Adoption aus Verzweiflung??

hallo, ich musste mich heute spontan bei urbia anmelden, weil meine beste freundin mich um rat gefragt hat und ich ihr nicht helfen konnte. sie hat kein besonders intensives verhältnis zu ihrer schwester. nun hat diese ihr aber kurz vor weihnachten erzählt dass sie wieder schwanger ist (3. kind), dass es kein wunschkind ist aber ok. seitdem hat ihre schwester nichts mehr von sich hören lassen, erreichen konnte sie sie auch nicht... erst hat sie sich nichts dabei gedacht, bis ihr jetzt eine freundin der schwester (hat sie zufällig beim einkaufen getroffen) erzählt hat, das das baby doch schon da sei aber zur adoption freigegeben wurde. meine freundin ist aus allen wolken gefallen. ihre schwester sagt dazu kein wort, lässt sich verleugnen. meine freundin sass vorhin heulend bei mir auf der couch und fragt sich, wie ihre schwester so etwas machen kann? Sie überlegt, dass kind zu sich zu nehmen... geht das?? die eltern halten sich wohl aus allem raus (verhältnis ist auch hier nicht so rosig). ich wusste nicht, was ich ihr sagen sollte, da ich die schwester auch nicht kenne... puuh... Welche gründe kann die schwester haben ein kind weg zu geben? was soll ich meiner besten freundin raten? wie trösten?
danke für euer ratschläge...
alexa


gründe ein kind zur adoption freizugeben gibts viele.

es ist aber immer eine sehr mutige entscheidung!

denn sowas ist heute noch immer stigmatisiert. dabei übersehen die leute aber immer, dass es so einem kind in der adoptivfamilie sicher besser haben wird als bei den leiblichen eltern.

tröste sie vielleicht damit, dass es das beste fürs kind ist! nichts anderes zählt!

der schwester bitte keine vorwürfe machen. sie hat verantwortungsvoll gehandelt indem sie frühzeitig eingestanden hat, dass da irgendwas problematisch werden könnte. und gehandelt hat.

ob deine freunding das kind nehmen könnte: keine ahnung: am besten jugendamt fragen.

und immer drann denken: es gibt sehr viele, wahnsinnig liebevolle paare, die nur über den weg "adoption" eltern werden können und sicher alles daran setzen es diesem heißersehnten wunschkind gut gehen zu lassen.

alles gute!

Ich schließe mich meiner Vorschreiberin an und denke, dass es eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung war.
Hört sich jetzt vielleicht schlimm an, aber, gerade wenn man schon Kinder hat, macht man sich eine solche Entscheidung sicher nicht einfach und hat ganz bestimt auch gravierende Gründe dafür. Zu erkennen, dass es einem Kind nicht gut ginge, dass man ihm nicht gerecht werdden könnte, in welcher Art auch immer, stelle ich mir persönlich hart vor. Aber immerhin hat dieses Kind nun eine Chance auf ein wirklich glückliches Leben, denn der Anspruch, der an eine Adoptionsfamilie gestellt wird, ist wirklich hoch und man kann eigentlich davon ausgehen, dass es dem Baby dort gut geht.
Das Baby zurück zu holen könnte sehr sehr schwierig werden, denn dies ist nur innerhalb bestimmter Fristen möglich, nach einem Jahr wird beim Notar die Adoption dann von der Mutter nochmals unterzeichnet und spätestens dann hat man keinerlei Rechte mehr auf das Kind.
Ich kann mir vorstellen, dass es Deiner Freundin in der Seele weh tut, aber manchmal ist so ein Weg einfach der Beste, für alle Beteiligten.

LG, Sandra

Hallo,

ich muss sagen, ich bewundere den Mut und die erwachsene Haltung.

Ein Kind, das man in seinem Körper gespürt hat, nach der Geburt abzugeben ist eine der schwersten Entscheidungen, die ich mir vorstellen kann.

Es ist auf jeden Fall ein Zeichen von verantwortungsbewusstem Handeln, wenn man zugeben kann, dass das eigene Kind es woanders besser hat als bei der leiblichen Mutter.

Wass immer die Schwester deiner Freundin bewogen hat: was sie jetzt auf gar keinen Fall braucht, sind Vorwürfe oder Anschuldigungen. Es wird ihr schwer genug gefallen sein, diesen Schritt zu gehen.

Vielmehr sollte man sie solange in Ruhe lassen, bis sie sich wieder gefangen hat. Denn: dass sie für niemanden, nicht mal für die eigene Schwester zu erreichen ist, zeigt mir, dass sie dabei ist, diesen Schritt zu verarbeiten und (noch) mit niemandem darüber reden kann.

Vielleicht hat sie auch Angst vor der Reaktion? Deine Freundin sollte sich darauf einstellen, dass sie das Gespräch nicht vorwurftsvoll führt, wenn sie die Gelegenheit hat mir der Schwester zu sprechen.

Und noch eine persönliche Meinung zum Thema Adoption: wenn mehr Frauen diesen großen Mut hätten, ihr eigenes Unvermögen einzugestehen und ERWACHSEN zu handeln, dann gäbe es weniger vernachlässigte oder geschundene Kinder! Die junge Frau hat für mich sehr wie eine "Mutter" gehandelt: im Sinne und zum Wohle des Kindes. Und ich denke, dass hat sie auch gespürt.

LG
Nicci

aber was können gründe dafür sein? es ist immernoch der selbe mann wie bei den beiden anderen kindern, das baby ist gesund, geld und arbeit ist auch da, also keine notsituation. deshalb versteht meine freundin es ja auch nicht. sie fragt sich auch, was ihre schwester wohl den anderen beiden kindern erzählt?? das das baby gestorben ist?? die zwei werden doch fragen (sind 7 und 5 jahre alt)... oh man, ich weiss nicht, wie ich ihr helfen soll... die frist ist noch nicht abgelaufen, die adoption somit noch nicht rechtdsgültig...

Vielleicht (ich kann nur mutmaßen!) ist es genau die Tatsache, dass es das 3. Kind ist!

Und wenn Geld und Arbeit da ist - vielleicht ist die Arbeit nicht mehr sicher oder die beiden brauchen den Verdienst von BEIDEN????

Vielleicht hat sie gespürt, dass sie mit dem 3. Kind überfordert ist?

Klar, man könnte jetzt meinen, dass sie sich das vorher hätte sagen können. Aber: der Kinderwunsch einer Frau muss nicht unbedingt so logisch sein wie die Tatsache, wieviel sie wirklich bewältigen kann!

LG
Nicci

Es liegt nicht immer an Geld, Job oder Familie sondern manchmal einfach daran dass man emotional die Verantwortung für ein weiteres Kind nicht tragen kann.
Daher ist ihre Entscheidung richtig, sie wird schon wissen was sie ihren Kindern sagt-warum machst du dir da nen Kopf drum?
Ich verstehe auch nicht warum man deine Freundin trösten sollte, es ist nicht ihr Kind udn viel Kontakt dürfte sie zu ihrer Schwester ( und logischerweise dann auch zu nichten und neffen ) nicht gehabt haben.

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Ich finde es gut das die Schwester deiner Freundin das Kind zur Adoption freigegeben hat.
Es gibt viele die sich der Verantwortung für ein Kind nicht bewusst sind und sie einfach mal so bekomme-dann liest man wieder Schlagzeilen.
Sie ist sich dessen bewusst die Verantwortung für ein drittes Kind NICHT tragen zu können und hat eine für das Kind gute und sehr verantwortungsbewusste, wenn sicher auch nicht leicht nachvollziehbare, Entscheidung getroffen.

Ich schätze schon das sie als Tante das Kind adoptieren könnte, müsstet ihr mal beim Jugendamt nachfragen.

Hallo Alexa

Ich finde es waere unverantwortlich und unfair von deiner Freundin wenn sie das Kind zu sich holen wuerde.

Erstens, da ihre Schwester ihr nichts gesagt hat, hat die ganze Sache nichts mit ihr zu tun. Stell dir vor deine Freundin bekaem das Baby, dann waere ihre Schwester staendig mit diesem Baby "konfrontiert". Es war sicherlich eine sehr schwere Entscheidung fuer diese Schwester.

Zweitens, es hat eine Familie ein Baby bekommen die dieses Kind bestimmt ueber alles lieb haben wird. Fuer diese Familie ist dieses Baby ein absolutes Wunschkind. Stell dir vor deine Freundin wuerde diesen Leuten das Baby weg nehmen. Das waere so dermassen unfair, und gemein, nur weil sie kein Verstaendnis dafuer hat was ihre Schwester getan hat.

Ich denke deine Freundin hat die Entscheidung ihrer Schwester zu respektieren. Sie soll sich da nicht einmischen. Ich finde die Hauptperson in dieser ganzen Geschichte ist das Baby. Wenn es dem Baby gut geht, und es geliebt wird, dann finde ich das es das wichtigste ist.

Gruss
Heike

"Sie überlegt, dass kind zu sich zu nehmen... geht das??"

Nein, natürlich nicht. Mit der Adoption ist das Kind rechtlich gesehen ja gar nicht mehr mit Deiner Freundin verwandt, es ist sozusagen "mit Haut und Haaren" Kind der Adoptiveltern.

Und was denkst Du denn, was für das Kind besser ist - bei einer Familie aufzuwachsen, die sich sehnlichst ein Kind wünscht, oder als Notlösung bei der Tante und die Geschwister sind bei der Mutter ...?#gruebel

Wurde das Kind denn bereits adoptiert?
Falls nicht stehen die Chancen der Schwester sicherlich gut.

Wenn es jedoch bereits vermittelt wurde, dann ist da vermutlich nichts mehr zu machen, wie andere hier ja schon geschrieben haben.

An Stelle Deiner Freundin würde ich mit der Schwester sprechen. Vielleicht wäre eine Adoption ja in der Familie sogar gewünscht.


Viele Grüße
ballroomy

Auch wenn die Adoption noch nicht durch ist, wird die Schwester wohl kaum gegen den Willen der Mutter das Baby bekommen, wenn die Mutter (und der Vater natürlich) sich für eine Adoption entschieden haben!

Also soweit meine Freundin das gestern wusste, ist das Kind wohl schon in einer Familie allerdings ist die Adoption noch nicht rechtskräftig, weil die Schwester wohl vom Amt noch Bedenkzeit bekommen hat (ist das normal so??). Sie weiss das ja auch alles nur von dieser Freundin aus dem Supermarkt und ein bisschen von ihrer Mutter. Angeblich ist ihre Schwester bereit mit ihr zu sprechen, das hat sie mir heute morgen am Telefon erzählt. Sie hat wohl den Mann der Schwester erreicht, der aber nur meinte, das alles in Ordnung sei und kein Gesprächsbedarf bestehe... Das ist doch wirklich seltsam oder??? Langsam mach ich mir als Aussenstehende auch Gedanken...

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Hallo
meine Meinung ist anders als die der Vorschreiberinnen.

So eine "heimliches" zur Adoption freigeben wirkt auf mich gerade nicht so durchdacht. Die Schwester hat scheinbar sehr schnell und plötzlich entschieden. Vielleicht weil sie eigentlich unsicher war und diesen Schritt schnell und ohne weitere Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen hinter sich bringen wollte....? Deswegen meidet sie auch gerade den Kontakt und lässt sich verleugenen.

Ich finde schon, dass da noch Gesprächsbedarf da ist. Erst mal egal - wo das Kind letztendlcih sein wird. Einfach auch um zu verarbeiten und sicher hinter der Adoption stehen zu können. So sicher scheint sich die Mutter nicht zu sein.

Mein Rat an die Freundin wäre: Such den Kontakt zur Schwester!!!! Versuch sie zu erreichen. Natürlich ohne Vorwurf. Versuch sie verstehen, sich in sie einzufühlen. Wie's dann weitergeht wird sich zeigen.

LG

Genau das wollte ich ihr eigentlich auch raten, allerdings haben mich die anderen Aussagen etwas verunsichert. Das ist nämlich genau der Punkt der mich an dem Verhalten der Schwester auch stutzig macht, dass sie sich so einigelt, so war sie lt Aussage meiner Freundin früher nicht. Wie gesagt, sie hatten nicht regelmäßig Kontakt aber die Schwester stand immer fest im Leben und wirkte wohl auch immer selbstbewusst... Ich persönlch kann das leider ja nur schwer bewerten...

Hallo

Sie sieht ihre Schwester alle 2-3 Monate und sagt erst kurz vor der Entbindung das sie ss ist.

Hat es deine Freundin nicht gesehen das sie ss ist.

Deine Freundin sollte sich mal zu ihrer Schwester fahren und mit ihr vorsichtig sprechen was wirklich passiert ist.

Gruß Arienne



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Hallo,
ich denke, sie wollte genau das vermeiden, was jetzt passiert ist: Nämlich das die Familie bei ihrer (eigenen und persönlichen) Entscheidung mitquatschen und ihr reinreden will. Und darum wird sie sich nicht gemeldet haben.
Auch als Schwester sollte man sowas akzeptieren und nicht später noch wieder versuchen reinzureden.
Vielmehr würde ich mir mal Gedanken machen, warum dei Schwester nie was erzählt hat. Da hat sie ja wohl ihre Gründe für.
Meine Meinung: Unbedingt sollte sich die Schwester da raushalten, das geht nur die Mutter was an!
LG
olegre

Hallo Alexa,

über die Beweggründe mag ich nicht mutmassen - ich bin selbst Adoptiv- und Pflegemutter und die Geschichten der Kinder sind so unterschiedlich, wie sie das Leben eben schreiben kann.

Du kannst aber bei einer innerdeutschen Adoption davon ausgehen, dass die Mutter intensiv und gut seitens des Jugendamtes beraten wurde.

I.d. R. gibt es glücklicherweise auch kaum noch Inkognito-Adoptionen, die meisten sind inzwischen halboffen oder offen.

D.h. es besteht die Möglichkeit, Kontakt mit Ado-Eltern und Kind direkt oder indirekt zu halten.

Wenn Du Dich in Herkunftsmütter hineinversetzen möchtest, dann lies' einfach mal auf dieser Seite:

http://www.mamis-in-not.de/

Herzlicher Gruß
Claudia

Deine Freundin soll sich einfach mit dieser Tatsache abfinden. Da gibt es nichts zu trösten. Sie hat das Kind nie kennengelernt und wenn die Schwester nicht erzählt hätte, daß sie schwanger ist, dann hätte sie auch nichts davon gewußt!

Die Entscheidung, das Kind zur Adoption zu geben war für die Schwester sicherlich nicht einfach. Stell Dir nur mal vor, sie müßte das Kind nun ständig bei ihrer Schwester sehen - immer im Hinterkopf: eigentlich war das ja mal mein Kind.... Jetzt da von ihr irgendwelche Erklärungen zu verlangen, finde ich fuchtbar! Wer kann oder will schon über so ein Erlebnis sprechen? Laß die arme Frau in Ruhe - sie wird genug andere PRobleme haben!
Wieso will Deine Freundin das Kind? Kann sie selbst keine bekommen?
Wenn die Verhältnisse in der Familie nicht so rosig sind, dann ist es doch eine super Chance für das Kind, daß es besser aufwächst als in dieser Familie.
Es gibt soooo viele Paare, die sich Kinder wünschen und ihnen ein schönes Zuhause bieten können. Belaß es doch einfach dabei.



Meine beste Freundin hat mit 15 ein Baby bekommen. Schnell war klar, dass es das Kind nicht so besonders gut haben würde (sie hatte keine Ausbildung, viel Streß). Obwohl sie es sehr sehr geliebt hat, hat sie es weggeben, weil sie wusste, dass es das beste für das Kind war.

Sie hat sich das nicht leicht gemacht und hofft eben einfach, dass es damals die richtige Entscheidung war.

ICh finde, deine Freundin muss das akzeptieren. Es ist auch nicht toll für das Kind, wenn es bei der Tante aufwächst und dann ständig mit der Mutter konfrontiert wird, die es hergegeben hat.
LG
Anne

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