Verwundert über Einstellung in Deutschland

Hallo,
Ich habe 10 Jahre in Frankreich bzw Niederlanden gelebt und gearbeitet.
War da kein Thema, dass Eltern 3 Monate nach der Geburt wieder gearbeitet haben, die meisten sogar Vollzeit.
Jetzt bin ich vor 4 Monaten mit meinem zweiten neugeborenen Sohn und dem Großen, der mittlerweile 8 ist, nach Der gezogen, muss dazu sagen, D ist nicht mein Herkunftsland, bin hier nicht geboren und aufgewachsen
So....erst Mal... Kinderbetreuung, überhaupt was zu finden war schon schwer, noch schwerer allerdings bzw unmöglich, eine Betreuung jenseits von 16 Uhr zu bekommen.
Im Ernst?
Welcher normal berufstätige Mensch ist um 16 Uhr zu Hause?
Ich arbeite jeden Tag bis 19 oder 20 Uhr und das war nie ein Problem Betreuung zu organisieren dort wo ich bisher gelebt habe.
Klar, hat einiges gekostet, aber war zumindest verfügbar.
Außerdem wundert mich die Verwunderung, dass ich meinen Sohn täglich 10 oder mehr Stunden betreuen lassen will... Es ist schon eher Unverständnis, das kenne ich weder aus Frankreich noch den Niederlanden.
Meine Arbeitszeiten sind halt wie sie sind, ich arbeite Vollzeit und bin täglich 12 Stunden außer Haus durch Anfahrt und Heimfahrt....
Gibt es in D keine flächendeckende Betreuung auch nach 16.00?
Ich hab jetzt eine Kinderfrau eingestellt, anders ging es nicht...ist Deutschland immer noch insgeheim auf die Hausfrauen Ehe eingestellt?

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Ja. Und mach Dich schon mal auf den Shitstorm gefasst, der hier gleich losgehen wird. So früh so lang fremdbetreuen lassen, das ist bei urbia Todsünde.

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😂🍿

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😱😂😂🍕🍟🍿🍿🥤
spannend

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Hallo.

Ja, da hast du recht. Es ist nicht überall eine derartige Begtreuung abgedeckt.
Geht uns nicht anders. Wenn man keine Großeltern oder Tagesmutter hat, ist man teilweise echt aufgeschmissen.

Andere Länder - andere Sitten ..... #zitter

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Erzieherinnen für die Kita müssen sich vier oder fünf Jahr unentgeltlich ausbilden lassen, die Verdienstchancen danach sind für den Allerwertesten... da hakt es gleich zum ersten Mal in Deutschland.
Es fehlen Kitas, es fehlen Erzieherinnen, ergo wird für eine optimale Auslastung gesorgt und die hast Du meist zu den Kernzeiten. In den Metropolen gibt es 12h und sogar 24h Kitas, aber halt nur da wo im Umkreis soviele Menschen wohnen und arbeiten, dass die Kita auch nachts gut ausgelastet ist.

Außerdem leisten sich größere Firmen/Betriebe, grade die mit langen Arbeitszeiten oder sogar Schichtbetrieb mittlerweile eigene Kitas auf dem Betriebsgelände bzw. dort in der Nähe. Dann nimmt ein Elternteil die Kinder mit zur Arbeit, gibt sie ab und holt sie danach wieder ab.

Wenn Du jetzt natürlich nicht ganz so zentral wohnst und dazu noch lange Fahrt- und Arbeitszeiten hast, ohne dass Dein Arbeitgeber dir was anbietet ist Au-Pair, Kinderfrau oder dergleichen wohl wirklich die einzige Option.

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Bitte kein Halbwissen verbreiten! Es gibt mittlerweile die Praxisinterne Ausbildung, die sehr wohl bezahlt wird. Es kommt immer auf das Bundesland an.

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In den dreien, in denen ich zuletzt gelebt habe bzw. jetzt lebe, gibt es das nicht, deshalb war mir das in der Tat nicht bekannt. Danke für die Korrektur.

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Es ist hier in Deutschland nicht üblich seine Babys 12 Stunden betreuen zu lassen. Die meisten Frauen die ich kenne arbeiten Teilzeit wenn die Kinder noch klein sind. Unser Schulsystem baut auch darauf das Mutti mit den Kindern nachmittags lernt oder Hausaufgaben macht.

Die Kinderbetreung wird zwar ausgebaut, es fehlt aber an Fachkräften. Früher haben viele Frauen hier gar nicht mehr gearbeitet sobald die Kinder kamen.

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>>Unser Schulsystem baut auch darauf das Mutti mit den Kindern nachmittags lernt oder Hausaufgaben macht.>>

Na Bravo, ein System was darauf baut, dass Frauen ihren Job aufgeben bzw auf Sparflamme fahren um sich um die Kinder zu kümmern.

Ich moechte damit nicht sagen, dass Kinder in ganztägige Betreuung gehören, aber was ist bitte mit den Vätern? Wieso bauen wir nicht darauf?

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Dem System ist es dich völlig gleichgültig, welcher Elternteil sich hauptsächlich um die Betreuung kümmert. Das ist doch eine veraltete Sicht der Eltern, bzw habe ich oft den Eindruck, dass "Mutti" ganz gerne Zuhause bleibt und sich dem Leistungsdruck im Job entzieht.

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Hallo!

Willkommen in Deutschland! :-)

Nein, ich finde Deutschland toll! Vieles läuft hier super, aber das mit der Kinderbetreuung und die Einstellung zu Müttern, die Vollzeit arbeiten ist Deutschland hinterher und es wird sich wahrscheinlich nicht so bald ändern.

Stell dich schon mal auf Antworten ein wie: "Warum hast du überhaupt Kinder bekommen? Es ist noch DEIN Kind und DU muss es betreuen und nicht eine fremde Person. "Möchtest du wirklich die schönsten Jahre verpassen?"

Bei sehr vielen Familien in Deutschland ist es so (bei mir übrigens auch): Der Mann arbeitet Vollzeit und die Frau Teilzeit. Zu Hause ist die Frau dann meistens für alle möglichen Termine, Kinder und Haushalt zuständig.

Unser Kindergarten bietet eine Betreuung vom 07:30 bis 17 Uhr.

LG

sweti84

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Ich bin aus Österreich. Auch wir hinken in puncto Betreuung hinterher. Eine Kindernetreuuung die bis 18 Uhr offen hat ist schon selten. Zumindest in der ländlichen Region.
Auch bei mir dasselbe... Mann Vollzeit, ich Teilzeit.
Finanziell sind wir im Mittelfeld zu Hause.
Uns passt es so wie es ist und wenn die Kinder älter sind, arbeite ich wieder mehr.
Nur weil es in anderen Ländern anders ist, ist es nicht unbedingt besser.

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Viele vergessen schnell, dass es an sich heutzutage in unserer Gesellschaft Luxus ist, dass man oft 1 Jahr (bezahlt) daheim bleiben kann.
Generell finde ich auch, dass die Krippen länger offen haben könnten. Dann könnten die Eltern auch viel flexibler arbeiten. Heißt ja nicht, dass man das Angebot annehmen MUSS.
Aber so bleibt den meisten (Frauen) oft nichts anderes übrig als nur morgens in Teilzeit arbeiten zu gehen. Und dann kommt leider das böse Erwachen in der Rentenzeit.

Realistisch gesehen kann man heute sehr schwer nur von einem Gehalt leben.

Ich war als Kind übrigens auch oft bei meinen Großeltern, weil meine Eltern beide im Schichtsystem (sogar Gegenschicht) gearbeitet haben. Da wurde ich auch oft um 16 Uhr abgeholt. Mir hat das nicht geschadet und ich hatte eine wunderbare Kindheit.
Kommt doch drauf an, was man als Eltern mit der restlichen Zeit am Tag macht.

Ich habe den Luxus, dass meine Eltern bei meiner Kleinen einspringen können. Ich setze momentan zwischen Bachelor und Master aus und gebe sie mit einem Jahr in die Krippe. Nur sind die Zeiten da wirklich bescheiden. Selbst mein Mann wird es nicht schaffen sie abzuholen, da er in der Frühschicht bis 14 Uhr arbeitet. Kita hat nur bis 13.30 Uhr offen.

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In Deutschland findest du nicht mal flächendeckende Betreuung bis 16 Uhr 😂😂😂. Meine Tante war Erzieherin und da war es allen Ernst so das die Kinder von 8-12 da waren dann war der Kiga bis 14 Uhr zu und danach konnte man die Kinder von 14-16 Uhr nochmal bringen. Da brauche ich dann auch keine Betreuung. Im bin im Osten von Deutschland aufgewachsen, vor der Wende gab es da eine flächendeckende Kinderbetreuung da es normal war das die Mutter recht schnell wieder arbeitet. Leider hat man dieses System nur teilweise erhalten, im Osten ist die Betreuung ehr besser und flexibler wie in den alten Bundesländern, da sitzt Mutti wohl häufiger zu Hause ( ich weiss es gibt auch einige die arbeiten, wenn das aber die Mehrheit wäre würde es eine größere Nachfrage und dadurch auch ein Angebot geben) und hat durch die Kinder eine gute Ausrede nicht arbeiten zu müssen.

Viel Glück mit der Betreuungssuche fürs Baby das wird noch viel schwieriger.

LG
Visilo

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Gute Ausrede nicht arbeiten zu müssen???
🙄
Unglaublich.. sorry, aber das kann doch nur Neid sein wenn man so gehässig ist!

Ich halte nunmal nichts von früher Fremdbetreuung. Vor allem nicht unter einem Jahr.
Deshalb haben wir bewusst ein Kind während meines Studiums bekommen, da ich so ziemlich flexibel bin und auf keinen Krippenplatz angewiesen bin.

Jeder so wie er mag..
aber Müttern die zu Hause bleiben vorzuwerfen sie wären faul oder nicht emanzipiert ist einfach genauso scheisse als würde man jeder Mutter die schnell wieder arbeiten geht unterstellen sie wäre eine Rabenmutter.
Geht beides gar nicht! Ich bin ziemlich genervt hier bei urbia ständig die selben Aussagen zu lesen.

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"und hat durch die Kinder eine gute Ausrede nicht arbeiten zu müssen."

viele, die ich kenne, haben sich damals ehrenamtlich betätigt.
Nachbarschaftshilfe uvm. Unbezahlt.

Heute fällt das weg. Viele gehen arbeiten, wegen der Rente und weil sie für das, was sie tun, bezahlt werden wollen. An sich ist das ok. Nur fehlt es dann an anderen Stellen.
Ältere Menschen, die lange gearbeitet haben, kleine Rente bekommen, auf Hilfe angewiesen sind, können sich kaum Pflege leisten. Manchmal fehlt es auch einfach an Kleineren Dingen wie Nachbarschaftshilfe, Einkäufe mitbringen etc.

Nach einem Arbeitstag mit Kindern sind viele k.o.

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Wir haben in der Stadt nur eine Krippe mit drei Gruppen, in der Kinder ab 1 Jahr bis zur Einschulung von 6.45 bis 17.00 abgegeben werden könne - ist auch nicht billig. Die Warteliste ist trotzdem ewig lang.
Ohne Oma oder Tagesmütter ist man leider aufgeschmissen.
Das Schlimme ist, dass immer mehr propagiert wird, dass Mutti ja doch lieber zuhause bleiben soll beim Kind - am besten bis es 18 ist (okay - ist Ironie).
Ich habe auch lebenslang Vollzeit gearbeitet und hatte Gottseidank tolle Tagesmütter.
Die Kindergärten haben größtenteils immer noch nur von 8 -12 und von 14-16 Uhr geöffnet. Das reicht wirklich nicht für Berufstätigkeit.
LG Moni

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Ich nehme das gegenteilig wahr!

Ich werde jedes Mal völlig verwirrt angeschaut, wenn ich erzähle, dass unser Sohn erst mit knapp drei Jahren in den Kindergarten kommt.
Noch vor 15 Jahren war das ganz normal und nur wenige Kinder wurden vorher von einer Tagesmutter betreut.

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GENAU DAS!
Mich gucken auch immer alle an, als wäre ich total verblödet, weil ich meine Söhne eben nicht unter 3 Jahren fremdbetreuen lassen will.

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Es kommt immer darauf an, wo du hinziehst! Wir hatten hier in BW keine Probleme eine Betreuung zu finden. Ob es normal ist, sein Kind so früh so lang fremdbetreuen zu lassen, sehe ich als Fachkraft auch kritisch. Normal ist es nicht! Wenn jede Familie sich mit der Bindungstheorie einmal auseinandersetzen würde, wäre die Antwort klar.

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Das finde ich tatsächlich etwas vom hohen Ross herunter gesprochen. Normal ist es in den meisten Ländern, selbst für seinen Lebensunterhalt verantwortlich zu sein. Ohne Elterngeld und wenn überhaupt, mit sehr viel geringerem Kindergeld. Wir sind hier also absolut privilegiert, und das kann man sich zwischendurch auch mal wieder bewusst machen. Und bevor der Hinweis kommt, Dein Kommentar hinsichtlich der Bindung habe sich nur auf Eltern in Deutschland bezogen: Ich gehe mal davon aus, dass die Eltern-Kindbindung international nicht so abweichend funktioniert, dass man da nationale Unterschiede machen müsste.

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Ich arbeite weil ich auch finanzielle Verantwortung trage, ich muss für Wohnung, Essen etc.sorgen.
Ich könnte natürlich auch auf staatliche Hilfe zurück greifen, aber warum?
Ich bin gesund, mein Job ist okay und bringt genug ein, was wäre der Grund zu sagen ich bin auf den Staat angewiesen.
Kinder kosten nun mal Geld und ich muss es als Mutter ran schaffen bis sie für sich selbst sorgen können.

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