Das eigene Kind nehmen wie es ist, einfacher gesagt als getan?

Hallo
Vor einigen Wochen ist in meinem Freundeskreis etwas passiert, das mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Also muss ich hier einfach schreiben.
Mein frisch 18 Jahre altes Patenkind, wurde daheim raus geworfen, weil er statt FreundIN , Freund heim brachte.
(Ihm geht es soweit gut, er hat tolle Großeltern bei denen er jetzt ist und bei uns ist er auch immer willkommen)
Meine Kinder sind noch klein. Naja, je nachdem wie man es definiert. Mein ältestes Kind kommt gerade in die Pubertät. Ich habe mit seine Mutter geredet und sie wirft mir vor, dass ich große Töne spucke. Mit kleinen Kindern kann man niemals sagen, wie man bei "sowas" ihre Worte reagieren würde. Man muss dazu sagen, sie und ihr Mann stellten sich selbst immer sehr tolerant dar. Ich bin daher auch sehr überrascht, negativ...
Ich kann mir das nicht vorstellen. Ist mein Kind glücklich, bin ich glücklich. Mal einfach gesagt. Ist es in einer Beziehung auf Augenhöhe, bei der sich beide respektieren,... bin ich glücklich. Will ein Kind eine Karriere als Straßenmusiker machen und das auch als einziges Standbein, wäre ich besorgt und hätte Angst wie es damit durch kommt. Sehe ich das zu einfach? Braucht man tatsächlich erst große Kids oder MUSS in der Situation sein?

GLG

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Schock, der arme Junge!!! Gottseidank hat er liebende Grosseltern. Ist schon komisch, wenn die Eltern sonst so offen sind wie du sagst. Ist da evtl. noch mehr passiert? Drogen? Straftaten? Also ehrlich, NEIN es gibt für mich in dieser Situation nicht die Ausrede, dass man dann doch ganz anders reagiert wenn es das eigene Kind ist. Wenn die Eltern ihn wirklich nur rausgeworfen haben weil er schwul ist, dann sorry, sind es A******!

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Nein. Absolut nichts.
Es geht ihnen nur da rum. Das Ansehen, er ist der Stammhalter,...
Ich war mit seiner Mutter als Kind gut befreundet, aber dann haben wir uns Jahre nicht gesehen. Das sie mich fragte ob ich Patin werden will, wunderte mich daher schon etwas. Aber das machte und mache ich gerne. Zu ihm hatte ich über die Jahre regelmäßig Kontakt. Zu seinen Eltern nur wenn es ihn betraf. Sie haben sich immer offen dargestellt, aber das war wohl nur Schein.

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Hallo,

der arme Junge :( das muss eine schlimme Erfahrung für ihn sein, von den eigenen Eltern abgestoßen aufgrund seiner Gefühle. Die sollten sich echt was schämen! Und nein, meine Tochter ist 5 Monate alt und ich liebe sie zum einen über Alles und zum anderen BEDINGUNGSLOS! Egal was jemals sein wird, ich liebe sie und werde sie niemals vor die Tür setzen. Ich werde immer für sie da sein. Auch wenn sie sicher manchmal Wege gehen wird, die nicht denen entsprechen, die ich für die wählen würde.

Schön dass Du für Dein Patenkind da ist, und er bei seinen Großeltern so gut aufgehoben ist.

LG
Cinderella

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Naja, wenn es so kommt, dann kommt es so. Meine Kinder sind noch klein (8,6,1) aber werden da sehr offen erzogen. In der Familie meines Mannes gibt es zwei solche Fälle, daher istve ehbimmer Thema gewesen. Ich behalte mir lediglich vor, 3 Sekunden doof/irritiert gucken zu dürfen, sollte ich nicht schon was geahnt haben 🤣

Das ändert ja mein Kind nicht, das ich bis dahin X Jahre bedingungslos geliebt habe.

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In meiner Familie gibt es auch,wie du es nennst, so einen "Fall". Aber da war ich noch Kind und es für uns einfach normal. Allerdings sind wir nicht selbst drauf gekommen und dachten in Richtung Wohngemeinschaft. Danach haben unsere Eltern etwas anders "aufgeklärt" und gut war.

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Hi, ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich in einigen Situationen reagieren würde z.B. wenn mein Kind einen Mord begehen würde.
Ob homo oder hetero ist mir allerdings egal.
Aber jeder hat da andere No-Gos.
LG TanteLillifee

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Oh an sowas dachte ich eben nicht. Das ist eine ganz andere Hausnummer. Da will ich ehrlich gesagt nicht drüber nachdenken. Ich vermute lediglich, gefühlsmäßig geht man auf dem Zahnfleisch und sitzt in einer Zwickmühle.
Ich dachte eher an die genannten Dinge, sowas wie Kleidungsstil, usw. ...

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Hallo
Eine Erfahrung die ich in den letzten Jahren gemacht habe: die Toleranz geht bei manchen genau bis zur eigenen Haustür.
Manche brauchen auch einfach etwas Zeit und Aufklärung. Wie bei vielem, gibt es etliche Vorurteile.
Der Verlust von vermeintlichen guten Freunden oder gar Verwandten schmerzt natürlich sehr. Aber manchmal merkt man mit der Zeit, dass das eigentlich kein so großer Verlust ist.
Ich denke schon, dass es Dinge gibt bei denen man nicht sagen kann wie man reagieren würde. Aber das fängt bei mir bei sowas wie Verbrechen an.
Aber auch da ticken Menschen scheinbar sehr unterschiedlich. Ich wurde hier mal belehrt, dass ich nicht wissen kann ob ein Sohn lange Haare haben dürfte, wenn ich nicht schon in der Situation war. Wenn sowas wie Hornfäden schon eine Grundsatzfrage auslösen, wundert mich nichts.

LG

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Was sind die Eltern für gesäßfiedeln!! Abscheulich. Natürlich möchte man dass sein Kind glücklich ist. Wenn meine Tochter mit 19 mal um die Ecke kommt und statt einem Freund eine Freundin hat na und? Und wenn mein Kind sich dafür entscheidet statt als CEO durch Die Welt zu jetten doch lieber Brötchen im backshop zu verkaufen habe ich das zu akzeptieren. Mir ist es wichtig dass meine Kinder mal weder vom Amt abhängig sind noch drogensüchtig oder Fanatiker. Und dass sie gesund bleiben. Das ist das wichtigste...

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Sorry da habe ich absolut kein Verständnis für so Eltern!
Der arme Junge!

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Deine Freundin hat schon etwas Recht. Auch hier betonen ja alle, wie tolerant sie doch gegenüber FREUNDEN oder der FERNEREN Familie sind.

Ich hielt mich auch immer für sooo tolerant, bis damals meine 18jährige Schwester uns ihren Freund, 36 Jahre alt und geschieden mit 2jährigem Sohn vorstellte....
Ich bewundere bis heute meine Eltern dafür dass sie so entspannt reagiert haben und ihn willkommen hießen, während ich selbst einfach nur geschockt war.
Ich hatte überhaupt nix gegen Sugar-Daddy-Beziehungen (auch 50Jahre Unterschied aus dem TV fand ich für alle Beteiligten fair) aber warum hatte meine Schwester sich IHN ausgesucht?!?!?!
(Es ist inzwischen 15Jahre her und die beiden sind immer noch ein Paar.)
Auch als meine Schwester uns kurz nach dem Abitur mit ihrer Schwangerschaft schockierte konnten meine Eltern Herzlichen Glückwunsch rausbringen, während ich sagte: Oh Gott! Was machst du???

Also manchmal schätzt man sich selbst einfach falsch ein, wie man in manchen Situationen reagieren würde. Viele haben vielleicht erlebt, wie sie bei einem Unfall reagiert haben, oder wie sie sich bei der Geburt verhalten haben, und das war evtl auch anders als sie erwartet hätten.
Also ich will auch meine Kinder lieben egal was ist, aber ich kann nicht beschwören dass ich insgeheim evtl doch mehr Vorurteile habe als ich möchte.

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Ich denke ein "Vorurteil" zu haben und das ggf. zu kommunizieren ist nochmal was ganz anderes als sein Kind aus dem Elternhaus zu werfen.

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Mir ist das gestern erst wieder im "Schule-Forum" aufgefallen.

Scheinbar geht es nicht darum, glückliche Kinder zu haben... Wenn das Kind hier oder da Probleme hat, schrauben wir so lange am Kind Rum, bis es den (elterlichen) Ansprüchen genügt.

Und das nennt man dann Erziehung und Fürsorge. Und natürlich will man nur das Beste für das Kind.

Ich stelle das bei vielen Eltern in Frage!

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Guten Morgen,
du sprichst mir aus der Seele, das erlebe ich auch ständig in meinem Umfeld.
Alle sind tolerant und offen - genau so lange wie das Kind sich in dem gewünschten Radius entwickelt. Verlässt es diesen werden andere Seiten aufgezogen. Gruselig manchmal, ob das Kind glücklich ist ist fast immer nebensächlich.

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