In der Mitte des dritten Trimesters werden die Bewegungen deines Babys weniger. Keine Sorge, das ist normal! In der 31. Schwangerschaftswoche hat es schlicht keinen Platz mehr für große Turnübungen. Dein Bauch wird derweil so groß, dass du deine Füße kaum noch sehen kannst. Im Sommer steigen Schwangere nun auf Ballerinas um, während Wintermütter den werdenden Papa um Hilfe beim Stiefelanziehen bitten. Der muss sich jetzt um den Antrag für die Elternzeit kümmern. Nur eine Woche ist das Zeitfenster für die Papas. Falls ihr noch nicht bei der letzten großen Vorsorgeuntersuchung wart, ist es höchste Zeit für einen Termin. Bis zur 32. SSW kann die werdende Mutter den wichtigen Check als Kassenleistung durchführen lassen. Noch 9 Wochen bis zum großen Tag.

Die wichtigsten Daten zur 31. Schwangerschaftswoche

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Größe: Dein Baby ist in der 31. SSW ungefähr so groß wie ein Rotkohlkopf (41 – 43 cm Scheitel-Ferse-Länge).

Gewicht: Der Fötus wiegt in Schwangerschaftswoche 31 zwischen 1500 und 1600 Gramm.

Noch 9 Wochen bis zur Geburt!

Und wieder wiegt dein Baby zwei Tafeln Schoki mehr! Unglaublich, wie schnell dein Kleines sich gegen Ende der Schwangerschaft seinen Babyspeck zulegt. Bis zur Geburt wird es sein Gewicht noch einmal verdoppeln. Sein Kopfumfang beträgt jetzt knapp 300 mm und wird noch auf rund 330 mm wachsen. Dass er dennoch gut durch den Geburtskanal passt, hat auch damit zu tun, dass der Schädel des Babys noch aus mehreren Platten besteht. Sie können sich bei der Entbindung gegeneinander verschieben.

Die Entwicklung deines Babys in der 31. Schwangerschaftswoche

In der 31. Schwangerschaftswoche hat dein Kind im Falle einer vorzeitigen Geburt sehr gute Chancen zu überleben. Das liegt besonders an der, mit jeder Schwangerschaftswoche zunehmenden, Lungenreife. Das Surfactant, eine oberflächenaktive Substanz, die das Verkleben der Bronchien verhindert, erfüllt seine Aufgabe in dieser Entwicklungsphase schon sehr gut und wird nun in größeren Mengen produziert. Die Lungen können sich nun vollständig entfalten. Ob dein Schatz jedoch schon ganz allein atmen könnte, ist in SSW 31 noch ungewiss. Würde sich jetzt eine Frühgeburt ankündigen, würde man in jedem Fall noch eine Lungenreifung spritzen, um die Entwicklung der Lungen weiter anzuregen. Auch eine Unterstützung durch Sauerstoffzufuhr über die Nase (CPAP-Beatmung) kann nach einer Frühgeburt in dieser SSW notwendig sein - eine Intubation über die Luftröhre jedoch nicht mehr.

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In deiner Gebärmutter wird es nun immer enger für dein Kleines. Kein Wunder, bei der rasanten Gewichtszunahme im letzten Trimester. Auch du wirst spüren, dass das Baby weniger Platz zum Drehen und Strampeln hat und nicht mehr frei im Fruchtwasser schwimmt. Viele Schwangere vermissen die regelmäßigen Tritte und machen sich Sorgen, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. In der Regel ist es aber völlig normal, dass das Ungeborene in den kommenden Schwangerschaftswochen zwangsläufig ruhiger wird. Statt ausholende Bewegungen zu machen, nimmt es jetzt wieder eine Embryonalstellung ein und verlegt sich auf platzsparende Greifübungen. Und zwar sowohl mit seinen Händchen als auch mit den Füßen. Ein Relikt aus der menschlichen Evolution. Denn die kleinen Affenbabys brauchten kräftige Hände und Füße, um sich in Mamas Fell festkrallen zu können. Hast du dennoch ein komisches Gefühl, weil es jetzt so ruhig ist in deinem Bauch, gehst du am besten zum Arzt oder fragst deine Hebamme.

Gegen Ende des 8. Monats pendelt sich bei deinem Kind ein Schlaf-Wach-Rhythmus ein. Der ist natürlich auch von deinem anhängig. Häufig werden die Babys nach den Mahlzeiten besonders aktiv. Die zugeführte Energie wird gleich in Bewegung umgesetzt. Auch auf Berührungen und die Stimmen von Mama und Papa reagiert dein Baby. Vielleicht nimmst du dir zu einer bestimmten Zeit vor, deinem Schatz etwas vorzusingen oder ihm etwas zu erzählen. Oder Papa übernimmt das. So fördert ihr die Bindung schon in der Schwangerschaft und euer Krümel lernt eure Stimmen noch besser kennen.

Der zunehmende Platzmangel ist für dein Baby übrigens nichts Negatives. Es mag die Begrenzung durch die Gebärmutterwand. Auch nach der Geburt finden es Säuglinge schön, wenn man sie fest einwickelt oder hält. Das erinnert sie an die Zeit in Mamas Bauch und schenkt ihnen Geborgenheit.

In der 31. Schwangerschaftswoche befinden sich die meisten Babys schon in der besten Geburtsposition. 25 Prozent haben sich noch nicht mit dem Kopf nach unten orientiert. Aber auch wenn die Drehung von Woche zu Woche schwieriger wird, ist sie noch möglich. Sie braucht nur mehr Energie.

Dein Körper in der 31. Schwangerschaftswoche

In der 31. SSW ist vielleicht auch bei dir der Tag gekommen, an dem du deine Füße nicht mehr sehen kannst. Der Bauch ist nun so groß, dass er im Stehen die Sicht nach unten versperrt. Leider beeinträchtigt deine schöne Kugel nicht nur den Blick, sondern schränkt dich auch in deiner Beweglichkeit ein. Wenn du weiterhin Schnürschuhe tragen willst, musst du dir langsam kleine Hilfsmittel zurechtlegen. Stell einen Fuß auf einen Hocker oder eine Treppenstufe. Dann musst du dich nicht so tief bücken. Oder noch besser: Steig im Sommer einfach auf flache Ballerinas oder Pantoletten um. In die kannst du einfach reinschlüpfen.

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Neben der Zunahme von Bauchumfang und Gewicht, plagen werdende Mamas in SSW 31 die bereits bekannten Schwangerschaftsbeschwerden wie Kurzatmigkeit, Kreislaufbeschwerden und geschwollene Füße. Dein Körper bereitet sich nun immer mehr auf die bevorstehende Geburt vor. Die Übungswehen kommen nun häufiger vor. Bitte nicht erschrecken, wenn die sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen bei dir zum ersten Mal auftreten. Wenn sie nicht regelmäßig und von starken Schmerzen und Blutungen begleitet auftreten, handelt es sich nicht um vorzeitige Wehen. Versuch einmal, deine Position zu verändern oder dich einfach etwas zu bewegen. Übungswehen lassen dann schnell wieder nach, echte Geburtswehen nicht.

Auch in der 31. SSW findet über die Nabelschnur ein verstärkter Austausch von Antikörpern und Nährstoffen statt. Dazu ist die Plazentaschranke, die den mütterlichen Blutkreislauf von dem des Babys trennt, jetzt durchlässiger als in den ersten Dritteln der Schwangerschaft. Was gut für die Entwicklung des kindlichen Immunsystems ist, hat auch einen Nachteil. Wird Mama jetzt krank, können die Erreger im Blut der Schwangeren nun auch leichter bis zum Ungeborenen vordringen. In den letzten Wochen deiner Schwangerschaft ist es also besonders wichtig, dass du schnell zum Arzt gehst, wenn du dich nicht fit fühlst. Die schnelle Behandlung einer Infektion schützt dich und dein Baby.

Auch deine Brüste bereiten sich weiter auf den kleinen Neuankömmling vor. In der 31. SSW tritt bei dir vielleicht zum ersten Mal die Vormilch aus. Das sogenannte Kolostrum ist für dein Baby die erste Mahlzeit nach der Geburt. Danach verändert sich die Zusammensetzung der Muttermilch. Wenn bei dir mehr als ein paar Tropfen der Flüssigkeit austreten, kannst du deine Kleidung mit Stilleinlagen schützen. Mach dir keine Sorgen, falls bei dir noch nichts von der Vormilch zu sehen ist. Bei einigen Frauen tritt sie erst kurz vor oder nach der Entbindung zum ersten Mal aus. Überhaupt machen die Brüste in der 31. SSW eine Veränderung durch: Sie sind noch voller und fühlen sich deutlich schwerer an. Der Warzenvorhof wird bei vielen Schwangeren dunkler. Durch die erhöhte Durchblutung treten die Venen stärker hervor. Auch die Talgdrüsen rund um den Warzenhof vergrößern sich. Beim Stillen sind sie später für den Luftabschluss zwischen der Brustwarze und dem Mund des Babys wichtig.

 

Typische Schwangerschaftsbeschwerden in der 31. Schwangerschaftswoche:

Kopfschmerzen

Natürlich sind Kopfschmerzen keine Beschwerden, unter denen nur Schwangere leiden. Aber sie kommen gerade zum Ende der Schwangerschaft häufiger vor. Der Auslöser ist oft eine Überanstrengung. Also: Pause! Füße hoch, etwas Minzöl in die Schläfen massieren, ein großes Glas Wasser trinken und dann eine Weile mal nichts tun.

Kurzatmigkeit

Das kennst du vermutlich schon: Baby und Gebärmutter wachsen auch im 8. Monat in Richtung Zwerchfell und nehmen deiner Lunge ihre Entfaltungsmöglichkeit. Auch da helfen nur viele Pausen und eine dosiertere Bewegung. Aber dafür brauchst du keine Anleitung. Wenn die Luft knapp wird, wirst du automatisch in kleinen Etappen die Treppe zur Wohnung oder zur Arztpraxis erklimmen. Die gute Nachricht: Schon vor der Geburt ist Besserung in Sicht. Denn wenn sich das Kind in Richtung Becken senkt, haben deine Organe wieder mehr Platz.

Schwindel

Schnelles Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen ist jetzt keine gute Idee. Immer schön langsam! Sonst kann dein Herz die größere Blutmenge nicht so schnell bis ins Gehirn pumpen. Also aus dem Liegen erst hinsetzen und eine Minute warten. Dann langsam aufstehen und dem Körper wieder kurz Zeit geben. Frauen, die auch im dritten Trimester regelmäßig leichten Sport treiben, haben übrigens weniger Kreislaufprobleme.

Das kannst du für dich und das Baby tun

Trinken, trinken und nochmal trinken!

Ja, wir sagten es schon. Sorry! Aber trinken ist in der Schwangerschaft wirklich ein Allround-Mittel. Es hilft gegen Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Krampfadern, Verstopfung, Wassereinlagerungen und verbessert die Hautelastizität. Stell dir am besten deine Tagesration in die Küche. Deine Challenge: abends muss sie geleert sein!

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Füße, hoch, Füße hoch, Füße hoch!

Noch so ein Allrounder. Dein Körper leistet in der Schwangerschaft eine ganze Menge. Wenn du in dieser SSW auch noch arbeitest, parallel Formalitäten für Babys Ankunft erledigst und die Erstausstattung shoppst, bist du sicher oft an einer körperlichen Grenze. Also: Pause und Füße hoch! So oft du magst, aber mindestens so häufig du es brauchst.

Sport, Sport, Sport!

Du musst im dritten Trimester keine sportlichen Höchstleistungen vollbringen. Aber regelmäßig Yoga, Schwimmen oder Schwangerengymnastik tun dir und deinem Kind jetzt einfach gut. Und zwar nicht nur durch die Bewegung. Beim Sport vergisst du auch den Alltag und konzentrierst dich nur auf dich selbst.

Welche Untersuchungen stehen in der 31. SSW an?

In der 31. und 32. Schwangerschaftswoche kannst du noch den Termin für die sechste Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen. Oft wird er mit dem dritten großen Ultraschall kombiniert. Während die Eltern ihrem Krümel bei seinen Greifübungen oder beim Daumenlutschen zusehen, konzentriert sich der Arzt auf den Entwicklungsstand des Babys, die Fruchtwassermenge und die Lage der Plazenta. Sie ist wichtig, wenn du dir eine natürliche Geburt wünschst. Diese ist nur dann möglich, wenn die Plazenta nicht vor dem Muttermund liegt und so den "Ausgang" versperrt. Ist das der Fall spricht der Mediziner von einer Plazenta praevia. Verdeckt der Mutterkuchen vollständig den Muttermund, muss das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden. Bei einer teilweisen Überlagerung ist – je nach Fall – häufig noch eine natürliche Geburt möglich.

Falls du dir in Bezug auf die Übungswehen unsicher bist, kann dein Arzt auch ein CTG machen. Mithilfe des Wehenschreibers kann er erkennen, ob du schon echte Geburtswehen hattest. Er erklärt dir auch nochmal, wie du die harmlosen Übungswehen von einer drohenden Frühgeburt unterscheiden kannst.

Ultraschallbilder aus der 31. Schwangerschaftswoche

Im Ultraschall könnt ihr in dieser SSW sehen, ob euer Kind schon mit dem Kopf nach unten liegt. Außerdem misst der Arzt anhand unterschiedlicher Parameter die genaue Größe eures Zwergs. Macht euch keine Sorgen, wenn er nicht auf der Normkurve liegt. In der 31. Woche zeigt sich schon, dass das Ungeborene ein Individuum ist. Es gibt zarte, etwas kleinere und richtige Wonneproppen. Vergesst nicht, nach einem Ausdruck des Ultraschallbilds zu fragen. Die wertvolle Erinnerung aus dieser SSW bekommt sicher einen besonderen Platz in eurem Babyalbum.

Medizinerlatein: Geburtsplan

Man kann im Leben viel in die Hand nehmen und vorausplanen, aber eine Geburt? Das mag sich für den Laien zunächst etwas absurd anhören. Wenn nicht ein Kaiserschnitt notwendig ist oder gewünscht wird, bestimmt doch das Kind, wann es kommt. Was will man da planen?

Natürlich bestimmt die Natur den Großteil des Geschehens. Dennoch kannst du in einem persönlichen Geburtsplan die Rahmenbedingungen der Entbindung festlegen. Und das ist auch sinnvoll, damit deine Geburtshelfer auch in deinem Sinne handeln, wenn dir zwischen zwei Wehen gerade nicht nach reden ist. In diesem Plan legst du zum Beispiel Folgendes fest:

  • Welche Geburtsposition möchtest du einnehmen (Wassergeburt, aufrecht)?
  • Wer begleitet dich?
  • Möchtest du möglichst eine ambulante Geburt?
  • Möchtest du Schmerzmittel bekommen (und wenn ja, welche)?
  • Kommt für dich eine PDA in Frage?
  • Sollen wehenhemmende oder -fördernde Mittel verabreicht werden?
  • Soll die Nabelschnur auspulsieren?
  • Soll dein Baby nach der Geburt auf deinen Bauch gelegt werden? Oder soll es direkt angelegt werden?
  • Möchtest du dein Baby gerne stillen?
  • Was ist bei einem Kaiserschnitt? Möchtest du eine Vollnarkose oder eine PDA?
  • Welche Rolle soll der Partner in diesem Fall spielen? Soll/will er dabei sein?
     

Wenn du alles mit deiner Hebamme besprochen und aufgeschrieben hast, kommt der Geburtsplan in deine Kliniktasche. Vergesst nicht, ihn beim Einchecken in der Klinik dem Personal auszuhändigen.

Gut zu wissen

  • Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt dein Mutterschutz, genauer gesagt die Schutzfrist vor der Entbindung, denn unter den Begriff Mutterschutz fallen auch andere Schutzmaßnahmen, die dich und dein Baby während der gesamten Schwangerschaft schützen. Erkundige dich spätestens jetzt, welche Unterlagen dein Arbeitgeber von dir braucht und informiere ihn über den voraussichtlichen Geburtstermin.
     
  • Wer betreut euer Kind nach der Elternzeit? Die Frage erscheint euch jetzt vielleicht etwas verfrüht. Ist sie aber nicht. Zum einen solltet ihr euch als Paar einfach Gedanken machen, wie ihr die Betreuung unter euch aufteilt. Und zum anderen gibt es Kita-Plätze leider immer noch nicht wie Sand am Meer.
     
  • Werdende Papas haben erst acht Wochen vor der Elternzeit einen besonderen Kündigungsschutz. Sieben Wochen vorher muss aber der Antrag beim Arbeitgeber gestellt werden. Wenn der Vater direkt nach der Geburt in Elternzeit gehen will, um die erste Zeit mit seiner Familie zu genießen, läuft jetzt der Countdown!

 

Quellen:

Imlau, Nora und Sabine Pfützner 2018: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach, Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.

Blohmer, Jen-Uwe, Matthias David, Wolfgang Henrich und Jalid Sehouli (Hg.): Charité Kompendium Gynäkologie, Berlin 2018.

Kainer, Franz und Annette Noldfen: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche, München 2018.

www.frauenaerzte-im-netz.de

 

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