Kontaktabbruch/Umzug

Guten Morgen,

schon seit vielen Jahren habe ich Probleme mit meinem Vater, wahrscheinlich lange in die Kindheit zurück. Bewusst wurde mir dies jedoch erst, seid ich selbst Mutter bin. Meine Kinder sind jetzt 13 und 10 Jahre.

Ich denke, dass mein Vater eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, dazu kommt Alkohol-Pegeltrinker.

Leider sind mein Mann und ich als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, in das Haus neben meinen Eltern gezogen und haben eine große Eigentumswohnung gekauft. Das Verhältnis wurde leider immer schlimmer. Umso mehr ich mich distanziert und abgegrenzt habe, umso mehr hat mich mein Vater fertig gemacht. Vor allem auch bei dem Rest der Familie. Ich habe mir therapeutische Hilfe gesucht und bekam so wieder mehr Selbstbewusstsein. Natürlich verschlechterte sich dadurch das Verhältnis zu meinem Vater noch mehr. Es ging dann soweit, dass mein Vater mich vor etwa 1,5 Jahren vor meinen Kindern massiv beleidigte und rausschmiss. Seid dem habe ich den Kontakt eingestellt. Es ist aber sehr schwierig, da wir ja direkt nebeneinander wohnen.

Mein Mann, die Kinder und ich fühlen uns eigentlich wohl hier im Ort und der Wohnung, aber die Situation belastet mich einfach zunehmend. Wir würden nun doch gerne wegziehen. Finden jedoch hier in der Umgebung einfach nichts entsprechendes.

Unser älteres Kind möchte auf keinen Fall die Schule wechseln und hier ist mein Problem! Ich fühle mich gefangen. Um endlich mit diesem Kapitel abschließen zu können, müssten wir hier weg. Dies scheint im Moment aufgrund des Immobilienmarktes hier in der Umgebung nicht möglich. Würden wir weiter wegziehen, habe ich das Gefühl, ich nehme meinem Kind ihr geliebtes Umfeld... irgendwie habe ich das Gefühl, für meinen Seelenfrieden, den meiner Tochter zu nehmen.

Ich weiß gar nicht, was ich eigentlich von diesem Post erwarte. Auf jeden Fall tut es gut, die Gedanken einmal aufzuschreiben.

Wahrscheinlich benötige ich einfach noch etwas Geduld und wir finden irgendwann die passende Immobilie.

Danke fürs lesen.

LG eine Tochter

1

Ich bin mit dir einig, so kann es nicht weitergehen. Einen Umzug ist in meinen Augen mehr als sinnvoll!
Sucht ihr nur Immobilien zum kaufen oder könntet ihr euch auch vorstellen, etwas zu mieten? Ggf. eure Wohnung verkaufen/weitervermieten? Ist sicher schwierig, ich weiss! Aber etwas anderes fällt mir nicht ein.

2

Danke für deine Nachricht.

Das hatten wir auch schon überlegt. Aber wir wohnen hier auf 150 qm mit zwei Katzen und da findet man auch nicht so einfach Mietwohnungen, die finanziell passen würden.

Ausserdem hat das Haus in dem wir wohnen zwei Eigentumswohnungen. Eine gehört uns, die andere meinen Eltern. Wir möchten damit dann gar nichts mehr zu tun haben! Daher kommt eigentlich nur ein Verkauf in Frage.

Gruß

3

Hört sich für mich nicht nach Abgrenzung an, eher nach Flucht. Wenn man fertig abgegrenzt ist, dann kommt das schwierige gegenüber nicht mehr an die eigenen triggerpunkte heran. Ich würde im eigenen Inneren suchen.

4

Das stimmt bestimmt. Und natürlich hat es für mich auch das Gefühl einer Flucht. Aber ich habe hier einfach das Gefühl nie zur Ruhe zu kommen. Ständig sehe und höre ich ihn. Ich bekomme soviel mit, was ich eigentlich gar nicht wissen will. Mein Bruder mit Familie sitzt neben an. Meine Neffen wissen nicht, sollen sie jetzt zu uns rüber kommen oder nicht.

An unserem Haus müssten ein paar Reparaturen gemacht werden. Dafür muss man miteinander sprechen. Dies ist aber nicht möglich.

Es ist einfach alles viel zu nah.

9

Was mich mal interessieren tät, wo steht denn dein Mann bei der ganzen Sache, ich vermisse den in deinen Schilderungen.

Ich will mal frei von der Leber reden, aber tät mein Schwiegervater meine Partnerin derart fertigmachen, hätte ich schon längst seine Tür eingetreten und ihm eine reingehauen.

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Hallo.

Könntet ihr nicht die Wohnung verkaufen und euch dafür in der Nähe (damit die Kinder die Schule nicht wechseln müssen) irgendwo ein kleines Eigenheim (klitzeklein#schein) bauen? :-)

6

Die Frage ist, würde ein Umzug wirklich helfen?

Klar, für den Moment. Nicht mehr täglich über den Weg laufen etc. schon.

Aber wie ist es mit Fragen, Triggerpunkten? Wie ist es, wenn doch etwas hochkommt?

Umzug kann definitiv hilfreich sein. Auch um zur Ruhe zu kommen.
Umzug kann aber auch eine Form von Flucht sein. Er bleibt zwar als Person zurück, aber die Gedanken, Emotionen, Gefühle, Ängste ziehen mit um. Zusätzlich mit dem schlechten Gewissen, die Kinder aus ihrer Umgebung genommen zu haben.


Umzug würde ich weiterhin nicht ausschließen, aber auch nicht Hals über Kopf, um hauptsache weg zu sein.

Parallel würde ich wirklich auch stabilisierend etwas suchen. Wenn dir die Therapie geholfen hat, da weiter machen.
Abgrenzen
Lernen ihn zu ignorieren (so lange er dir nicht Leib und Leben gefährdet, die Kinder in Gefahr bringt)
Dich auch innerlich befreien.

Ja, das ist schwer, wenn er so in der Nähe ist. Abstand könnte es einfacher machen.
Andererseits jetzt damit anfangen/weiter machen, kann dabei helfen, später wirklich frei davon zu werden, wenn der räumliche Abstand da ist (ohne dass er in Gedanken mitkommt).

Wie ist er denn gesundheitlich so drauf?
Ich weiß, die Frage ist einerseits unangemessen und keiner wird je was wissen. Andererseits... manchmal spielt die Zeit auch für einen selbst.

Therapie kann super sein, um dich nicht nur räumlich, sondern auch emotional, gedanklich abgrenzen zu lernen. Dann, wenn er nicht da ist. Aber auch für dann, wenn er mal nicht mehr da ist (und das neu alles hochwirft) um auch dein Selbstbewusstsein zu stärken; auch damit du nicht unbewusst, wieder an andere verwickelt wirst.

7

Danke für deine Zeilen.

Wie es meinem Vater gesundheitlich geht, gerade auch wegen der Trinkerei, weiß ich nicht. Ist mir eigentlich auch egal.

Im Moment fühle ich mich stabil, so dass ich denke es ohne Therapie zu schaffen. Wahrscheinlich werde ich hier aber irgendwann noch einmal anknüpfen müssen.

Ich glaube auch, dass ich mit meinem Vater so ziemlich durch bin. Da ist einfach nicht mehr viel vorhanden. Wenn ich ehrlich bin, tut es mir eigentlich am meisten weh, dass der Rest der Familie mich meidet. Aber so ist das eben, wenn man dieses nach aussen hin perfekte Gebilde verlässt. Man wird von allen verstoßen. Hier meine ich vor allem meine Mutter und meinen Bruder mit Familie. Ich gehöre nun nicht mehr dazu, weil ich nicht mehr mitmachen will. Ich kann sie ja auch verstehen, habe ja selbst lange genug bei diesen Sachen mitgemacht und die Augen verschlossen!

Aber auf diese Spielchen habe ich nun keine Lust mehr und da gibt es für mich auch kein zurück! Ich habe da durch die Therapie schon einiges an Werkzeug bekommen. Es gibt halt solche und solche Tage...

Du hast Recht, wir werden weiter nach einem neuen zu Hause suchen. Eines, welches für meine ganze kleine Familie passt.

Liebe Grüße

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Reicht denn ein Umzug im Ort um die für dich nötige Diatanz herzustellen? Oder wird Dein Vater vor der Tür stehen wenn du 5 Ecken weiter wohnst, Terror machen wenn man sich beim Backer sieht etcpp.

Arg weit kommst du ja nicht weg wenn es die selbe Schule bleiben soll...

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