Depression - ich kann nicht mehr!

Hallo,

ich muss mir jetzt mal einiges von der Seele schreiben, hoffe das Forum passt.

Es fing alles vor ein paar Jahren an. Alpträume, Reizbarkeit, starke Stimmungsschwankungen, Traurigkeit, Perfektionismus, starke Gewichtsabnahme.

Dann bin ich ungeplant schwanger geworden. In der Frühschwangerschaft ging dann meine Beziehung zum KV völlig in die Brüche.:-(

Am 23.09.06 hab ich meine Tochter zur Welt gebracht. Ab da ging es mir noch schlechter. Ich habe keine freude empfunden.

Ging dann zum Psychologen. Hab Citalopram verschrieben bekommen. Habs nicht vertagen und msste es wieder absetzen. Bin dann zu einer anderen Psychologin(wollte lieber zu einer Frau) Sie hat mein ganzes Leben durchleuchtet. Naja, und die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Sie meinte, ich leide schon seit Jahren unter einer Depression und auch in der SS und jetzt an einer PPD zusätzlich.

Am 22.03.07 habe ich einen Termin bei einer Psychiaterin,sie soll mir Medikmente verschreiben und mit meiner Psychologin mache ich die Therapie weiter. Da ist der nächste Termin am 23.02. Das ist alles so eine große Zeitspanne bis dahin. :-(

Mir geht es so schlecht! Ich habe Zwangsgedanken meiner Tochter gegenüber. Höllische Angst, ihr etwas anzutun! Besonders schlimm ist es früh, wenn ich müde und total ko bin und sie weint. Aber auch tagsüber flippe ich immer öfter aus. Ich schreie sie an, dann tut es mir so unendlich leid. Aber i dem Moment kann ich mich nicht unter Kontrolle bringen.

Der KV versucht mir zu helfen. Aber nur wenn es ihm passt. Er war die letzten zwei Tage bei mir. Vorhin ist er zu nem Kumpel gefahren. Ich habe ihn angefleht, mich nochmal anzurufen und eventuell wieder her zu kommen, weil ich so sehr angst habe vor der Nacht und dem Morgen! Jetzt hat er sein Handy aus! Ich fühle mich total im Stich gelassen! Ich habe doch in der Situation nur ihn.
Meine Familie weiß nichts davon. Sie würden das alles nicht verstehen. Sie wissen auch nicht, dass der KV ab und zu bei mir ist, sie wollen nicht,dass ich Kontakt zu ihm habe. Sie meinen er hätte schlechten Einfluss auf meine Tochter! Aber er ist nunmal der Vater. Und er ist auch total lieb zu ihr! Sie mögen ihn nur nicht. Das belastet mich nochmehr.#heul

Meine Therapeutin meinte, ich suche meinen Vater(er hat meine Mama damals verlassen,da war sie noch schwanger mit mir).Ich hab ihn nie kennenglernt. Mein jetziger Papa kam mit meiner Mama zusammen,da war ich zwei. er ist wie mein leiblicher Vater, kenne es nicht anders.
Aber vielleicht suche ich eben meinen Ursprung? Aber meinen Erzeuger zu finden ist fast unmöglich. Wie sollte ich das anstellen?
Dann mein Perfektionismus, egal ob Arbeit,Haushalt oder so. Das engt mich auch sehr ein.Ich nehme wieder immer weiter ab. Mir gehen die Haare aus und auch so gehts mir körperlich nicht so gut.
Dann war die Geburt sehr kurz(4h). Meine Therapeutin meinte, dass stellt auch ein Problem dar. Ich gehe die Geburt in Gedanken immer wieder durch,aber irgendwie fehlen mir immer Stücke. Wenn ich drüber nachdenke, hab ich das Gefühl, die Geburt dauerte nur zwei Minuten! Ich hatte auch was gespritzt bekommen. Das trübt mein Erinnerungsvermögen zusätzlich.

Ich kann nicht mehr. Was soll ich nur tun? Ich wünsche mir so sehr eine kleine Familie, Geborgenheit, Glück.
Bin nur noch am Heulen. Kann mich zu nichts mehr aufraffen. Selbst einkaufen fällt mir schwer. Würde am liebsten abhauen. Weit weg....

Hab auch schon an eine Mutter-Kind-Kur gedacht?Aber obs was bringt?

Danke fürs Zuhören....#danke

LG

Anne

1

Liebe Anne,

das klingt alles sehr schlimm und ich glaub, dir kann hier im Forum niemand wirklich helfen. Bitte sprich doch mit deiner Familie darüber und erzähle ihnen, wie es dir wirklich geht. Du schreibst nichts über deine Mutter, aber wenn ihr ein gutes Verhältnis habt, wird sie doch alles tun um dir zu helfen.
Ich denke, die Familie ist das Wichtigste und kann dir Rückhalt und Kraft geben. Habe auch lange gebraucht, um das zu verstehen. Eigentlich 36 Jahre, bis ich selbst Mutter wurde.

Ich wünsch dir viel Kraft

LG Lenimum

2

Hi,

ach Gott, du arme. Laß dich mal ganz fest #liebdrueck von mir. Verstehen kann ich dich teilweise, ich war damals in Therapie, kurz bevor ich mit der Kleinen Schwanger geworden bin. Durch die SS hat sich bei mir zum glück alles ins gute verbesert. Vielleicht solltest du wirklich zu einer Mutter-Kind-Kur. Du liebst deine Tochter über alles, vielleicht solltest du doch deine Familie einweihen, einfach das du unterstützung hast. Du hast probleme, also hol dir auch hilfe von deiner Familie, du brauchst sie in dem fall.

Lg,
Hsiuying + #baby May-Ling (15.7.06) & #ei im Bauch (20 SSW)

3

Hallo,Anne!

Erstmal: Respekt,dass Du den Mut aufbringst,uns das alles hier zu schreiben!!!!!!!!!

Bitte gehe schnellstmöglich nochmal zu deiner Psychologin,sie MUSS Dir zuhören und einen füheren Termin geben!Die Sache bei Dir erscheint mir ziemlich verfahren und ich glaube,eine Mutter-Kind-Kur würde Dir wirklich sehr viel bringen#pro

Hast Du denn keinen Hausarzt,der Dich schon länger kennt und Dich vielleicht beraten kann?

Und: Deine Familie darf sich da nicht einmischen,auch wenns schwer fällt,es ist Deine endscheidung mit dem KV!!!!!Und ich würde immer nach dem Wohl des Kindes handeln!Und wenn er sich gut kümmert,warum nicht?

Bitte vertraue Dich jemanden an (deiner alten Hebamme vielleicht),Frauenärztin oder einer Freundin!
Ich habe auch schon einiges durch und weiß,wovon ich rede,leider......

Ich glaueb ganz fest,dass Du das schaffst#herzlich

ganz liebe Grüße,
Bine+Florian*5.4.2006

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Hi!
Das mit dem ausflippen am morgen, oder der verzweiflung wenn das Kind schon lange schreit und man nicht mehr weis was man tun soll. Allerdings ist das bei mir nicht so wie bei dir. Bei dir ist das ja alles nicht so toll. Ehrlich gesagt, egal ob es irgendwie superweiber gibt, die das alles so toll alleine hinkriegen, aber ich bin der Meinung, man braucht hilfe. Es tut gut wenn man mal ne halbe Stunde in ruhe duschen kann, weil oma auf das Kind aufpasst, oder endlich man sich was nettes Kochen kann, weil der Papa da ist. Dein KV ist ja nichteinmal immer da. Kein Wunder, ich wäre auch immer gut drauf mit meiner Tochter wenn ich sie nur sehe, wenn ich lust hab und nicht wenn sie heult wegen Bauchschmerzen, Hunger, Windel voll usw. Wenn man das irgendwie einrichten kann, wuerde ich dir Raten in die Nähe deiner Eltern zu ziehen oder so. Ich weis jetzt nicht in welchen Verhältnis ihr jetzt zueinander steht, aber wenn das ein gutes ist, dann lass dir doch von Ihnen helfen. Glaube mir, manchmal ist es gut nach Hilfe zu fragen, nur dann wird einem geholfen. Ich kenne das sehr gut, so stolz ich bin habe ich mittlerweile genug einstecken müssen, und jetzt bin ich dadurch schlauer, zu wissen wann schluss ist und wann ich hilfe brauche. Es bringt deinem Kind nichts, wenn die Mama ausgelaugt, gereizt und nervös ist. Vielleicht kannst du auch einmal die Woche mit deinem Kind bei deinen Eltern übernachten und deine Mutter kann dir die "Nacht-Früh-Schicht" übernehmen?
Ich wünsche dir echt alles gute und glaub mir, ich habe einen sehr lieben Ehemann, aber unsere Männer können nicht genau verstehen was wir Frauen durchmachen, einen Mama schon.
Ich wünsche dir alles gute und viel, viel Kraft. #herzlich

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Hallo Anne, deine Geschichte ist sehr traurig. Wenn du von deiner Familie nicht unbedingt hilfe bekommst - hoffe ich doch für dich das du wenigstens eine Freundin hast die dir in deinen schlimmen Stunden beisteht.

Finde es etwas seltsam die sich die Psychologin so lange auf einen Termin warten lässt - ehrlich gesagt unverantwortlich. wenn du keine Kraft für dich selbst hast wo sollst du dann die Kraft für dein Kind hernehmen? Ich würde an deiner Stelle schnellstmöglich versuchen einen früheren "Notfalltermin" bei einem Psychologen/Klinik zu bekommen.

Der Weg ist lang und steinig aber du schaffst das!!!!!

#liebdrueck Christina

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Hallo Anne,

es tut mir leid, was Du alles durchmachen mußt.
Beim Lesen Deiner Geschichte hab ich mich ein wenig wiedergefunden, da ich auch an einer PPD gelitten hab, die jedoch nicht so kritisch war und ohne Behandlung weggegangen ist.
Ich denke, das beste für Dich wäre eine stationäre Aufnahme in einer Mutter-Kind-Einrichtung für längere Zeit.
Neben der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung lernst Du dort, Dein Kind selbst zu versorgen und Sicherheit im Umgang mit ihm zu bekommen. Sicher wäre es gut, wenn Du eine Zeit lang mal aus Deiner vertrauten Umgebung herauskämst. Du schreibst ja von Deinem Perfektionismus im Haushalt etc. Dann könntest Du davon ein wenig Abstand gewinnen.
Eine Liste dieser Einrichtungen findest Du hier:
http://www.schatten-und-licht.de/mutterkind.html

Ich finde es unmöglich, daß man Dich bei der Psychologin so lange warten läßt. Geh notfalls zum Hausarzt oder ruf direkt in einer der Kliniken an und erkläre Deine Notsituation. So kann Dich keiner sitzen lassen!

Ich wünsche Dir, daß Dir bald jemand hilft! Und ich wünsche Dir den Mut, mit Deiner Familie darüber zu reden, denn früher oder später werden sie es sowieso erfahren.
Auf den KV kannst Du Dich ja anscheinend nicht verlassen, aber vielleicht kann Dich Deine Familie auffangen, wenn Dir wieder alles über den Kopf wächst und Du Angst hast, Deiner Tochter gegenüber aggressiv zu werden.

Alles Gute #liebdrueck
Dina

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Hallo Anne,

es tut mir Leid, dass es dir so schlecht geht. Ich denke, du solltest auf jeden Fall versuchen, einen früheren Termin bei der Psychiaterin zu bekommen oder dich an einen anderen Arzt oder eine Beratungsstelle zu wenden. Kennst du die Webseite http://www.schatten-und-licht.de ? Da ist auch eine Liste mit Adressen von Fachleuten zu PPD.

Ich bin keine Expertin, aber ich glaube, in der akuten Krise, in der du ja bist, kann dir mit Medikamenten am besten geholfen werden, und die solltest du so schnell wie möglich bekommen. Eine Therapie und eine Kur sind mittelfristig sicher auch sinnvoll, aber erstmal braucht deine Seele ein bisschen Erholung.

Ich hatte übrigens auch diese Zwangsgedanken in den ersten Wochen nach der Geburt. Sie sind scheußlich. Sie gingen dann glücklicherweise weg, als ich mich gerade dazu aufraffen wollte, ärztliche Hilfe zu suchen. Aber du weißt hoffentlich, dass diese Gedanken nichts damit zu tun haben, dass du keine gute Mutter wärst. Deine Kleine ist übrigens superniedlich (habe gerade deine Website angeguckt) und sieht auf den Fotos ganz zufrieden und glücklich aus.

Viele Grüße
Meggie mit Paula (*16.07.2006)

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Hallo Anne!

Du musst dir so schnell wie möglich Hilfe holen.
Meiner Freundin ging es genauso wie Dir. Allerdings kam da mittlerweile das dritte Kind und sie war am Ende. Da ich viel mit dem Jugendamt zu tun habe weil ich Pflegemutter bin fragte ich dort dann nach.
Meine Freundin wand sich ans JA und bekam Hilfe. Ihr wurde eine Familienhelferin zur Seite gestellt bis es ihr besser ging und Du brauchst 100% keine Angst zu haben dass Dir irgend jemand Dein Kind wegnehmen will. Diese Angst hatte meine Freundin nämlich auch und heute würde sie jeder Mutter in ihrer Lage diese Lösung empfehlen.

Denk einfach mal darüber nach. Dann hätte auch Deine Familie damit nix zu tun. Du kannst gerne nachfragen wenn Du noch etwas wissen willst.

Lieben Gruß

Petra

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liebe anne
mir gehts so änlich nur das meine mama mich unterstützt dafür hat der kv niks mehr usn zu tun...
ich habe am freitag ein beratungsgespräch zur vrobereitung einer stationären behandlung in einer psychatrischen klinik klingt hart aber etwas andres hilft mir nicht mehr.. ich habe viel durchbgemacht in meinem leben und seit dem ich am 06.10.06 mein sohn bekommen habe ist alles noch schwerer.... diese klinik wo ich hingehen werde hat eine mutter-kind-station also kann ich mit ihm gemeinsam dort sein udn muss mich für die zeit nicht von ihm trennen udn kann ntrotzdem meine probleme in den griff kriegen...

hoffe du findest bald hilfe gruss marijke

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