Stadt oder Land? Wo lebt ihr und warum?

Hallo!

Wir überlegen gerade, wo wir unsere Zukunft verbringen wollen. Ich habe von Berlin über Dorf bis hin zur Kleinstadt alles durch, und habe eine ganz starke Tendenz für das Leben mit Kindern, wollte aber mal hören wie andere das so sehen. Habt ihr Lust, ein bißchen zu erzählen, ob ihr auf dem Dorf in der Großstadt, in der Kleinstadt, auf der Alm auf der Insel wohnt und warum? Worin seht ihr die Vorteile? Ich würde mich sehr freuen und wünsche euch einen schönen Tag!
LG ich :-)

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Hallo,

Wir wohnen am Rand einer Großstadt.

Der Rand der Stadt war früher ein externes Dorf. Mittlerweile ist es ein Stadtteil.

Allerdings fahren hier alle 10 Minuten Busse in die Stadt rein bzw. zu den Straßenbahnen.

Mit dem Auto brauche ich 15 Minuten ins Zentrum. Als junger Erwachsener wünschte ich mir, dass meine Kinder verkehrsberuhigt aufwachsen. Das tun sie hier mit vielen Kindern und Spielplätzen.

Mein Sohn ist neun Jahre alt und mittlerweile fährt er zweimal die Woche allein mit dem Bus zum Training. Später wird er mit den Öffentlichen alleine zur Schule und in die Stadt fahren können. Mir ist es wichtig, dass ich meine Kinder nicht überall hinfahren muss.

Deshalb mein Tipp, Rand einer Großstadt

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#Tasse noch ein Käffchen für's Überlegen :-)

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Hallo!

Ich komme aus einer Kleinstadt, habe lange, lange eher ländlich gewohnt und jetzt sind wir seit 10 Jahren mit Kindern in Berlin.

Der Vorteil bzw. Grund ist der, dass mein Mann eher nur in großen Städten arbeiten kann. Ich könnte überall arbeiten.

Damals, als Kleinstadtbürger, habe ich mir ein Großstadtleben nicht vorstellen könne, jetzt bin ich sehr dankbar dafür. Die Kinder sind hier geboren, wachsen hier anders auf als ich das damals tat, sind aber sehr glücklich und können sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Ja, klar, der Garten fehlt und man ist hier nie allein. Dafür hat es viele andere Vorteile: Kurze Wege, großes Auswahl an Schulen und Kindergärten und jeder findet hier seine Nische. Wenn mir jemandes Nase nicht gefällt, kann ich dem hier prima aus dem Weg gehen und suche mir stattdessen Leute, die zu mir/uns passen. Auch hier können die Kinder allein durch den Kiez streifen, wenn sie das möchten, auch hier gibt es Nachbarn, die ein Auge drauf haben, die auch mal hingucken. Nicht so eng wie es in der Kleinstadt ist, aber soooo eng will ich das auch gar nicht. Trotzdem trage ich der Nachbarn schon mal die Taschen hoch und meine Kinder können oben klingeln, wenn hier keiner ist.

Meine Kinder sind keine Naturburschen, können sich aber gut allein beschäftigen. Sie waren zudem bis jetzt öfter in Theater und Kino als ich als Kind war. Sie kriegen hier ganz ordentlich Hirnfutter, finde ich. Sie haben genauso Freunde wie Landkinder und wenn sie die Möglichkeit haben, können sie auch mit Stock und Sand einen ganzen Nachmittag gestalten. Wenn sie pubertär sind und in die Disco wollen, können sie mit der U-Bahn fahren und brauchen weder Moped noch Auto. Das ist dann billiger und gesünder.

Ich denke, man sollte so entscheiden, wie es am besten zu einem zu passen scheint. Ich vermisse manchmal den weiten Blick, den man auf dem Land hat und ich wäre manchmal gern schneller raus aus der Stadt, aber unterm Strich möchte ich nicht mehr woanders wohnen. Gerade im Alter stelle ich mir vor, dass es in Berlin leichter sein wird als einsam auf dem Land, aber da kann ich noch nicht mitreden.

Gruß
Susanne

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Hallo,

wir wohnen in einem Vorort einer Großstadt. Für uns ideal, wir genießen die Vorteile der Großstadt, sind schnell in der Stadt, leben aber trotzdem in einem ruhigen und gemütlichen Umfeld. Die Infrastruktur passt, für unseren Sohn ist alles vorhanden und es gibt ausreichend Kita Plätze, die zudem wesentlich kostengünstiger sind als in der Stadt.

LG

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Ich habe mit meinem Mann von Kleinstadt, Großstadt und jetzt Land alles hinter mir.

Wobei ich sagen muss, dass mein Mann vom Land ist und wir vor 10 Jahren in seinen Heimatort (1200) gegangen sind.

Warum? Weil ich in einer Großstadt wie München (da haben wir gelebt) niemals hätte Kinder haben wollen.
Hier, in unserem 1200 - Seelen - Ort haben wir alles. Sportverein, Grund- und Realschule, Apotheke, Arzt, Frisör, Kita...
Meine Schwiegermama wohnt 2 Straßen weiter, Meine Schwägerin mit Familie 2 Häuser weiter und wir haben das Glück, dass wir uns alle recht gut versten.

Außerdem laufen wir in die Arbeit.
Klar, für unseren Wocheneinkauf "muss" ich 15 - 20km fahren. Aber das nehme ich gern in Kauf.

Meine Kinder bekommen hier nicht weniger "Hirnfutter" als ein Großstadtkind. Denn das kommt immer ganz darauf an, wie man selber als Eltern damit umgeht.

In München hätten wir uns niemals ein Haus leisten können.

Ich fühle mich hier "angekommen" und hier will ich auch nicht mehr weg.

Für mich: Ganz klar Land #winke

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"Meine Kinder bekommen hier nicht weniger "Hirnfutter" als ein Großstadtkind."

Damit spielst du auf meinen Beitrag an, nicht wahr?

Was ich aber damit meinte ist das riesige Angebot in einer Großstadt. Die Kinder auf dem Land "verblöden" auch nicht. Das ist mir klar.

Hier ist es aber so, dass die mit der Schule unglaublich viel machen. Museen, Projekte in Büchereien, Theater, Kochkiste..... es ist immer was anderes, was mich manchmal neidisch macht, weil ich das nicht hatte. Als sie noch nicht zur Schule gingen, haben wir mit anderen Müttern und deren Kinder ganz viele verschiedene Sachen mit den Kindern gemacht. Weil es möglich war, weil es nah war, weil es sich einfach von allein angeboten hat.

Das mit dem Hirnfutter war nicht als Wertung gemeint. Ich finde das Leben hier nur sehr viel abwechslungsreicher als das damals auf dem Land. Ich finde es spannend, dass meine Kinder so ganz anderes groß werden als ich. Anders als ich mir das hätte vorstellen können, weil ich vor Berlin ebenso gedacht habe wie du. Mittlerweile denke ich, dass Stadtkinder ebenso glücklich und froh sind wie die Kinder, die mit großem Garten aufwachsen. Man muss einfach gucken, was besser zu einem passt. Ich wäre mit einem großen Garten im Übrigen rettungslos überfordert.

Gruß
Susanne

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Wir wohnen in Berlin aber nicht mitten drin,das wäre uns nichts sondern am Rand.In Zehlendorf und das ist schon recht ländlich.Für uns perfekt aber leider von den Immobilienpreisen echt hoch.

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Hi,

ich war schon immer eine Landmädel, genauso wie mein Mann.

Eine Zeit lang haben wir in der Nähe einer Großstadt gelebt und ich fand es dort einfach nur schrecklich. Alles schweineteuer und man braucht EWIG um irgendetwas zu besorgen weil der Verkehr die Hölle ist.

Das Argument mit den kurzen Wegen ist für mich deshalb überhaupt nicht nachvollziehbar. Denn manche Geschäfte sind eben doch immer am anderen Ende der Stadt und dafür braucht man auch oft fast ne Stunde, egal ob mit Auto oder öffentlichen...

Aktuell wohnen wir in einem größeren Dorf, 5 km von der nächsten Kleinstadt in der ich alles bekomme. Ich komme mit dem Rad überall innerhalb von 30 Minuten hin, habe einen kleinen Supermarkt mit Bäcker und Metzger 50 m von der Haustür entfernt.
Kiga und Schule sind keine 500m entfernt.
Meine Kinder können selbst zum Spielplatz laufen und wir haben ein schönes Häuschen mit Garten. Das wäre in der Großstadt so gar nicht möglich, nicht mal in einem Vorort.
1. würde man so ein Haus bzw. Grundstück gar nicht finden

2. könnten wir mit dem was dieses Haus dort kosten würde, niemals unseren Lebensstandard halten.

Womit ich allerdings auch nicht leben könnte, wäre ein Leben weit weg von jeder Zivilisation.... Ich möchte schon etwas Infrastruktur um mich herum...;-)

LG

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"Das Argument mit den kurzen Wegen ist für mich deshalb überhaupt nicht nachvollziehbar. Denn manche Geschäfte sind eben doch immer am anderen Ende der Stadt und dafür braucht man auch oft fast ne Stunde, egal ob mit Auto oder öffentlichen..."

Echt jetzt? Ich mache hier alles zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Nur zur Arbeit fahre ich besser mit Öffis, 30 Minuten. Geht aber auch mit dem Fahrrad, ist nur in der dunklen Jahreszeit doof, weil man so viele einsame Wege -ja, glaubt man kaum- und durch den Tiergarten fahren muss. Selbst zu IKEA kann ich mit dem Rad. Alles ist nah: Supermarkt, Wochenmarkt, Bäcker, Biomärkte mehrere (man gibt sich hier gern alternativ), alle Ärzte, Schule, Musikschule....Alles irgendwie. Der Postbote drückt mir auf der Straße meine Pakete in die Hand, der Blumenmann schreibt an. Irgendwie bewegt man sich im Alltag doch nur in seinem kleinen Kiez, was sich manchmal ziemlich kleinstädtisch anfühlt.

Wenn mir hier alles auf den Keks geht, fahre ich in den nächsten Stadtteil, wo mich keiner kennt. Geht auch mit dem Rad.

Der Verkehr ist die Hölle, wenn man den "Puls der Stadt" nicht kennt. Mittlerweile kenne ich den ganz gut. Und ich kenne jetzt auch kleine Straßen und Umwege, bin sozusagen ein alter Hase. Das klappt gut.

Deshalb meine ich ja, dass man wohnen muss, wie es zu einem passt. Ich finde es auch schön, auf dem Land zu sein und in die Gegend gucken zu können. Wohnen möchte ich da nicht mehr.

Gruß
Susanne

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Das kann man in der Kleinstadt aber genauso und die Wege sind sogar noch kürzer und die Rush Hour nur einen Bruchteil so schlimm.;-)

Klar... Ich brauche hier ein Auto! Das brauche ich aber weil ich nicht in unserer Stadt arbeite sondern 40 km weiter entfernt. Ansonsten ginge es auch gut ohne bzw. mit nur einem Auto. Und wenn ich mir überlege was ich mir hier an Wohnkosten spare, könnte ich mir davon sogar noch ein drittes und viertes Auto leisten.

Ich kenne jetzt einige Städte und im Grunde ist es ja nicht viel anders als in Kleinstädten. Im eigenen Stadtteil findet man viel aber eben doch nicht alles und bis man dann in den gewünschten Baumarkt oder ins gewünschte Möbelhaus kommt, muss man halt doch etwas länger fahren. Hier fahre ich dann eben eine Stadt weiter... Wenn du wirklich alles in allernächster Umgebung hast, wohnst du wahrscheinlich sehr zentral und das finde ich jetzt auch nicht soo toll, was natürlich absolute Geschmackssache ist.
Ich habe hier auch alles im Umkreis von 5-8 km... Möbelhaus, Einkaufszentrum, Kino, Baumarkt, Bücherei, Schwimmbad, Freibad, alle Schulen, alle Ärzte.... Das kann ich also alles mit dem Fahrrad und zur Not auch zu Fuß erreichen. Es gibt sogar einen Bus den ich nutzen könnte und der zumindest stündlich fährt.
Das nächste Theater ist 15 km entfernt.

Ich finde also nicht das man zwingend in einer Großstadt leben MUSS um alles in der näheren Umgebung zu haben.

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Stadt, weil Stadtmensch. Ohne Kind. Mit Kind. Für immer.

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Wir wohnen in Köln, sind, genau wie unsere 3 Kinder hier geboren und möchten auch nicht weg. Wir finden es einfach toll hier.

Wir haben das Glück ein großes Haus mit großem Garten in einem schönen Stadtteil am Stadtrand zu besitzen.

Uns trennen nur ein paar Felder vom Rhein, im Ort gibt es alle wichtigen Geschäfte, Kitas und Schulen, sehr viele Freizeitangebote und man ist sehr schnell in der Innenstadt. Die Kinder wachsen hier toll auf, haben viele Freunde in der Nachbarschaft und stromern gemeinsam durchs Viertel.

Ich denke, die meisten Menschen fühlen sich dort wohl, wo sie aufgewachsen sind. Es gibt ja immer Vor- und Nachteile und ne Menge Vorurteile. Genauso, wie meine Kinder wissen, dass Kühe nicht lila sind und auch schon Eier im Hühnerstall gesucht haben, gibt es sicher Kulturbegeisterte Landkinder.

Das einzige, was mich auf dem Land stören würde ist, dass man eine geringere Auswahl an Menschen hat und engeren Kontakt zu diesen kaum vermeiden kann. Wen ich hier nicht mag, den kann ich recht gut meiden. Ansonsten sind wir hier sehr gut vernetzt und das anonyme Leben in der Großstadt von dem oft gesprochen wird, kenne ich persönlich gar nicht. Klar, man kann sich von allem abkapseln, aber normalerweise hat man hier sehr viele Kontakte. Aber der Kölner an sich ist ja auch für sein offenes Wesen bekannt.

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