Entwicklung von extrem aktiven Kindern // SPZ-Erfahrungen

Hallo,
ich habe mich jetzt extra für die Frage im Forum angemeldet, weil ich einfach niemanden im Umfeld habe, der solche Probleme in dem Ausmaß hat.
Mein Sohn ist im April 18 geboren, also 13 Monate alt. Er war schon immer extrem - extrem laut, extrem wach, extrem weit entwickelt, extrem anstrengend. Mein Mann und ich können nicht mehr. Die ersten 3 Monate hat er 20/24 Stunden geschrien, Osteophat und co. haben nichts gebracht. Die 4 Stunden, die er nicht schrie, verbrachte er zu 3/4 an der Brust, die andere Stunde verbrachte er mit 10-min-Schläfchen. Wer das nicht durchgemacht hat, weiß nicht, was das für eine Hölle ist. Dieses "Wochenbett" hatte ich nie, mit genießen war da nichts. "Nach 3 Monaten wird es bessser", den Spruch kennt wohl jeder. Wurde es auch - mit 4 Monaten fing mein Sohn an zu krabbeln und er schrie deutlich weniger, wurde entspannter, lachte viel. Mit 8 Monaten fing er an zu laufen. Seitdem ist er das glücklichste Kind der Welt. Nur am lachen, winken, schakern, er wird von allen Leuten geliebt, er ist sehr glücklich mit seinem Leben. Ich stehe trotzdem kurz vor einem Nervenzusammenbruch, mein Mann vermutlich noch mehr. Wegen den Nächten. Seit er 6 Monate ist, schläft er tagsüber gar nicht mehr. Vorher ab 3 Monate noch 1*45min. . Nachts schläft er von 23h - 5h. Aber nicht am Stück. Er wacht spätestens alle 20-30min. auf. Vor einem Monat habe ich ihn abgestillt, aber das hat auch keine Verbesserung gebracht. Wenn er aufwacht, lässt er sich in 50% der Fälle mit Föhnen, Flasche, Kuscheln, KiWa, keine Ahnung was, innerhalb von 20-30min. wieder beruhigen. In 50% der Fälle ist ab dem ersten Schrei die Nacht vorbei und er brüllt, bis das Licht wieder an ist. Sobald das Licht an ist, ist er super drauf, lacht, freut sich, spielt. Er ist dann einfach wach. Ich aber nicht. Im Gegenteil, ich weiß nicht, wie ich es seit bald 14 Monaten überlebe, nachts maximal 5 Stunden zu schlafen, eher deutlich weniger, nie mehr als 30min. am Stück. Mein Mann und ich wechseln uns mit den Nächten ab, aber auch jede 2te Nacht ist zu viel. Er ist tagsüber ein absoluter Sonnenschein - aber eben auch anstrengend. Den Buggy benutzen wir nicht mehr, seit er 10 Monate ist. Er läuft Wanderungen von 8-10km komplett (!) alleine. Und die Betonung liegt auf laufen. Er ist vielleicht eine Woche gegangen. Seitdem rennt er nur noch. Er kann sogar kurze Strecken, max. 10m, bereits schwimmen (also ohne Schwimmhilfe etc.). Dreirad und Laufrad fahren ebenfalls. Er hat eine Power, die nicht mehr normal ist und die ich definitiv nicht habe und auch nie hatte. Sprachlich dagegen kann er nichtmal Mama oder Papa sagen. Feinmotorisch ist es auch nicht so toll, denke ich, aber er bleibt halt auch nie eine Sekunde sitzen, um sich ein Buch anzuschauen oder zwei Klötze übereinander zu stapeln. Ich habe überlegt, eine Kinderfrau anzustellen, die ihn nachts betreut, weil ich einfach so fertig bin. Aber erstens fehlt uns dazu das Geld und zweitens tut sich das wohl niemand an. Unsere Kinderärztin hat uns jetzt einen Termin beim SPZ besorgt. Ich weiß aber nicht so wirklich, was das bringen soll. Die kommt vermutlich auch nur mit diesem dämlichen Buch an, was jeder kennt, wonach jedes Kind wohl schlafen lernt, außer unseres, weil der einfach durchbrüllt ohne Ende. Wir waren in diesem Krankenhaus schonmal, weil mein Sohn Verdacht auf Gehirnerschütterung hatte. Die waren komplett verwirrt, weil noch niemand ein derartig lange brüllendes, aktives Kind erlebt hatte, ansonsten aber ziemlich inkompetent (auf dem Entlassbrief stand, dass er keine Computerspiele spielen soll und 3 Tage nicht zur Schule und sowas). Hat jemand ähnliche Probleme und das SPZ hat geholfen? Oder hat jemand überhaupt ein Kind gehabt, was so extrem aktiv ist? Und was irgendwann angefangen hat zu schlafen? Ich kenne nur ein Kind, was ebenfalls so war, jetzt 7 ist, noch immer ähnlich bescheiden schläft und trotz Hochbegabung auf der Förderschule ist, einfach, weil er nicht normal beschulbar ist. Das gibt natürlich keine Hoffnung :/. Ach, keine Ahnung, danke falls jemand den Text zuende gelesen hat, ich merke gerade, wie wirr der ist. Ich bin müde, ich bin fertig und würde einfach gerne hören, dass es bald besser wird, das SPZ einen Zauberstab rausholt und meinen Sohn müde zaubert. Danke!

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Dein Sohn ist 14 Monate und läuft 10 km am Stück, kann schwimmen und Dreirad fahren?

Wenn das stimmen sollte, dann gib ihn doch zu einem Profi-Triathlon-Trainer. So habt ihr gute Chancen, dass euer Sohn ab nächstem Jahr als Iron-Man-Gewinner auf Hawaii euren Familienunterhalt bestreitet.

...mein Sohn hat Monate stündlich gestillt- in den Nächten von 8 Std zwischen 5 und 8 mal. Obwohl ich sehr sportlich bin, war ich zu der Zeit zu fertig, tagsüber irgendwelche Spaziergänge über 20 min Dauer zu absolvieren. Also mir ist es ein Rätsel, wie ihr bei solchen Nächten noch 10 km- Läufe macht?

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Loooool.

Ich dachte mir so etwas Ähnliches.... Aber alle Antworten vorher waren so seriös und niemand fand es komisch. Hat mich stark irritiert.

Lg cacciopaia

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Lass dich mal drücken. Ein SPZ ist eine Einrichtung, wo Kinder entwicklungsmäßig auf den Kopf gestellt werden. Eine Abklärung wäre vielleicht sinnvoll Richtung Stoffwechsel geschichte. Nicht was da in Gange kommt und nicht hingehört. Ansonsten hört sich für mich alles recht normal an. Sprechen können viele mit knapp über einen Jahr noch nicht.
Alles andere bespreche bitte mit dem SPZ.

War/bin mit meinen beiden Kindern auch in Behandlung im SPZ wegen Legasthenie und frühkindlichen Autismus.


LG Hinzwife

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Ach Gott, Du Arme! Das klingt stark nach partieller Hochbegabung. Hoffentlich wird Euch im SPZ geholfen.

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😂😂😂

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Hallo 😊

Mein Sohn ( von Dezember 2017) ist auch sehr aktiv und aktiver als andere Genossen in seinem Alter, sehr schön, aber auch sehr fordernd. Das Schlafen klappt zum Glück gut, er wacht nur einmal in der Nacht auf und kommt dann zu uns ins Bett.

Ich würde es mit dem SPZ einfach mal auf mich zu kommen lassen und schauen, was die Fachmänner sagen . Der Wunsch, dass dein Kind mehr schläft, wird vermutlich nicht eintreten. Ich kann mir vorstellen, wie sehr das alles an deinen Nerven kratzen muss. Gehst du schon arbeiten? Bei völliger, andauernder Übermüdung würde ich vielleicht mal eine Tagesmutter in Betracht ziehen, um morgens ein paar Stunden Kraft tanken zu können und um etwas Schlaf nachzuholen.

Liebe Grüße

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Das SPZ hat vermutlich (ausser der Adresse) gar nix mit dem Krankenhaus zu tun - ist zumindest bei uns so. Und ja, das sind die richtigen Ansprechpartner, weil da nämlich die verschiedensten Fachbereiche in Diagnostik und Behandlung zusammenarbeiten.

Und der Zettel beim Entlassungsbrief: Das ist einfach eine Standardelterninfo, die bei der Diagnose mitgegeben wird. Das hat doch nix mit Inkompetenz zu tun.

Grüsse
BiDi

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Also ich habe 4 kinder und nur das erste ist früh,mit 10 monaten gelaufen,und war sehr aktiv und fordernd,was Bewegung angeht.Alle anderen konnten erst ab 1 jahr laufen und Dreirad usw fuhren sie erst ab 3jahre ca.
Dafür haben sie früh sehr viel gesprochen...und haben damit nicht mehr aufgehört ;-)
Dein Kind ist wirklich schnell und früh dran mit allem.
Das SPZ wird dein Kind auf den Kopf stellen und schauen,was los ist.Das ist nichts schlimmes.
Ich bin mit meinem 9jährigen sohn wegen Asperger Autismus und einer LRS dort in Behandlung.Mit meinem jüngsten (bald 5j) bin ich allerdings zu einer KJP gegangen,weil auch der Verdacht ins Autismus Spektrum geht und ich mich dort mit ihm besser aufgehoben fühle wegen der Erfahrung bei jüngeren Kindern.
Schlafentzug ist wirklich Folter,ich hoffe sie können euch helfen.So extrem war es bei uns nur in den ersten Monaten und dann meist nochmal um 1,5jahre rum.
Mein jüngster schläft dafür noch bei mir,er hat Angst alleine in seinem Bett.
LG Julia

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Unser Sohn war zwar nicht so früh in seiner Bewegungsentwicklung, aber einige Dinge kenne ich auch. Mein Mann und ich sind jahrelang wie Zombies rumgelaufen. Im Monat vor seinem zweiten Geburtstag ist er nachts alle 20 Minuten wach geworden. Ich weiß noch, als mein Mann im Spaß meinte "meine Güte, jetzt lass ihn uns doch ferbern!", da war unser Sohn 4.
Er hasste den Kinderwagen, er hasste seinen Bondolino ... oft musste ich ihn der Welt zugewandt auf dem Arm tragen, ich sah aus wie ein Gorilla. Er wollte Reize und konnte sie gar nicht verarbeiten. Mit sechs fing er mal an durchzuschlafen, aber er wird mit 10 Jahren auch noch öfter wach. Er braucht nicht viel Schlaf.
In ein paar Sachen unterscheidet er sich von deinem Kind, unser hat früh Puzzle zusammengesteckt, oft um 4.30 Uhr mit einem von uns an seiner Seite ... da war er noch sehr klein, dafür hatte er Ruhe und war da auch echt fit. Auch liegt ihm der sprachliche Bereich sehr, hat mit 18 Monaten erst mal so richtig angefangen, aber seitdem ist er sehr eloquent. Sprachlich sehe ich deinen nicht außerhalb der Norm, ausserdem ist er ja auch mit seinen motorischen Fähigkeiten beschäftigt und ausgelastet. Wobei wir sonntags auch mit ihm durch den Wald gerannt sind, damit er sich genug bewegt und müde wird, da war auch 3-4 Jahre alt.

Schlafentzug ist so schrecklich, ich fühle mit dir ....
Durchschlafen und Trockenwerden waren bei uns echt Krisenthemen und ich kann dir bzgl. unserer Geschichte keine großen Hoffnungen machen, aber bei euch kann es besser gehen ... jedes Kind ist anders.
Im zweiten Schuljahr haben wir ihn auch untersuchen lassen, es kam ADS raus. Seitdem sind wir immer noch dabei, das richtige Medikament in der besten Dosierung zu finden. Schule läuft aber sehr gut.
Nur das hilft dir bei eurem Schlafproblem nicht weiter ... bei uns ist es irgendwann besser geworden, aber das hat Jahre gedauert.

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Bzgl. Der Aktivität erinnert es mich an meinen 2. Immer Augen auf. Was wird sonst verpasst. Er hat stark.adhs. Wir waren auch spz. Zu verlieren hast du doch nix dabei? Ich drücke dir die Daumen.

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Geht in ein KJP, mit solchen Themen sind die meisten SPZs überfordert. Klingt nach ADHS...

Alles Gute!

Andrea

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Kein Mensch wird einem 1 Jährigen ADHS stellen, sowas läuft bis zu einem gewissen Alter als Regulationsstörung. KuJP nehmen Kinder frühestens mit 3, auf ADHS kann man ein Kind erst mit 5-6 testen lassen!

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