Bruder in Not - soll ich helfen?

Hi Ihr Lieben,

lange Geschichte … und traurige zugleich:
meine beiden Eltern starben noch sehr jung innerhalb von 3 Jahren, meine Mum vor 4 Jahren plötzlich an Hirnblutung, mein Vater vor 2 nach Krebsleiden. Horror …
Mein Bruder, 2 Jahre jünger, leidet seit 10 Jahren an Depressionen, begleitet von zig-Klinikaufenthalten etc. - Heilung nicht in Sicht. Meine Mutter hat sich die letzten Jahre immer für ihn aufgeopfert, alles gemacht und getan, in der Hoffnung, dass es ihm irgendwann mal besser geht. Es floss viel Geld, da er seit dieser Zeit auch nicht mehr arbeiten konnte. Mein Vater hielt sich viel raus.

Das Erbe fiel gut aus, da meine Eltern zwei Häuser hatten. Mein Bruder und ich bekamen jeweils eins, in dem er auch selbst eine Wohnung hat. Es ist ein Mehrfamilienhaus mit zwei weiteren Mietern, wovon mein Bruder seitdem auch die Miete bezieht. Da er jedoch wirklich sehr krank ist und stets mehr ausgab, als er überhaupt hatte, sieht es jetzt im Moment sehr düster aus. Da er noch immer nicht arbeitet, auch kein 450 € Job oder so, auch kein Harz 4 bekommt, muss er quasi von den Mieteinnahmen leben, die sich jedoch nur auf ca. 1000 € monatlich belaufen. Da jedoch die laufenden Kosten für solch ein Haus sehr hoch sind und man hin und wieder einiges investieren muss, sieht es jetzt so aus, dass überall brennt! Letzte Woche war schon die Polizei da … da er seit 1/2 Jahr keine Rechnungen mehr bezahlt hat!!! Null! Sein Auto wurde entstempelt, Strom gekappt, das Gas im Mietshaus abgedreht bzw. der Zähler ausgebaut usw. …
und das Schlimmste ist, dass er sich scheinbar überhaupt keine Gedanken macht, wie es weitergehen soll! Wie er zu Kohle kommen kann. Mit zwei 450 € Jobs kann man auch schon viel erreichen. Aber nein, er sitzt auf solch einem hohen Ross und denkt echt, das Geld kommt schon irgendwoher. Alle gut gemeinten Ratschläge von mir in Richtung Schuldnerberatung verteufelt er, die hätten doch eh keine Ahnung und wie sie ihm denn helfen sollten. Ich hab echt schon viel probiert, aber …. er nimmt NICHTS an, ist wirklich irre! In der Vergangenheit hat meine Mutter immer schön bezahlt, egal was der Herr ausgab. Und er kaufte viel … würde sogar sagen, er hat eine Kaufsucht neben all dem anderen ...
Ich kann kaum noch schlafen, mich macht das alles so fertig, da die Polizei auch bei uns vorbeikam und sich nach ihm erkundigte. Schrecklich!

Dabei muss man sagen, dass wenn er wirklich wollte, er könnte was arbeiten, dank Tabletten geht es einigermaßen. Aber wie kann man so sein? Er liegt bis Nachmittags im Bett und schläft seelenruhig …

Jetzt meine Frage: natürlich bat er mich um Geld, ich sagte, dass ich ihm soviel nicht geben könne, da ich auch nicht so viel verdiene. Es geht wohl jetzt hauptsächlich erstmal um das Gas, eine Forderung von 2000 €. Die Mieter im Haus haben seit 3 Wochen keine Heizung und Warmwasser! Meine Eltern, die das Haus gebaut haben, drehen sich im Grab um. Nun hadere ich aber: soll ich ihm wirklich nicht helfen? Wenn doch, ist es eh nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, da so viele offene Rechnungen sind und quasi der Gerichtsvollzieher schon vor der Tür steht. Wenn ich ihm helfe, sehe ich das Geld nie wieder. Oder muss er mal so richtig tief fallen, schlimmstenfalls kommt er in den Knast.
Was denkt Ihr? Was würdet Ihr tun? Rein rational weiß ich, NEIN! Aber wenn da nicht dieses Emotionale wäre …

LG und #danke
Miri

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So schwer es auch ist, aber ich würde nicht helfen. Das ist ein Fass ohne Boden und dein Bruder lernt davon auch nicht, sein Leben auf die Reihe zu bekommen...

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Ich denke du schätzt die Situation schon ziemlich gut ein. Es wäre ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Mach dich mal komplett frei von allen Gedanken. Was wäre deine Zielvorstellung? Ist sie realistisch und umsetzbar?

Bedenke dabei: Menschen ändern sich nicht mal eben von jetzt auf gleich von verantwortungslos zu verantwortungsbewusst. Wäre es möglich für dich das Haus abzukaufen und ihn dann darin wohnen zu lassen? Wenn nicht, dann kannst du wohl nicht viel machen. Leider. Solange er sich gegen die Hilfe stäubt sowieso nicht. Nur Geld nehmen und nicht zur Schuldnerberatung? No way! Dann muss er sehen wie er klar kommt, wenn er es doch so viel besser weiß als alle anderen. Oder ist er doch psychisch nicht ganz zurechnungsfähig? Dann wäre der Verkauf des Hauses eh besser, es scheint ihn ja sich zu überfordern.

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Liebe Miri,

ich verstehe definitiv das Bedürfnis helfen zu wollen und sei es nur für die Mieter. Aber tu es nicht. Wie du schon richtig erkannt hast: Du siehst das Geld nicht wieder und es wäre nur der Tropfen auf dem heißen Stein.
Er wird nichts ändern wenn er sein Problem nicht erkennt

Mein Onkel hat oft in der Verwandschaft nach Geld gefragt weil sonst ja der Strom/das Wasser/die Heizung abgedreht wird, er kein Geld für essen hat, etc. Erst musste mein Opa her halten, nach seinem Tod meine Großtante...und auch bei seiner Cousine und meiner Mutter wurde es versucht. Irgendwann klappte es bei niemandem mehr und dann konnte er tatsächlich doch arbeiten, den 3. Fernseher den er neu gekauft hatte verschachern, weniger rauchen und saufen usw. Er würde es auch heute noch machen wenn der Hauch einer Chance bestünde so eine entspannte Lösung zu finden für Probleme die er sich selbst eingebrockt hat.

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Nein. Das ist ein typischer Fall für auf die schnauze fliegen lassen. Ich würde ihn Hilfe anbieten mit ihm zur Schuldnerberatung zu gehen un ein Teller essen wär auch immer drin aber keinen Cent würde er bekommen.

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NEIN - kein Geld geben. Vielleicht kommt er zur Besinnung, wenn er wirklich auf die Schnauze fällt, manche brauchen das.
LG Moni

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Wieso sollte er in den Knast kommen? Er hat doch Geld in Form der Immobilie. Die kommt zuerdt unter den Hammer, um etwaige Schulden zu begleichen. Wenn es mehr ist als eine Gartenhütte, kann er erst einige Zeit davon leben bis er den Erlös durchgebracht hat.

Und dann geht's erst weiter bergab. Irgendeine Instanz auf dem Weg nach unten wird ihn u. U. beeindrucken und ihm klarmachen, dass das Leben kein Ponyhof ist.

Deine Mutter hat vielleicht aus Sorge aufgrund seiner Erkrankung das Kerlchen zu Lebensuntüchtigkeit erzogen. Das rächt sich jetzt.

Depressionen machen m. W. nicht dumm. Er sitzt aber noch auf einem hohen Ross und will keine Hilfe zur Selbsthilfe.
So lange er keine Verantwortung für sein Leben übernimmt, würde ich gar nichts für ihn tun. Ist sicher schwierig, aber du hast auch nur 1 Leben und musst sehen, wo du bleibst.

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ich stimme dir in fast allen Punkten zu, nur in einem nicht: Depressionen wirken auf die Wahrnehmung und auf das Urteilsvermögen. Und das kann zu groben Fehleinschätzungen führen.

Also verkürzt gesagt: Depressionen können sehr dumm machen.

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deine Schilderungen klingen nicht danach dass er nicht arbeiten kann. Sondern das er nicht will.

Und wenn er zu faul ist etwas zu tun muss er die Konsequenzen eben tragen.
Reißt du ihn da raus, wird er nie was ändern weil er wieder sieht dass er das nicht muss !

So leid es mir tut aber er muss selbst wach werden.

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Naja... viele Depressive können nicht arbeiten und da hat es auch nichts mit Faulheit zu tun.

An die TE:
Ich würde ihm nicht finanziell aushelfen, sondern höchstens beim Verkauf des Hauses. Dann kann er seine Schulden zahlen und vom evtl Rest eine kleine Wohnung kaufen oder mieten.

LG

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Geld geben wäre nicht gut, dass schätzt du schon richtig ein. Ihn so richtig tief fallen lassen, falls nicht anders möglich. Aber da gibt es noch Möglichkeiten davor.

Schau ob er einen Betreuer für Finanzen kriegen kann. Also übers Betreungsgericht. Bei der Krankengeschichte und der Eskalation die gerade ansteht, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass er einen bekommt. Dieser Betreuer regelt dann sowohl das mit dem Haus, als auch die weitere Einteilung seines Geldes.

Und ruf am besten seinen Psychiater an und schildere ihm was gerade passiert mit der Bitte um Hilfe. Oder falls vorhanden seine Alltagshilfe.
Eventuell ist er in einer Institutsambulanz angebunden? Die könntest du auch anrufen und um Hilfe bitten.

Am besten Beraten kann dich da der sozialpsychiatrische Dienst in deiner Stadt, was du sonst noch für Möglichkeiten hast.

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Mach bloß nicht so weiter, wie deine Mutter aufgehört hat. Er wurde scheinbar zur totalen Unselbständigkeit erzogen. Grauenhaft, wenn er alle Hilfsangebote (außer Geld) ablehnt kannst du meiner Meinung nach nichts tun. Ich würde ihm deutlich sagen, dass er von dir keinen Cent bekommt, weil er nicht bereit ist etwas zu ändern und Verantwortung zu übernehmen, du hilfst ihm gerne bei der Jobsuche, begleitest ihn zu Terminen (Schuldnerberatung...), aber ansonsten muss er endlich etwas ändern. Bist du eigentlich nicht wütend auf deine Mutter, dass sie ihn so verzogen hat?

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Und ob ich das bin!!! Leider … hatte ihr das auch zu Lebzeiten mal gesagt, dass ich ihr Verhalten nicht gut finde. Sie sagte dann nur, na warte mal ab, wenn du (also ich ) mal ein Kind in Not habe … hmmmm
mir sagte mal jemand, sie konnte nicht anders. Ok.
Aber ich kann, weil ich NUR die Schwester bin.

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