Beide selbständig? 2. Kind kaum möglich?

Hallo zusammen!

Erst das zweite Mal "tummele" ich mich nun hier in diesem Forum.
Ich habe gleich zwei Themen, die mich gerade ziemlich verzweifelt zurücklassen und hoffe auf Gleichgesinnte.

Wir haben "im hohen Alter" noch einen wunderbaren Sohn bekommen (ich war 40, mein Mann 46).

Der Kleine wird nun bald 2 und wir sind sehr glücklich mit ihm.
Ein netter Bursche ist das geworden.

Aber:
Wir sind beide selbständig und kommen gerade mehr als an unsere Grenzen.
Mein Mann ist nahezu immer krank und kann langsam nicht mehr.
Ich mache mir ernsthafte Sorgen um ihn.
So kann das nicht mehr lange weiter gehen.

Er arbeitet unglaublich viel, aber leider wirft sein kleines (aber feines) Möbelgeschäft nicht so viel ab, wie es der Arbeit gerecht wäre und wir bräuchten.
Die Leute schauen sich die schönen Sachen bei ihm an und gehen dann doch lieber zu IKEA, oder Möbel PORTA oder was weiß ich...

...langes (anderes) Thema, Stichwort: Discountgesellschaft

Ich arbeite auch mit.
Habe ein Grafikbüro.
Ich arbeite, weil ich will, weil ich selbständig bin, weil wir das Geld brauchen.
Ganz Hausfrau und Mutter wollte ich nie sein.

Nun waren wir 1 Woche am Stück alle drei richtig krank und fanden kaum Hilfe (ein weiteres Thema, welches ich hier aber erst mal nicht auch noch aufmache).

Diese Woche in Isolationshaft, in Quarantäne hat uns derart an die Grenzen gebracht, dass wir dann auch noch einen fiesen Streit hatten.
Die Verletzung bei mir sitzt recht tief.
Wir bleiben gerade beide etwas sprachlos zurück, sind ja auch immer noch nicht wieder gesund und müssen schon wieder arbeiten.

Ich suche nun nach anderen Eltern, die auch BEIDE selbständig sind und wissen, wovon ich rede.
Es gibt nicht viele davon, habe ich festgestellt.

Das zweite Thema ist nämlich.
Ich hätte noch gerne ein 2. Kind.
Mein Mann kann sich das gerade nicht vorstellen.
Kein Wunder.
Der finanzielle Druck und die Verantwortung, dass er dann erst recht alles alleine hiefen muss, bringen ja keine Entspannung und Erholung für ihn.
Ich würde ihn damit ach schlicht überfordern.

Um mich rum werden gerade alle mit dem zweiten Kind schwanger.
Für mich kaum auszuhalten.
Es gibt auch nur noch dieses Thema.
Wie Hyänen sitzen die Damen da und warten nur drauf, dass das Thema endlich wieder drauf kommt und dann tauschen sich alle darüber aus, wann das nächste kommen soll, das das nächste im Anmarsch ist, dass sie gerade dran arbeiten, hat eigentlich X und Y schon?, und was ist mit Z und A?...

Niemand fragt danach, was die Berufstätigkeit eigentlich so macht.
Niemand fragt:
Was macht eigentlich Dein Büro Charlotte?

Was ich aber am verwerflichsten finde ist:
Ganz subtil wird vermittelt, dass man das doch dem ersten Kind nicht antun darf, ein Geschwisterchen zu verweigern.
Als wäre man eine schlechte Mutter.

Ich könnte kotzen.

So, darf man das nicht?
Was passiert denn dann?
Wird es ein Monster?

Apropos Monster.
Einige von diesen tollen Übermüttern, gehen auf eine Art mit Ihren Kindern um, die ich ganz schlimm finde.
So sind die Kinder dann auch schon.
Sie sollten sich lieber mal mehr WIRKLICHE Zeit FÜR ihr eines Kind nehmen, bevor sich ein Zweites bekommen....

....weil es so so süß, weil es so niedlich ist.

Für wen bekommen sie eigentlich Babys?
Für Ihr Poesiealbum?

Aber das ist dann auch schon wieder ein neues Thema.

Auf jeden Fall wünschte ich mir so, es passiert ein Wunder und die Geschäfte laufen plötzlich bombig bei meinem Mann, er kann sich endlich mal erholen, der Druck ist nicht mehr so groß und so könnte er sich für ein 2. Kind enrtscheiden.

Wäre ich doch Beamtin geworden?

Die meisten, die gerade in meinem Umfeld schwanger werden, sind Lehrerinnen.

Ich weiß, ich habe sehr viel geschrieben.

Dennoch hoffe ich auf die ein oder andere Antwort, auf das ein oder andere in meiner Mail.

Mir geht's nicht gut mit alledem.
Und die typischen Durchhalteparolan machen mich langsam eher aggresiv.

Danke und lieben Gruß
Emma Pril





Hallo Pril,

Puh das ist lang zu lesen ich fang mal an und hoffe das ich nicht s vergesse.
Unser Tochter ist fast 6 und Einzelkind und sie ist kein Monster! Sie ist warscheilich schon ein bisschen verwöhnter als Kinder in Großfamilien.

Ich denke in Euer Situation solltet ihr nicht wirklich an ein weiteres Kind denken.
Diesen Druck "Du bist jetzt dran SS zu werden" kenn ich nur zu gut. Bei uns geht s aus medizinischen Gründen nicht. Mehre künstliche Befurchtungen konnten uns nicht helfen.

Irgendwann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe die Leuten gesagt was los ist, das ich mir seit Monaten Hormone "reinpfeife" und es trotzdem nicht s hilft man soll mich entlich in Ruhe lassen oder mir beistehen.
Die Leute waren zum Teil schockiert, ich die immer so stark wirke geht so schlecht ??? Die konnten es kaum glauben.

Mein Vorschlag ist sag den Leuten was los ist, sag ihnen Deinem Mann geht s nicht gut, der Streß ist riesig, den finanzellen Teil kannst Du ja weglassen wen Dir das zu privat ist.

Der Druck das ihr beide selbstädig seit muss enorm sein, erlichgesagt müsst ihr beide unglaublich stark sein das überhaupt durch zu halten, Hut ab ich hatte meinen Mann vor Jahren angefleht sich nicht selbständig zu machen und ich bin so dankbar das er es nicht gemacht.

Den Übermüttern kann man soweiso nicht s recht machen, gehst Du arbeiten ist es falsch, ist man nur Hausfrau und Mutter ist es auch falsch... das geht nicht nur Dir so #liebdruck

Den Wunsch nach einem zweiten Kind auch in einer schwirigen Situation kann ich komplett nachvollziehen. Unsre Situation war/ist nur andres schwirig als Eure.

Etwas positives kann ich Dir aber noch sagen. Wie gesagt meine Lütte ist fast 6 und heute fragt niemand mehr nach einem zweiten Kind, einmal wohl weil ich so offen war und weil alle andren auch aus dieser "Babyphase" raus sind. Jetzt geht s wieder darum macht einem der Job Spaß was, wie läuft das Geschäft..

Lg dore ich Dir eigendlich gar nicht helfen konnte.

Hallo Dore,

auch Dir möchte ich sehr danken, für Deine ausführliche, gefühlvolle
und helfende Mail.

Auch aus Deinen Worten kann ich ganz viel für mich ziehen.

Ich arbeite "natürlich" schon intensiv an allen Baustellen.
– An Antworten für die, die jetzt alle mit den 2. Kind schwanger werden.
– An dem Gedanken, ob ich vielleicht eine Festanstellung suchen sollte
(wobei mir das der allerschlimmste Gedanke ist...).
– An dem Gedanken, eine Mutter-Kind-Kur zu machen.

Schön, dass Du Dir Zeit für mich genommen hast.
Danke.

Lieben Gruß
Emma Pril

Hallo,

also in Deiner Situation würde mir bestimmt vieles durch den Kopf gehen - der Wunsch nach einem weiteren Kind sicher nicht.
Meinst Du, daß jetzt der geeignete Zeitpunkt dafür ist:
- Die berufliche Zukunft wackelt, ihr seid beruflich überbelastet, so daß keiner aussteigen kann um sich um das zweite Kind zu kümmern.
- Familiäre Unterstützung scheint es auch nicht zu geben? Oder warum ist man ne Woche alleine ohne Hilfe, alle 3 krank?
- Die o.g. Probleme schlagen sich mittlerweile in Eurer Beziehung nieder (fetter Streit).
- Du schreibst: "Was ich aber am verwerflichsten finde ist:
Ganz subtil wird vermittelt, dass man das doch dem ersten Kind nicht antun darf, ein Geschwisterchen zu verweigern.
Als wäre man eine schlechte Mutter.

Ich könnte kotzen. " <---- aber das ist es doch eigentlich!? Eigentlich weisst Du warscheinlich selbst, daß ein zweites Kind momentan nicht richtig ins Bild passt?
Trotzdem dann eins in die Welt zu setzen, weil man vielleicht Angst hat, bald zu alt dafür zu sein, etc. das finde ich persönlich sehr egoistisch.
- Oder zum Thema "Übermütter" schreibst Du: "Sie sollten sich lieber mal mehr WIRKLICHE Zeit FÜR ihr eines Kind nehmen, bevor sich ein Zweites bekommen.... ". Glaubst Du, daß Du da momentan besser dran bist? Wie würde das mit einem zweiten Kind werden?

Ist nicht böse gemeint, aber ich glaube Du bist einfach unzufrieden mit Deiner Situation und hackst deshalb auf anderen rum. Bring Deine JETZIGE Situation in Ordnung, dann wirst Du ganz von selbst feststellen, ob es unbedingt notwendig ist, ein weiteres Kind zu bekommen.

Die berufliche Zukunft mit nur einem Kind planen zu können / müssen kann auch ganz schön sein!!

Gruß, engelchen113

Hallo engelchen113,

vielen Dank für Deine kritische und reflektierte Antwort.
Ich bin so froh überhaupt Antwort zu bekommen und dann auch noch eine, aus der ich für mich viel ziehen kann.

Besten Gruß
Emma Pril


Hallo noch mal engelchen113,

ich hab noch mal alles sacken lassen.

Mein Wunsch nach einem 2. Kind ist nicht, weil ich bald zu alt werde.
Ich wünsche es mir, aus mir heraus, wie andere Frauen auch, so wie mein erstes Kind.

Das ich aber mehr unter Druck stehe, weil ich vielleicht bald zu alt bin,
lässt sich nicht vermeiden.
Bei mir ist es halt etwas anders gelaufen.

Ich finde das nicht mehr oder weniger egoistisch, als andere Frauen, die ein (zweites) Kind haben möchten.

Ich bin etwas erstaunt darüber, dass Du das Thema das aufgreifst und mich egoistisch findest, obwohl bei all' den vielen Themen, die ich schreibe, darauf zum Beispiel gar nicht eingegangen bin.

Viele Grüße
Emma Pril





Hallo Emma,

als wir nur ein Kind hatten, waren mein Mann und auch ich selbständig und ich weiß sehr gut wovon du redest. Zu dieser Zeit war es zwar schwierig, aber mit viel Organisation und gutem Willen haben wir es hingekriegt, dass Beide ihrer Selbständigkeit nachgehen konnten. Auch ich kenne das Gefühl des völligen Ausgelaugtseins, jeder kleine Funken entwickelt sich zu einer riesigen Explosion und dann kommt es sehr schnell zu einem Streit, wo häufig Dinge fallen, die man sonst niemals sagen würde.
Bei Selbständigen ist es meist so, dass es auch zu Hause wenig Erholung und Entspannung gibt, denn man arbeitet eigentlich rund um die Uhr. Mein Mann steht um 5 auf, kommt um 19:00 wieder und abends muss das Büro gemacht werden.
Als dann unser zweiter Sohn kam, musste ich meine Selbständigkeit dann aufgeben, weil es einfach kräfte- und zeitmäßig nicht mehr geklappt hat. Zuhause ist alles zusammengebrochen und es ging mit zwei Kindern einfach nicht.
Hättest du mir vor fünf Jahren gesagt, dass auch ich jetzt seit einem Jahr nur Hausfrau und Mutter bin, ich hätte dir nicht geglaubt, denn ich hatte den Glauben mit gutem Willen ist alles zu schaffen. Ich hatte Unrecht.
Das erste Mal in meinem Leben höre ich nicht auf mein Bauchgefühl, sondern auf meinen Verstand und werde wahrscheinlich ab Mai arbeiten gehen und zwar als Angestellte. Für mich eigentlich kaum vorstellbar, denn ich war immer mein eigener Chef, aber mit zwei Kindern muss wenigstens einer sicheres Geld verdienen und auch genau wissen, wann er nach Hause kommt, sonst überlebt das die Familie nicht.

Meine Meinung ist wirklich, dass ein zweites Kind bei zwei Selbständigen kaum machbar ist. Die Belastung ist einfach zu groß.

LG und ich hoffe, ich habe dich nicht deinen Illusionen beraubt.

Hallo Wiesenelfchen,

das ist aber eine höchst interessante Nachricht"
Ich danke Dir.

Du bist die erste, die das kennt.
Es gibt verdammt wenig, die beide selbständig sind und Kinder haben.

Darf ich Dich noch fragen als was Du selbständig warst und welche Anstellung Du jetzt angekommen hast?

Darf ich auch noch fragen wie alt Du bist?
War es schwer, eine Stelle zu finden?

Ich weiß gar nicht wie das geht, wenn man jemanden direkt antworten will?

Lieben Gruß
Emma (vorm Rechner, für die Buchführung, Kind rödelt rum und isst Papas Ricola-Bonbons...)

Guten Morgen Emma,

wenn du auf meine vk gehst, müsste irgendwo stehen "eine Nachricht schreiben". Dort kannst du mir direkt antworten.

Jetzt zu deinen Fragen :-D

Ich bin 28 und bin/war selbständige EDV-Dozentin. Sprich ich bin mit einer mobilen EDV-Anlage in die Firmen gefahren und habe die Mitarbeiter geschult. Es war also auch nicht möglich von zu Hause aus zu arbeiten, sondern ich habe immer am Standort der jeweiligen Firma gearbeitet. Das konnte in der Nachbarschaft sein oder auch mal 2 Stunden entfernt. Es war wirklich mein absoluter Traumjob. Man hat immer etwas anderes gesehen und erlebt, andere Leute, andere Umgebungen... Und vorallem ich habe bestimmt, was ich tue. Das ist mir sehr, sehr wichtig und ich glaube, wenn man das nicht anderes kennt, ist es schwierig sich in ein Team einzugliedern.
Zu Hause mit 2 Kindern bin ich doch unterfordert, habe aber eingesehen, dass es nicht möglich ist beide Dinge, also Selbständigkeit und 2 Kinder unter einen Hut zu bringen. Wir wohnen auf dem Dorf und es keine Kinderbetreuung unter 3. Und ab 3 geht der Kindergarten dann bis 13:00, eine Nachmittagsgruppe gibt es nicht. Und in der Nachbarstadt bekommen Kinder aus den umliegenden Dörfern keine Plätze, weil die Kinder aus der Stadt Vorrang haben. Tagesmutter können wir uns für zwei Kinder finanziell nicht leisten. Und die Omas passen mal einen halben Tag auf, mehr ist auch bei zwei aktiven Jungs kaum möglich.
Dehalb habe ich beschlossen mein 2. Staatsexamen noch zu machen und dann richtig in den Lehrerberuf einzusteigen. Ich habe nach dem Abitur Lehramt studiert, aber eigentlich immer nur 2 Tage und den Rest schon in der Selbständigkeit gearbeitet. Nach dem 1.Staatsexamen habe ich beschlossen nicht mein 2.Staatsexamen nicht zu machen und lieber weiter zu arbeiten. Da hatte ich noch kein Kind, auch mit einem Kind ließ sich noch alles bewältigen, aber beim zweiten ging es dann einfach nicht mehr.
Mein Mann und ich haben sehr sehr lange überlegt, wie mein weiterer Weg aussehen soll, weil er auch gemerkt hat, dass ich zu Hause sehr unglücklich bin. Aber uns ist nur die Möglichkeit eingefallen, dass ich mein Referendariat mache, da verdiene ich auch schon Geld und dann Lehrer werde. Wenn ich daran denke, kriege ich zwar schon Bauchweh, aber vielleicht wird es doch ganz nett. Ích muss positiv denken und einen neuen Abschnitt beginnen. Es isr schwierig, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Mein Herz schreit " Mach es nicht". Mein Vestand sagt: "Du musst es tun."
Ich habe bis jetzt immer auf mein Herz gehört, aber diesmal geht es nicht.

LG und einen wunderschönen Tag wünscht Dir

Wiesenelfchen

Hallo Emma,
wir sind beide selbständig und haben zwei Kinder. Wobei der Zweite ungeplant in unser Leben gepurzelt ist :-)
Wir haben aber - im Gegensatz zu Euch - einige Vorteile: Wir haben eine gemeinsame Firma und können von zu Hause aus arbeiten - und das in einer relativ sicheren Branche.
Des Weiteren können wir uns dadurch in der Kinderbetreuung abwechseln und unsere Arbeitszeiten frei einteilen.
Wir arbeiten sehr viel Nachts und haben am Tag eher Zeit für unseren Lütten. Bald wird der Kleine in die Krippe gehen - dann wird bei uns hoffentlich etwas Normalität einkehren. Wir hätten ein zweites Kind niemals geplant - aber so haben wir es sehr gerne "mitgenommen" :-)
LG,
jjsmum

Hallo Emma,

mein Mann und ich sind zusammen selbstständig und haben auch noch die Büros im Haus. Unser zweites Kind kam vor 9 Monaten (mein Mann war eigentlich dagegen) und ich muss Dir sagen, es ist eine harte Belastungsprobe für jeden einzeln und für uns als Paar.

Unser zweites Kind schläft weniger gut als unser erstes und wir Eltern kriechen beide auf dem Zahnfleisch, mögen uns oft nichtmal anschauen, weil es dann nur Gemecker und Unzufriedenheit gibt. In der derzeitigen Lage brechen die Aufträge weg und wir müssen für weniger Geld mehr arbeiten.

Seit unser Kind da ist habe ich bedeutend weniger mitgearbeitet. Vorher so circa 20/25 Stunden die Woche (unser erstes Kind war 12 Stunden betreut), was ja auch "nur" halbtags ist. Nun geht unser zweites 8 Stunden die Woche in die Krippe und wir werden sehen wie es weiter geht. Denn wir müssen auch abwegen, ob es sich lohnt so viel für Fremdbetreuung auszugeben, die bei zwei Kindern natürlich teurer ist.

Was interessiert Dich das Geschwätz der anderen über Einzelkinder? Ich denke eher, dass Du es Dir zu Herzen nimmst, weil Du Dir ein zweites wünscht. Du kannst es anderen eh nie recht machen.

Wir sind noch nicht über den Berg, aber ich bereue die Entscheidung zum zweiten nicht. Nur muss halt die Beziehung auch entsprechend stabil sein um den Stress über mindestens 1 Jahr zu überleben.

Über meinen Mann mache ich mir auch Sorgen, er ist auch ständig krank. Ich denke es ist eine Kombi aus älter werden, zu viel Gewicht, ungesund leben und diesem Scheissschlafmangel, der uns beide noch um den Verstand bringen wird.

Das war jetzt mehr ein Erfahrungsbericht als ein Rat.

Alles Gute,
Mare

"Das war jetzt mehr ein Erfahrungsbericht als ein Rat."

Und genaus das, tut gut.

Zu hören, dass wir nicht die Einzigen sind, denen es so geht.

VIELEN DANK!

Lieber Gruß
Emma

Hallo Emma Pril,

Du bist 42, Dein Mann 48 Jahre alt - ihr seid beide selbstständig und es läuft bei Deinem Mann nicht gut.
In Anbetracht Eurer Umstände würde ich mich auch gegen ein zweites Kind entscheiden!
Ich kenne viele Einzelkinder, die glückliche Einzelkinder sind! Ihr habt Euren kleinen Schatz!!!
Da sollte es Dir wirklich SCHNUPPE sein, was die anderen machen oder was DEREN Meinung ist!!!

Ich kann Dich auf der anderen Seite aber sehr gut verstehen, denn ich wünsche mir auch sehnlichst ein zweites Kind - auch wenn wir gemeinsam überlegen, ob wir meinen Wunsch umsetzen werden oder nicht!!! Ich arbeite Vollzeit als Filialleiterin, mein Mann arbeitet Vollzeit als Geschäftsführer! Wir gehen auch an die Grenzen unserer Belastbarkeit, jedoch sind wir dafür finanziell abgesichert und haben nicht noch existenzielle Ängste, weil das Geschäft nicht so läuft - wir haben festes Einkommen.
Bei Deinem Mann wird es sicher so schnell nicht wieder gut laufen: Wie Du schon schreibst, gehen die meisten lieber zu großen Möbeldiscountern und auch diese haben ihre Schwierigkeiten - der Markt ist halt irgendwann gesättigt. In Anbetracht der Wirtschafts- und Finanzkrise ist die Konsumhaltung sowieso eher verhalten - Mein Mann und ich merken das in unseren Jobs auch ganz stark!!!

Letztlich müsst ihr Euch entscheiden! Wie gesagt, kann ich Deinen tiefen Wunsch nachempfinden, aber ich gebe Deinem Mann Recht!!!

#liebdrueck

Hallo,
einerseits sagst du, daß du dir ein 2. Kind wünscht, andererseits regst du dich über Leute auf, die es nicht verstehen, wenn man beim Einzelkind bleibt. #kratz
Versteh nur Bahnhof in dieser Hinsicht.

Sorry, aber ist da nicht irgendetwas falsch gelaufen, wenn du dir erst mit 42 (!!!!!) Gedanken über ein 2. Kind machst? #schock

Laß es bleiben, wenn ihr schon so gestresst und krank seid.

kaffeetante

Hallo kaffeetante79,

ich schreibe in dieses Forum, weil ich verzweifelt bin, weil es mir schlecht geht.

Und dann kommt Deine Antwort.

Kannst Du Dir vorstellen, dass es Umstände gibt, vielleicht sogar tragische, die es einer Frau erst möglich machen mit 40 Kinder zu bekommen?
Vielleicht hatte sie ja auch schon vorher einige Fehlgeburten und hat vielleicht auf eine schlimme Art ihren Lebenspartner verloren?

Wohlwollend ausgedrückt, finde ich Deine Art und zu urteilen "mutig".

Da Du ja auf meine Alter abgefahren bist, dann lass' Dir hier einen weisen Rat geben.

Eigne Dir im Laufe der nächsten Jahre etwas Feingefühl und Einfühlungsvermögen an.
Du wirst es noch dringend brauchen.

Emma

P.S.:
Kaffetante scheint mir ein passender Name...



Wundere mich eben nur, da doch jede GEBUNDENE Frau zw. 20 und 30 Kinderwunsch hat.

Ich find es eben schlimm, wenn die Kinder so eine "reife" Mutter haben müssen. Ist meine persönliche Meinung. Und das wird man hier wohl noch schreiben dürfen, oder?

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Hallo,
wir sind in einer ähnlichen Situation, beide als Architekten selbständig. Und obwohl wir arbeiten bis zum Limit, ist bei uns finanziell und auch nervlich ein zweites Kind nicht drin. Ich habe lange darunter sehr gelitten, seit unser Sohn 1 Jahr war, habe ich mir sehr ein Zweites gewünscht. Und ich kann diesen (Herzens-)Wunsch sehr gut nachvollziehen, der einfach da ist, auch wenn einem der Verstand etwas Anderes sagt. Und auch bei uns war es so, daß mein Mann dagegen war. Mittlerweile ist unser Sohn 5 und der Wunsch hat bei mir nachgelassen. Ich mag meine Arbeit sehr gerne, arbeite während der Kleine im Kiga ist, abends/nachts und am Wochenende, je nach Bedarf. Von meinem Mann habe ich wenig Unterstützung, da er eine 50-60 Stunden-Woche hat. Und ich könnte es mir nur schwer vorstellen, wieder einen Säugling zu versorgen und nochmal von Vorne anzufangen. Unser Sohn ist schon sehr selbständig, das genieße ich sehr. Aber, gerade wenn mein Sohn von anderen Geschwisterkindern schwärmt und sich ein kleines Geschwisterchen wünscht, merke ich, daß die Wunde bei mir wieder aufklafft...so wird es wohl auch bleiben:-(
Bei mir ist es übrigens eher so, daß ich unseren Sohn jung bekommen habe, und alle sagen, " ach, Du bist ja noch so jung, da habt ihr ja noch Zeit..." Aber möchte ich wirklich nochmal ein Baby, wenn mein Sohn 15 ist?? Kann ich mir nicht vorstellen, aber man sollte niemals nie sagen;-)
Und zum Thema Einzelkinder würden zu Monstern: da kann ich Dich beruhigen: unser Sohn ist ein tolles Kind und absolut sozial, mit vielen Freunden.
Und ja, auch ich treffe immer wieder auf Mütter bei denen es scheinbar mühelos läuft, oft sogar schon mit dem 3. Kind. Trotzdem liebe ich meinen Beruf und mein Leben und es wird immer Sachen geben, die man sich sehr wünscht, und die einfach unmöglich realisierbar sind...
Und dieses ewige Einmischen von Anderen in die persönliche Lebensführung/ -planung finde ich sowieso unmöglich. Da hilft wohl nur, ein dickes Fell zulegen, und je älter Dein Kind wird, desto weniger Fragen nach einem Zweiten werden wohl kommen. Anscheinend schreibt die gesellschaftliche Norm einen Altersabstand von 2-3 Jahren vor:-p
So, meine Antwort ist auch sehr lang geworden, Du merkst, mich beschäftigt das Thema auch sehr...
Ganz liebe Grüße, marketa

Noch etwas:
Auch ich hatte eine Zeit, gerade, als unser Sohn so 2-3 Jahre war und alle um mich herum wieder schwanger wurden, wo ich Nächte durchgeheult habe, wo ich meinem Mann schwere Vorwürfe gemacht habe, wo ich ihn für mein Unglück verantwortlich gemacht habe, was völlig ungerechtfertigt war und ungerecht, weil ich weiß, daß er sein Bestes gab/gibt, und ich konnte doch nicht aus meiner Haut...die Verletzungen aus dieser Zeit sitzen immer noch tief und ich hoffe, daß wir es irgendwann schaffen werden, das aufzuarbeiten.
So abgedroschen es klingt, bei mir hat die Zeit so einige Wunden heilen lassen. Und mich immer wieder ganz bewußt darauf zu besinnen, was ich alles schon erreicht habe, was ich an meinem Leben besonders mag, was in meiner Macht steht, zu verbessern, und was ich lernen muß, zu akzeptieren...
Lg, marketa

Hallo,
ich kann euch so gut nachempfinden. Ich bin in einer ähnlichen Situation. Auch ich werde dieses Jahr 40. Mein Sohn ist 2 Jahre und mein Wunsch nach einem 2. Kind sehr sehr groß. Ich denke tagtäglich an nichts anderes.
Falls Ihr mein Problem lesen mögt:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=12&tid=1879564

Nur ich bin bei uns der Alleinverdiener und die Arbeit meines Mannes bringt nicht so viel ein. Jetzt geht auch noch mein Arbeitgeber nach Berlin. Mein Verstand sagt mir, ich solle mir einen neuen Job suchen und das zweite Kind vergessen. Doch mein Herz sagt mir etwas anderes. Ich weiß aber nicht, was danach kommt. Werde ich wieder einen Job finden, der uns alle ernähren kann? Welche Arbeitszeiten werde ich haben? Habe ich dann überhaupt noch Zeit für meine Familie? Wäre ich vernünftig, würde ich überhaupt nicht daran denken, ein zweites Kind zu bekommen. Aber ich möchte es so gern. Will man ein zweites Kind um jeden Preis? Wird man dann glücklich? Oder wie marketa schreibt, findet man sich irgendwann damit ab und kann aber beruhigter schlafen? Auch in meinem Umfeld sind alle wieder schwanger. Mich fragt aber keiner, ob ich noch ein Kind möchte, denn die die meine Situation kennen, sagen eher ich wäre verrückt, noch ein Kind zu bekommen!

Übrigens bin ich froh, erst so spät Mutter geworden zu sein. Ich fühle mich sehr jung und meine Mitmenschen denken nicht, dass ich schon 40 bin! Meine Mutter hat mich auch erst mit 42 als Nesthäkchen bekommen und sie ist jetzt noch fit und passt auf ihr Enkelkind auf!!!

Auch bei mir liegt also eine Entscheidung an und ich hoffe, ich werde mich richtig entscheiden.
LG

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Hallo,

ich kann alles was Du geschrieben hast, nachvollziehen. Nur leider ist es nunmal so im Leben, dass man nicht alles haben kann und so wird es immer bleiben. Sei doch glücklich, dass Du ein Kind hast und triff Dich u.U. mit anderen Menschen, die Du nicht falsch verstehst und wenns mit der Selbständigkeit nicht so richtig klappt, vielleicht gibts ja irgendwo eine gut bezahlte Anstellung in dem Bereich? Also nicht falsch verstehen, aber ich denke Du jammerst auf hohem Niveau, werf mal einen Blick nach unten, dann gehts Dir vielleicht besser.

Alles Gute!!!

Hallo Hulifan,

habe ich verstanden!

Ne, mal im Ernst.
Du bist die Erste, die in diese Kerbe haut.

Und ja, manchmal denke ich auch:
Was willst Du denn.
Du bist mit 40 ohne große probleme noch mal schwanger geworden.
Du hast ein gesundes Kind zur Welt gebracht.
Du arbeitest in dem Beruf, in dem Du arbeiten willst und bist mit dem Mann zusammen, den Du liebst.

Es könnte einen schlechter treffen.

Ich gebe Dir also recht, dass das durchaus auch Jammern auf hohem Niveau ist.

Aber wie das so ist, mit Problemen, die einen gerade so mitnehmen, dass man gerade gar nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.
Dann kommt einem genau dieses vor, als wäre es das Schlimmste.

Da kann man sich noch so oft sagen:
"Anderen geht es schlechter..."

Das hilft dann leider nicht.
Auch, wenn ich mich immer wieder bemühe, mir das bewusst zu machen.

Kennst Du das?

Danke, für Deine klaren Worte.

Lieben Gruß
Emma

Hallo Emma,

klar, kenn ich alles soooo gut und ich weiß, dass es immer wieder so Tiefs gibt, wo man denkt, nee oder... WIESO? Mir hilfts dann immer, nach unten zu schauen und weißt Du, was ich noch denke... wenns nicht das Problem wäre, mit dem man sich rumschlägt, dann wärs ein Anderes und dieses könnte dann wirklich schlimmer sein, denn JEDER hat sein Päckchen zu tragen - früher oder später.

Lg

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Hallo Pril,

ich kann das alles sehr, sehr gut nachvollziehen. Wir haben zwei Kinder und insgesamt 3 Geschäfte. Es ist mega anstrengend (wir sind auch ein bischen reifer..)
.
Der überwiegende Teil der "Bevölkerung" sieht lediglich den relativen Wohlstand. Das da jede Menge Arbeit, Verzicht, Tränen und Erschöpfung hinter steckt (wenn andere so um 16.00 Uhr täglich zu Hause sind...), sieht so gut wie keiner.

Wir haben oft überlegt alles hinzuschmeissen und als Angestellte zu arbeiten, bis wir begriffen, das wir nicht unsere beste Arbeitskraft darstellen sollten, ab da, bzw. ab dem Zeitpunkt zu dem wir mehr Mitarbeiter eingestellt haben und das Konzept geändert haben, fing es an uns besser zu gehen. Eventuell kannst Du ja eine Kraft einstellen, die Dir ein bischen Luft verschaft.

Inzwischen geht es durch Kindergarten und Haushaltshilfe ganz gut. Ab zu gibt es nun auch einmal entspannte Momente. Vielleicht ist für Euch ein Aupair eine Möglichkeit?

Ab und zu wäre ich super gerne nur Hausfrau, einfach nur Kinder und Haushalt managen, genial! Allerdings wäre mir wohl nach ein paar Monaten wohl langweilig.

Also, alles GUte und Liebe Grüsse
Jono



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