Hat hier jemand Erfahrungen mit Fructoseunverträglichkeit?

Hi liebes Forum,
meine 11 Jährige Nichte hat immer extreme Bauchschmerzen nachdem sie Obst gegessen hat und nun hat meine Schwester den Verdacht geäußert, dass es ja sein könnte, dass sie die enthaltene Fruktose in den Früchten nicht verträgt. Kennt sich denn jemand damit aus und kann eventuell ein paar Tipps geben, wie man da weiter vorgehen könnte? So eine Fruchtzuckerunverträglichkeit sollte ja wahrscheinlich mal festgestellt werden, bzw. könnte man ja auch einmal versuchen, sich Fructosearm zu ernähren und schauen, ob es besser wird! Würde mich über ein paar Antworten freuen! Danke schon mal!

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Kinderarzt darauf ansprechen
Gastroenterologen aufsuchen
Atemtest.

Vorher: Ernährungstagebuchführen.
Auch Getränke!

Vorteile Diagnose:
1. Ernährungsberatung möglich
2. sinnvolle Ernährungsberatung möglich, weil man dann weiß, was an Diagnosen alles zu beachten ist
3. später weiß sie, was los ist und kann nicht von Ärzten auf Periode vertröstet werden.

Ich habe es selbst. Bis zur Diagnose dauerte es einige Jahre
- ich vermied Obst intuitiv (das reichte den Ärzten, wozu was testen)
- Ärzte schoben es ganz-Zyklus-Zeiräumig auf die Periode, den Zyklus, den Eisprung
- oder Stress (den man laut diesen Ärzten als Erwachsene immer hat)


Ab Diagnose konnte mir eine Ernährungsberatung helfen! Und mich ernst nehmen

Selbst fructosearm ernähren #kratz
gut gedacht, schwer umgesetzt.

Bspw. vertrage ich keine Haferflocken und keine Vollkornprodukte.

In vielen Vollkornprodukten ist ein Färbemittel enthalten (damit es gesund braun aussieht). Na rate mal, was da in hoher Konzentration drin ist #schwitz

Himbeeren gehen super (Obst), Paprika #schwitz no go!

Würde ich von einem offensichtlichen Produkt zu einem vermeintlich besseren switschen (weil ich nicht weiß, dass das da auch drin ist), würde ich meine Schmerzen nie wieder los.

Auch gibt es Kombinationen, wie es besser verträglich ist. Eine Erdbeere auf nüchternen Magen und ich habe Tagelang was davon #schwitz Eine Erdbeere in 1-2 Bechern Naturjoghurt (ungesüßt versteht sich).... geht ganz gut. Bestenfalls, wenn ich an dem Tag schon vollgefressen bin mit Sachen, die ich vertragen habe.

Zahnpasta. #schwitz
Oft besteht eine Sorbit Unverträglichkeit parallel.

Schwierig wird es, wenn es neben Fructose noch Lactose oder andere Unverträglichkeiten gibt.

Auch wichtig wäre auszuschließen, dass der Magen und Darm andere Probleme haben.

Eine Freundin hatte mal ähnliche Symptome. Bei ihr war es eine Gastritis. Selten im Kindesalter. Bis heute verträgt sie viele Obstsorten nicht. Wegen der Säure. Mit Fructose hat sie kein Problem.

Den oft verteufelten Haushaltszucher vertrage ich ganz gut. Zuckerausstauschprodukte können für mich ein No Go sein.


Selbst mit Beratung bleibt oft nur ausprobieren.

Aber es hilft enorm eine Übersicht zu haben. Wann man was ausprobieren kann. Welche Kombinationen günstig/ungüstig sind.

Ernährungstagebuch kann auch helfen: versteckte Fructose zu finden, andere Auslöser aufzuspüren usw.

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Hey, danke vielmals für deine Antwort! Das klingt ja nach einer wirklich ernsten Sache. Es muss auch sicherlich ärgerlich sein, wenn man alles auf den weiblichen Zyklus geschoben bekommt... Dein Erfahrungsbericht ist sehr sinnvoll und ich werde meiner Schwester gleich mal berichten was ich zu lesen bekommen habe. Momentan ist es so, dass meine Nichte mal, so gut es geht, Fructose zu meiden. Also keine Softdrinks, Fruchtsäfte, Obst, Gummibärchen, zahlreiche Cornflakesorten, Müsliriegel uvm. Sie meint es ginge ihr mit der Verdauung schon besser, aber natürlich ist der Verzicht so richtig hart... Wie gehst du denn damit um?

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"Wie gehst du denn damit um? "

Das kommt auf die Tagesverfassung an. #zitter#schein

Die Karrenzzeit war sehr sehr sinnvoll. Wirklich einige Zeit wirklich verzichten. In der Phase habe ich mich hauptsächlich von Milch, Joghurt-Sahnesoße, 1-3 Sorten Salat, weißen Brötchen und Butter ernährt. Nur die Sachen, von denen ich sicher wusste, dass ich sie definitiv vertrage.

So konnte sich mein Bauch erholen.

Danach habe ich langsam begonnen auszuprobieren. Basis täglich und in kleinen Mengen mal ein Stück Obst, Schokolade oder anderes. Wenn es grummelte, dann viel Milchprodukte dazu.

Inzwischen kann ich einigermaßen einschätzen, was geht/etwas mehr geht/was nur als Ausnahme geht.

Bei Feiern, bei denen es sehr viel mit Paprika gibt, esse ich viel von den Beilagen. Alles was helles Mehl ist, geht gut. Gefärbtes Mehl geht gar nicht. Entsprechend kann ich Vollkornprodukte nicht einschätzen. Vieles ist zusätzlich gefärbt, also lass ich die Finger davon.
Alternativ esse ich mich vorher satt und probiere dann Kleinigkeiten.
So stimmt meine Aussage, dass ich keinen Hunger hätte #schein und zum anderen hat mein Bauch dann schon eine gute Grundlage.

Unverträgliches auf einen vollen Magen klappt besser als auf einen leeren. Da ist dann mehr drumherum was auch verdaut werden muss und das verzögert es im für mich Guten #schein

Im Alltag plane ich mir meine Gelüste für das Wochenende ein. Am besten Freitag nachmittag oder Samstag. Sonntag achte ich wieder mehr darauf, was ich besser nicht essen sollte. Also wenn mich mal die Gelüste so richtig erwischen.
Es sei denn natürlich, ich habe einen Ausflug vor. Dann warte ich lieber ein paar Tage.

Es ist gemein und dennoch machbar. Gelüste gibt es eben nach Kalender. Kleinere auch mal während der Woche mittags (vorausgesetzt ich muss nicht noch mal los zum Einkaufen oder zu einem Termin).


Softdrinks nehme ich nur noch als Ausnahme und da dann auch in kleineren Mengen.
So, dass die Gelüste gestoppt sind und so, dass es doch irgendwie geht.

Säfte gut verdünnt und statt einem Liter eben nur ein Glas.
Johannisbeersaft geht z.B. sehr gut, wenn die Qualität stimmt.
Apfelsaft geht so gar nicht.
Aprikosen- oder Kirschsaft geht, wenn er nicht zusätzlich mit Fructose gesüßt ist.

Bei Obst und Süßigkeiten achte ich darauf, dass Haushaltszucker/weißer Zucker drin ist. Alles was mit Zuckeraustauschstoffen ist, vermeide ich.

Gummibärchen sind eine Seltenheit. Eines in der Woche, wenn ich sonst "brav" war. Keine mit Fruchtsaftherstellung! Klingt absurd und ungesund, aber sind besser verträglich.

Schokolade geht, wenn sie normalen Zucker enthält.
Natürlich die ohne Rosinen/Trauben.

Bei Obst achte ich auf die Sorten, die ich vertrage. Himbeeren, Brombeeren, bisschen Aprikose, bisschen Kirsche, bisschen Kiwi, Mandarine.
Hier lasse ich weg, was "voll reinhaut": Banane, Birne, Trauben, Erdbeeren, Paprika.

Auch ob roh oder gekocht ist unterschiedlich.

Bei Fertigprodukten lese ich immer die Liste durch. In einer Tomatenpastete kann es vorkommen, dass fast keine Tomate drin ist, dafür fast nur Paprika.
Auf Bildern mit Kirschen und Zitronen ist oftmals Apfelsaft, Bananensaft und Birne drin. Von Kirsche und Zitrone nur das Aroma. #zitter

Wenn ich unsicher bin (nach dem Lesen), aber dennoch Gelüste darauf habe, dann probiere ich in kleinen Mengen oder frage Freunde, ob ich mal probieren darf, wenn sie das Produkt schon kennen. Natürlich nicht von deren Teller, sondern in einer Mini-Portion auf eigenem Teller.

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Ich kann bzw. muss mit den Erfahrungen mit Fructoseunverträglichkeit beim Nachbarskind. Bei ihm hat es mit den Symptomen wie von himbeermarmelade beschrieben begonnen und nach Untersuchungen beim Kinderarzt sowie beim Gastroenterologen hat sich der Verdacht bestätigt. Daher bedanke ich mich auch bei der Vorposterin für deren sehr ausführlichen Tipps, die ich gerne weitergeben werde. Allerdings ist es meines Erachtens schwer, sich immer an dieser Diät zu halten. Ich weiß noch aus meiner Schulzeit, da hätte eine Klassenkameradin spezielle Vorgaben gehabt und sie hat trotzdem bei uns mit gegessen. Und bei Feiern usw. ist es auch nicht so einfach.

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"Diät" also ganz ohne, wurde mir gesagt, solle man nur am Anfang machen, damit der Körper beschwerdefrei sein kann um sich erst mal zu erholen.

Nach dieser Karrenzzeit kann man sich dann langsam durchprobieren.

Bei Fructose gibt es auch nicht DAS Lebensmittel, das geht und DAS das nicht geht.
Häufig unverträglich sind Bananen, Birnen, Weintrauben, Paprika.

Jedoch kann man da individuell gegensteuern. In meinem Fall mit Milch, Sahne, Joghurt. Das geht mit zusätzlicher Lactose-Intoleranz nicht.

Manche vertragen keine Kiwis. Ich inzwischen schon.
Dafür vertragen andere einigermaßen Vollkornprodukte (bei mir NoGo).

Auf Marmeladen reagiere ich sehr oft. Frische Himbeeren sehr gut. Als Beispiel. Viele Marmeladen habe z.B. Fruchtzucker zugesetzt. Fertigmüslis gehen bei mir besser, als frische (wegen Haferflocken). Wobei die Fertigmüslis auch sehr unterschiedlich sind.


Die Diät soll erst mal eine Freiheit schaffen, um sich dann wie beschrieben durchzuprobieren.
Gekochtes Gemüse vertrage ich anders, als rohes. Das konnte ich aber nur herausfinden, als ich es langsam wieder anging.

Getränke dabei nicht vergessen.

Ja, bei Feiern ist es schwierig. Mein Vorteil ist, dass ich mich an Rührkuchen halten kann. Das ist zwar mit Zucker, aber ohne Obst.
Defitiges finde ich schwieriger, weil sehr häufig Paprika dabei ist.

Seit ich weiß, was ich (persönlich) vertrage, ist es für mich bei Feiern einfacher. Als Kind hatte ich Angst vor Obstkuchen und alles was nach Obst aussah, auch vor fast allen Gemüsesoßen. Jetzt, da ich es einigermaßen weiß, halte ich mich an meine Erfahrungen

und an meine Vorbereitung. Vor Festen trinke ich mehr Milch und halte die Tage vorher etwas mehr "Diät". Denn die Menge macht es bei mir mit. Täglich bestimmtes Obst wäre ein No Go. Manches geht gar nicht, manches einmal in der Woche, manches mit guter Vorbereitung auch mal im Monat.
Wenn ich Limo weglasse und MIlch angeboten bekomme, geht auch ein Stück Obstkuchen oder auch mit Sahne. Wenn ich Genuss auf Limo habe, esse ich weniger Kuchen und halte mich später eher ans Deftige (ohne Paprika). Mit Fleisch und Kohlenhydrate-Beilagen werde ich auch satt. Je mehr davon, desto eher kann ich auch Gemüsesoße nehmen, von der ich es nicht genau weiß.

Zähne putzen mache ich auf vollen Magen oder Minimum morgens Milch, da ich ungern frühstücke. Auf nüchternen Magen Zähne putzen #schwitz Da reicht schon die Menge, die über den Speichel in den Bauch gelangt. Bei mir.

Wie ich das am geschicktesten angehe, Tipps was eher/weniger verträglich sind, Zeiträume und so, hat mit die Ernährungsberatung gesagt. Zusammen mit Mut mich wieder an neues heranzuwagen.

Strenge Diät kenne ich eher von Zöliakie und lebensbedrohlichen Allergien mit Schocks.

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Hallo! Obst in verbindung mit Milchprodukten zu sich nehmen, geht auch bei Laktoseintoleranz. Man muss halt die laktosefreien Produkte nehmen.
Dein Tip, Obst mit Milchprodukten zu essen, hat mir nämlich sehr geholfen und ich esse meine täglich "Pflichtobst"-Menge mit laktosefreien Joghurt.

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Hallo
Fruchtzucker weglassen ist wirklich kompliziert. Du müsstest dem Kind alles verbieten was süß ist.

Die Hinweise von Zahnfee sind super. Probiert das.

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Zahnweh

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Na ja, das Fruchtzucker weglassen ist kompliziert... Allerdings nicht, weil man dem Kind alle Süßigkeiten verbieten muss... Diese können auch Rübenzucker und dergleichen enthalten.

@himbeermarmelade: Na ja sie schauen zuhause schon darauf, dass sich das Kind so gut es fructosearm ernährt. Aber das ist kein Muss, weil sie Kapseln, die gegen die Fructoseunverträglichkeit helfen, zuhause haben.

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Am besten findet man so etwas heraus, indem man zum Arzt geht und sich testen lässt. Dann hat man die Gewissheit! Ich würde zusätzlich noch empfehlen ein Tagebuch zu führen und darin alles aufzuschreiben, was sie zu sich nimmt und wie sich die Schmerzen dabei entwickeln. Wenn die Schmerzen nur bei Fruktosehaltigen Speisen auftreten, dann wisst ihr Bescheid und könnt die Ernährung dementsprechend umstellen.

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