Erschöpft und kein Verständnis von Mann

Guten Morgen,

seit Tagen mache ich mir wieder Gedanken... kurze Eckdaten: 2 Kinder unter 3, wenig Schlaf, seit 15 Jahren zusammen und 5 davon verheiratet.

Die Kleine (8 Mon.) war heute Nacht ab 4 Uhr wach, hat geweint oder vor sich hingeplappert. Sie schläft allgemein nur mit Körperkontakt.

Da sagt mein Mann allen Ernstes um 5.15 Uhr genervt zu mir: „na toll, ich hätte auch nicht 2 Stunden schlafen können. Ich muss schließlich gleich arbeiten.“
Er möchte aber auch nicht, dass wir nachts ins Wohnzimmer umziehen, wenn sie mal (sehr selten!) länger wach ist. Also muss er wohl damit leben, dass sie Töne abgibt. Stillen wollte sie nicht. Wahrscheinlich bekommt sie grade ihren ersten Zahn. Unser Großer schläft aktuell zum Glück mal durch bis 6 Uhr.

Da sage ich zu ihm: „ja, hätte ich auch wohl gern“. Er dann wie so oft: „das ist aber etwas anderes. Ich muss arbeiten und du kannst zu Hause bleiben“.

Ich kann’s nicht mehr hören. Er hat einen Bürojob so wie ich auch und da ich zwischen Kind 1 und 2 noch arbeiten war, weiß ich wie es ist mit wenig Schlaf und der bevorstehenden Arbeit.
Er war bisher mit beiden Kindern vielleicht mal 3 Stunden alleine und irgendwie denke ich, kann er sich über meinen Alltag gar kein Urteil bilden.

Er mosert nur noch herum. Die passende Hose ist grad nicht gebügelt, die und die Sorte Wurst mag er sich nicht (hat er schließlich schon so oft gesagt), er muss Sport machen, er muss duschen, er ist ja sooo müde, er hat dies und jenes...

Ich kümmere mich ansonsten um fast alles. Lediglich mäht er den Rasen und baut mal was zusammen, kauft einmal in der Woche ein.
Muss ich ihm dafür den roten Teppich ausrollen?

Ich möchte ja nicht übertreiben, such nicht groß jammern, aber ich fühle mich zur Zeit wirklich ausgelaugt, bekomme null Anerkennung, kein Fünkchen Verständnis. Es geht nur noch um sein Befinden.
Das alles habe ich in einem sehr ernst gemeinten Brief mal geschrieben, da er mir sonst nicht bis zum Ende zuhören würde. Es ist einfach so anstrengend zur Zeit. 2 Tage ging’s dann gut, danach wieder der alte Trott.

Ich bin einfach traurig.

Puh, das hört sich ja sehr Verfahren an.

Wie war dein Mann den vor den Kindern? War er da für die Hausarbeit auch eher bequem oder ist das nun ein ganz neuer Wesenszug?

Ich denke ihr solltet dringen reden. Du bist ja hauptsächlich in Elternzeit, weil ihr ein Kind bekommen habt und du dich in dieser Zeit um euer Kind kümmerst. Nicht, weil du eine günstigere Haushaltshilfe, Köchin, Putzfrau etc. Bist.
Nicht, dass das jetzt falsch verstanden wird. Ich finde schon, dass derjenige, der zuhause bleibt anteilig mehr im Haushalt erledigt, das schon, aber das bedeutet nicht, dass der, der arbeiten geht seinen Anteil überhaupt nicht mehr erfüllt. Das sollte schon ausgeglichen sein.
Ihr habt vorher doch auch gearbeitet und jeder hat anteilig seine Aufgaben erfüllt oder nicht? Ich wüsste nicht, warum es jetzt anders aussehen sollte.

Ich habe in der Elternzeit auch den Haushalt erledigt. Mein Mann hat in der Zeit sehr wenig gemacht, weil es so ging. Es war aber nicht selbstverständlich und wenn es Tage gab, wo Land unter war, hat er ungefragt seinen Beitrag geleistet.
Es kommt für mich halt auf die Bedingungen an.
Wieviele Kinder hat man, wie anstrengend sind die Kinder. Wie alt sind die Kinder, wie arbeitet der Partner, wieviel Stunden Ist er aus dem Haus, als was arbeitet der Partner, wohnt man in einer 60-70 Quadratmeter Wohnung oder in einem 250 Quadratmeter Haus mit 1000 Quadratmeter Grundstück und so weiter. Demnach würde ich, von meinem Partner anteilig mehr oder weniger erwarten. Das würde ich so generell als Leitfaden nehmen. Gibt auch Phasen, in denen sind einige einfach ausgelaugt und kaputt, da unterstützt man sich, auch ohne zu schauen, was leiste ich, was leistet mein Partner und muss ich da noch unterstützen. Ist alles generell im Gleichgewicht, wird keiner das aufrechnen anfangen.

Oftmals empfind ich die Elternzeit aber als tückisch. In dieser Zeit schleichen sich sehr schnell viele blöde Gewohnheiten und Muster in eine Beziehung. Wenn plötzlich einer zuhause bleibt und sich der andere daran gewöhnt, dass zuhause immer alles erledigt ist. Da gewöhnen sich einige sehr schnell an diese Bequemlichkeit. Geht derjenige dann irgendwann wieder arbeiten, steht er vor dem Problem, dass nicht wieder zurückgespult werden kann, vor der Elternzeit, wo sich beide gleich um die häuslichen Pflichten gekümmert haben. Da steht derjenige dann mit Job, Haushalt und Kind und vom Partner hagelt es Kritik.

Wenn dein Mann an dem Punkt gekommen ist, dass er nur mosert und meckert, weil Hose X noch nicht gebügelt ist, anstatt seine Hose selber zu bügeln und sich seine Wurst selber zu kaufen etc. Dann bedeutet das, dass er überhaupt kein Einblick hat, wie dein Alltag aussieht. Das empfinde ich als Fehler. Dein Mann war noch nie mit den Kindern für eine längere Zeit allein? Warum nicht?
Das Leben ist doch kein Wunschkonzert. Natürlich geht man da irgendwann aufs Zahnfleisch.
Klar geht dein Mann arbeiten und du hast zuhause auch eine Verantwortung zu tragen.
Das klappt nur Hand in Hand.

Würde mein Mann mir solche Texte an den Kopf „knallen“ gäbe es hier wohl echt Ärger, muss ich gestehen.
Ich hab in meiner Elternzeit wahrlich nicht den lieben langen Tag in der Nase gebohrt. Das wusste mein Mann auch.
Hätte er da durchschimmern lassen, wie gut ich es ja habe, weil ich nicht „raus“ musste, hätte ich in die Hände geklatscht und gefragt, ob das ein Angebot für ein Rollentausch wäre. Da wäre meine Hand schneller am Telefon, als er gucken könnte.
Dann könnte er mal zuhause bleiben und ich würde arbeiten gehen, kein Problem. Die Zeit im Büro war um Längen entspannter, als die Zeit zuhause (für mich).

Ich denke für euch wird es echt Zeit, dass ihr ein klärendes Gespräch führt. Es wird mit der Zeit ja nicht besser, wenn er denkt, du seist für alles verantwortlich.
Schaut, wieviel er arbeitet und dann wird es Zeit, dass er sich anteilig einbindet und du auch mal Zeit für dich hast!
Es ist eure Familie, es sind eure Kinder.

Alles gute Gira

Du sprichst mir aus der Seele und alles Reden hilft irgendwie nichts. Er versetzt sich einfach nicht mal in meine Rolle und sieht sich einfach im Recht.
Leider. Den Rollentausch habe ich ihm angeboten, meine Arbeit braucht mich auch wieder und ich sie auch 😉 da lacht er einfach nur.

Es ist für mich selbstverständlich, dass ich den Großteil des Haushalts übernehme während der Elternzeit, das war allerdings vorher auch schon so, da hat er wenigstens einmal in der Woche gestaubsaugt. Ohne Kinder machte es mir aber auch nichts aus, da ich weniger Fahrtzeit hatte und alles in Ruhe erledigen konnte. Mit 2 Kindern geht das eben nicht.
Mir fehlt einfach die Bereitschaft eine andere Sichtweise anzunehmen und mal zu fragen: „Du wie gehts dir eigentlich? Kann ich irgendetwas für dich tun?“
Wenn ich dann mal etwas genervt bin in meinem Sohn in etwas barschem Ton sage: „Du musst jetzt eben einmal alleine spielen, Mama geht eben duschen“, sagt er sich sei überfordert, weil der Ton nicht angemessen gewesen sei.
Hach.... nein, so war er vorher nicht.

Er hatte eine Erkrankung zu der Zeit als unser Sohn auf die Welt kam und seitdem ist er nur noch angespannt und panisch, dass irgendwem irgendwas zustößt. Therapie hat er gemacht, angeblich sei wieder alles super.

Es ist nicht so, dass er nicht auch charmant und hilfsbereit sein KANN, er ist auch kein Nichtsnutz, aber so kann es nicht weitergehen. Ich liebe ihn aber und möchte ihn nicht verlassen - eben wegen seiner guten Seiten. Tja... selbst mich mal zu küssen „vergisst“ er einfach - so seine Worte.

Ich stecke grade irgendwie in einer Sackgasse. Mir fallen die richtigen Wörter nicht ein, die ihn so erreichen wie ich es gern hätte 🤷🏼‍♀️

Wenn er meint, dass alles so einfach ist, wenn man nicht arbeiten muss, dann kaufst du dir für samstag mal kino oder theaterkarten, drückst ihm das Baby in die Hand und gehst.
Sollte er mosern, kannst du ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen: wo ist das Pro lem? Du hast doch selbst gesagt, dass alles kein Problem ist, wenn man nicht arbeiten muss.

Das Leben mit Baby ist nun mal anstrengend. Egal ob man arbeitet, oder sich den ganzen Tag ums Kind kümmert.

Zieh dich nen Tag raus und lass gar keine Diskussion zu.

Mein Mann war diesbezüglich auch ein Hornochse. Das hat für ordentlich krach gesorgt.

Ich würde ihn auch mal allein mit allem lassen. Und wenn du wieder kommst und es sieht aus wie sau, kannst du direkt noch einen draufsetzen und fragen, wieso er dieses und jenes nicht geschafft hat - du musst das ja auch immer schaffen!

Ach ja und wegen der Wurst, an der er rumjammert: lass ihn ab jetzt nur noch einkaufen gehen, damit immer das da ist, was er mag. Mach es zu seiner dauerhaften Aufgabe.

Mein Mann war kurzzeitig auch so - unsere Söhne sind 14 Monate auseinander. Der kleine hat die ersten 10 Monate auch nur auf/an mir geschlafen. Und da kam das Gejammer auch irgendwann auf, ich glaube, da war der kleine sechs Monate alt. Den Zahn hab ich auch sehr schnell gezogen.

Wenn das ja alles so einfach ist für deinen Mann dann überlass ihm doch mal beide Kinder für ein Wochenende und mach was schönes. Wellness mit einer Freundin z.b. Ich hab von mehreren Müttern gehört das so etwas sehr lehrreich ist für die Männer. Da würde ich gar nicht lange rum diskutieren sondern einfach machen.

Wenn mein Mann arbeiten musste hab ich schon dafür gesorgt das er schlafen konnte, ich hab mich dann halt tagsüber hingelegt und geschlafen wenn Zeit war. Dafür hat er aber an den Tagen wo er zu Hause war mir das Kind sehr viel abgenommen so daß ich schnell den Haushalt erledigen konnte und dann Zeit für mich hatte. Ich denke beide Seiten müssen zurück stecken und wenn man zu Hause ist finde ich es nicht weiter schlimm müde zu sein, wenn ich aber übermüdet ,konzentriert arbeiten muss ,dann finde ich das viel schlimmer.

LG
Visilo

Mit 2 Kindern hinlegen? Mein „Großer“ ist zweieinhalb und er macht seit Monaten keine Mittagsschlaf mehr.. so Tipps von Müttern mit „nur“ einem Kind helfen nur bedingt..

Ich habe drei Kinder [11j, 10j & 8j].
Ich habe ebenfalls schon zugesehen, dass mein Mann Schlaf bekommt. Ab und an bin ich dann auch mit Baby nachts ins Wohnzimmer gegangen. Allerdings hat mein Mann auch keinen Bürojob, sondern hat auf dem Bau gearbeitet und musste in der Regel sehr früh los, da viele Baustellen weiter weg waren und er somit noch eine längere Autofahrt vor sich hatte. Mir persönlich war es damals lieber, er sitzt nicht unkonzentriert und übermüdet hinterm Steuer.
Und ich hatte tatsächlich schon mal die Möglichkeit mich tagsüber kurz hinzulegen. Natürlich nicht immer.
Im Gegenzug hat mein Mann aber seine freie Zeit auch für die Kinder, den Haushalt und das Einkaufen genutzt. Er wusste aber generell genau was ich tagsüber so mache, bzw wie mein Alltag so aussieht. Immerhin war er ja am we zu Hause und hat den üblichen Ablauf natürlich mitbekommen. Ebenso, wenn er Urlaub hatte. Zumal es ja nicht MEIN Haushalt und MEINE Kinder sind sondern UNSER!!! Ich kann es leider überhaupt nicht nachvollziehen, wenn Männer von dem Alltag der Frau mit Kindern und Haushalt so null Ahnung haben!!!
Eine Bekannte hat extra einen putz-und Tagesplan an der küchentür aufgehängt, den sie täglich mit dem Rotstift abhakt, damit der eigene Mann mal sieht, was sie eigentlich den ganzen Tag so leistet... Da frage ich mich ernsthaft, was der Mann den ganzen Tag macht, wenn er am we oder im Urlaub zu Hause ist?!


Gegenseitiges helfen und unterstützen ist bei uns zum Glück selbstverständlich. Da braucht auch keiner die Anerkennung des anderen dafür.

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Warum war er denn noch nie länger mit den Kindern allein? Damit würde ich mal anfangen....

Unsere Freunde wohnen alle weit verteilt, ich stille noch und kann gegen den Durst der Kleinen nicht anpumpen. So können keine mega langen Zeiträume überwunden werden ohne Brust 😉 sie schläft zudem sehr schlecht und so bin ich vielleicht mal 2-3 Stunden unterwegs und das war’s.

Dann soll er mal mit dem größeren alleine bleiben...

Das Gemuffel am frühen Morgen kenne ich auch, aber mein Mann würde mir nie die Erziehungsarbeit kleinreden, das ist unverschämt!

Zieh dir den Schuh nicht an. "Dann geh auf's Sofa" ist eine legitime Antwort oder, wenn du nett sein möchtest, gehst du mit dem Baby ins Wohnzimmer, da hat er gar nichts mitzureden.

Ein Tag weg zu gegen, bringt gar nichts, denn die paar Stunden schafft auch der unfähigste Vater und hält dir am Ende noch einen Erfolgsvortrag🙄. Von Freitag auf Sonntag, nun, das ist eine ganz andere Hausnummer 😉

Natürlich nicht während der Stillzeit, aber danach sollte das auf jeden Fall mal gemacht werden.

Bis dahin nicht rechtfertigen und ihm seinen Luxus vor Augen halten: "Du magst nicht zum Sport, super, dann gehe ich und du nimmst die Kinder", etc.

Liebe Grüße

"Er mosert nur noch herum. Die passende Hose ist grad nicht gebügelt, die und die Sorte Wurst mag er sich nicht (hat er schließlich schon so oft gesagt), er muss Sport machen, er muss duschen, er ist ja sooo müde, er hat dies und jenes... "

Dem Teenager würde ich deutlich sagen, dass er VATER ist, kein Teenager mehr.

Kind in die Hand drücken und sagen, dass du am Wochenende den ganzen Tag außer Haus bist. Ok, ggf. die Kleine mitnehmen, aber wenn er sich mal einen ganzen Tag um den Großen allein kümmern soll.

Dazu Liste auf den Tisch packen, was er so zu tun hat

1. das MUSS
2. das könntest du, wenn du noch Zeit übrig hast

und abends dann fragen, wo das alles ist und so.


Mein Pubertier hatte auch schon mal so Anwandlungen, was ich alles tun können sollte.
Ich habe ihr dann einen Tausch vorgeschlagen. Ich mache das, was sie gerade möchte und sie übernimmt meine Aufgaben
oder sie macht das eine selbst.

Sie hat dann das eine selbst gemacht und ein paar andere Sachen freiwillig, weil sie auf ein Wunschessen spekuliert hatte.

Und auch von mir dergleiche Tipp:

Lass ihn mal 2 Tage allein mit allem und gönn Dir ein Mini-Wellnesswochenende mit nur 1 Übernachtung.
Das sollte schon ausreichend sein, um Deinem Mann die Augrn zu öffnen.


P.S. effektiver wären natürlich 2 Nächte 🤣

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