Komme aus dem Tief nicht raus

Hallo zusammen.

Wir kennen uns nicht, aber ich empfinde ein Post in einem Forum oft als befreiend.

Ich bin momentan irgendwie in einem Tief. Bekomme nicht wirklich meinen Hintern hoch, bin viel am Handy (jetzt grade ja auch) und könnte nur Süssigkeiten essen. Auch oft schlecht gelaunt. Total lustlos. Nicht jeden Tag gleich, aber es hat doch etwas die überhand gewonnen. Keine Sorge, um meine Tochter kümmere ich mich trotzdem. Aber sie spielt zurzeit viel für sich alleine und sobald sie meckert, schaue ich nach ihr.

Seit August nehme ich wieder die Pille, kann aber nicht sagen, ob es erst dann so schlimm wurde. Davor hatte ich auch oftmals Tage wo mir alles zuviel wurde. Ist also nichts neues für mich.

Wie findet man heraus, dass man Depressionen hat? Die Gedanken sind hauptsächlich negativ, vor allem was mich persönlich angeht etc. Das habe ich aber schon seit Jahren, es kam oft Phasenweise und dann wars ne Zeit lang wieder gut.

Jedenfalls war das schon öfter der Grund, das ich sehr genervt von meiner Tochter war und am liebsten unter der Bettdecke verschwinden wollte 🙁 erst seitdem die Kleine da ist, fällt mir das so extrem auf, dass das nicht normal sein kann. Und das tut mir unglaublich Leid, sie kann nichts für meine Laune.

Frische Luft hilft nur bedingt. Freunde um immer wieder was zu unternehmen habe ich nicht wirklich. Treffe zwar einmal die Woche ne neue Bekannte für die Babys, aber mir fehlt irgendwie eine enge Freundschaft, mit der man tiefgründig, aber auch dummes reden kann etc.


Okay das war jetzt etwas wirr, aber da sieht man mal, was mir im Kopf vorgeht. Ist allerdings bei weitem nicht alles.

Musste einfach raus 😟 danke fürs lesen

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Bitte hole dir professionelle Hilfe 😘 es ist nicht schlimm, man muss es sich nur eingestehen, das ist der erste und wichtigste Schritt ❤️
Alles Liebe 🥰🍀

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Ja habe tatsächlich auch schon nachgedacht, zum Psychologen zu gehen. Aber dann denke ich mir wieder, ich rede mir diese Probleme ja nur selbst ein und weiss eigentlich, dass es nicht so ist. Aber in den Phasen, komme ich davon nicht weg, bis es von selbst aufhört wegen einem schönen Erlebnis oder so.

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Aber genau dafür ist ein Psychologe unter anderem da. Damit du die dir selbst eingeredeten Sorgen, Probleme, Ängste usw los werden und eine Lösung für die Gedanken finden kannst.
Mir ging es vor ein paar Jahren genauso wie dir und ich habe leider viel zu spät reagiert. Ich habe viel zu lange gelitten und Dinge ertragen, die nie so groß geworden wären, wenn ich früher gehandelt hätte. Aber meistens kommt man nach einer gewissen Zeit nicht mehr von alleine aus diesem Gedankenstrudel raus, zumal er sich irgendwann auch körperlich äußert.
Ich gehe seit dem zu einem Psychologen, auch jetzt noch, obwohl es mir schon seit langem wieder "gut" geht. Aber ich habe für mich festgestellt, dass es in größeren Abständen auch heute noch sehr befreiend und wohltuend ist, mit jemanden neutralem und professionellen Reden zu können.

Es kann dir meiner Meinung nach nur gut tun und helfen und du bist im Moment noch an einem Punkt, wo du es noch schaffst, "das Problem" selbst an zu gehen. Also dir aus eigener Kraft Hilfe zu suchen. Tendenziell wird es schlimmer werden und irgendwann wirst du Hilfe benötigen, damit du Hilfe bekommst - wenn du verstehst was ich meine.
Nun kommt auch die dunkle Jahreszeit, die es meist nicht einfacher macht.

Du beschreibst ja auch, dass es schon über viele Jahre immer wieder zu solchen Situationen gekommen ist. Es kann natürlich sein, dass die Pille nun das Fass irgendwie zum überlaufen gebracht hat, aber es klingt so, als ob es ja trotzdem schon eine Weile da ist und immer wieder aufflammt.
Man muss nicht erst mit einer manifesten Depression zu einem Psychologen gehen. Viel besser ist es, das ganze, bevor es zu schlimm wird, anzugehen und abzufangen.
Ich würde dir sehr ans Herz legen, dir jemanden zu suchen. Es kann dir wirklich nur helfen. :)

Zumal es leider auch meist eine Weile dauert, bis man einen Platz bekommt.

Ich finde es richtig gut, dass du es hier angesprochen hast. Das ist total viel Wert. :)

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Hallo.
Ja das sind Depressionen. Ich habe das auch manchmal. Hatte letzten 2 Tage wo ich gar nicht hochgekommen bin. Es ist so schwer sich selbst zu motivieren. Ich hab mir nun laugziele gesetzt. Und hab eine bekannte mit der ich das virtuell mache. So dass man immer in Zugzwang kommt und laufen gehen muss.
Guck doch auch mal ob es in deiner Nähe eine Krabbelgruppe gibt. Da lernt man ja auch schnell Leute kennen und vielleicht dann auch gleich neue Freunde. Hab jetzt eine kennen gelernt mit der ich auch über andere Dinge als nur baby sprechen kann.
Liebe Grüße Marie

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Bist du zu einem Psychologen um das mal fachärztlich anschauen zu lassen? Ich weiss nicht, ob ich das tun sollte.


Blutbild möchte ich auf jeden Fall auch checken lassen.

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Ja vor der ss war ich in Behandlung.
Blutbild finde ich auch eine gute Idee, ich muss auch noch Eisen nehmen, da mich zu wenig habe.

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Lass dich mal durchchecken beim Arzt - mach mal ein großes Blutbild. Vielleicht helfen schon ein paar Vitamine, Eisen oder Magnesium
Ich würde jetzt nicht gleich von einer Depression sprechen, vielleicht ist es eine depressive Verstimmung, die auch von deinem Alltag und deinen Unständen herrührt.
Der Alltag mit Baby ist nunmal oft sehr eintönig und ein richtiger Gesprächspartner ist das nun auch nicht.
Du schreibst auch gar nichts von deinem Partner oder bist du alleine? Hast du sonst Familie?

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Ja ich habe einen Freund. Er arbeitet Vollzeit. Ist um 7 aus dem Haus und kommt nach 17 Uhr nach Hause. Meine Familie ist in der Schweiz, habe hier niemanden. Seine Schwester arbeitet bei der Bahn, ist daher ziemlich schwer spontan was mit ihr zu machen unter der Woche und mit meiner Schwiegermutter möchte ich nicht unbedingt was machen, da sie kein einfacher Mensch ist.

Mein Freund weiss von meinen schlechten Launen. Er schaut dass er dann mit der Kleinen was macht, wenn er merkt dass ich kaum rede. Nur kann er mir da nicht gross helfen, gute Zusprüche helfen mir leider nicht.

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Ist nur eine Vermutung, aber ich glaube das liegt daran, wie wir heute unsere Babys großziehen - oft allein.
Die Familie weit weg, der Partner arbeitet und Freunde sind leider auch nicht oft verfügbar.
Versuche dir evtl im Umfeld Unterstützung zu suchen. Wenn man nach Hilfe fragt, bekommt man diese erstaunlich oft.

Und sei es nur mit der Nachbarin spazieren gehen, die auch Kinder hat.
Vielleicht hilft es dir, wenn du wieder mehr unternimmst und aktiver bist.

Für mich war es auch ein Schock. Zuvor im Beruf erfolgreich, Sport, Verein und Freunde treffen und jetzt allein daheim mit Baby - da fällt mir auch oft die Decke auf den Kopf.

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Hey du,

es ist nicht verkehrt zu einem Psychologen zu gehen, ob man nun "krank" ist oder nicht.

Ich bin angehende Psychologin (mache gerade meinen Master und muss gerade für eine Klausur lernen 😬, mit einem 9,5 Wochen altem Baby🙈🙈).

Solche Phasen gibt es immer mal wieder im Leben, wo einem alles zu viel wird. Es ist keine Schande, sich "professionelle" Hilfe zu holen. Leider ist diese Hilfe oft negativ benetzt, so mein Eindruck. Viele stellen das vielleicht mit einem persönlichen Versagen gleich, etwa "andere packen es doch auch, nur ich nicht." Aber das ist es nicht. Jeder braucht mal Hilfe und nicht immer reichen Tipps und Ratschläge von Freunden aus, gerade wenn es um die Psyche geht. Ratschläge von Freunden und Familien sind ja auch immer subjektiv. Oft fühlt man sich von denen auch nicht richtig verstanden oder nicht ernst genommen ("So ist das halt mit Kind", "das wird schon wieder" oder vielleicht "Reiß dich zusammen, anstatt nur zu jammern"). Hilft meist leider nicht...

Und genau da kommt ein gut ausgebildeter Psychologe (Psychotherapeut) ins Spiel. Sie hören dir zu, werten nicht und geben dir keine Ratschläge, sondern sie halten einem dem Spiegel vor, was uns hilft, uns besser selbst reflektieren zu können, um so in die Lage versetzt zu werden, selbst zu erkennen, was zu tun ist. Manchmal braucht es halt hierzu etwas Anleitung (mit dem Therapeuten).

Ich kann mir vorstellen, dass es dir vielleicht schon besser geht, wenn du dein "Gepäck" einfach mal loswerden kannst, ohne dass das jemand blöd kommentiert oder bewertet. Ich war selbst schon mal einige Wochen bei einem Psychologen. Danach konnte ich wieder klar denken und es war die beste Prävention, eben nicht krank zu werden. Man muss ja nicht warten, bis "das Kind in den Brunnen gefallen ist".

Mein Tipp, schau auf www.therapie.de nach. Da kannst du psychotherapeutische Psychologen in deiner Nähe suchen. Wichtig: Kassenzulassung beachten! Sonst musst du selber zahlen, auch wenn es nur 1,2 Gespräche, also keine Therapie, waren.
Du kannst aber auch bei der kassenärztlichen Vereinigung in deiner Region anrufen, da bekommst du innerhalb von 4 Wochen einen Termin. Das ist gesetzlich sogar so festgelegt (auch mit allen anderen Fachärzten übrigens!).

So, nun aber genug geschrieben 😅, ich sollte ja eigentlich lernen 😬🙈😩...
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute 🍀💚

Nach dem Regen🌧️☔🌧️ kommt die Sonne🌦️🌥️🌤️☀️ und manchmal auch ein Regenbogen 🌈

LG Hanna

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Vielen lieben Dank für deine Antwort :)

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Es ist nicht wirr, sondern ehrlich.
Finde, es hört sich nach Tiefs/Stimmungsschwankungen und auch Überforderung an. Ist es dein erstes Kind?

Hast du die Möglichkeit, etwas nur für dich zu tun? Also, immer mal wieder Zeit nur für dich? Ein schönes Bad nehmen. Einen Kaffee trinken gehen, alleine. Etwas, was dir Freude bereitet. Muss ja nicht den ganzen Tag dauern, halbe Stunde Bad-Ich Zeit tut auch schon gut. Mir hilft es auch, zu meditieren - einfach nur für mich sein und zu atmen. Schau hier mal online, es gibt kostenlose Videos - falls es etwas für dich ist.
Und falls es sich nicht bessert, schauen, warum diese Tiefs immer wieder kommen und woher sie kommen (mit externe Hilfe).

Ich bin gerade frisch Mama geworden, komplett ohne Hilfe (Omas wohnen weit weg bzw zu alt). Mein Mann übernimmt immer mal für 1-2h, der Rest bleibt komplett an mir kleben. Bald kann ich die Kleine mal für einen Spaziergang etc an eine Freundin geben.

Mich frustet diese Rolle als Hausfrau und Mutter manchmal, was schrecklich klingt, denn ich liebe meine Tochter!
Dennoch, ein Leben nur als Hausfrau/Mutter kann sehr fordernd sein. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass es mich in diese Rolle so „umhaut“ und es so an den Nerven zieht - dachte, meine Jobs waren immer sehr fordernd und zeitintensiv.
Gefühlt redet niemand offen über dieses Thema, zumindest höre ich davon von nur von sehr wenigen Frauen (bzw bin ich ja erst 9 Wochen „dabei“).

Fühl dich gedrückt 🌻

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Leider habe ich das seit Kindesalter, nicht erst seitdem meine Tochter auf der Welt ist. Nur fällt es mir extremer auf, seit sie da ist. Weil meine Geduld extrem schnell aufgebraucht ist und so 🙈 Danke für deine Worte!

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Hm mir geht es genauso wie du es beschreibst. Echt jetzt
(mein Baby ist 13 Wochen alt)
Aber ich würde nicht sagen dass es eine Depression ist? Sondern keine Ahnung aber ich würde mich jetzt nicht als depressiv einstufen
Sondern als mega unzufrieden

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Mir geht es schon lange immer wieder so, nicht erst seitdem das Baby da ist.

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Ja ebenso, nur eben seitdem das Baby da ist ist es sozusagen schlimmer (vllt aufgrund des Schlafentzugs und zusätzlichem Stress)

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Wurde ein Hormoncheck bei dir gemacht?
Wurde vorher untersucht, ob die Pille passt?

Pille und hormonelle Verhütungsmittel senken ja bestimmte Hormone, damit es nicht zum Eisprung kommt.
War der Wert vorher schon niedrig, kann es sein, dass es dir vorher schon "nicht gut" ging und jetzt so richtig sch*

Lust auf Süßes kann davon auch kommen.
Vor meiner Periode ging nur noch süß, um irgendwie durch den Tag zu kommen. Viele Stationen später entdeckte die neue Frauenärztin, dass ein Hormonwert bei mir zu niedrig ist. Würde ich die Pille nehmen, würde das den Hormonwert weiter senken und mir noch schlechter gehen.

Zudem kommt die eigentliche Ursache von der Schilddrüse. Der TSH Wert beim Hausarzt ist perfekt. Bei den Blutwerten vom Endokrinologen ist einiges stark auffallend!

Einige Ärzte rieten mir zu Antideprssiva, weil es billger für sie ist (Budget).
Jeah, das würde meine schlechten Werte noch weiter senken und dadurch würde ich so richtig in eine Depression rutschen. Sagten mir inzwischen zwei Ärzte, die auf Abklärung der Schilddrüse bestehen.
Der Clou ist dann auch: geht es mir schlechter würde Antidepressiva erhöht, Werte runter, Depression hoch. Würde ich mir dann was antun, wäre ich das Bild der Depressiven.
Dabei ist die Schilddrüse im Eimer und einige Blutwerte auch.

Die Frauenärztin davor riet mir OHNE Untersuchung dazu, verschiedene Pillen auszuprobieren. Wenn nichts was bringt, würde sie VIELLEICHT mal untersuchen.

Die neue sagte sofort: bei meinen Blutwerten (Hormcheck) darf ich auf keinen Fall hormonell verhüten. Im Gegenteil, ich soll jetzt was nehmen, dass das Gegenteil ist, damit es mir besser geht.

Außerdem kann Vitamin D Mangel Depressive Symptome und Antriebslosigkeit auslösen.

Eisenmangel macht müde und schlapp.


Psychologe kann insofern gut sein, um mal darüber zu reden.
Organisch würde ich einiges abklären lassen!
Und bei Ärzten nichts vom Psychologen sagen. Sonst wird man oft direkt weiter geschoben : anderer Arzt, nicht das eigene Budget.

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Hey, das hört sich schon ein bisschen nach Depression an. Fülle doch mal den epds-fragebogen aus, https://postpartale-depression.ch/de/selbsttest.html. Das ist natürlich keine Diagnose, aber gibt schon mal einen Anhaltspunkt. Ich würde dir auch raten professionele Hilfe in Anspruch zu nehmen, Alles Gute!

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