Hab Angst um meinen Bruder

Hi

Ich mache mir in letzter Zeit große Sorgen um meinen Bruder, er ist 32, ich werde bald 30.

Er stürzt immer mehr ab und ich kann ihm nicht helfen. Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das ich ihn nicht mehr lange haben werde, kann aber nichts dagegen tun. Es ist kein Gefühl der Trauer oder Angst, keine Wut... es ist einfach Gewissheit. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll.

Wie bei vielen kleinen Schwestern ist mein Bruder schon immer mein Held gewesen. Ein Retter in Not, mein Lichtblick, meine große Liebe. Doch davon ist nicht mehr viel übrig.

Mein Bruder hat einige Suchtprobleme, und er kommt da nicht mehr raus. Er hasst seine Arbeit, wird krank davon, kifft und trinkt noch mehr als sonst, wird in der Arbeit immer schlechter, macht Schulden... ein Teufelskreis.

Ich habe selbst jahrelang mit ihm gekifft, aber aus LIebe zu meinem Mann von heute auf morgen, nach so langer Zeit, aufgehört. Mein Bruder hat den Absprung nie geschafft. Inzwischen verkifft er 3-400€ im Monat, raucht zusätzlich 2 Schachteln Kippen am Tag und hat auch noch das Saufen, das er so an unsrem Vater gehasst hat, angefangen.

Ich hatte die letzte Woche ein langes Gespräch mit ihm. Er sieht in nichts mehr einen Sinn. Er hasst seine Wohnung, seine Arbeit, sein Leben, die Tatsache, das er Single ist, er hasst alles. Das einzige, das ihm am Leben erhält wäre sein Patenkind (meine Tochter), und sowas sagt er mir ins Gesicht.

Ich habe ihm dringend geraten, sich psychologische Hilfe zu holen, sofort in die Psychatrische Ambulanz zu fahren, aber er will nicht. Er hat wegen seinen Schulden Angst deswegen seinen Job zu verlieren.

Was kann ich denn noch tun?? Ich kann ihn ja nicht zwingen, sich helfen zu lassen... aber ich kann doch auch nicht einfach zusehen, wie er sich zugrunde richtet... Ich habe mit Engelszungen auf ihn eingeredet, habe ihm klargemacht, was auf dem Spiel steht, wurde wütend, aber ich komm nicht an ihn ran. Es geht einfach nicht. Ich dachte immer, wenn man helfen will, ist es doch ganz einfach. Aber das ist es nicht.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter, mir kommt es vor, als ob ich tatenlos zusehe, wie er langsam stirbt. Und ein Leben ohne meinen Bruder wäre unvorstellbar. Und doch bin ich hilflos.

Verzweifelte Grüße
Tanja

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hallo

er sollte sich wirklich schnellstens helfen lassen,den wenn er so weiter macht verliert er ganz bestimmt seine arbeit.

er sollte sich gut überlegen so weiterzumachen.wenn im was an seinem patenkind liegt,sollte er was tun......oder möchte er später als der kiffer und alki deinem kind gegenüberstehn????
es gibt immer einen weg da raus,aber er muß es wollen.....die scheiße ist ja nun das kiffen dazu führt sich immer mehr gehen zu lassen und es wird einem scheißegal...das leben.

versuche doch mal eine suchtberatung bei euch in der nähe zu finden und ihm vorzuschlagen einen termin dort mit dir zu vereinbaren......einfach nur so.ganz unverbindlich soller sich das mal anhören was für möglichkeiten er hat.

unterstütze ihn und gib ihm die kraft...aber bitte gebe ihm kein geld für drogen oder alkohol....das hilft ihm nicht.

ich wünsche dir ganz viel kraft für den weg....und erinner ihn an sein patenkind,das ihn braucht.

das leben ist viel zu schön um es wegzuwerfen oder mit drogen zu verschwenden.

#herzlichmel

2

Hallo,

bei dem Besiegen der Sucht kannst du deinem Bruder nicht helfen. Er muß zur Einsicht kommen und sich Hilfe suchen. Du kannst nur Anstöße geben, daß er sein Problem erkennt. Rational diskutieren kann man mit einem Süchtigen nicht.
Ich lese bei dir, daß du ihm helfen möchtest, dies kann aber bedeuten, daß du dich zu doll in das Ganze hineinziehen läßt. Das nennt man Co-Alkoholismus und das kann dich zermürben.

unter [url="http://www.alkoholratgeber.de/Page10369/page10369....]diesem Link[/url] findest Du Infos und einen Selbsttest, ob man als Co-Alkoholiker fungiert. Du bist sicherlich noch kein typischer Fall, zeigst aber Tendenzen die in diese Richtung zeigen.

Sucht ist eine Krankheit und eine Krankheit kann den Menschen den man mal kannte verändern. Man kann Ihm aber unterstützen die Krankheit zu besiegen , damit er wieder der Alte wird.

[url="http://www.al-anon.de/subdomains/online/www/meetin...t;]HIER bei Alanon, [/url] gibt es verschiedene Online-Angehörigengrupppen, z.B. für Freunde aber auch für Eltern.
Wenn Du helfen willst, dann informiere dich vorher, eh du was falschesoder Contraproduktives tust.

[url="http://www.bzga.de/?uid=7751eb5cc1b81bef7e4f4ad7ec...t;]HIER bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung[/url] kannst Du kostenlos einen Ratgeber für Angehörige von Suchtkranken bestellen.

Ich wünsch Dir alles Gute und vor allem die Weisheit und Kraft, den richtigen Moment zu finden, wenn Du Dich selbst schützen und zurückziehen solltest!
Aber auch den Mut und die Kraft einem kranken Menschen, an dem dir was liegt, zu helfen.

Die Zusammenhänge sind oft sehr komplex, aber wenn jemand den Weg aus dem Sumpf gefunden hat ist er fast immer ein anderer / besserer Mensch. Der Weg loht vorallem für Ihn.

Du must dir die Frage stellen, inwieweit du bereit bist ihn zu begleiten / zu helfen und die Kraft aufzubringen ohne selbst dran zu zerbrechen. Der Weg kann sehr sehr schwer sein, aber er lohnt.

Wenn du nicht bereit bist z.B. weil deine Bindung zu schwach oder du nicht genug Kraft aufbringst, diese Energie aufzubringen verlasse ihn. Manchaml muß man auch egoistisch sein.

Hier noch was zum lesen aus einem anderen Forum.
http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=56093

Vielleicht kannst du so einiges nachempfinden.

3

So hart wie es klingt: DU kannst ihm nicht helfen.

Ich habe zwar keinen süchtigen Bruder, aber einen Alkoholiker als Vater.

Meine Familie und ich haben ewig auf ihn eingeredet, er solle sich helfen lassen. Erst, als wir ihn haben fallen lassen, ist er wach geworden.

Wenn er DANN deine Unterstützung braucht, kannst du ihm helfen. Wenn ein Süchtiger nicht zugibt, dass er Hilfe braucht, kannst du nichts tun.

Ich habe meinen Vater vor die Konsequenz gestellt: Du willst Kontakt zu deinem Enkel und zu mir, also bitte nüchtern. Wenn du mich anrufst und du bist betrunken, leg ich auf. So ähnlich haben das meine Mutter und Geschwister auch gemacht - irgendwann hat er es kapiert.

Und mein Vater ist wirklich schon "am Ende" gewesen, kann wegen der Schädigungen nicht mehr arbeiten gehen. Er hat betrunken sogar einen schweren Unfall verursacht.

Noch mal: es tut weh, seinen Angehörigen so leiden zu sehen, aber du KANNST IHM WENIG HELFEN. Deine Bereitschaft macht dich zu einem Co-Abhängigen und damit bist du ihm weniger nützlich, als wenn du ihn fallen lässt.

Ich wünsche Dir (und auch deinem Bruder) ganz viel Kraft! Die Zeit, die vor Dir und auch ihm liegt, wird sehr hart, doch ich denke, er wird es irgendwann kapieren (ich hoffe es für euch beide)

Nicole

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