aber und das sehe ich als großes ABER an: So wirklich das, was ICH wollte hab ich nicht gemacht. Ich bin in den ersten Jahren, als die Kinder klein waren zuhause geblieben, danach hätte ich schon gern wieder gearbeitet, jedoch wurde meine Mutter krank, brauchte Hilfe bis zum Schluss als langjährige Demenzpatienten RundumdieUhrBetreuung. Natürlich habe ich das gemacht, und natürlich habe ich auch vorher für meine Eltern mit gekocht, mich um gesundheitliche Belange gekümmert, Wäsche gemacht....halt das rundum-sorglos-Paket. Irgendwie hab ich das gern gemacht, irgendwie hätte ich aber auch lieber einfach einen "normalen" Job gehabt, das hab ich aber auch erst später gemerkt, ich bin da einfach so reingerutscht.
Und interessanterweise genauso "reingerutscht", wie es meine Mama auch getan hat. Und eigentlich haben bestimmte Gespräche, die ich mit meinem Vater führte, als meine Mutter schon demenzkrank war, mir die Augen geöffnet, der sie (ganz entgegen dem, was meine Mutter wirklich war) als etwas "dummes Haschi" sah, die gar nicht so die Fähigkeiten gehabt hätte, irgendwas anderes als Hilfsleistungen im häuslichen Bereich zu leisten.
Zum Glück für mich hab ich, nachdem meine Eltern beide sehr hochaltrig verstorben sind, noch die Kurve bekommen und bin heute sehr froh und glücklich in meinem derzeitigen Job.
Und wieder wird dieses, mein Elternhaus, irgendwann in ein paar Jahren viel zu groß für meinen Mann und mich sein (ist es genau genommen auch jetzt schon für uns und unsere beiden Töchter), aber definitiv werde ich nicht mit einer meiner Töchter zusammen ziehen. Ich möchte allen beiden alle Freiheiten lassen, sie sollen tun und lassen können, was SIE möchten, ohne irgendwelche Rücksichten auf uns. Ich freue mich, wenn sie dann zu uns kommen, uns besuchen, wir vielleicht evtl. Enkelkinder betreuen dürfen, wenn nicht, ist auch das ok.
Das Modell Großfamilie kann funktionieren und hat es bei uns ja auch jahrelang, aber wirklich zuraten würde ich keinem.
Liebe Grüße!

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Ich bin da auch vor 20 Jahren als meine Eltern knapp 60 waren, offen gewesen.
Ich erinnere mich an ein Gespräch was sich aus der Aussage meiner Mutter ergab, dass sie nicht in ein Heim möchte.
Da habe ich die Gelegenheit genutzt und das offene Gespräch gesucht.
Ich studierte damals in einer 600 km entfernten Stadt und sagte direkt dass ich nicht vor hätte, zurück in meine ursprüngliche Heimat zu ziehen.
Ich hatte erkannt dass ich in der Stadt wesentlich zufriedener war als auf dem Land wo ich aufgewachsen war.
Außerdem gab es in der Stadt viel bessere Job Aussichten.
Klar, sie hatten damit gerechnet, aber meine Mutter war enttäuscht.
Ich sagte, dass ich nicht auf meinen Beruf verzichten würde um sie zu pflegen, vor allem wo von sollte ich leben?
Meine Eltern haben nichts außer dem Haus .
In den folgenden Jahren war das immer Mal wieder Thema, ich habe dann drei Kinder bekommen und immer Vollzeit gearbeitet, gesehen haben wir uns 2mal im Jahr, durch die Entfernung und auch weil ich kaum Zeit hatte.
Jetzt kam das Thema wieder auf, nach meiner Scheidung.
Ich lebe aber jetzt mit meinem Lebensgefährten zusammen, habe immer noch drei Kinder zu finanzieren.....
Außerdem, meine Eltern und ich....das funktioniert keine 2 Stunden, dann raucht es.

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Unsere Vorteile:
+) immer hilfe mit den kindern
+) arbeitsersparnis durch gemeinsames kochen/Wäsche waschen/einkaufen
+) jeder "Haushalt" hat eine hund, die haben einen hundefreund und es gibt immer eine urlaubsbetreuung
+) man fühlt sich nicht allein, weil man es nicht ist

Nachteile:
-) man ist nicht alleine
-) mehr Menschen, mehr Meinungen, mehr reibereien

Bei uns funktioniert es, weil unser haus schon immer für 3 Generationen ausgelegt war.
3 Wohnzimmer, 3 küchen, 3 bäder,...
Wir müssen uns nicht sehen, wenn wir nicht wollen. Meinungsverschiedenheiten müssen sofort angesprochen werden.

Aber hier überwiegen ganz klar die Vorteile!

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Wir wohnen bei seinen Eltern und das seit 14 Jahren, bisher hat es sehr gut funktioniert.
Wir haben zwar nur eine Haustüre aber als wir noch gearbeitet haben, haben wir uns oft die ganze Woche nicht gesehen.
Ein paar Jahre waren wir sogar 3 Generationen bzw dann fast 2 Jahre 4 Generationen unter einem Dach.
Seit wir die kleine haben, sehen wir uns täglich. Wir kochen auch oft gegenseitig für alle.

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