Warum müssen Familienmitglieder Paten sein?

Ausgelöst durch den Thread weiter unten hat sich mir erneut die Frage gestellt, warum so oft Onkel und Tanten als Paten gewählt werden?

Bei uns ist es so, dass unser Sohn 4 Tanten und 3 Onkel hat. 2 Der Tanten sieht er aufgrund der entf nicht oft, aber die sind jedes Mal sehr lieb mit ihm. Die anderen 5 leben in der Nähe und sind mit Herz und Seele dabei. Unser Verhältnis ist aber auch vor allem auf meiner Seite der Familie relativ eng.

Aber wir haben keinen als Paten gewählt, weil wir denken, dass sie so oder so immer seine Tanten und Onkel bleiben werden. Aus wollen wir keinen unnötigen Stress, wenn wir 1-2 wählen und die anderen sich vielleicht ausgeschlossen fühlen.

Stattdessen hat jeder einen Paten außerhalb der Familie gewählt, von denen wir denken, dass sie eine Bereicherung für das Leben unseres Sohnes sind und gute Vorbilder für ihn.

Von unseren Müttern, die das eher familiär früher geregelt haben, wurde ich schon darauf angesprochen, aber die haben sehr verständnisvoll auf unsere Gründe reagiert.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Onkel und Tanten doch eh immer dieses Amt haben werden, warum muss es dann noch das zusätzliche Patenamt sein?

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Warum braucht man zusätzliche Tanten und Onkel? Kann man ja auch gegenfragen.

Wir hatten einen sehr sehr sehr engen Freund - der nach vielen Jahren kein wirklicher Freund mehr ist. Und bei einem anderen Kind die (Ex) Frau meines Bruders. Die nach 16 Jahren Beziehung auch „weg“ ist. Passiert bei Familie sicher auch, aber eher selten.

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Die Ex-Frau deines Bruders ist doch eher ein Beispiel dafür, dass auch Familie weg sein kann.

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Für mich ist eine angeheiratete Person so lange Familie, wie sie dazu gehört. Ich meinte Geschwister, Tanten, Onkel,...Cousins und co.

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Ich glaube da gibt es 2 Sichtweisen....

Bei uns sind Familienmitglieder Paten - beide Tanten. Die Entscheidung ist bewusst gefallen, mit Freunden kann man sich zerstreiten, der Kontakt kann sich verlaufen - und dann ist auch der Pate vom Kind "weg". Das habe ich leider selbst als Kind und hinterher viel zu oft erlebt,... Familie bleibt dann doch zusammen...

Meine Schwester hat sich anders entschieden - mit dem von Dir genannten Argument. Die Familie ist eh für das Kind da - so kommt noch jemand dazu.

Letztlich muss das jeder für sich selbst entscheiden - und nein - ich war auch weder beleidigt, noch eingeschnappt noch sonst irgendwas als ich bei den Kindern meiner Schwester nicht Patentante geworden bin... obwohl sie bei meinen beiden Kindern Patentante ist...

LG
Frauke

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Ich habe nur Paten aus der Familie.
Habe sie seit über 20 Jahren nicht gesehen und kann mich nicht daran erinnern mit diesen Leuten mal was unternommen zu haben.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich mir das Barbie Traummobil gewünscht habe, aber den Blöden Barbie Ferrari bekommen habe....

Da hätte ich doch lieber eine Patin wie mich.
Ich sehe mein Patenkind alle 14 Tage und bin nicht mit ihr verwandt

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Paten haben ja "offiziell" eine bestimmte Aufgabe, nämlich das Kind im christlichen Glauben zu stärken / erziehen und zu begleiten. Sie bezeugen die Taufe. Es ist ein rein religiöses Amt, also schon etwas anderes als "nur" Onkel / Tante. Wobei natürlich nicht ausgeschlossen ist, dass diese dennoch dem Kind christliche Werte etc. vermitteln.
Bei uns sind 1 Onkel, 2 Tanten und 1 Freund Paten. Einfach deshalb, weil sie unserer Meinung nach den christlichen Gedanken am besten weitertragen können. Wir haben nicht viele religiöse Freunde. Und rein auf einen Symbolcharakter wollte ich die Taufe bzw. das Patenamt nicht reduzieren.

Mein Schwager hat zum Beispiel viele Außenstehende / Freunde als Paten gewählt, weil das mehr Geschenke bedeutet. Die Familienangehörigen schenken ja ohnehin etwas und so schenken auch Leute, die sonst nichts geschenkt hätten. Schlau 🙄

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben die Menschen als Paten gewählt, die das Amt unserer Meinung nach am besten ausfüllen werden, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad... Menschen, die wir gern haben und die unsere Tochter gern haben.

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Hallo!

Müssen sie ja nicht. Meine beste Freundin ist die Patin meiner Tochter und mein Bruder. Beide wohnen sehr weit weg. Mein Bruder hat viel weniger Kontakt zu meiner Tochter als meine Freundin. Sie möchte auch immer wissen was meine Tochter so treibt und sie haben auch selber untereinander Kontakt.
Meinen Bruder interessiert das nicht. Der hats einfach nicht mit so Familiengedöns. Hätte ich gewusst, das er da kein wirkliches Interesse dran hat, hätte ich ihn als Pate nicht genommen.

Familie ist definitiv nicht immer gut, aber im Grunde find ich Paten jetzt nicht so lebenswichtig, das ich unbedingt welche haben muss.
Bei mir waren es meine Oma und mein Onkel gewesen. Bei meinem Bruder war es der andere Onkel und der war als Pate auch eine Enttäuschung gewesen.

Wir haben nach dem Herzen damals entschieden. Meine Freundin kenne ich seit 30 Jahren und sollten wir uns mal irgendwann zerstreiten, dann ist das halt so.
Genauso kann man sich mit Familie verkrachen. Habe ich leider sehr oft erlebt.

LG Sonja

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Wir haben 4 Trauzeugen , 2 beim Standesamt, 2 in der Kirche- 3 sind Verwandte, der 4. ein Freund- ein Ehemaliger Freund, seine neue Freundin (inzwischen sogar Ehefrau) mag uns nicht und so hat er den Kontakt eingestellt. Bei seiner Hochzeit waren wir nichtmal eingeladen. Sowas möchte ich für meine Kinder nicht.

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MÜSSEN muss nichts! Woher hast Du diese Ansicht?

Wir haben uns als Paten für Onkel/Tante entschieden, da Blut (Familie) dicker ist als Wasser (Freunde).
Freunde kommen und gehen.

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Sehe und erlebe ich absolut nicht so

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Mit familie kann man sich auch zerstreiten und keinen kontakt mehr haben.ich bin 2 mal pate einmal von meiner cousine mit der ich kein kontakt mehr habe und einmal von einer freundin und mit ihr geh ich durch dick und dünn

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Da kenne ich die unterschiedlichsten Modelle. Von Paten nur aus der Familie bis hin zu Paten nur aus dem Freundeskreis. Daher sehe ich da kein allgemeines "muss" sondern kenne das als abhängig von der jeweiligen Familientradition.
Bei uns haben wir drei Paten gewählt: einen aus der Verwandtschaft (Geschwister der Eltern) und zwei gute Freunde. Bei der Wahl war uns wichtig, dass die Paten alle etwas zum Leben des Patenkindes beitragen können.

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Für uns war die ausschlaggebende Frage "Wer kann unser Kind im Glauben unterstützen? Wer wird für unser Kind beten? Wer teilt unsere christlichen Werte?" Weil die Schwestern meines Mannes beide völlig unreligiös sind und mein Bruder Zukunft war, haben wir meine beste Freundin gebeten Taufpatin zu werden.

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"Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn Onkel und Tanten doch eh immer dieses Amt haben werden, warum muss es dann noch das zusätzliche Patenamt sein? "

Müssen gar nichts.
Es ist einfach einer persönlicher Bezug, Vertrauen, es passt einfach.

Meinen Geschwistern vertraue ich nur mäßig. Freunden umso mehr.
Zu meinen Paten habe ich einen sehr innigen Bezug, zu meinen übrigen Tanten/Onkeln etwas. Mal mehr, mal weniger.

Cousinen/Cousins im 2-stelligen Bereich (Anzahl der Personen) zu beschenken war nicht möglich, weil es so viele sind. Daher bekamen Kinder innerhalb der Verwandtschaft nur von den Paten etwas. Von anderen Tanten/Onkeln gelegentlich, unregelmäßig.
Das ist ok so. Durch die Patenschaft ist ein Bezug, eine emotionale Sicherheit, Ansprechperson noch da.

Auch das ist kein muss. Manche Paten haben kein Interesse. Das ist egal ob Freunde oder Verwandte.

Für die, die es ernst nehmen und wenn die Chemie mit Kind stimmt, ist es umso bereichender.

Für mich galt die Auswahl nach Vertrauen, mit denjenigen vorher zu reden: wie stellen sie sich Patenamt vor, was würde ich mir für's Kind wünschen, haben wir so konträre vorstellungen, dass wir das Kind zerreißen oder fahren wir eine ähnliche Linie.

Bei Geschwistern weiß man das u.U. eher.
Bzw. ich wusste, dass eben eher nicht #schwitz

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