Wie den Milcheinschuss positiv beeinflussen?

Hallo,
ich hatte 2002 eine einseitige Mamareduktionsplastik, auf Grund derer hat man mir bei unseren ersten Kind vom Stillen abgeraten.
Bei unserer kleinen habe ich mich durchgesetzt und habe versucht zu stillen, mir wurde es im Krankenhaus auch sehr gut gezeigt, nur leider hatte ich keinen Milcheinschuss und die kleine ist mit Gelbsucht ins Krankenhaus gekommen. Eine Hebamme hatte ich.

Ich möchte nicht, das so etwas noch einmal passiert, da ich immer noch damit zu kämpfen habe.

Daher meine Frage, was kann ich tun, damit es dieses mal mit dem Milcheinschuss klappt?

Fälschen und Milchpulver werde ich vorsichtshalber zu Hause haben.

Liebe Grüße alira

Liebe Alira,
manchmal kann es bei einer Reduktionsplastik mit dem Stillen Probleme wegen geringerer Milchbildung geben.
Da Sie aber nur eine einseitige Op hatten, besteht doch die Möglichkeit an der anderen Seite Ihr Baby voll zu stillen. Die Milchbildung stellt sich darauf ein.
Stillen Sie Ihr Baby von Anfang an, auch an der operierten Seite. Wichtig ist vor allem in den ersten Tagen häufiges Anlegen (8-12x / 24 Stunden), um dir Produktion optimal anzukurbeln. Falls Ihr Baby wieder gelb sein sollte oder aus anderen Gründen nicht oft genug an der Brust saugt, können Sie mit einer guten Milchpumpe durch häufiges Pumpen die Milchproduktion anregen. Wenn Sie feststellen, dass die operierte Seite keine Milch gibt, legen Sie nur an der anderen Seite an.

Lassen Sie sich im Krankenhaus von einer Stillberaterin helfen.
Alles Gute für die Zukunft,
A.Redepenning

Guten Abend,
vielen dank für Ihre Antwort.
Genau so haben wir es bei der kleinen gemacht.

Alle paar Stunden angelegt, mit einer Milchpumpe extra abgepumpt aber es kam einfach nichts.

Das Krankenhaus, in dem ich entbunden habe und auch wieder werde, ist als Babyfreundlich ausgezeichnet und hat auch eine extra Stillberaterin auf die man immer zugreifen kann.

Die frage ist, wie kann ich dafür sorgen, das ich einen Milcheinschuss bekomme?

Liebe Grüße alira

Hallo Alira,

ich habe genau das selbe "Problem" wie Du - nach einer Brustverkleinerung (eine Seite) vor 17 Jahren sagte man mir aber nicht, daß ich nicht stillen soll (ganz nachvollziehen kann ich diese Aussage bei Dir nicht; spricht medizinisch etwas dagegen? #kratz ), sondern: Entweder es klappt, oder eben nicht.
Bei mir hat man damals die Brustwarze (also den gesamten Warzenhof) abgenommen und auf die verkleinerte Brust wieder aufgesetzt. Es ist also unklar, wie viele Milchkanäle dabei durchtrennt wurden.

Beim ersten Kind kamen mehrere Faktoren zusammen, an denen das Stillen wohl schließlich gescheitert ist. Im Krankenhaus hat man mir schnell zum Abpumpen geraten, mein Kind hat nicht richtig an der Brust gesaugt und war frustriert, weil nichts rauskam, wodurch widerum die Milchproduktion nicht angeregt wurde, und der Kleine hat ganz schnell die Flasche bekommen. Das hat ihn natürlich auch nicht unbedingt dazu animiert, an der Brust zu trinken - Flasche geht ja auch viel leichter.
Zu Hause haben wir es dann noch einmal versucht, aber nach 2 Tagen Frust und Heulerei hab ich aufgegeben. An dem Tag, als mein Sohn ein Flaschenkind wurde, waren wir beide zufrieden ;-), und er ist mittlerweile ein gesunder, vitaler fast-3-jähriger.

Neues Kind, neuer Versuch...
Im Krankenhaus (ein anderes als beim ersten Mal) hat man mir dazu geraten, immer wieder anzulegen. Daß die Neugeborenen im Normalfall eh immer erst mal ein bißchen abnehmen, weil die wenigsten Frauen sofort Milcheinschuß haben, hat mich beruhigt. So hat der Kleine also diesmal nicht sofort die Flasche bekommen, sondern nur zwei Mal ein kleines bißchen Wasser. Außerdem ist so ein Neugeborenenmagen sehr klein - wenn nur ein paar Tröpfchen Milch rauskommen, reicht das erst mal schon. Durch das Saugen wird aber der Milchfluß angeregt - selbst wenn nichts rauskommt.

Ich hab mir im Krankenhaus natürlich trotzdem Sorgen gemacht, ob mein Kind hungrig ist. Er hat zwar prima gesaugt, aber ich war sicher, daß nichts rauskam. Trotzdem hieß es immer wieder: Ihrem Kind geht's gut, geben Sie nicht auf, bei vielen Frauen kommt der Milcheinschuß erst spät. Das hat mir Mut gemacht :-)

Am Tag der Entlassung mußte ich den Kleinen just in dem Moment, als wir eigentlich das Krankenhaus verlassen wollten, noch mal stillen - und da hörte ich ihn das erste Mal Schlucken. Es war also Milch da, juhu! #huepf
Inzwischen ist der Kleine 14 Tage alt und bekommt Pre-Milch dazu, weil er nicht wirklich zugenommen hat (also aus der Brust nicht genug kommt) und meine Hebamme meinte, er bräuchte das, um Energie zu bekommen. Ich lege ihn also erst an (an beiden Seiten, oft (und das soll ich eigentlich immer) auch noch mal an der ersten [= operierten] Seite, wenn die zweite fertig ist, und danach bekommt er die Flasche. Ab morgen werde ich zusätzlich pumpen, um zu schauen, ob es was bringt (erst ab morgen, weil ich jetzt ein Rezept für eine elektrische Pumpe bekommen habe).
Zugegebenermaßen hat's mich schon leicht frustriert, daß ich wieder nicht genug Milch habe. Und daß ich zufüttern muß. Und daß ich nun wieder pumpen muß.

Aber: Ich habe zumindest ein bißchen Milch (im Gegensatz zum ersten Mal), und vielleicht wird's ja tatsächlich noch mehr. Ich gebe mich nicht der Illusion hin, mein Kind voll stillen zu können, aber so bekommt er zumindest einen Teil Muttermilch. Und das ist doch super #huepf Und wenn er gut zugenommen hat, versuchen wir, langsam die Pre-Milch zu reduziren, um meine Milchproduktion anzukurbeln. Dann muß ich vermutlich alle 2 Stunden stillen, aber den Vesuch ist es wert.

Was ich Dir raten möchte:
- Geh positiv an die Sache heran. Wenn es letztes Mal nicht geklappt hat, heißt das nicht, daß es diesmal wieder so ist. Und Stillen ist ganz viel Kopfsache.
- Anlegen, anlegen, anlegen.
- Trinken, trinken, trinken. (Meine Hebamme spricht von 3 Litern am Tag. Ehrlich, ich bin froh, wenn ich 1 1/2 Liter schaffe - und das ist vermutlich auch mit ein Grund, wieso es bei mir nicht so ganz "läuft".)
- Stilltee, Malzbier
- Anlegen, anlegen, anlegen.

Ich hatte vom ersten Kind noch die Flaschen hier, und wir haben vor der Entbindung neue Sauger und eine Packung Pre-Milch besorgt. Das war mein "Sicherheitskissen", so daß ich wußte: Wenn wir zu Hause sind und es kommt nichts, kann ich ihm immer noch die Flasche geben. Nicht, daß ich das WOLLTE, aber es war einfach beruhigend zu wissen, daß alles da ist.

Und ich habe mir gesagt, daß ich damit leben kann, wenn auch das zweite Kind die Flasche bekommt. Ich kann verstehen, daß es Dich frustrieren würde, wenn es bei Dir wieder so laufen würde wie beim ersten Mal, aber leider gibt es einfach keine Garantie. Selbst mit nicht operierten Brüsten ist nicht 100%ig garantiert, daß man stillen kann. Mach Dich nicht verrückt - richtig beeinflussen kann man den Milcheinschuß nicht.

Das mit der Stillberaterin ist super! Ich drücke Dir feste die Daumen, daß Du gelassen ans Stillen herangehen kannst und wünsch Dir und Deinem Baby viel Erfolg #liebdrueck

Liebe Grüße - und wenn Du noch Fragen hast, schreib mir gerne eine PN. Ich bin nicht täglich bei urbia, aber zwischendurch schau ich schon mal rein ;-) #winke

Liebe Alira,
danke für Ihre Nachricht.

Es ist nicht gesagt, dass Sie dieselben Erfahrungen beim 2. Kind machen müssen, wie beim Ersten.

Wie gut, dass Sie sich eine Klinik mit einer Stillberaterin ausgesucht haben. Versuchen Sie stressfrei und ganz entspannt ans Stillen zu gehen, lassen Sie sich helfen und vermeiden in den ersten Tagen zuviel Besuch und Unruhe. Kuscheln Sie viel mit ihrem Baby und legen es auch ruhig einmal nackt (nur mit der Pampers) auf Ihren Oberkörper, in die Nähe Ihrer Brust. Babys fühlen sich sehr wohl dort. Sie erholen sich so sehr gut von der Geburt und erhalten eine konstante, angenehme Körpertemperatur, die auch wichtig für ihr Gedeihen und Wohlbefinden ist.

Die Stillberaterin wird Ihnen sicher auch raten häufig anzulegen. Vor allem in den allerersten Tagen ist, wie gesagt, die Stillfrequenz sehr wichtig. Lassen Sie sich ihr auch zeigen, wie Ihr Baby korrekt angelegt wird und saugen muss, um etwas zu bewirken. Sie sollten beim Stillen in den ersten Tagen regelartige Schmerzen in der Gebärmutter verspüren und ein Durstgefühl, das über die ganze Stillzeit beim Anlegen anhalten kann. Sorgen Sie gut für sich und stellen Sie sich beim Stillen etwas zum Trinken und zum Essen hin. Trinken Sie in der Stillzeit ca 2l / Tag. Zuviel Flüssigkeit kann sich auch negativ auf den Milchspendereflex auswirken.
Wichtig ist auch noch zu wissen, wie die Operation bei der Reduktion vorgenommen wurde. Es kann sein, dass die Milchgänge an der Brustwarze durchtrennt wurden. Dann kann die Brust an der Seite nicht mehr gut entleert werden.
Haben Sie Ihrem Frauenarzt nach der Stillzeit auf die mangelnde Milchmenge angesprochen? Haben Sie vielleicht Ihre Schilddrüse daraufhin untersuchen lassen? Manchmal besteht eine Schilddrüsenunterfunktion, die Schuld ist an mangelnder Milchbildung.
Nochmals alles Gute für Sie,
A.Redepenning

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