ich weiß nicht mehr weiter... ist das noch "normal"

Hallo,

ich weiß nicht, ob unser Sohn, 18 Wochen alt, per Definition ein Schreibaby ist, aber er schreit viel, besonders im Moment, und ich weiß nicht weiter...

Er kam im Oktober 2015 spontan zur Welt, die Geburt war ganz normal, alles super soweit. Ich weiß nicht mehr genau, wann es anfing, aber wir hatten schon bald mit abendlichen Schreiattacken zu kämpfen. Zuerst habe ich mir nicht viel dabei gedacht, Babys schreien eben, wir haben ihn dann abends rumgetragen, bis er auf dem Arm einschlief. Anders ging es nicht. Vor 23 Uhr haben wir ihn nicht in den Schlaf bekommen.
Es ging mal besser, mal schlechter, aber es war auch nicht nach 3 Monaten wie prophezeit vorbei, nach ca 14 Wochen wurde es aber erstmal besser und ich konnte ihn abends und auch tagsüber oft gut in den Schlaf stillen. Seit ca 2 Wochen klappt das eigentlich überhaupt nicht mehr, weder tagsüber, noch abends. Es hat sich in letzter Zeit so ergeben, dass er meist am Vormittag, gegen 11 ca eine Stunde geschlafen hat, oft im Kinderwagen, dann mittags so ab 2 ca zwei Stunden mit mir zusammen, und öfter nochmal ab späten Nachmittag 30 bis 60 min. Ins Bett haben wir ihn dann so ab neun/zehn Uhr gebracht, wenn wir den Eindruck hatten, dass er müde ist bzw Hunger hat. Das klappt aber wie gesagt auch nicht mehr, er schreit jetzt wirklich jedes Mal, wenn es ans Einschlafen geht, mind eine Stunde, am Tag und abends, und lässt sich eigentlich kaum beruhigen. Irgendwann lässt er sich dann an die Brust legen und schläft dabei ein, aber bis dahin bin ich fix und fertig. Er schläft im Moment recht schnell im Kinderwagen und im Auto ein, ansonsten haben wir keine Chance. Im Übrigen ist er noch nie wirklich von selbst eingeschlafen. Immer nur beim Rumtragen auf dem Arm, beim Stillen oder im Kinderwagen und Auto (wobei das eine Zeit lang beides gar nicht ging und er dort nur geschrien hat...).
Auch schläft unser Kleiner sehr unruhig, er stillt nachts ca alle 2 h, wacht aber oft mehrmals die Nacht weinend auf. Meist hilft es, ihn kurz hochzunehmen, und dann schläft er weiter, aber vergangene Nacht hat auch das nichts mehr genützt und wir mussten ihn lange Zeit tragen, bis er wieder eingeschlafen ist. Er schläft auch allgemein sehr unruhig, und zu 90% muss die Fön-App laufen, zum Einschlafen und die ganze Nacht durch, weil er sonst ständig wach wird.

Wenn unser Sohn wach (und ausgeschlafen) ist, ist er ein ganz aufgeweckter, sehr aktiv, strampelt den ganzen Tag und ist an allem sehr interessiert.

Ich weiß nicht mehr weiter, wie kann ich ihm helfen?? Wie kann ich ich ihm helfen, einzuschlafen?? Es ist schrecklich, ihn so viel Schreien zu sehen, und ihm nicht helfen zu können. Wir sind mit den Nerven am Ende...

Ich habe noch vergessen zu erwähnen :
- unser Sohn schläft im Familienbett, Beistellbett hat nicht geklappt, er hat immer nach kurzer Zeit genölt und war nur in meiner direkten Nähe zufrieden

- er nimmt leider keinen Schnuller

Auch unser Kind ist ein Schreikind.
Wir haben aber herausgefunden warum.
Meine Frau hatte auf der Arbeit sehr viel Stress und auch unsere Beziehung hatte gelitten, als sie schwanger war. Das wirkt sich aus sagte unser Arzt. Auch auf später.

Aber trotzdem sind wir an einer Lösung interessiert. Es geht an die Substanz, genau wie bei Euch.

Liebe Gigileinchen,

die Frage, ob Ihr Kind ein sogenanntes Schreibaby ist, kann ich Ihnen anhand Ihrer Informationen nicht abschließend beantworten. Per Definition spricht man von einem Schreibaby, wenn ein Kind mindestens drei Stunden am Tag, an mindestens drei Tagen die Woche über mindestens drei Wochen hinweg, ohne erkennbaren Grund schreit. Letztendlich spielt es aber keine Rolle, ob Fachkräfte Ihr Baby als Schreibaby bezeichnen würden, sondern Ihr subjektives Empfinden ist ausschlaggebend.

Sie berichten von einer akuten Verschlimmerung der Situation seit zwei Wochen, dies könnte daran liegen, dass Ihr Kind aktuell eine neue Entwicklungsphase durchläuft, die dazu führt, dass er wieder mehr schreit und schlechter schläft. Solche Phasen treten in der kindlichen Entwicklung immer wieder auf, anschließend entdecken Eltern dann oft neue Fähigkeiten bei Ihrem Kind, die es in dieser Phase gelernt hat.

Zum Thema des Schlafens:

Alle 1,5 bis 2 Stunden gerät auch ein Baby in die REM-Schlaf-Phase, die davon gekennzeichnet ist, dass man leichter schläft und zum Teil wach wirkt. Dass Ihr Kind in diesem Abstand wach wird, ist also ein natürlicher Prozess. Es empfiehlt sich daher, die Störfaktoren (Licht, Geräusche etc.) im Schlafzimmer zu minimieren. Da Ihr Kind noch nicht gelernt hat, alleine einzuschlafen, ist es ebenfalls normal, dass er aus den Wachphasen, nicht mehr alleine in den Schlaf zurückfindet.

In der Praxis hat es sich daher bewährt, die Kinder dabei zu unterstützen, selber in den Schlaf zu finden, indem, man sie wach ins Bett legt und eventuelle Einschlafhilfen wie Schnuffeltücher, Schnuller, Kuscheltiere etc. mit ins Bett gibt. Sie können Ihren Sohn trotzdem weiter unterstützen, indem Sie zunächst bei ihm bleiben und ruhig mit ihm sprechen oder ihn berühren, wenn er unruhig wird oder weint. Dies gilt natürlich nicht, wenn Sie der Meinung sind, dass er Hunger hat, Schmerzen oder andere Bedürfnisse (volle Windel etc.) hat, die Sie stillen müssen.
Da man Kinder im ersten Jahr prinzipiell nicht verwöhnen kann, möchte ich Sie ermutigen, Ihrem Bauchgefühl zu vertrauen und ihn jederzeit aus dem Bettchen und auf den Arm zu nehmen, wenn er sich nicht im Bett liegend beruhigen lässt.

Insgesamt hilft es auch, wenn Sie Ihren Tagesablauf möglichst regelmäßig gestalten und Einschlafrituale installieren.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Zuversicht und möchte Sie dennoch ermutigen, sich an unsere oder eine andere Familienberatungsstelle zu wenden, wenn Sie sich weiterhin unsicher fühlen, denn dort kann man ganz individuell auf Ihre Situaton eingehen (zum Beispiel mit der Hilfe von Schlafprotokollen).

Mit freundlichen Grüßen,

Alexandra Roszak

Guten morgen

Mein erstes Kind war auch so...er hat die Nächte durchgemacht und es war immer ein Kampf. Und was man sich alles einfallen lässt...nun ist er mittlerweile fast 13 und unser Jüngster 3 Wochen die mittlere 9 Jahre. Wir haben abends auch immer das gleiche Ritual gehabt. Auch wenn sie klein sind , geben ihnen die Rituale Sicherheit. Wie ist denn Euer Tag? Ganz bestimmt entwickelt er sich gerade weiter. Das ist sehr anstrengend für die Kinder. Ich sehe es bei den kindern im Kindergarten wo ich vor der Schwangerschaft gearbeitet habe. Versucht Euch abzuwechsel so , dass jeder Zeit hat neue Kraft zu tanken...ich weiss es ist sehr anstrengend. Es geht aber vorbei...euer Kind braucht Euch und unser Sohn lag auch fast 4 Jahre bei uns. Als unser Rythmus geregelt war und er festes Essen bekam , war abends nach dem Brei der Flasche Schluss...und er musste in seinem Bett einschlafen. Wir waren bei ihm und mit der Zeit klappte es immer besser. Hört auf Euren Bauch und vergesst sämtliche Ratgeber , die verunsichern noch mehr...je mehr man liest um so verwirrter wird man.

Alles Gute und liebe grüße

Hallo
Erstmal....fühl dich ganz fest gedrückt. Durch bist damit auf jeden Fall nicht alleine.
Ich könnte jetzt hier fünf Seiten füllen , wie die erste Zeit mit meiner Tochter war. Es war auch einfach furchtbar. Das Schreien hat mit ca. 3 Tagen angefangen. Erst nur Abends , dann auch Mittags und irgendwann gefühlt den ganzen Tag. Sie hin zu legen war undenkbar. Schlafen war für sie tagsüber ein Fremdwort. Nachts wurde sie jede Stunde wach und ließ sich auch nur mit Stillen beruhigen ( ich muss dazu sagen , dass das Stillen die ersten acht Wochen eine Katastrophe war. Sie wollte nicht trinken, dann war die Milch zu wenig, dann musste ich abpumpen, zufüttern und es trotzdem weiterhin mit dem Stillen versuchen). Nach kurzer Zeit war ich auch fix und fertig. Drei Mal waren wir bei einem Ostheopathen. Beim ersten Mal hat er viele Blockaden gelöst ( Geburt als Sternegucker) die anderen beiden Termine konnte er nichts mehr finden. Nach mehreren Kinderarzt Terminen wurde sie auf eine Kuhmilchallergie untersucht -negativ - . Dann haben wir einen Kontakt zu einer Familienhilfe für Schreibabys bekommen. Wir haben super viele Tipps bekommen. Die Frau war bei uns zu Hause und hat uns bei allem unterstützt. Ich sollte Schreiprotokolle bzw Schlafprotokolle führen. Mit mehr Schlaf, Struktur und ihrem Alter , wurde es auch langsam besser. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt bereits 6 Monate alt. Wir haben unseren Alltag komplett durch strukturiert und feste Zeiten zum Schlafen eingeführt. Natürlich hat das alles auch noch ewig lange gedauert hat mich viele Nerven und unendlich viele schlaflose Nächte gekostet. Ein Buch hat mir dann auch noch sehr gut geholfen. Mit einem Jahr dann , hat sie bombastisch geschlafen. So hatte ich mir das nie träumen lassen. Ich kann so eine Beratungsstelle nur empfehlen.

Gib nicht auf :-) Das war jetzt die Kurzfassung.
Wenn du noch mehr wissen möchtest , kannst du mich auch privat anschreiben. Ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte.

LG Himmel23 mit Tochter an der Hand
(21 Monate)

Hallo,

wir hatten glücklicher Weise nie ein Schreikind, aber ich kann mir denken, dass dies absolut Nerven kostet...

Eigene Erfahrungen habe ich daher keine, aber zumindest kann ich Euch einen Versuch anbieten, der bei ner Freundin sehr gut funktioniert hat - ich denke probieren kann man dies vielleicht?!?
Da bei vielen Schreibabys die Vermutung besteht, dass es diesen Kindern schwer fällt den Tag zu verarbeiten und das "Runterfahren" somit kaum möglich ist, hat meine Freundin aus Verzweiflung vieles ausprobiert und hatte letzten Endes mit einem Massage-Tier den durchschlagenden Erfolg. Ein batteriebetriebenes buntes Tier, das eingeschaltet vibriert.
Sie hat es ihrem Sohn zum Einschlafen auf den Bauch gelegt und die ganze Prozedur verlief angenehmer und schneller. Meist in Verbindung mit Schaukeln auf dem Arm oder im Kinderwagen.

Ihr könntet zur Eingewöhnung dieses Tierchen ja auch erst mal mit auf die Matratze legen oder so.
Ist nur ein Tipp - vielleicht hilft es ja (wenn die Fön-App schon ein wenig dazu beiträgt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das Massage-Tier evtl. auch ein guter Ansatz ist).
Sollte dies funktionieren, gebe ich Euch den Rat immer eins als Ersatz zur Hand zu haben, bei Dauereinsatz könne die nämlich auch schon mal den Geist aufgeben ;-)

Alles Gute, starke Nerven und viel Erfolg #herzlich#klee

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