Verweigerte Wannengeburt und Fragen dazu

Hallo und vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten!
Im Dezember 2012 habe ich meine Tochter im Krankenhaus zur Welt gebracht. Sonntags abends hatte ich bei 39+6 einen Blasensprung ohne Wehen; da das Fruchtwasser grün war, sind wir sofort in die Klinik gefahren, wo mittels CTG festgestellt wurde, dass alles bestens war. Am nächsten Morgen, also 40+0, wurde mit Tabletten eingeleitet.

Bei der Geburt lief vieles nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte; meine (Beleg-)Hebamme musste noch drei(!) weitere Geburten betreuuen, was man ihr auch anmerkte. Auf meine Frage hin, ob ich in die Wanne dürfe, wurde mir geantwortet, dass dies aus Infektionsgründen bei einem Blasensprung nicht möglich sei. Mein Argument, dass ich doch intravenös Antibiotika erhalten habe und dass bei einer "normalen" Geburt doch auch irgendwann die Blase springe und die Geburt sich danach trotzdem noch Stunden hinziehen kann, wurde abgeblockt.
Ich bin nun wieder schwanger und wünsche mir nichts als eine Wannengeburt. Hatte die Hebamme damals recht? Darf ich wirklich nicht in die Wanne bei einem Blasensprung, oder hatte sie, vereinfacht ausgedrückt, zu viel zu tun, um die Wanne wieder zu säubern und mich engmaschiger zu überwachen (sie ließ sich während der Geburt kaum blicken)?
Ich hatte übrigens eine sehr unkomplizierte SS, habe bis zum 9. Monat noch Sport getrieben, es besteht kein Übergewicht und ich ernähre mich sehr gesund. Mein Kind war bis zum Schluss bestens versorgt, und die Geburt war kurz (6 Stunden) und komplikationslos. Das nur zur Information.
Vielen Dank und viele Grüße!

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Hallo,

Sie haben Ihre letzte Entbindung sehr ausführlich beschrieben, besonders die mit 4 Geburten überforderte Hebamme.
Es ist in der Tat so, dass grünes Fruchtwasser gegen eine Wassergeburt spricht. Obwohl immer wieder behauptet wird, dass das Kind seinen ersten Atemzugs erst machen würde, wenn das Gesicht aus dem Wasser guckt.

Aber wer weiß das so genau, und niemand möchte grünes Fruchtwasser in der Lunge eines Neugeborenen haben.
Ihr Argument, dass auch bei einer Wannengeburt irgendwann die Fruchtblase platzt, und die Geburt sich noch stundenlang hinziehen kann, ist zwar richtig, nicht aber das Argument, es könne doch nichts passieren, da Sie doch einen Tropf mit Antibiotika bekamen. Niemand
weiß doch, ob das Antibiotikum tatsächlich die möglicherweise vorhandenen Keime trifft und abtötet.
Dass bei einem Blasensprung generell eine Wassergeburt abgelehnt wird, mag aber von Klinik zu Klinik verschieden sein.
Viel Glück für eine erfolgreiche Wannengeburt, die zweifellos auch ihre Vorteile hat.
Dr.D.Masson

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Ah, also lag die Verweigerung nicht an der geplatzten Fruchtblase per se, sondern am Mekonium! Das wurde so nicht kommuniziert, deshalb habe ich das wohl missverstanden. Ich danke Ihnen vielmals für Ihre ausführliche Antwort!

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