Abschied vom Geschwisterchen??

Hallo miteinander,

ich bin auf der Suche nach Gleichgesinnten. Frauen, die vergeblich versucht haben ein Geschwisterkind zu bekommen und jetzt vor dem Aus stehen und damit einfach nicht klarkommen oder die es geschafft haben, ihr zweites Kind zu bekommen. Wie hat das funktioniert, was hat Euch dabei geholfen. Wo und mit welchen Mitteln.

Ich habe meine Tochter mit ICSI 2013 bekommen. Alles unkompliziert und obwohl die ersten ICSI negativ war, war der 1. Kryo-Versuch danach positiv. Wir hatten jeweils 2 Eizellen eingesetzt. Schwangerschaft ein Traum - keine Probleme. Geburt schnell, auch wenn 5 Wochen zu früh, aber das hat sich nicht ausgewirkt auf das Kind.

Im Dez. 2014 habe ich dann wegen eines Geschwisterkindes gestartet mit den 2 verbliebenen Kryos - negativ. Im Jahr 2010 gab es noch 2 ICSis ebenfalls negativ. Im vergangenen Jahr habe ich dann 3 ICSIs durchführen lassen alle wieder negativ. Im Ergebnis 6 mal negativ in 2 Jahren.

Ich habe keine weiteren Untersuchungen machen lassen mache, weil ich ja schon einmal mit ICSI schwanger geworden bin. Allerdings war ich bei dem Geschwisterkinddurchläufen schon 40 + und ich werde in wenigen Monaten 43. Ich habe die Fehlversuche bisher immer darauf zurückgeführt, dass es mit meinem Alter zusammenhängt. Ich habe zwar einen recht guten AMH-Wert (von 2,3 bei Start, jetzt bei 1,1) und immer zwischen 11- 14 Eizellen pro Entnahme gehabt. Allerdings konnte max. 2 oder eine Eizellen eingesetzt werden bzw. 1x habe ich auch keinen Transfer durchführen lassen, weil das Ergebnis der Polkörperuntersuchung kein eindeutiges Ergebnis zuließ und die anderen Eizellen Gendefekte in sich trugen. Mein behandelnder Arzt hat mich auch immer ermutigt, er findet nicht, dass ich zu alt bin. Die Stimulation ist sehr gering, die Anzahl der Eizellen eigentlich prima, nur mit der Einnistung klappt es nicht und die Qualität - sprich Eizellen ohne Gendefekte ist gering.

Ich habe bis zuletzt nicht daran glauben können, dass mir es nicht nochmal gelingen würde. Insbesondere weil es ja bei meiner Tochter (damals war ich 38) so schnelle geklappt hat.

Jetzt aber bin ich wohl am Ende des Tunnels angekommen und trotzdem gelingt es mir nicht mich zu lösen. Die letzte ICSI habe ich ohne Unterbrechung an die vorherige angehängt mit dem Gedanken - Jetzt erst recht ! - durchgeführt und weil ich keine 43 als Alter für eine Schwangerschaft haben wollte. Eigentlich müsste ich jetzt aufhören nach mich selbst zu täuschen, wie ich es bisher wohl gemacht habe.

-> Altersunterschied der Kinder sollte nicht mehr als 3 Jahre betragen - o.k. hat nicht funktioniert, also nicht mehr als 4 Jahre betragen. ist ja auch nicht so dramatisch.

-> Hatte mir eine Altersgrenze für das Projekt Geschwisterkind gesetzt: Mit 42 wollte ich abschließen. Also ich wollte max. 42 sein, wenn das Kind auf die Welt kommt. Auch nicht geklappt. O.k. dann bin ich halt 42 wenn ich schwanger werde.

->Jetzt: Na, vielleicht hat es ja auch etwas gute für sich, wenn der Altersunterschied zw. den Kindern größer als 4 ist. Dann ist unsere Tochter etwas verständiger & wir schaffen das alles besser.

Ich beschummele mich einfach selbst & kann meinen Frieden nicht finden. Jede ICSI hat mich an den Rande meiner emotionalen Kraft gebracht & jedes Mal war ich mir sicher, dass es das jetzt war.

Ich habe auch große Ängste vor einer Schwangerschaft - Komplikationen bei der Schwangerschaft, mögliche FG (bis zum 6. Monat würde ich wohl zittern), ist das Kind krank, dann muss ich mich mit dem Thema Abtreibung auseinandersetzten, wobei ich das Ergebnis hierzu bereits kopfmäßig klar ist, wird das Kind krank (dann bricht bei uns alles zusammen).

Mein Mann wird in Kürze 48 und er fühlt sich jetzt auch zu alt für ein 2. Kind. Er ist seit 2007 nierentransplantiert. Das ist auch der Grund, warum wir leider entgegen unseren eigentlichen Lebensplänen so spät mit dem Familienplanung angefangen haben. Eine Kiwu-Behandlung war gar nicht unser Plan gewesen und erst als wir im Jahr der Transplanation sicherheitshalber noch Spermien einfrieren wollten, sind wir überhaupt darauf gestoßen, dass es ein Problem gibt. Das war uns überhaupt nicht bekannt, denn vom Absetzen der Pille bis zu seiner Erkrankung waren gerade mal 4 Monate vergangen. Die nächsten 4 Jahre beherrschte seine Krankheit unser Leben - also an Kinder war von seiner Seite nicht zu denken.

Ich bin einerseits natürlich unglaublich dankbar darum, dass wir eine Tochter haben und ohne die Hölle der darauffolgenden ICSIs wäre mir gar nicht gewusst geworden, wie dankbar ich sein muss und darf. Andererseits ist da auch ein Platz in meinem Leben, der unbesetzt geblieben ist. Etwas womit ich nicht gerechnet habe - ich bin wirklich davon überrascht worden, dass nunmehr nicht mein Mann das einzige Problem ist, sondern ich selbst. Natürlich weiß ich, dass es ab 40 schwieriger wird ein gesundes Kind zu bekommen, aber abgesehen von den vielen Gendefekten der Eizellen, habe ich für mein Alter recht gute Ergebnisse. Selbst mit Anfang 30 oder Mitte 30 kann man noch viel weniger Eizellen haben, davon abgesehen, was es da noch alles gibt.

Eine Bekannte, die 2 Tage nach mir ihre Tochter bekommen hat und jetzt 43 ist entbindet in wenigen Wochen ihre 2. Tochter. Also es hätte klappen können und das macht mir es noch schwerer damit umzugehen. Eine Kollegin bekommt ihr 2. Kind im Mai - auch schon Ende 30, fast 40.

Jede ICSI ist ab Punktion die Hölle - hoffentlich habe ich mindestens 14 Eizellen, damit mindestens 2 gute dabei sind; Hoffentlich kann man 2 gute finden, hoffentlich sind keine unbestimmbaren bei der Polkörperdiagnostik... & dann die Warteschleife, wobei ich in dieser manchmal komplett zerrissen war. Schaffen wir das mit einem 2. Kind ? Was mache ich bei einer komplizierten Schwangerschaft/Geburt, Sorgen um das Thema Krankes Kind & dennoch habe ich nicht aufhören können. Ich habe mich Antibiotika vollgestopft während der Stimulation nur damit ich nicht abbrechen musste, mich hat die Fahrerei und die damit verbundene Organisation zum Kiwu angeknabbert (hoffentlich ist Punktion und Transfer an einem freien Tag und fällt nicht auf meine Arbeitstage).

Den Absprung zu schaffen gelingt mir einfach nicht. Ich kann keine Sachen meiner Tochter weggeben. Wir haben seit 3,5 Jahren alle Klamotten, Spielsachen, Baby-Ausstattung noch - der Keller platzt, es geht nichts mehr rein. Erst vorgestern habe ich den Tragerucksack, den ihr Pate uns vor 3 Jahren gegeben hat, gründlich gereinigt, weil ich den zurückgeben wollte & ich habe es nicht geschafft. Ich habe den in den überfüllten Keller verstaut. Es geht einfach nichts wegzugeben.

Habe bei Amazon noch nach Büchern zum Abschied vom kinderwunsch gesucht, aber nichts gefunden. Es geht immer dabei um das Thema " Ein Kind oder kein Kind". Das ist aber nicht mein Fall. Also wenn jemand etwas Vernünftiges empfehlen kann, bin ich dankbar.

Ich quäle mich mit der Trauer und dem nicht Loslassen können. Ich rede auch nicht viel darüber in unserem Freundeskreis, weil die a) entweder schon ihre Kinder haben und die z.T. auch schon älter sind oder b) ungewollt kinderlos geblieben sind, weil sich kein Partner zwecks Familiengründung gefunden hat oder c) mir all die Argumenten, die mir selbst klar sind, konfrontiert würde (Sei doch froh, dass Du so eine tolle Tochter habt; dein Mann schafft doch ein 2. Kind gar nicht, der ist mit seiner Krankheit genug belastet/angeschlagen; es könnte auch ein behindertes Kind sein, wie willst Du das alles schaffen; ihr seid doch selbst nicht mehr die Jüngsten, wenn es Abitur macht, dann setzt ihr Euch mit der Rentenfrage auseinander usw.

Ich habe mir sehr genau Gedanken gemacht, warum es ein 2. Kind werden sollte. Ich weiß, dass wenn ich unsere Situation betrachte, mein Verstand mir ganz klar sagt, dass ich unvernünftig handle, aber mein Herz ist so unendlich traurig darüber und will es nicht akzeptieren. Ich bin wütend auf das Schicksal und ich habe Sorge, dass ich das wunderbare, was wir derzeit haben, nicht genügend schätzen und genießen kann, weil es diesen einen Platz in meinem Herzen gibt, der nicht besetzt wird.

Ich wollte nie ein Einzelkind sein und auch nie ein Einzelkind haben. Das macht mich traurig.

Ich bin für jeden Gedankenaustausch zu dem Thema unendlich dankbar.

LG,
Schaylia

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Wow du hast ja schon einiges hinter dir.

Eines vorweg du bist eine starke Frau!

Ich finde mich in vielem was du geschrieben hast wieder.

Meine Tochter kam 2012 zu Welt. Im 1 üz entstanden. SS ohne Probleme. Zum Ende hatte ich dann eine ss Vergiftung. Einleitung und dann notsectio.
Danach hatte ich lange mit hohem Blutdruck zu kämpfen. Als ich das wider im Griff hatte starteten wir den Versuch für ein Geschwisterchen.

Im November 2014 wurde ich auch gleich wieder schwanger. Ssw5 noch bevor ich zu fa kam setzten Blutungen ein.

Nach 3 Monaten Pause gleich wieder schwanger. Ssw7 beim fa sah man auch schon das Herz schlagen. Beim nächsten Termin dann der Schock MA in der ssw8.

Dann auf mein bitten hin wurden alle Untersuchungen gemacht um ev eine Ursache zu finden. Leider oder auch Gottseidank wurde nichts gefunden.

Dieses sollte unser letzter Versuch werden.

Dann gvnp. Eisprung wurde ausgelöst. Utrogest und lovenox. Alles super ssw7 Herzschlag und alles sag gut aus. Dann ssw9 Kontrolle beim fa. wieder wieder unser Glück zerschlagen. Diesmal brauchte ich auch noch eine Ausschabung.

Der Gedanke das es jetzt Schluss sein sollte könnte ich einfach nicht wahrhaben und machte mich sehr traurig...

Mein Partner wollte zuerst nicht und als er merkte wie groß mein Wunsch ist entschied er sich für noch einen Versuch.

Inzwischen versuchen Ich es mir Alternativen Hilfsmittel wie Nahrungsergänzung und Hormoncremen.

Jetzt kommt aber noch dazu das mein Partner wohl irgendeine Blockade hat und keinen Samenerguss mehr bekommt. Er meint unterbewusst legt sich etwas quer...

Ich bin 36 und er ist 8 Jahre älter...

Wie es bei uns weiter geht kann ich auch nicht sagen... Ich weiß nur das ich auch nicht damit abschließen kann und der Wunsch nach einem 2ten Kind sehr stark ist, aber auch die Angst wenn es klappt ob es bleibt.

Ich möchte auch kein Einzelkind. Ich bin selber keines und finde es schön Geschwister zu haben.

Was auch weh tut ist das mein Kind auch immer fragt ob sie einen Bruder oder Schwester bekommt.

Ich wünsche uns allen hier in dieser Gruppe das sich der Wunsch bald erfüllt.

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Hallo Ihr Lieben! Ich danke Euch für Eure Beiträge!

Ein paar Gedanken möchte ich noch loswerden.

Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass ich jemandem etwas beweisen wollte. Und ich bewundere, diejenigen, die sich bewusst für ein Einzelkind entschieden haben & auch nicht mehr wollen. Ich kann die Argumente zwar nicht ganz nachvollziehen, weil es nicht meine sind, aber ich beneide solche Menschen. Dich mit deinem Vorhaben, eine Leihmutter für dein zweites Kind in Kiew zu beauftragen, kann ich nur respektieren und um den Mut bewundern. Wünsche euch alles Gute auf diesem Weg.

Ich denke, der Grund warum es bisher immer so schwer war, und für irgendwelchen Weg zu entscheiden, war, dass wir leider keine Familie mit Kindern sind. Unsere Tochter ist die einzige Nichte, das einzige Enkelkind – obwohl wir beide Geschwister haben.

Meine Schwägerin hat den Richtigen nicht gefunden gehabt und mit dem jetzigen Partner drei Hunde als Kinderersatz dienen, denn genau so geht sie mit den Hunden um.

Und meine Schwester hat mit 38 kürzlich wieder einen Partner gefunden, mit dem sie hofft, den richtigen Mann fürs Leben gefunden zu haben und die lernen sich jetzt erst kennen und Familienplanung ist zwar ein Thema, aber erst einmal wollen sie feststellen, ob sie füreinander geschaffen sind.

Ich bin auch mit dem Spruch aufgewachsen „Blut ist dicker als Wasser“. Ich habe nie gelernt und erfahren, dass Freunde ein Familienersatz sein können. Wenn ich mir mal anschaue, wie das z.B. bei Feiertagen ist, da fahren dann alle zur eigenen Familie, insbesondere die Singles sind bei den eigenen Eltern oder bei ihren Geschwistern und freuen sich auf Nichte und Neffen oder es trifft sich halt die ganze Familie bei irgendwem. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn wir die Freunde an einem der Feiertage einladen möchte, die alle weg sind.

Was macht mein Einzelkind vielleicht, wenn sie uns nicht mehr hat (o.k. Vielleicht will sie ja mit uns später nichts mehr zu tun haben). Wenn wir weg sind von diesem Erdflecken, dann ist sie einfach alleine. Es gibt dann keine familiäre Bindung mehr. Ich finde diesen Gedanken einfach erschreckend. Ich wollte niemals ein Einzelkind sein und finde diesen Gedanken auch für meine Tochter nicht schön, sondern er beängstigt mich.

Freunde trifft man manchmal uns sie begleiten einen entweder ein kurzes oder langes Stück des Weges, einige kennt man auch schon sehr lange, aber bei keinem hatte ich das Gefühl, wie bei einem Familienmitglied. Es sind halt immer Freunde und nicht Familie.

Leider haben wir auch mit unsere Kita das Pech, obwohl die sonst wirklich prima ist, dass sie in einer Gruppe ist, in der es nur 4 Mädchen mit ihr sind. Zwei sind Zwillinge und die wollen nur miteinander spielen und mit der anderen klappt die Chemie nicht. Also spielt sie immer alleine.

Finde ich bei einem Einzelkind auch nicht gerade prickelnd und mit Vernetzung ist da mal gar nichts. Und leider verbringt sie im Kindergarten mehr Zeit als beim Turnen oder bei anderen Aktivitäten, die wir mit ihr unternehmen.

Ich kann mir einfach schlecht vorstellen, dass ein Einzelkind teilen lernt & es steht auch das ständig im Mittelpunkt (egal, ob man das persönlich will oder nicht, man macht es doch einfach so, bei einem Einzelkind) finde ich auch nicht gut. Ich merke jetzt schon, dass ihre Frustrationsgrenze ziemlich niedrig ist. Auch wenn ich immer wieder dagegen steuern möchte, im Enddefekt wird sie das nie so lernen, wie Geschwisterkinder.

Als Einzelkind kann man nie Nichte/Neffe haben. Ich gebe aber auch zu, dass bei mir auch solche nicht ganz selbstsüchtigen Gründe eine Rolle spielen, wie dass ich mich immer in meiner Lebensvorstellung irgendwann als Mutter und später als Oma gesehen habe. Und die Wahrscheinlichkeit bei zwei Kindern, dass sich eines vielleicht doch für Kinder entscheidet ist größer (wenn es natürlich auch anders kommen kann).

Und auch den Gedanken, dass ich irgendwann mal alt und gebrechlich in einem Altersheim sitze und ich bei zwei Kindern zumindest die Wunschvorstellung habe, dass die abwechselnd hin und wieder nach mir schauen, finde ich tröstlich. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mir dann immer wünschen werde, dass meine einzige Tochter kommt, dann macht mich das nicht froh (auch wenn das weit entfernt liegt). Vielleicht habe ich aber das Glück, dass ich lange aktiv sein werde & bis zum Schuß fit genug bin, aber oft ist es ja doch ein längerer oder kürzer Zustand, indem man ein Pflegefall werden könnte. Und auch wenn ich nicht will, dass mein Kind sich aktiv um meine Pflege kümmern, ich hätte es gut gefunden, wenn die Last nicht auf einem Kind lasten würde. Das gleiche betrifft auch das Abstellen von irgendwelchen Geräten. Natürlich werde ich mich selbst darum kümmern müssen, dass ich für den Fall eine Vorsorge getroffen habe, aber wenn doch ein Fall eintritt, dass eine Entscheidung zu treffen ist, dann finde ich es einfach tröstlicher zu wissen, dass zwei zusammen entscheiden.

Es gibt noch eine Vielzahl von Argumenten, die ich mit dem Thema Geschwisterkind verbinde und ich weiß auch, dass man für jedes meiner Argumente Gegenargumente finden kann.

Das Argument es gibt so viele Menschen auf der Welt ist irgendwie für mich persönlich nicht relevant, frage ich mich doch warum es allein in Deutschland so viele Familien gibt, die sich eigentlich nicht um ihre Kinder kümmern können, aber sich sicherlich niemals auch einen Gedanken darüber verloren haben. Wir können das gut und wir werden davon ausgeschlossen. Das macht mich schon wütend (auch wenn es natürlich nichts hilft).

LG,
Schaylia

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Meine tochter ist 6. sie entstand nach 6 monaten spontan. seit juni 2013 üben wir an nr 2...erfolgslos...
Kann mitfühlen...

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Liebe Pepe,

die wirklichen Gründe, die hinter diesen Argumenten stehen, kenne ich schon. Glaube mir, ich habe mir die letzten Monate sehr, sehr intensive Gedanken darum gemacht.

Es sind die Lebensvorstellungen, die man hat, die Wünsche, die man damit verbindet. Vieles hat auch einfach damit zu tun, wie man selbst großgeworden ist, z.B. die Anzahl der Kinder - ich habe immer wieder beobachten können, dass Leute, die ein Geschwister hatten, selbst 2 Kinder haben wollten. Diejenigen, die insgesamt drei waren, sprachen immer von drei Kindern, wir haben im Freundeskreis eine Freundin, die hat 4 Geschwister, die hat drei und will ein 4. (hatte schon 2 Fehlgeburten). Jemand der als Einzelkind aufgewachsen ist hat, hält das Einzelkind-da-sein für absolut o.k. oder will gerade weil er/sie Einzelkind war doch mehrere Kinder haben. Meine Tochter sagte mir heute morgen, dass sie später mal Mama und Oma werden will. und als ich dann sagte, Mama von vielen Kindern, sagte sie einfach nur - nein ein Kind reicht.

Es ist nicht wirklich ein rationaler Grund - für einen hat die ideale Zahl oftmals mit der eigenen Lebensgeschichte zu tun. Das gleiche betrifft Cousinen und Cousins - ich habe das als positiv erfahren, daher bedauere ich so, dass meine Tochter das nicht kennen lernen wird. Das empfinde ich selbst als Verlust und mit einem Geschwisterkind hätte ich ihr (glaube ich) diesen Verlust ja geschmälert, wie es umgekehrt der Fall ist, hätte sie Cousinen und Cousins, wäre das fehlende Geschwisterkind nicht so das Problem. Das alles hängt wiederum damit zusammen, dass eben ich so erzogen wurde, dass "Blut dicker als Wasser" ist, ich das infolgedessen auch so gelebt habe und zwischen Familie und Freunden trenne und ihnen auch ganz anderen Raum in meinem Leben gebe.

Nehme ich mal an, dass eine Freundin eine Niere gespendet bräuchte - würde ich sie ihr geben. "Nein" (vielleicht doch, aber darüber würde ich mir sehr genau Gedanken mache und alle Argumente des für und widers abwiegen). Würde ich sie meiner Schwester geben "Aber sofort" und zwar ohne, dass ich da mit der Wimper zucken müsste.

Hätte ich keine Schwester und hätte es in meinem Leben eine Freundin gegeben, die für mich genauso wie eine Schwester mein Leben geteilt hätte - dann wäre die Antwort " Ja, hier eher schon". Aber das ist immer noch nicht ein bedingungsloses "Ja".

Die Argumente ziehen ich nicht zur Rechtfertigung meiner Trauer herbei, sie sind der Grund für meine Trauer (es ist halt so wie mit der Frage, Was war zuerst Henne oder Ei). Denn auch wenn mir andere mit Gegenargumenten für jedes meiner Argumente kommen, macht es ja meine Trauer nicht geringer, sie können meine Argumente nicht entkräften. Und die Argumente kommen aus meiner eigenen Lebensgeschichte und meiner Lebensplanung, die ich für mein Leben hatte. Es geht um den Verlust einer Wunschvorstellung, die man nicht hinterfragt hat, weil es keinen Grund gab diese jemals zu hinterfragen. Warum hätte ich mir darüber Gedanken machen sollen, wenn es ja bei meiner Tochter fast sofort geklappt hat & es eine Vielzahl von Müttern gibt, die auch mit einer 2. künstliche Befruchtung Erfolg hatten (wie meine Freundin)

Wobei ich Dir aber absolut recht geben, ist die Sache, die Du angesprochen hast, dass ich meine Tochter nicht mit meiner Trauer belasten darf. Ich hätte nicht verstanden, was Du damit meinst, aber es hat mir mal jemand gesagt, dass sie selbst Einzelkind war, eine tolle Kindheit hatte, aber weil ihre Mutter gerne mehr Kinder haben wollte, es aber nicht geklappt hat, hat sie immer das Gefühl gehabt, dass sie ihrer Mutter nicht genug war. Und das ist wirklich eine Gefahr. Ich weiß darum und ich werde mich bemühen, sie das nicht merken zu lassen.

Kinder sind unheimlich sensibel und haben Antennen, die man ja nicht vermutet oder auch eine Auffassungsgabe der Welt. Z.B. hat sie ständig an meinen Bauch gefasst als ich in der letzten Kinderwunschbehandlung war. Wir haben das Thema nie vor ihr angeschnitten, weil wir uns bei einem Misserfolg nicht selbst in Erklärungszwang bringen wollten, aber sie wusste irgendwie, das Thema ist gerade wichtig für meine Eltern.

Oder gestern als ich ihr sagte, dass wegen einer Sache ihre Oma traurig oder womöglich weinen würde, kam ihre Antwort: Mama, Erwachsene weinen doch nicht nur Kinder. Ja und da fiel mir ein Gespräch mit einer Freundin ein, dass ihre Mutter nie vor ihr geweint hat & sie infolgedessen auch nicht gelernt hat, ihren Gefühlen mittels Tränen einfach mal freien Lauf zu lassen. Und das bisher obwohl meine Tochter jetzt 4 Jahre bald wird, sie keinen Erwachsenen hat weinen gesehen, weil wir das immer vor ihr vermieden haben.

Weil ich nun um diese Dinge weiß, wird es sicherlich eine Herausforderung sein, meine Tochter das nicht spüren zulassen. Ob mir das gelingen wird, ist natürlich noch etwas anderes, denn man kann ja auch nicht immer aus seiner Haut. Aber allein das man das Wissen darum hat, ist schon der entscheidende erste Schritt.

Danke dir für deine Gedanken und den Kiwu-Klinik-Ratschlag!

LG,
Schaylia

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