11. SSW – Das Baby hat all seine Sinne beisammen

In dieser Woche deiner Schwangerschaft entwickeln sich die äußeren Geschlechtsorgane. Auch wenn er es schon sieht, darf dein Arzt jetzt noch nicht verraten, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Die Sinne machen ebenfalls einen enormen Entwicklungssprung. Den Geschmackssinn testet dein Baby jetzt schon und probiert hin und wieder einen Schluck Fruchtwasser. Dir ist zwar weniger übel, dafür kommen anderen Beschwerden hinzu. Die Freude auf euer Baby überwiegt, aber die Sorge ist immer im Hinterkopf. Zeit, sich mit dem Partner über die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik zu unterhalten. Was wollen wir wissen und wie würden wir mit schlechten Nachrichten umgehen? Elternwerden ist gar nicht so einfach, oder? Lest, was in der 11. Schwangerschaftswoche wichtig ist für Mama und Baby.

Die wichtigsten Daten zur 11. Schwangerschaftswoche

Foto: © <a href=http://www.doktor-meier.de>Dr. Hubert Meier</a>

Größe: Dein Baby ist in der 11. SSW etwa so groß wie eine Pflaume (3,4 – 4 cm Scheitel-Steiß-Länge (SSL)).

Gewicht: Der Fötus wiegt in der 11. Schwangerschaftswoche zwischen 8 - 15 Gramm.

Noch 29 Wochen bis zur Geburt!

Gegen Ende des 1. Schwangerschaftsdrittels ist euer Kleines schon wieder einen Zentimeter länger. Mit knapp 4 Zentimetern SSL ist der Fötus etwa so groß wie eine Pflaume. Er nimmt nun immer schneller an Größe und Gewicht zu. Erinnert ihr euch? Auf unserer Obst- und Gemüseskala war der Embryo in SSW 5 mit 2 mm nur so groß wie ein Leinsamenkorn. In nur eineinhalb Monaten hat der Fötus sein Gewicht verzwanzigfacht. Da ist es kein Wunder, dass auch dein Körper gerade Schwerstarbeit leistet. Die hormonelle Umstellung und das Wachstum von Gebärmutter und Plazenta kosten einfach Kraft. Gut, dass jetzt wenigstens die Symptome der Frühschwangerschaft zurückgehen. Die meisten Frauen fühlen sich jetzt weniger müde, und übel ist ihnen auch seltener. 

Die Entwicklung deines Babys/Fötus in der 11. Schwangerschaftswoche

120 bis 160 Mal schlägt es pro Minute: Das kleine Herz ist doppelt so schnell wie dein eigenes. Zwar sind die Herzkammern als Struktur schon angelegt, die Trennwände bilden sich jedoch erst nach der Geburt fertig aus. Die Lungen sind in der 11. SSW zwar ausgebildet, funktionieren aber erst nach der Geburt, wenn dein Baby seinen ersten Atemzug tut. In der Zwischenzeit wird das Kind über die Nabelschnur mit sauerstoffhaltigem Blut versorgt. Turnen kann das Kleine dagegen schon jetzt. Seine munteren Purzelbäume im Fruchtwasser sind für dich aber noch nicht zu spüren.

Die Turnübungen helfen dem ungeborenen Kind auch bei der Entwicklung der Muskeln und des Gehirns. Jede Bewegung ist eine Erfahrung, die es stimuliert und strukturiert. In jeder Minute entstehen tausende von neuen Nervenbahnen. In der 11. Schwangerschaftswoche bilden sich auch die ersten Geschmacksnerven. Was es wohl schmeckt, wenn das Baby jetzt schon regelmäßig den Mund öffnet und etwas Fruchtwasser schluckt?

Auch die anderen Sinne des Babys entwickeln sich stetig weiter. Nase und Mund sind nun miteinander verbunden, Innen- und Mittelohr reifen heran, während die Ohren langsam ihre richtige Position an der Seite des Kopfes erreichen. Die Netzhaut entwickelt sich. Der optische Nerv wird seine Aufgabe aber erst später übernehmen.

Auch die Haut des Fötus wird langsam fester und dicker und entwickelt unter der Oberfläche Haarfollikel. Auch Finger- und Fußnägel beginnen in der 11. SSW zu wachsen und die bisher weiche Knorpelmasse des Skeletts beginnen zu verknöchern.

Und was wird es nun? Etwas Geduld müsst ihr noch haben. Zwar bilden sich in dieser Phase der Schwangerschaft die Geschlechtsmerkmale aus, den ganz leicht vorstehenden Penis zu erkennen gleicht aber selbst für erfahrene Ärzte einem Lotteriespiel. Vor Ende der 12. SSW wird sich daran kein seriöser Arzt beteiligen. Und auch danach ist die Aussage noch nicht besonders sicher. In der Regel wird das Geschlecht eures Babys daher erst bei der zweiten regulären Ultraschalluntersuchung zwischen der 19. und 22. Woche verkündet. Natürlich nur, wenn ihr es überhaupt wissen wollt.

Dein Körper in der 11. Schwangerschaftswoche

Deinem Bauch sieht man noch nicht an, dass du schwanger bist? Das ist völlig normal. Im ersten Drittel der Schwangerschaft nimmst du nur ein bis drei Kilo zu. Uterus und Blutvolumen haben dabei den größten Anteil. Außenstehende werden den Unterschied kaum bemerken oder ihn als normale Gewichtszunahme nach einer Sportpause oder einem Urlaub mit guter Küche verbuchen. Es gibt auch werdende Mütter, die im ersten Drittel der Schwangerschaft sogar abnehmen. Das kann der Fall sein, wenn du unter extremer Morgenübelkeit gelitten hast und dich häufig übergeben musstest. Besprich den Gewichtsverlust in diesem Fall besser mit deinem Gynäkologen. Für alle anderen gilt: Der Bauch kommt noch früh genug. Wenn du gegen Ende der Schwangerschaft deine Füße nicht mehr sehen kannst, wünscht du dir vermutlich, er wäre wieder so flach wie in der 11. SSW.

Die Übelkeit wird in den nächsten Wochen übrigens immer mehr zurückgehen. Endlich! Leider gilt das nicht für die anderen Symptome deiner Schwangerschaft.

Typische Schwangerschaftsanzeichen in der 11. Schwangerschaftswoche:

Foto: © iStock, miodrag ignjatovic

Heißhungerattacken

Fette Torten, Hamburger oder Unmengen Spaghetti Bolognese? Heißhungerattacken sind so individuell wie deine Schwangerschaft. Die einen haben plötzlich Appetit auf Süßes, obwohl sie sonst eher wenig Schoki essen, die anderen brauchen unbedingt etwas Deftiges. Warum Schwangere diese Gelüste haben, ist immer noch unerforscht. Die Wissenschaft vermutet aber, dass sich der Körper auf diese Weise das holt, was das Baby für seine Entwicklung braucht. Solange es nicht täglich ist, dürft ihr zwei euch also ohne schlechtes Gewissen die Triple-Schoko-Torte vom Bäcker einverleiben. Ansonsten gilt: Mit einer möglichst ausgewogenen und gesunden Ernährung geht’s euch am besten. Bereite dir am besten schon morgens Obst- und Gemüseschnitze vor. So kannst du mancher Heißhungerattacke vorbeugen.

Sodbrennen

Ihr müsst häufiger aufstoßen und verspürt dabei ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein? Dabei handelt es sich um Sodbrennen. Auch bei diesem Symptom spielen die Hormone eine Rolle. Denn auch der Schließmuskel des Magens wird durch die Schwangerschaftshormone gelockert und dichtet den Übergang von Magen und Speiseröhre nicht mehr richtig ab. Steigt Magensäure in die Speiseröhre auf, verursacht dies Sodbrennen.

Harndrang

Ihr müsst jetzt vielleicht häufiger auf die Toilette. Auch das ist typisch für die fortschreitende Schwangerschaft. Denn die Gebärmutter wächst stetig und drückt auf die Blase. Es ist also kein Wunder, dass Schwangere bald alle öffentlichen Toiletten genauestens lokalisieren können. Denn wie ihr euch vorstellen könnt, wird diese Schwangerschaftsbeschwerde euch nicht so einfach verlassen wie die anfängliche Übelkeit.

Warme Füße

Und jetzt mal eine gute Nachricht (zumindest für Winterschwangere): Schwangere leiden selten unter kalten Füßen! Die Zunahme des Blutvolumens hat den Nebeneffekt, dass eure Hände und Füße sich wärmer anfühlen. Leider kann die Zirkulation der größeren Blutmenge auch zu Herzrasen führen. Diese Nebenwirkungen treten allerdings eher im letzten Trimester auf, wenn der Uterus auf die große Hohlvene im Bauchraum drückt und den Blutfluss stört. Damit dein Körper weiterhin genug Blut für zwei produzieren kann, ist viel Flüssigkeit wichtig. Und regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft sorgen für den notwendigen Sauerstoff.

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Mutterschutz

Wenn es keine Komplikationen gibt und du dich fit fühlst, kannst du ganz normal zur Arbeit gehen. Wenn das erste Trimester dann am Ende von SSW 12 vorbei ist, wirst du sicher Verwandten und Freunden von deiner Schwangerschaft erzählen. Ob der Arbeitgeber es auch schon wissen muss, ist deine Sache. Es kann aber sinnvoll sein, ihn schon früh einzuweihen. Nämlich dann, wenn du auch nachts oder am Wochenende arbeiten musst oder einer körperlich anstrengenden Arbeit nachgehst. Sobald der Arbeitgeber von deinem Zustand weiß, tritt das Mutterschutzgesetz in Kraft und er muss dafür sorgen, dass deine Arbeit die Schwangerschaft nicht gefährdet.

Intimpflege

Die Schwangerschaft verändert dein Scheidenmilieu. Der ph-Wert steigt. Keime können in dieser übersäuerten Umgebung besser gedeihen. Leider können Scheideninfektionen für Früh- und Fehlgeburten verantwortlich sein. Was tun? Regelmäßig mit speziellen Waschlotionen für Schwangere waschen und auf anderen Seifen oder Duschgels verzichten. Außerdem empfehlen Frauenärzte leichte Baumwollslips und Slipeinlagen ohne Plastik. Mit ph-Teststreifen aus der Apotheke kannst du dein Scheidenmilieu selbst überprüfen.

Das kannst du jetzt für dich und dein Baby tun

Alles, was dir auch sonst guttut, hilft dir auch in der Schwangerschaft, entspannt und gesund zu bleiben. Während uns der innere Schweinehund aber häufig von Sport, frischer Luft und gesunder Ernährung abhält, gibt es jetzt keine Ausreden mehr. Denn der kleine Mitbewohner flüstert dir täglich zu: Beweg dich, isst was Gesundes, geh mal spazieren, Mami! Ich brauch das jetzt und du auch! Wer kann dazu schon Nein sagen?

Sportspaß

Der beste Sport in der Schwangerschaft? Der, der dir Spaß macht und das Baby nicht gefährdet. Während Skifahren, Reiten, Ballsportarten, Klettern und Extremsport ein paar Monate Pause einlegen, dürft ihr euch bei allem anderen nach Herzenslust austoben. Schwimmen, Yoga, leichtes Joggen oder Radfahren sind die beste Geburtsvorbereitung. Ihr haltet den Kreislauf in Schwung, baut Muskeln auf, dehnt Sehnen und Bänder und beugt Rückenschmerzen und Schwangerschaftsdiabetes vor.

Haarpracht

Gehörst du auch zu den Glücklichen, bei denen Haare und Nägel durch den angeregten Stoffwechsel schneller wachsen? Klasse! Vielleicht hat dein Friseur eine Idee, was man mit der neuen Haarpracht machen kann. Eine neue Frisur für einen neuen Lebensabschnitt – warum nicht?

Sexpause

Dein Partner möchte dir jetzt besonders nah sein und hat Lust auf Sex, nur du leider so gar nicht? Das ist im ersten Trimester auch kein Wunder. Übelkeit, Verstopfung und Müdigkeit sind ja auch keine guten Voraussetzungen für unbändige Leidenschaft. Im zweiten Trimester sind die Beschwerden der Frühschwangerschaft fast verschwunden. Viele Frauen fühlen sich mit ihrem wachsenden Bauch sogar besonders sexy und entwickeln wieder Lust auf mehr intime Zweisamkeit.

Welche Untersuchungen stehen in der 11. SSW an?

Die erste Vorsorgeuntersuchung liegt vermutlich schon hinter dir. Dabei hat dein Frauenarzt dich und deinen Partner auch über die Verfahren der Pränataldiagnostik aufgeklärt. In den kommenden Wochen gibt es eine ganze Reihe von frühen Diagnose-Möglichkeiten, mit denen das Ungeborene auf mögliche Erbkrankheiten, Fehlbildungen oder Chromosomen-Anomalien getestet werden kann, wenn ihr das wünscht. Gerade ältere Frauen sorgen sich, ob ihr Kind eine Behinderung wie die Trisomie 21 (Down-Syndrom) haben könnte. Wenn ihr euch für einen Bluttest, das Ersttrimester-Screening oder eine Chorionzottenbiopsie entscheidet oder euer Arzt euch zu einem dieser Verfahren geraten hat, ist jetzt der beste Zeitpunkt (10. – 14. SSW).

Pränatale Diagnostik in der Frühschwangerschaft

Bluttest

Der Bluttest ist ein nicht-invasives Verfahren der pränatalen Diagnostik. Dabei wird der Mutter Blut aus der Armvene abgenommen. Das mütterliche Blut enthält DNA-Bruchstücke des Babys. Im Labor wird die isolierte kindliche DNA je nach Anbieter und Testverfahren auf unterschiedliche Chromosomenfehlverteilungen untersucht. Die Ergebnisse haben mit 99 Prozent eine sehr hohe Sicherheit. Auf das Ergebnis müsst ihr zwischen zwei und zehn Tagen warten. Die Kosten der pränatalen Untersuchung (130 – 300 Euro) tragen die Eltern selbst. Bis zur 20. SSW ist ein Bluttest sinnvoll. Gut zu wissen: Eine Fehlbildung der Organe oder einen offenen Rücken kann ein Bluttest nicht feststellen. Und: Erwartest du mehr als ein Baby, ist der Test auch nicht aussagekräftig, da man nicht wissen würde, welchem der Babys die untersuchten DNA-Bruchstücke gehören.

Chorionzottenbiopsie

Die Außenmembran der Fruchtblase heißt Chorion. In der Frühschwangerschaft bildet sie kleine Ausstülpungen, die Chorionzotten. Aus diesen entnimmt der Arzt bei einer Chorionzottenbiopsie eine Gewebeprobe. Dazu muss er eine Hohlnadel durch die Bauchdecke oder die Scheide der Mutter führen. Die gewonnen Zellen des Kindes werden im Labor molekulargenetisch untersucht. Diese invasive Methode der Pränataldiagnostik wird vor allem dann angewendet, wenn ein Verdacht auf eine vererbliche Stoffwechsel- oder Muskelerkrankung (Mukoviszidose, Muskeldistrophie) vorliegt. Die Untersuchung ist zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche möglich. Auf die Ergebnisse müssen die werdenden Eltern meist nur wenige Tage warten.

Ersttrimesterscreening

Das Ersttrimesterscreening verbindet die Nackenfaltenmessung mit einer Blutuntersuchung. Das mütterliche Blut wird dabei nur auf Hormon- und Eiweißwerte untersucht. Die Nackenfaltentransparenzmessung ist eine Ultraschalluntersuchung. Zwischen der 11. und 14. SSW wird gemessen, wie breit der mit Flüssigkeit gefüllte Spalt im Nacken des Babys ist. Zusammen mit deinem Alter, der exakten Schwangerschaftsdauer und der Größe des Kindes errechnet der Frauenarzt dann einen statistischen Wert. Mit Hilfe eines Computerprogramms wird dieser dann mit den Ergebnissen der Blutuntersuchung ins Verhältnis gesetzt. Heraus kommt ein Wert für das persönliche Risiko, ein behindertes oder krankes Kind auf die Welt zu bringen – keine Diagnose. Bei einem hohen Risiko folgen zur Absicherung dieser eher unsicheren statistischen Einschätzung in der Regel weitere Untersuchungen.

Eisenwerte im Blick

Je nachdem, wann du zur ersten Vorsorgeuntersuchung gegangen bist, wird dein Frauenarzt dich von da an zunächst alle vier Wochen untersuchen. Dabei wird er auch regelmäßig checken, ob dein Eisenwert in Ordnung ist. Denn Eisen ist jetzt für den Sauerstofftransport im Blut besonders wichtig für euch beide. Eisenmangel kann gefährlich werden. Er kann Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht zur Folge haben.

Kann der Körper zu Beginn noch auf Eisenreserven zurückgreifen, sind diese in der zweiten Schwangerschaftshälfte häufig aufgebraucht. Wenn deine Ernährung dann nicht für Nachschub sorgt (Fleisch, Hülsenfrüchte, Nüsse), wird dein Frauenarzt dir Eisenpräparate verschreiben. Du selbst erkennst Eisenmangel an den folgenden Symptomen:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Haarausfall
  • Brüchige Finger- und Fußnägel

Ultraschallbilder aus der 11. Schwangerschaftswoche

In der SSW 11 sieht der kleine Krümel im Ultraschall schon wie ein Mensch im Miniformat aus. Deutlich erkennst du seine Augen, Nase, Ohren und Lippen, Hände und Füße. Der Kopf ist weiter aufgerichtet, der Hals länger, die Haut nicht mehr so durchscheinend wie zuvor. Wenn du Glück hast, schlägt das Baby während der Untersuchung einen Purzelbaum.

Die Genitalien beginnen sich in der Schwangerschaftswoche 11 zwar bereits auszubilden, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, kann euch der Arzt aber jetzt noch nicht sagen. Hintergrund: Zum einen ist die Aussage noch zu unsicher. Und zum anderen dürfen Ärzte vor Ablauf der 12. Schwangerschaftswoche das Geschlecht nach deutschem Recht nicht mitteilen. So soll eine Abtreibung aufgrund eines möglicherweise unerwünschten Geschlechts verhindert werden. Denn ein straffreier Schwangerschaftsabbruch ist nur bis zum Ende des 1. Trimesters möglich.

Medizinerlatein: Was bedeutet 10 +0?

Du bist in der 11. Schwangerschaftswoche, aber dein Arzt spricht von 10 + 2? Alles gut. Ihr habt beide recht. Wenn wir umgangssprachlich von der 11. Schwangerschaftswoche sprechen, will es die Medizin genauer wissen. Der erste Tag der 11. SSW ist 10+0. Du bist genau 10 Wochen schwanger. Wenn dein Gynäkologe von 10+4 spricht, bist du in der Mitte der 11. SSW. Du bist 10 Wochen und 4 Tage schwanger. Übrigens: Dein Baby ist jetzt erst 9 Wochen alt. Denn die Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Periode gerechnet. Das geschieht, um den Geburtstermin ungefähr bestimmen zu können.

Gut zu wissen

Lakritz ist nichts für Schwangere: Die aus der Süßwurzel hergestellte Süßigkeit enthält den Wirkstoff Glycyrrhizin. In größeren Mengen kann er Bluthochdruck fördern und dem Ungeborenen schaden. Da bisher keine genauen Schwellenwerte erforscht sind, solltet ihr besser ganz auf Lakritz verzichten.

Auf der sicheren Seite: Auch wenn es nie gegen Null geht, ab der kommenden Schwangerschaftswoche ist das Fehlgeburtsrisiko deutlich geringer. Ihr wollt eurer Familie endlich von der Schwangerschaft berichten? Lasst euch etwas Witziges einfallen und macht ein kleines Video, falls ihr an solchen Dingen Spaß habt. Wie schön, wenn euer Kind später einmal die Gesichter der Großeltern in dem Augenblick sehen kann, als sie von ihrem Enkelkind erfuhren.

Lust auf Baby-Shopping: Du hast dich bisher noch nicht getraut, etwas fürs Baby zu kaufen? Das ist verständlich. Und jetzt würdest du das baldige Ende des ersten Drittels gerne mit einer kleinen Shopping-Tour feiern, weißt aber nicht, welche Farben du kaufen sollst? Die Zeiten, in denen Babys nur in rosa und blau gekleidet wurden, sind vorbei. Kauf einfach, was dir gefällt. Deinem Kind ist die Farbe in den ersten Monaten herzlich egal. Ob Junge oder Mädchen, es freut sich über alles, was dir ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Quellen:

  • Imlau, Nora; Pfützner, Sabine: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach. Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche, München 2018.
  • Blohmer, Jens-Uwe; Matthias, David; Henrich, Wolfgang; Sehouli, Jalid (Hrsg.): Charité Kompendium Gynäkologie, Berlin 2018.
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.

 

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