Fernbeziehung über 800km

Hallo....

mein Mann und ich sind vor 2 Jahren nach Bayern gezogen. 800km von ZuHause weg...

In den 2Jahren konnten wir uns nicht so wirklich hier eingewöhnen und da ich dann auch recht schnell schwanger wurde, wars mit arbeiten auch schnell vorbei da ich ein Beschäftigungsverbot hatte und somit der Kontakt zu Arbeitskollegen eingeschlafen ist.

Freundinnen hab ich auch nur 2 gefunden, alles andere hat sich wieder zerschlagen.

Meinem Mann gehts so wie mir, allerdings hat er seine Arbeit die ihn fordert.

Wir streiten uns sehr viel, was oft daran liegt das ich/wir unglücklich sind. und es dreht sich fast immer nur darum das wir hier "festsitzen".

Ich würd gerne wieder stundenweise arbeiten gehen, aber ohne Betreuung geht das nicht. ich möchte auch nur 20stunden/woche oder so arbeiten, das würde mir als Ausgleich schon vollkommen reichen, aber KiTa-Plätze sind rar und eine TaMu lohnt sich finanziell eigentlich nur wenn mann mind. 30Std arbeitet (finde ich zumindest).
Ausserdem arbeite ich in der Pflege und ich denke die wenigsten Tagesmütter fangen um 5h an Kinder zu betreuuen.

Nun bot mir mein alter AG (also der in Norddeutschlad) an, dass ich wieder bei ihm arbieten könnte. Nur wie soll das gehen...

Verkürzen kann mein Mann leider nicht, diverse Versetzungsanträge wurde abgelehnt.
Mein Mann ist noch bis Ende 2011 hier stationiert.

In letzter Zeit kam deshalb nun schon öfters der Gedanke auf, dass ich alleine mit Yannick zurück gehe und mein mann hier entweder in der Kaserne wohnt oder sich eine 1-2 ZKB sucht.
Wohnen könnte ich bei meiner Schwiegermutter in der Einliegerwohnung (4ZKB, 90qm).
Bräuchte da auch nur die NK zahlen, so das es uns auch finanziell besser gehen würde wie jetzt (uns gehts nicht schlecht, aber wir haben halt keine Rücklagen mehr). Ausserdem ist sie immer am WE und nachmittags ab 17h zu Hause, so das Yannicks Betreuung gesichert wäre. und sollte dann och was dazwischen kommen wären noch einige andere Verwandte da die aufpassen würden.

Aber, ich weiß nicht ob eine Ehe über 800km standhält. ich hab einfach Angst das es in die Brüche geht. Ausserdem würde Yannick seinen Papa nur alle 2 Wochen für 1,5Tage sehen :-(

Wer hat eine Beziehung über solch eine weite Entfernung und wie haltet ihr durch? Sind Kinder im Spiel? Wie verkraften die es?

LG und danke für Lesen
Steffi

1

hallo steffi,

wenn man deinen text so liest, dann merkt man schon, dass du mit dem herzen schon sehr wieder zurück "zuhause" bist.

Habe zwar keine Kinder aber leider doch die eine oder andere fernbeziehung hinter mir - was ich bei euch prblematisch finde ist die große distanz 800km einfache fahrt machen 1600km für ein wochenende, das nur von freitag abend bis sonntag abend geht.
wenn ich das richtig verstanden habe, dann würde ja auch nur dein mann regelmäßig auf achse sein, was auch sinn macht, weil man einem kind diese tortour der fahrt kaum regelmäßig zumuten kann.
mein persönlicher eindruck bei fernbeziehungen war der, dass mich die fahrerrei sehr geschlaucht hat - ich konnte mich am we nicht richtig erholen, weil da der druck da war, dass alles "perfekt" sein muss und die zeit "ausgenutzt" werden muss. unter der woche hatte ich dann oft das gefühl,ich müsste mich vom we erholen.

1,5 tage alle zwei wochen sind halt schon wenig, da ist er ja gerade erst gekommen und schon wieder weg. das funktiniert vielleicht noch wenn man nur zu zweit ist, aber seine aufmerksamkeit muss sich ja auf dich und kind verteilen - er muss allen irgendwie gerechet werden und ich hätte bedenken ob er das auf dauer schafft oder sich am ende nur noch wie der berühmte "hamster im laufrad" fühlt.

wie steht er denn dazu? schließlich wird er so nicht nur dich wenig sehen sondern auch sehr viele entwicklungsschritte im leben seines kindes verpassen.

ich hätte wahrscheinlich große bedenken und würde mir eher überlegen, ob ihr euch nicht vielleicht doch noch besser integrieren könnt, sei es durch irgendwelche eherenamtliche arbeit, sport, kindergruppen oder ähnliches.

meine meinung: 800km würde ich jetzt im studium ohne kind vielleicht noch machen, aber mit kind eher nicht...

lg - kitty

2

Ich bin mit meinem Mann jetzt seit 13 Jahren zusammen und wir hatten zeitweise immer mal wieder eine Fernbeziehung, und zwar über 3000km ;-). Bei uns hat es geklappt, manchmal "brauchten" wir direkt diesen Abstand. Wir haben uns nur alle paar Monate gesehen, bzw. über Webcam. Den Kleinen habe ich das erste Jahr praktisch allein grossgezogen... Nun wohnen wir knapp ein Jahr wieder zusammen und nach einer Anpassungsphase ist alles wieder ganz normal ;-) Es kommt sehr auf Euch an ob es klappt. Ich zB bin auch gern allein und sehr selbständig. Ich hatte im Übrigen auch die Unterstützung meiner Schwiemu. ;-) Dazu musst Du aber gut mit Deiner klarkommen... ;-)

lg jo

3

Ich weiß wie es ist wenn man nach Hause will, aber Du kannst ja, wenn auch erst 2011, ich sitze hier für immer fest ;-)

Ich würde mich so lange noch gedulden, sind ja nur noch zwei Jahre!

Du findest in der Pflege sicherlich auch etwas was nicht morgens um 5.00 h anfängt, wie wär's mit Privatpflege? Vielleicht kannst Du Dein Kind da sogar mitnehmen?!

lg glu

4

hallo!

mein mann und ich haben seit fast genau 2 jahren eine fernbeziehung, allerdings sind es bei uns "nur" ca. 300 km.

mein mann fährt sonntag abend weg und kommt freitag abend nach hause.

wir sehen uns eigentlich jedes wochenende.

unsere kinder sind 6 und fast 4. die große versteht es schon das papa immer weg muß um zu arbeiten, der kleine ist es nicht anders gewohnt. er war 2 jahre alt als es bei uns so gekommen ist.

sonntag abend, wenn er fährt, sind die kinder schon traurig, aber sie brechen nicht in tränen aus. wir gehen dann immer noch zu meinen eltern und essen dort abendbrot, so haben die kids noch etwas ablenkung.

wir würden nie zum arbeitsplatz meines mannes hinterher ziehen. wir haben hier unser haus, alle freunde, verwandte. obwohl mein mann in meiner lieblingsstadt arbeitet, wo ich früher immer unbedingt mal wohnen wollte. jetzt könnte ich es, will aber nicht!

man gewöhnt sich an alles....

mein mann hat das angebot, bald wieder hier zu arbeiten, mit sehr hohen finanziellen einbußen. wir wissen noch nicht ob wir das machen werden.

es klappt auch so alles irgendwie, man wird viel selbstständiger, manchmal ist es richtig schön alleine zu sein, manchmal könnt ich aber auch heulen.

ich hab meine eltern hier gleich ein paar schritte entfernt, sie kommen zum einhüten, wenn in der schule elternabend ansteht etc.
hätte ich das nicht, wäre alles nicht so einfach.

tja, was soll ich dir raten.....es ist alles nicht so schlimm wie es vielleicht im ersten moment anhört. ich war auch erst traurig als mein mann fort mußte, aber nach ein paar wochen war es nicht mehr schlimm.

der kleine wirds verkraften, und es gibt ja auch noch das telefon, webcam etc.
und für immer ist es ja auch nicht!

wenn es dir dadurch besser geht, ich würds machen!

lg

5

Hallo Steffi!

Also ich denke, es kommt ganz auf Euch an. Ich hatte eine Fernbeziehung über 10 Monate mit einer Distanz von 600 km. Allerdings war ich da gerade mal 19 und Kinder waren natürlich noch nicht da. Und ich wäre fast daran zerbrochen. Dieses ewige Gefühlsdurcheinander: ein paar Tage Vorfreude auf das Treffen, totale Traurigkeit wenn man wieder fahren mußte, 1 1/2 Wochen lang totale Sehnsucht und dann fing es wieder mit der Vorfreude an.

Für mich stand fest - entweder zusammenziehen oder Schluß machen. Wir sind jetzt seit mittlerweile 11 Jahren zusammen und bekommen bald unser 2. Kind und ganz ehrlich: ich würde lieber am Nordpol mit ihm sitzen (und ich hasse den Winter wirklich) als wieder eine Fernbeziehung mit ihm zu haben.

Aber wie gesagt, es kommt auf den Typ drauf an. Es gibt auch viele Leute die damit super klar kommen und sagen, dass es der Beziehung sogar wieder einen gewissen "Kick" verpaßt. Und wenn ihr schon viel streitet und Du so unglücklich bist dann ist es vielleicht besser, wenn Du zurück gehst und ihr die zwei Jahre mit einer Fernbeziehung überbrückt.

LG und viel Glück
Nadine

6

Also wir hatten ein knappes Jahr eine Wochenendbeziehung über 240km. Wir haben uns eigentlich jedes Wochenende gesehen, aber trotzdem war es blöd. Gerade für meinen Mann, der eigentlich fas immer gefahren ist. Er musste am Montag früh schrecklich früh aufstehen und war Freitag oft erst sehr spät zu Hause, da so viel Verkehr war. Ich möchte keine Distanzbeziehung mehr, wenn es irgendwie ginge. Kinder waren bei uns damals noch keine im Spiel, aber mit Kind würde ich es erst Recht nicht wollen. Gehen würdes es, klar. Wenn man wirklich muss, dann geht alles, aber schön fände ich es nicht.

Ich würde vielleicht an Deiner Stelle doch noch die zwei Jahre aushalten und dann gemeinsam mit ihm wieder umziehen.

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