Ultraschallbild Schwangerschaftswoche 10+6

Foto: © <a href=http://www.doktor-meier.de>Dr. Hubert Meier</a>

In der 10. SSW seid ihr beiden bereits in der Fetalphase der Schwangerschaft. Aus dem Embryo ist ein Fötus geworden. Alle grundlegenden Organe sind angelegt und müssen in den noch verbleibenden 30 Wochen bis zur Geburt „nur“ noch wachsen. Und du? Übelkeit und Müdigkeit sind in der 10. Schwangerschaftswoche langsam auf dem Rückzug. Aber leider kommen dafür andere Beschwerden hinzu. Deine Hosen werden langsam eng. Weiter unten liest du, warum das nicht immer an deinem langsam wachsenden Schwangerschaftsbauch liegen muss und wie du Krampfadern rechtzeitig vorbeugst.

Die wichtigsten Daten zur 10. Schwangerschaftswoche

Größe: Dein Baby ist in der 10. SSW etwa so groß wie eine kleine Erdbeere (2,5 cm Scheitel-Steiß-Länge (SSL)).

Gewicht: Der Fötus wiegt in der 10. Schwangerschaftswoche 5 - 8 Gramm.

Noch 30 Wochen bis zur Geburt!

Euer kleiner Mitbewohner wächst und wächst. Im Vergleich zur SSW 9 hat er nochmal 0,5 mm zugelegt. Das entspricht einem Viertel seiner Größe. Auf eine imaginäre Waage bringt er nun auch schon ein paar Gramm. Mit einem Gewicht zwischen 5 und 8 Gramm wiegt er so viel wie eine 20- oder 50-Cent Münze. Ob euer Kleines aber nun eher leichter oder schwerer, kleiner oder größer ist, sollte euch dabei kein Kopfzerbrechen machen. Dein Arzt wird nun bei jeder Ultraschalluntersuchung messen, ob sich die Größe im Durchschnitt bewegt. Und solange das der Fall ist, ist es völlig normal, dass sich der Fötus nun mit jeder Woche der fortschreitenden Schwangerschaft individueller entwickelt.

Die Entwicklung deines Babys/Fötus in der 10. Schwangerschaftswoche

Foto: © Lushpix Illustration

Dein Baby ist nun kein Embryo mehr, sondern ein Fötus. Am Ende der sensiblen Embryonalphase sind alle wichtigen Organe bereits angelegt. Magen, Leber und Milz haben ihren richtigen Platz eingenommen. Das Herz ist in eine rechte und linke Herzkammer geteilt und schlägt kräftig. Der Kopf hat sich weiter aufgerichtet. Der Rumpf nimmt jetzt die Hälfte des ganzen Fötus ein. Auch das Gesicht hat sich weiterentwickelt und verleiht eurem Kind schon ein sehr menschliches Aussehen. Augen, Stirn, Nasenrücken und eine kleine Nasenspitze sind deutlich zu erkennen. Das Kinn beginnt sich auszubilden. Seinen winzigen Mund kann es jetzt schon leicht öffnen und schließen. Nur die Ohren des Babys liegen noch sehr weit unten am Kopf. Mit dem weiteren Wachstum des noch biegsamen Schädels werden sie aber in den kommenden Schwangerschaftswochen an ihre richtige Position wandern.

Auch seine Sinne entwickeln sich bereits weiter. In dieser Woche entstehen die ersten Geschmacksknospen. Der Darm befindet sich zum Teil noch außerhalb des Fötus, im sogenannten physiologischen Nabelbruch. Nach der 10. Schwangerschaftswoche ist der Bauchraum groß genug, um die Darmschleifen wieder aufzunehmen. Sie wandern dann aus der Nabelschnur zurück an ihren richtigen Platz.

Die Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen bilden sich nun zurück. Sind die einzelnen Glieder getrennt, beginnt ihr Längenwachstum. Außerdem entstehen in dieser Phase der fetalen Entwicklung die Fuß- und Fingerlinien. Sie werden den individuellen Fingerabdruck des kleinen Wesens für sein ganzes Leben prägen. Knie, Ellenbogen und Handgelenke kann dein Kind jetzt schon gut beugen. Seine munteren Purzelbäume im Fruchtwasser kannst du aber auch in der 10. SSW noch nicht spüren.

Auch spannend: Lange bevor sich mehrere Monate nach der Geburt der erste Zahn zeigt, werden die Beißerchen bereits im Gaumen des Fötus angelegt. Bei deinem Kind bilden sich die sogenannten Zahnknospen. Nicht alle zugleich, aber die ersten entstehen in der 10. SSW.

Dein Körper in der 10. Schwangerschaftswoche

Die Gebärmutter ist nun schon so groß wie eine Grapefruit. Manche Frauen können sie am Ende der Schwangerschaftswoche 10 bereits ertasten. Leg dich bequem auf den Rücken und drücke leicht auf den Bereich oberhalb des Schambeins. Fühlst du einen festeren Widerstand? Das ist deine Gebärmutter. Auch die Plazenta ist weitergewachsen. Sie ist bereit, den Fötus über die Nabelschnur zu versorgen. Der Dottersack bildet sich zurück.

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Wenn euch die Hosen nun langsam zu eng werden, ist daran noch nicht der Bauch, sondern eher das Becken schuld. Es stellt sich weit, um den Platz für das schnell größer werdende Baby zu bereiten. Zweitgebärenden kann man die Schwangerschaft schon jetzt ansehen. Ihr Bauch rundet sich ein wenig früher.

Bei vielen Schwangeren klingen die Beschwerden der Frühschwangerschaft jetzt schon langsam ab. Vor allem Übelkeit und Müdigkeit werden bei den meisten Schwangeren weniger. Dafür kommen nun andere Beschwerden hinzu.

Typische Schwangerschaftsanzeichen in der 10. Schwangerschaftswoche:

Kurzatmigkeit: Einige trifft es erst später, andere schnappen schon in der 10. Schwangerschaftswoche nach Luft. Da der Körper nun mehr Sauerstoff braucht, um dein Baby zu versorgen, bist du jetzt schneller außer Atem. Tipp: Lass es ruhiger angehen. Treppen einfach mit ein paar Pausen erklimmen oder gleich den Fahrstuhl nehmen.

Verstärkter Speichelfluss: Die Bildung von zu viel Speichel ist ein typisches Anzeichen im ersten Trimester. Warum die sogenannte Ptyalismus gravidarum bei Schwangeren auftritt, ist nicht erforscht. Häufig leiden besonders die Frauen darunter, die auch mit einer verstärkten Übelkeit zu kämpfen haben.

Ziehen im Unterleib: Die Bänder dehnen sich auch in der zehnten Schwangerschaftswoche noch weiter. Das Lockern der Muskeln und Bänder sorgt für mehr Platz für das Baby und kann ein schmerzhaftes Ziehen verursachen.

Verändertes Hautbild: Die Schwangerschaftshormone haben auch einen Einfluss auf deine Haut. Bei einigen Schwangeren führt die stärkere Durchblutung zu zarter, rosiger Haut. Sie wirkt straffer und frischer. Bei anderen ist leider das Gegenteil der Fall: Sie bekommen fettige, unreine Haut und leiden unter Pickeln und Mitessern im Gesicht und am Dekolleté. Was hilft? Eine fettfreie, aber feuchtigkeitsspendende Creme. Und: Vielleicht gönnst du dir auch einen Termin bei einer Kosmetikerin. Sie kennt das Problem und kann dir sagen, wie du deine Hautpflege in der Schwangerschaft umstellen kannst.

Verstärkter Ausfluss: Die stärkere Durchblutung des Körpers gilt auch für deine Scheide. Dadurch kann es zu einem stärkeren Ausfluss als üblich kommen. Das allein ist völlig normal. Brennt oder juckt es, kann ein Arztbesuch klären, woran das liegt.

Das kannst du jetzt für dich und dein Baby tun

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Verstopfungen vorbeugen

Die wachsende Gebärmutter und dein sich weitendes Becken sind nicht die einzigen Gründe, warum die Hosen jetzt schon nicht mehr zugehen. Vielleicht leidest du wie viele Schwangere unter Verstopfung und dein Bauch ist unangenehm aufgebläht. Schuld ist das Hormon Progesteron. Es sorgt in der Schwangerschaft allgemein für eine entspannte Muskulatur. Davon ist auch der Darm betroffen, der träge wird und seinen Job nicht mehr optimal erledigt. Was tun?

  • Ausreichend trinken (ungesüßte Säfte, Tee, Wasser, Kaffee allerdings nicht mehr als zwei Tassen täglich)
  • Viel Bewegung an der frischen Luft
  • Regelmäßiger Sport (Yoga, Schwimmen, Schwangerengymnastik)
  • Ballaststoffreiche, gesunde Ernährung
  • Wenig Weißmehl und Fett

Wenn die Beschwerden dann nicht besser werden, ist ein Besuch bei deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin angesagt. Achtung: In der Schwangerschaft bitte keine Abführmittel einnehmen. Denn nach der Einnahme verlierst du Flüssigkeit und dein Elektrolythaushalt verändert sich. Beides kann dein Kind schädigen.

Ganz gleich, warum nun der Knopf schon nicht mehr zugeht: Jetzt ist Zeit für mehr Bauchfreiheit. Eine Umstandshose muss es noch nicht sein. Damit ihr beide es nun bequem habt, reichen jetzt auch Bauchbänder oder Hosenerweiterungen. So könnt ihr eure Konfektionsgröße noch eine Weile beibehalten.

Risiko für Blasenentzündungen minimieren

Auch die Harnwege erschlaffen durch den erhöhten Progesteronspiegel. Das hat ein erhöhtes Risiko für Blasenentzündungen zur Folge. Die Tipps zur Anregung der Darmtätigkeit helfen auch hier. Viel trinken und wenig Zucker auf den Speiseplan.

Krampfadern vermeiden

Im Laufe der Schwangerschaft können Krampfadern entstehen. Nicht zu ändern? Wenn, dann jetzt! Kurbel mit regelmäßigem Sport und Spaziergängen die Durchblutung an. Außerdem hilft es, öfter am Tag die Beine hochzulegen und morgens eine Wechseldusche zu machen. Wenn du ohnehin zu Krampfadern neigst, besprichst du die Situation am besten mit deinem Arzt. Eventuell wird er dir Kompressionsstrümpfe verschreiben.

Vor zu viel Sonne schützen

Du bist im Sommer schwanger? Denk daran, dass deine Haut jetzt noch empfindlicher reagiert. Intensives Sonnenbaden oder ein Besuch im Solarium sind in der Schwangerschaft keine gute Idee. Am besten ein schönes Schattenplätzchen suchen und nicht mit Sonnencreme sparen.

Welche Untersuchungen stehen in der 10. SSW an?

In der 10. Schwangerschaftswoche stehen zunächst keine weiteren Vorsorgeuntersuchungen für dich und das Baby an. Es sei denn, du warst noch nicht bei der ersten Vorsorgeuntersuchung. Dann ist es in der 10. SSW Zeit, dies nachzuholen. Dein Arzt untersucht dabei nicht nur dich und das Ungeborene, sondern kann dir auch die Fragen beantworten, die dir jetzt auf der Seele liegen. Wenn du Angst vor dem ersten Ultraschall hast, kannst du das vielleicht auch mit deiner Hebamme besprechen. Sie kennt die Sorgen, die man sich als werdende Eltern vor diesen Terminen macht.

Risikoschwanger? Was heißt das?

Wenn in deinem Mutterpass eingetragen wurde, dass du risikoschwanger bist, hat dein Arzt dir vielleicht empfohlen, häufiger in die Praxis zu kommen. Keine Panik: Das heißt nicht gleich, dass Gefahr im Verzug ist. Die Zusatztermine sollen helfen, mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen und behandeln zu können und die Entwicklung deines Babys engmaschiger zu kontrollieren.

Die Gründe für eine Risikoschwangerschaft sind vielfältig. Bist du über 35, macht dein Arzt das Kreuzchen automatisch. Aber auch in den folgenden Fällen bist du eine Risikoschwangere:

  • Nicht nur bei älteren, sondern auch bei sehr jungen Frauen kann eine Schwangerschaft statistisch betrachtet zu mehr Problemen führen als bei einer Frau zwischen 18 und 35 Jahren. Bis du also jünger, giltst du auch als risikoschwanger.
  • Bluthochdruck
  • Starkes Übergewicht
  • Chronische Krankheiten (Asthma, Diabetes, Leber- oder Lungenkrankheiten)
  • Erkrankungen der Mutter an Herz, Niere, Leber oder Lunge
  • Mehr als vier Schwangerschaften
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Vorangegangene Fehlgeburten
  • Frühere Frühgeburt
  • Vorzeitige Wehen
  • Rhesus-Unverträglichkeit
  • Vorangegangener Kaiserschnitt
  • Rasche Schwangerschaftsfolge (weniger als ein Jahr)
  • Thromboseneigung
  • Psychische oder soziale Belastung
Foto: © iStock, AntonioGuillem

Mundgesundheit checken!

Wenn du während der Frühschwangerschaft noch nicht beim Zahnarzt warst, ist jetzt ein guter Zeitpunkt. Denn die progesteronbedingte, verstärkte Durchblutung von Zahnfleisch und Mundschleimhaut kann eine Zahnfleischentzündung zur Folge haben. Heute ist bekannt, dass eine sogenannte Schwangerschaftsgingivitis ein Risikofaktor für Frühgeburten ist. Rechtzeitige Kontrolltermine (der nächste am besten in SSW 30) und eine eventuell notwendige Therapie helfen, es zu verringern.

Übrigens: Wenn sich die Termine für deine Vorsorgeuntersuchungen und den Zahnarzt-Check nicht anders legen lassen, darfst du auch in der Arbeitszeit gehen. Das gilt für alle Schwangeren. Egal, ob privat oder gesetzlich versichert.

Ultraschallbilder aus der 10. Schwangerschaftswoche

In der 10. Schwangerschaftswoche nimmt euer Kind immer menschlichere Züge an. Im Ultraschall ist das Gesicht mit Auge, Nase und Lippen nun deutlich zu erkennen. Hände und Finger deines Babys sind schon etwas weiter entwickelt als die Füße und Zehen. Das liegt daran, dass die gesamte Entwicklung des Fötus von oben nach unten verläuft.

Ist der kleine Mensch ein Junge oder ein Mädchen? Auch wenn das genetisch längst festgelegt ist, haben sich die Geschlechtsorgane in der 10. SSW noch nicht so weit entwickelt, dass sich der Unterschied im Ultraschall erkennen lässt. Hier braucht ihr noch ein wenig Geduld. Erst nach der zweiten Ultraschalluntersuchung (zwischen der 19. und 22. SSW) werdet ihr endlich Bescheid wissen – wenn ihr euch dazu entscheidet, es wissen zu wollen.

Medizinerlatein: Was bedeutet pränatale Diagnostik?

In den ersten Wochen der Schwangerschaft hast du sicher schon viel Medizinerlatein über dich ergehen lassen. Einiges gehört zur Allgemeinbildung, andere Begriffe hat man schon oft gehört, weiß aber eigentlich nicht so genau, was sie eigentlich bedeuten. Von pränataler Diagnostik oder Pränataldiagnostik ist häufig im Zusammenhang mit den anstehenden Vorsorgeuntersuchungen die Rede. Wortwörtlich bedeutet der Begriff pränatal vorgeburtlich (im Gegensatz zu postnatal = nach der Geburt). Zur pränatalen Diagnostik gehören also alle Untersuchungen deines Babys, die bereits vor der Geburt über die Bühne gehen. Die meisten dieser Untersuchungen haben den Sinn, möglichen Behinderungen des ungeborenen Kindes auf die Spur zu kommen. Bevor ihr euch für eine pränatale Untersuchung, wie einer Fruchtwasseruntersuchung oder einer Nabelschnurpunktion, entscheidet, müsst ihr euch auch darüber im Klaren sein, was danach kommt. Sprecht darüber, was ihr tun würdet, wenn euer Kind sehr wahrscheinlich mit einer Behinderung auf die Welt kommen würde.

Gut zu wissen

  • Umstandsmode kann ganz schön ins Geld gehen. Versuch es doch mal Secondhand! Auf Flohmärkten oder Internetportalen wirst du sicher fündig. Das Gute: Die Kleidung ist meistens noch wie neu, denn sie wird ja nur ein paar Monate getragen.
  • In zwei Wochen ist das erste Trimester endlich rum! Werdende Eltern fiebern diesem Termin entgegen, denn nach dieser kritischen Phase ist das Risiko einer Fehlgeburt deutlich niedriger und sinkt jeden Tag weiter. Jetzt darf es alle Welt wissen: Ihr seid schwanger!
  • Tonicwater oder Bitter Lemon enthalten Chinin. In größeren Mengen kann es deinem Baby schaden. Auch wenn es dein Lieblingsgetränk ist, jetzt solltest du besser drauf verzichten!
  • Sex in der Schwangerschaft ist kein Tabu. Dabei gibt es eigentlich nur zwei Regeln. Der Sex muss beiden Spaß machen und ihr müsst mit fortschreitender Schwangerschaft eine Stellung finden, die bequem ist und der Bauch nicht im Weg. Hat dein Arzt dir allerdings aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen abgeraten, solltet ihr euch an die Einschränkung eures Liebeslebens halten. Für alle anderen gilt, dass Sex keine Gefahr für das Baby darstellt.


Quellen:

  • Imlau, Nora; Pfützner, Sabine: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach. Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.
  • Kainer, Franz; Nolden, Annette: Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche, München 2018.
  • Blohmer, Jens-Uwe; Matthias, David; Henrich, Wolfgang; Sehouli, Jalid (Hrsg.): Charité Kompendium Gynäkologie, Berlin 2018.
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.

 

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