Schwere Hirnschädigungen - Kann die Pränataldiagnosik helfen?

Hallo Herr Dr. Masson.

In meiner letzten Schwangerschaft kam es leider zu Komplikationen, von denen wir aber im großen und ganzen nix mitbekommen haben.

Mein Sohn wurde im Mutterleib nicht richtig versorgt. Das Resultat sind starke Hirnschädigungen , Epilepsie , kein Sprachverständniss , keinerlei Sprache (mit 3,5Jahre) und authistische verhaltensweisen. Hinzukommen bei meinem Sohn – ein foramen ovale , eine Zyste im Gehirn ohne Krankheitswert und chronischer Durchfall mit schwerem Essverhalten.

Bei seiner Geburt kam es zu einem Herztonabfall aber die Ärzte sind sich aufgrund der MRT´s sicher das die Schädigungen Pränatal sind. Genetische Ursachen wurden bereits ausgeschlossen .

Die NF war unauffällig und auch beim Organscreening in der Uniklinik konnte man nichts feststellen. Von einem Zuckertest hat mir mein Gynäkologe aufgrund meines Gewichtes abgeraten.

Dennoch habe ich schlimme ängste.

Nun meine Frage :

Kann ich in dieser Schwangerschaft irgendetwas tun das so etwas nicht nochmal vorkommt?

Welche Untersuchungen/Spezialisten würden sie mir (noch?) empfehlen?

Kann man ein Foramen Ovale im US erkennen?

Würden sie einen Kaiserschnitt empfehlen obwohl man von pränatalen Schäden ausgeht bei meinem Sohn?

Kann es sein das wenn es schonmal passiert ist das diesmal wirklich alles gut verläuft –und was waren dann die Ursachen?

Und die wichtigste Frage: Wenn meiner Tochter das gleiche passiert ist / passieren wird wie unserem Sohn – Kann man das Im Ultraschall irgendwie sehen?

Vielen Herzlichen Dank für Ihre Mühe.

Alles Gute #klee

Hallo,
zum Beantworten bräuchte ich eigentlich 4 Seiten und 2 Stunden, aber ich versuche es einmal, weil das, was Sie schreiben ja auch wirklich traurig ist.
Zunächst zur Frage der mangelhaften Hirndurchblutung durch schlechte Versorgung.
Ist das Kind denn untergewichtig gewesen, hat eine verkalkte Plazenta oder grünes Fruchtwasser vorgelegen? Eine solche mögliche Plazentainsuffizienz kann man durch Doppleruntersuchungen vorbeugen, sie damit zwar nicht verhindern, aber ggf. rechtzeitig eingreifen.

Das Foramen ovale ("ovales Loch") ist eine Verbindung zwischen dem linken und dem rechten Vorhof, die durch eine Klappe locker verschlossen wird. Verschließt sich das Foramen nachgeburtlich nicht, spricht man von einem Septumdefekt (es gibt 2 Formen).
Das Foramen ovale kann man im Ultraschall kann man an seiner charakteristischen schlagenden Klappe erkennen. Man kann aber nicht erkennen, ob sich diese Klappe nachgeburtlich schließt oder nicht. Das kann man frühestens an der auftretenden Zyanose erkennen (das Kind läuft blau an).
Nur ein gravierender länger dauernder Herztonabfall, der im CTG registriert würde,
könnte derartige Auswirkungen gehabt haben, wie Sie sie schildern.
Zu Ihren Fragen:
Jede Schwangerschaft verläuft anders, die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch einmal mit einem derart behinderten Kind konfrontiert werden, ist sehr gering, aber letztlich durch keine Untersuchung gänzlich zu verhindern.
Sie können nur die regelmäßige Untersuchungen bei Ihrem Arzt und regelmäßige Ultraschallkontrollen, besonders zum Ausschluß von Fehlbildungen und einer Mangelversorgung, machen lassen.
Ggf. suchen Sie einmal in der 20.-24. SSW eine Spezialpraxis für Pränatalmedizin auf.
Eine Kaiserschnitt sollte man von der medizinischen Indikation abhängig machen und nicht von vornherein darauf drängen.
Wie gesagt, dass eine erneute Schwangerschaft noch einmal diesen Ausgang nimmt, ist
höchst unwahrscheinlich. Sie sollten einfach mit einem gesunden Gottvertrauen an ein weiteres Kind herangehen.
Alles Gute für Sie

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