Nichte (15) adoptieren?

Hallo ihr Lieben#winke

Vielleicht könnt ihr mir ein wenig helfen.
Meine Schwägerin (Schwester meines Mannes) ist todkrank. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie von uns geht. Sie hat 2 Kinder (Pascal 21 und Michelle 15), sie hat sich vor 11 Jahren vom Vater der Kinder getrennt und Ihnen den Kontakt nicht verboten, aber sagen wir viel schelchtes über ihn erzählt , so dass sie irgendwann nicht mehr hin wollten. ALso haben sie bis heute keinen Kontakt zu ihm.
Das Verhältnis zu Ihrer Tochter ist sehr schlecht. SIe sprechen gar nicht mehr zusammen. Leider ist es so das Michelle in Ihrem kurzen Leben keine Liebe bekommen hat. Nur in materieller Hinsicht. Keine Umarmung, kein "ich hab dich lieb"...nicht.
Nun ist der Sozialdienst in der Familie da Michelle in Ihrer Verzweifelung ihre Mutter angezeigt hat wegen Körperverletzung. DIe Anzeige läuft.
Es ist eine ewig lange Geschichte...

Jetzt ist es letzten Endes so das sie vom Urlaub im Dezember ausgeschlossen wurde.. Wir (mein Mann und ich) haben angeboten sie für die Zeit zu uns zu nehmen (ca. 30Wochen)
Leider haben wir aber gar nicht wirklich Platz bei uns. Wir haben nur 1 Kinderzimmer in dem sie dann schlafen würde, denn unser eigener Sohn (2) schläft zur Zeit bei uns.
Auf Dauer möchte ich sie aber nicht bei Ihrer Mutter lassen und überlege sie zu mir zu nehmen.
Uns geht es finanziell aber auch nicht so gut.

Gibt es da Unterstützung? Kennt sich jemand damit aus?
Müssen wir sie adoptieren oder geht das so?

Danke schon mal für eure Antworten

Liebe Grüße #winke

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Hallo,

bei uns im Ort gab es vor einigen Jahren so einen Fall.

Die Mutter ist an Krebs verstorben und ihre Tochter (11) wurde zum Glück von der Schwester der Mutter und ihrer Familie aufgenommen. Der leibliche Vater wollte nichts von dem Kind wissen.

Allerdings hatten Tante und Nichte bereits von Geburt an ein sehr enges Verhältnis, da die verstorbene Mutter und ihre Tochter im gleichen Ort wohnten wie die Familie der Tante und sie quasi täglich zusammen waren.
Es ist über eine Pflegschaft gelaufen, meines Wissens bekam die Tante auch Pflegegeld (heißt das so??) für ihre Nichte.

In deinem Fall hängt es m. E. sehr davon ab, ob das Mädchen überhaupt zu euch möchte. Außerdem hat sie einen leiblichen Vater, der bestimmt als erstes durch das Jugendamt angesprochen wird, wenn deine Schwägerin verstirbt.

LG

Nici

1

es sollte ca.3 Wochen sein #hicks

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Hallo, ihr wollt eine 15Jährige aufnehmen?

Ich kann mir vorstellen, dass sie dir leid tut etc. aber Mitleid ist ein schlechter Berater.

Was sagt denn die Mutter zu dieser Idee? Was hat sie denn geplant? Sie wird sich ja auch ihre Gedanken machen. Und das Mädel selber, was sagt sie? Wie gut kennt ihr sie? Wie ist es zu der Anzeige gekommen? etc

Ich finde, da kommen schon einige Punkte zusammen.

Als erstes würde ich das Gespräch mit der Mutter suchen. Und danach weiter sehen.

Wie weit eine finanzielle Unterstützung möglich ist, kann ich nicht genau sagen. Aber da könnt ihr euch beraten lassen. Das Mädel wird aber auf jedenfall ein eigenes Zimmer brauchen!

Nur aus Mitleid würde ich sie nicht aufnehmen, das wäre nicht richtig. Auch ihr gegenüber nicht.

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Hi Ela!
ICh finde deine Idee klasse jedoch wird es sicherlich nicht so einfach sein. Denn Fakt ist das vermutlich es jetzt schon eine Rolle spielt das die Kinder doch noch einen Vater haben. Und ich weiß nicht wie weit dieser nun amtlich eine Rolle spielen wird. Doch dies mal außer Acht gelassen: Das Kind hat es nicht einfach, die Mutter stirbt, das Kind ist nicht einfach, weil es vielleicht in der Vergangenheit auch nicht richtig behandelt wurde. Das es bei euch dann alles super klappt halte ich erstmal für ausgeschlossen. Wie gut könntet ihr damit umgehen? Hier würde ich, je nachdem wie eng euer Verhältnis zu der Nichte ist erstmal den Kontakt zu ihr suchen aktuell, dann mit ihr sprechen. Sie auch mehr kennenlernen, sie auf gewissen Wegen vielleicht begleiten um zu sehen wie ihr überhaupt miteinander auskommt. Denn klar du schreibst ihr habt nicht den Platz ( wie solls in wenigen Jahren mit den jetzt noch 2 Jährigen weitergehen???), ihr seid geldlich nicht so rosigi bestückt, wie gut haltet ihr möglicherweise aus als Familie wenn erstmal SChwierigkeiten auf euch zukommen? Vielleicht kannst du wie gesagt das Kind erstmal kennenlernen mehr aber nebenbei dich auch amtlich schlau machen wies hier möglicherweise Unterstützung gibt. Bevor ihr dem Mädchen zuviel Hoffnung macht und dann wirds aus verschiedenen Gründen nichts.

Liebe Grüße und viel Glück

Ela

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Ich würde mich als erste Anlaufstelle ans Jugendamt wenden. Dort kann man euch bestimmt detaillierter Auskunft geben. Soweit ich weiß muss man nicht unbedingt zwingend adoptieren, sondern kann für Verwandte auch 'nur' dauerhaft die Pflegschaft übernehmen. Ich glaube, dazu müsstest ihr beim Familiengericht einen entsprechenden Antrag stellen.

Genauer kenne ich mich aber leider auch nicht aus.

Wünsche euch alles Gute!

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Da würde wohl eher eine Pflegschaft in Frage kommen. Bei einer Adoption (der ja auch der leibliche Vater zustimmen müßte) wäre sie juristisch EUER Kind, ihr müßtest für ihre Ausbildung aufkommen, sie würde später von euch erben wie ein leibliches Kind etc. etc. Das ist, glaube ich, nicht euer Ziel.

Probiert erst mal die drei Wochen aus, ob ihr überhaupt miteinander klarkommt. Wenn es dann tatsächlich in Frage kommt, sie einige Jahre aufzunehmen, wendet euch ans Jugendamt.

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Hallo ela,

nur kurz eine Zwischenfrage: Sind die finanziellen Aspekte deine einzigen Bedenken?
Denkst du, das Zwischenmenschliche bekommt ihr hin?

Wahrscheinlich bräuchtet ihr ja dann eine andere Wohnung, denn auf Dauer diese Enge.. das kann das Familienverhältnis enorm belasten.

Und was, wenn es sich dann nicht so entwickelt, wie du es dir vorstellst...?

LG

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Vielen lieben Dank für eure Antworten, Meinungen, Tipps etc. #pro

Ich habe die zuständige Sozialdiensmitarbeiterin erreicht und einen Termin mit ihr vereinbart um alles zu besprechen.
Ich denke sie würde sehr gerne zu uns kommen. Wir haben schon immer ein gutes Verhältnis gehabt, sehen uns aber nur so alle 2 Wochen.
Auf der einen Seite würde ich sie sehr gerne nehmen, ihr Liebe schenken und versuchen ihr zu zeigen was Familie bedeutet. Ob ich das schaffe??? Keine Ahnung. Es hört sich vieles leicht an, aber in der Praxis#gruebel

Ich denke das sie total abrutscht sollte sie in ein Heim oder ähnliches kommen. DAvor habe ich Angst.
Mein Mann ist allerdings auch der Meinung das wir das nicht schaffen :-(
Alles nicht so einfach. Ich lasse mich mal in Ruhe beraten und schaue dann weiter.

Danke nochmal an alle #herzlich

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Hi,

wenn dein Mann schon Bedenken hat, was willst Du dann überhaupt machen?
Es ist ein Unterschied, ob man einen Teenager nur alle paar Wochen sieht oder ganz auf nehmen möchte.
Und Geld werden sie mehr Kosten als ihr bekommen werdet, wo es eh schon ein Thema bei Euch ist. Mit Liebe alleine läßt sich ein Teenager auch nicht mehr zufrieden stellen.

Ich denke mit 15 kann sie in eine betreute Wohngruppe kommen

Außerdem gibt es noch einen Vater, solange er nicht einwilligt, kannst du eh nichts machen.

lisa

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Hallo,

ein Jugendamt überträgt die Pflegschaft nur wenn alle Familienangehörige einverstanden sind.

Wenn ein Partner bedenken hat wird es nicht gemacht

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