Kinder

Eitrige Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Kinder fassen sich oft in die Augen oder reiben sie. So gelangen schnell Bakterien ins Auge. Die Konjunktivitis ist unter Kindergarten- und Schulkindern sehr häufig.

Symptome: gerötete und tränende Augen, Juckreiz, Brennen und  Lichtempfindlichkeit. Typisch: morgens sind die Augen gelblich verklebt.

Die beste Reaktion: Hausmittel sind nicht angesagt, weil Bakterien Schäden an der Hornhaut verursachen können. Daher bei eitrigen Absonderungen immer zum Kinder- oder Augenarzt gehen, er verschreibt antibiotische Augentropfen. Das gelbliche Sekret außerdem mit in Wasser oder Kamillentee getunkten Wattepads auswischen.

Vorbeugung: wie bei den meisten Infekt-Klassikern schwer möglich. Die Familie sollte, um Ansteckung zu vermeiden, auf häufiges Händewaschen achten, denn die Entzündung ist ansteckend. Das Kind muss Kita oder Schule so lange fernbleiben, bis morgens kein eitriges Sekret mehr auftritt.

Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)

Fast jedes Kind erwischt hier und da einen Darmkeim. Der häufigste Vertreter ist das Rotavirus. Übertragen werden die Plagegeister über Hände und Gegenstände, manchmal auch durch Tröpfcheninfektion (beim Erbrechen oder Husten gelangen Viren in die Luft).

Symptome: Bauchweh, Brechreiz, Erbrechen, Durchfall, eventuell auch Fieber. Manchmal betrifft der Infekt mehr den Magen, manchmal mehr den Darm, oft aber beide. Meist ist die Plage nach wenigen Tagen überstanden. Gelegentlich aber flackert sie auch wieder auf, was sich zwei Wochen lang hinziehen kann.

Die richtige Reaktion: Je jünger das Kind, desto schneller zum Arzt. Kleine Kinder können schon in kurzer Zeit austrocknen (was anfangs keine Symptome macht!), weil sie aus Mattigkeit zu wenig trinken oder die Flüssigkeit wegen des Durchfalls vom Darm kaum aufgenommen wird. Trinkt ein Kind gut, fiebert nicht und hat weiterhin nasse und schwere Windeln bzw. beim Toilettengang hellen, reichlichen Urin, genügt meist Schonkost: zerdrückte Kartoffeln, geriebener Apfel, Salzstangen, gedünstetes  Gemüse. Das Kind muss viel trinken, eventuell kann man Elektrolyte (Apotheke) zugeben.

Vorbeugung: Gegen das häufige Rotavirus können Babys geimpft werden, der Impfschutz hält dann bis ins frühe Kiga-Alter an. Das Händewaschen der Kinder vor den Mahlzeiten in Kiga oder schulischem Ganztag senkt das Ansteckungsrisiko etwas. Ein erkranktes Kind muss zu Hause bleiben, bis der Durchfall vorüber und es fieberfrei ist.

Läuse

Sie sind fast so unbeliebt wie Würmer (s.u.), aber ebenfalls kein Grund für Scham, denn sie fühlen sich auf allen Köpfen wohl - ohne Ansehen von Herkunft und Bildungsstand!

Symptome: Juckreiz an der Kopfhaut, häufiges Kratzen, evt. weiße Pünktchen an einzelnen Haaren (Nissen, die Eier der Läuse), manchmal winzige, schwarze Krabbler auf der Kopfhaut oder dem Kopfkissen. 

Die beste Reaktion: ein Läusemittel (Apotheke) besorgen, bei Kindern unter 12 übernimmt mit einem Rezept vom Kinderarzt die Krankenkasse die Kosten. Es gibt physikalische, die die Atemwege der Läuse zusetzen, und chemische (mit Pyrethrum). Naturheilkundliche Mittel werden ebenfalls angeboten, sind aber oft weniger wirksam. Die meisten Läusemittel müssen zweimal angewandt werden. In den zwei Wochen nach der Behandlung sollten Eltern noch einige Male mit einem Nissenkamm nachkontrollieren: Es dürfen keine Läuse mehr auf ein darunter gehaltenes Blatt Papier fallen.

Vorbeugung: nicht möglich! Ein befallenes Kind, so das Robert-Koch-Institut in Berlin, darf aber sofort wieder in Kiga oder Schule, sobald ein anerkanntermaßen wirksames Mittel (z. B. mit Pyrethrum) angewandt wurde. Manche Einrichtungen handhaben dies jedoch anders.

Tipps vom Kinderarzt: So bekämpfst du Läuse

Wurminfektion

Sie hat einen hohen Ekelfaktor, aber eine Infektion mit dem Faden- oder Madenwurm ist weder selten, noch ein Grund, sich zu schämen. Die Parasiten überleben in Wäsche und auf Gegenständen mehrere Wochen und sind sehr ansteckend.

Symptome: Typisch ist abendlicher oder nächtlicher Juckreiz am Po, der so quälend sein kann, dass das Kind weint oder nicht einschlafen kann. Nur bei starkem Befall sind die feinen Würmer manchmal im Stuhl oder einzeln im Schlafanzug zu finden. Selten sind weitere Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit, Blässe, Gewichtsverlust.

Die beste Reaktion: Das Immunsystem beendet eine Wurminfektion zwar auch selbst (oft unbemerkt). Es senkt aber das Ansteckungsrisiko und lindert die Beschwerden rasch, wenn der Kinderarzt ein Mittel zum Einnehmen verschreibt. Den Po außerdem morgens und abends reinigen. Abendliches, dickes Eincremen (Penatencreme) stört die Eiablage der Würmer. Gesundheitsämter betonen, dass ein Kind Kita oder Schule einfach weiter besuchen darf, sofern die Behandlung eingeleitet und in der Einrichtung eine gute Hygiene eingehalten wird.

Vorbeugung: Salat, Obst und Rohkost immer waschen. Ist es dennoch passiert: Unter- und Bettwäsche des Kindes mehrfach wechseln und waschen (60 Grad) bis zehn Tage nach Behandlungsbeginn, Händewaschen beim Kind nach dem Toilettengang und vor dem Essen sowie Kurzschneiden der Fingernägel. 

Eitrige Mandelentzündung (Angina tonsillaris / Tonsillitis)

Die bakterielle Form wird meist von Streptokokken verursacht und muss antibiotisch behandelt werden, weil diese Erreger auch Organe oder Gelenke schädigen können. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. 

Symptome: heftiger, innerhalb von Stunden auftretender Halsschmerz, Fieber, Abgeschlagenheit, Mundgeruch, manchmal auch Bauchweh oder Übelkeit. Das Kind will nicht schlucken. Später sind weiße "Stippchen" oder weißliche Beläge auf den geröteten Mandeln zu sehen.

Die beste Reaktion: bei starken Halsschmerzen immer zum Haus- oder Kinderarzt gehen, um klären zu lassen, ob die Entzündung durch Viren oder Bakterien verursacht ist. Hausmittel eignen sich nur bei Viren. Hinter starkem Halsweh steckt oft auch Scharlach (ebenfalls eine Streptokokken-Infektion).

Vorbeugung: viel Spiel an der frischen Luft, reichliches Trinken, Füße im Winter warm halten, vitaminreich essen. Die eitrige Angina ist - antibiotisch behandelt - nach etwa 24 Stunden nicht mehr ansteckend.

Windpocken (Varizellen)

Windpocken sind hochansteckend, weil der Erreger über Meter hinweg durch die Luft übertragbar ist. Sie verlaufen zwar meist harmlos, können aber später eine Gürtelrose auslösen, weil die Erreger (Herpes-Viren) jahrzehntelang im Körper überleben.

Symptome: leichtes Fieber und Kopfweh, ein bis zwei Tage später am Rumpf erste rote Pickelchen, die bald zu flüssigkeitsgefüllten, gemein juckenden Bläschen mutieren. Diese verkrusten nach ein paar Tagen. Der Ausschlag befällt den ganzen Körper, oft auch Mundschleimhaut und Genitalien.

Die richtige Reaktion: zum Kinderarzt gehen, der meist eine Salbe oder auch Tropfen zum Einnehmen gegen den schmerzhaften Juckreiz verschreibt.

Vorbeugung: nur durch Impfung, denn Windpocken sind bereits ein bis zwei Tage ansteckend, bevor die ersten Bläschen auftreten. Das Kind darf wieder in die Gemeinschaftseinrichtung, wenn alle Krusten abgefallen sind (nach etwa 10 Tagen). Manche Kindergärten und Schulen bestehen auf einer "Gesundschreibung" durch den Arzt.

Ringelröteln (Erythema infectiosum acutum)

Sie fühlen sich in Gemeinschaftseinrichtungen pudelwohl und sind nicht verwandt mit den Röteln. Sie werden über Tröpfchen (z. B. Niesen) oder Schmierinfektion (Gegenstände) übertragen. Ihren Namen haben sie vom kreis- oder girlandenförmigen Hautausschlag, den sie auslösen können.

Symptome: große rote Flächen auf den Wangen, die ineinander laufen oder jucken können und den Mund aussparen. Später manchmal auch Rötungen an anderen Körperstellen. Oft aber verlaufen Ringelröteln ohne Ausschlag, das Kind hat keine, oder nur leichte, erkältungsartige Symptome. Die Erkrankung ist harmlos, außer für Babys im Mutterleib.

Die richtige Reaktion: bei auffälliger Gesichtsrötung zum Kinderarzt gehen. Kiga und Schule müssen von der Infektion erfahren, um Schwangere warnen zu können. Da der Ausschlag selbst nicht mehr ansteckend ist, ist ein Daheimbleiben des Kindes aber nach Ansicht von Gesundheitsämtern nicht nötig (sofern es sich wohl fühlt).

Vorbeugung: nicht möglich, da die Infektion nur vier bis sieben Tage vor Auftreten des Ausschlags ansteckend ist.

Grindflechte (Impetigo contagiosa)

Sie hat viele unschöne Namen: Die Eiter-, Grind-, Schmier- oder Borkenflechte (auch Schleppe genannt) ist eine sehr ansteckende Hautinfektion und wird von Bakterien verursacht. Diese Bösewichte werden durch Alltagsgegenstände oder Wäsche übertragen, die ein anderes, erkranktes Kind berührt hat. 

Symptome: Impetigo befällt zunächst das Gesicht, eventuell auch Arme oder Beine. Zuerst erscheinen rote Flecken, später Bläschen (klein bis recht groß), die mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt sind. Wenn diese sich öffnen, entwickelt sich gelblicher Schorf. Es kann Juckreiz hinzu kommen.

Die beste Reaktion: zum Kinder- oder Hautarzt gehen. Meist verschreibt er eine antiseptische oder antibiotische Salbe. Sind größere Hautbereiche befallen, ist manchmal auch ein Antibiotikum zum Einnehmen nötig.

Vorbeugung: Lediglich für andere Familienmitglieder möglich: kleinere Stellen beim Kind verpflastern, damit es nicht über das Kratzen die Erreger weiter verteilt. Sind die Flächen zu groß, dem Kind oft die Hände waschen und seine Fingernägel kurz schneiden. Handtücher und Bettwäsche mehrfach wechseln und bei 60 Grad waschen. Das Kind zu Hause lassen, bis alle Krusten abgefallen sind.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist eine Virus-Hautinfektion, unter der vor allem Kinder unter 10 Jahren leiden und die zwischen 8 und 12 Tagen dauert. Sie wird sie beim Husten oder Niesen durch Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion durch Stuhl und über die Hände weitergegeben.

Symptome: Treten ein paar Tage nach der Ansteckung auf: Ein nicht juckender Hautausschlag mit rötlichen Flecken an den Handinnenflächen, Fußsohlen oder auch Beinen, die sich zu Bläschen entwickeln können und innerhalb von 10 bis 12 Tagen abheilen. Heftig sind aber die schmerzhaften Bläschen (Aphten), die sich auf der Mundschleimhaut bilden. Typische Begleiterscheinungen sind leichtes bis mittelstarkes Fieber, Hals- und Bauchschmerzen sowie Erbrechen.

Die beste Reaktion: Es gibt keine Medizin gegen die Virusinfektion. Die schmerzhaften Bläschen im Mund könnt ihr aber mit Tinkturen aus der Apotheke oder Honig bestreichen. Auch Mundspülungen mit lauwarmem Kamillen- oder Ringelblumentee helfen. Wichtig: Die Kinder müssen viel trinken, z.B. Tee oder Mineralwasser, auch wenn das weh tut. Nur so bleibt die Mundschleimhaut feucht und die Wundstellen heilen schnell ab. Das alles ist bei kleineren Kindern schwierig. Bietet ihnen besser gekühlte Getränke an (ohne Fruchtsäure!) und gebt ihnen Milchspeiseeis, das die Schmerzen lindert und den Mund feucht hält. Geeignetes Essen: Lauwarme Suppen, Brei, Püree, Quark oder Joghurt.

Vorbeugung: Nicht möglich, es gibt keine Impfung. Um andere nicht anzustecken, hilft ausführliches Händewaschen und eine gründliche Reinigung von Klobrillen, Handtüchern und Spielsachen.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit: Wie helfe ich meinem Kind?

Krätze (Skabies-Milbe)

Die für die Krätze verantwortliche Skabies-Milbe schien lange Zeit nahezu ausgestorben. Inzwischen melden vor allem Gesundheitsämter und Ärzte in NRW wieder steigende Fallzahlen. Der durch engen Hautkontakt übertragene Parasit hat gelernt, sich besser zu verstecken. Die Symptome, die er verursacht, ähneln jetzt eher einem Hautekzem. Vor allem in Kitas oder Schulen, wo viele Kinder nah beieinander sind, ist die Übertragungsgefahr groß.

Symptome: Die Skabies-Milbe gräbt sich in der Haut und bildet dort Gänge, in denen sie Eier sowie Kot ablegt. Dadurch entstehen etwa 2 bis 5 nach der Ansteckung allergische Hautreaktionen, die mit Brennen und Juckreiz beginnen. Die Haut reagiert mit stecknadelgroßen Bläschen, geröteten erhabenen Knötchen oder Pusteln, die sich durch Kratzen zusätzlich eitrig entzünden können. Die Skabies-Milben befallen vor allem Finger- und Zehenzwischenräume, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Brustwaren und Genitalien. Bei Babys und Kleinkindern können auch der behaarte Kopf, das Gesicht sowie Hand- und Fußflächen betroffen sein.

Die richtige Reaktion: Bei Verdacht auf Krätze sollten Eltern umgehend zum Kinderarzt gehen, der die Krätze gut und schnell mit so genannten Skabiziden behandelt. Sie werden als Creme, Spray oder Salbe auf die Haut aufgetragen. Erkrankte Kinder dürfen weder Kita noch Schule besuchen, die von den Eltern auch über die Erkrankung oder den Verdacht auf Krätze zu informieren sind – damit die Einrichtung wiederum dem Gesundheitsamt Bescheid gibt.

Vorbeugung: Durch die lange Zeit zwischen Befall und ersten Symptomen nicht möglich. Um den Rest der Familie oder andere vor einer Übertragung zu schützen, am besten die Fingernägel des kranken Kindes kurz schneiden, die Wohnung regelmäßig saugen und Bettwäsche sowie Handtücher bei 60 Grad waschen.

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