Bin ich eine schlechte Mama?

Hallo liebe Mamis,

ich bin so am verzweifeln mit dem Gedanken ob ich eine gute Mutter bin oder ob ich es zurecht infrage stelle.

Meine Tochter (10 Monate alt) und ich hatten keinen einfachen Anfang. Insgesamt waren wir knapp 2 Wochen im Kh nach der Geburt mit Höhen und Tiefen. Bei mir hat sich danach oder schon währenddessen eine Wochenbettdepression breitgemacht, wovon niemand bisher weiß oder wusste.
Nach diesen knapp 2 Wochen Aufenthalt brauchte ich Luft, wirklich. Mein Partner hatte desöfteren vorgeschlagen unsere Tochter mal bei der Oma abzuliefern, zumindest damit wir Nachts mal schlafen können. Ich hab's mitgemacht auch wenn mir nie wohl dabei war und ich mich schrecklich gefühlt habe mein eigenes Kind ständig abzugeben. Ich liebe sie über alles, ich kann ihr nie genug Liebe geben..
Jedenfalls hab ich es dann nicht mehr gewollt und wollte sie auch niemandem mehr geben. Es gab keinen Grund, ich hatte einfach Schuldgefühle und wollte sie bei mir haben.
Sie war oder ist, leider ein sehr heftiges Schreibaby.
Mein Partner fing dann nach einiger Zeit wieder an zu arbeiten und für mich war das ganz besonders hart.
Eigentlich hat es super geklappt..ehrlich, ich liebe ihre Nähe und die Zeit die wir haben.
Aber 2x kam es vor in dieser Zeit wo der Papa arbeiten war, dass sie mich so an's Limit gebracht hat, wo ich so laut geschrien und geweint habe, weil ich nicht mehr wusste was ich machen soll bei diesem ganzen Geschrei. Ich habe sie dann immer in's Bett gelegt, wenn ich nicht mehr weiter wusste. Manchmal war es aber schneller als üblich, habe sie aber nie verletzt. Dennoch hab ich unfassbare Schuldgefühle..ich hatte sie schon öfter Mal etwas grob im Arm gehalten aber nie so fest, dass ich sie verletze.
Ich hab sie auch mal schneller geschaukelt, weil sie nicht schlafen wollte.( nicht geschüttelt!)
Oh man..ich bin so eine Rabenmutter..so viele Fehler die ich bereits begangen habe.🤕
Das Letzte schlimme was mir passiert ist, wo sie sich wirklich verletzt hatte, war als sie Nachts den Kopf hochgemacht hatte als sie auf mir schlief und ich es von ihr kenne, dass sie diesen immer abrupt fallen lässt, so das es mir weh tut. Somit hab ich leicht ihren Hinterkopf runtergedrückt, dass dies eben nicht passiert und plötzlich gab es aber keinen Widerstand mehr, so dass sie ihn fallen lies und ich hab natürlich noch gedrückt gehabt. Somit fiel sie voll auf mein Schlüsselbein und hat kurz geweint und geschrien. Seitdem stelle ich mir die Frage, wie man nur so ein Monster sein kann wie ich auch von den vergangenen Situationen.

Bin ich so schlecht? Ich könnte jeden Tag weinen, weil ich Angst habe meine Tochter liebt mich nicht oder denkt sie wird nicht geliebt von mir.

Danke für diejenigen, die es bis hier her gelesen haben.

Bin ich schlecht?

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Wieso weiß denn niemand von deiner Wochenbettdepression?
Su solltest dir schnell ein Ventil oder sogar professionelle Hilfe, einfach zum reden, suchen, denn es hilft dir in keiner Weise weiter, wenn du "alles in dich hineinstopfst" und deine Belastungsgrenze bzw deine Zündschnur zu kurz wird.

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Nein, du bist nicht schlecht, fast jedes Elternteil hat so was schon mal erlebt. Babies können einen an die Grenze bringen. Auch darüber hinaus. Wenn du aber jetzt noch Angst hast, dein Kind liebt dich nicht, dann hast du deine Depression noch nicht überwunden. Bitte sprich mit einem Arzt darüber! Und geh in die Schreiambulanz, falls dein Kind immer noch viel schreit.

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Es sollte hier niemand abstimmen, weil wir dazu gar nicht urteilen können. Da spielen grad so viele Emotionen deinerseits mit rein. Du solltest dir dringend Hilfe holen um das bisherige zu verarbeiten zu können. Es müssen ja keine schlimmen Sachen wirklich passiert sein...aber du machst dir Vorwürfe und damit du deiner Tochter Liebe geben kannst musst du dich erstmal selbst lieben und akzeptieren, dass wir alle nur Menschen sind und Fehler machen. Ich denke, dass man dir sehr gut helfen kann mit was auch immer...du musst damit auf keinen Fall alleine sein. Du machst bestimmt nichts falsch aber vielleicht liegen grad einfach die Nerven blank und das darf man auch mal zugeben. Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Liebe, ihr werdet das gemeinsam schaffen 💕

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Hey,

mach dir nicht so viele Gedanken. Für mich klingt es vollkommen normal! Alltag mit Schreibabys darf man auch nicht klein reden. Das bringt einen an so einige Grenzen.

Das mit dem Schlüsselbein ist mir auch schonmal passiert. Ich weiss nicht mehr, ob ich ihren Kopf (natürlich sanft und schützend) festhielt oder ähnliches, aber sie ist mit voller Wucht dagegen geknallt. Hat auch kurz geweint und ich habe mir natürlich Sorgen gemacht, dass sie ihr Näschen gebrochen hat 🙈.

Mit dem hinlegen und schaukeln ist auch normal. Ich bemerkt auch manchmal, dass ich ungeduldiger werde und sobald ich es bemerke atme ich tief ein und versuche runterzukommen. ungeduldiger in dem Sinne, dass ich sie schneller ablege oder hochhebe und nicht versuche sie mit einem Lächeln aufzumuntern. Bei dem Dauerpegel ist das hart.

Sobald du es bemerkst, versuche kurz ruhiger zu werden und dich zu kontrollieren. Es schadet auch nicht kurz den Raum zu verlassen und durchzuatmen! Das tut euch beiden gut, wenn du danach wieder mehr Geduld aufbringen kannst. Sie spürt deine Unruhe ja auch.

Aber klar, ist alles leichter gesagt als getan. Und nimm dir die Hilfe der Oma. Das ist weder ein Abschieben noch ein Anzeichen für wenig Liebe oder sonst was.
Sei froh, dass die Oma da ist! Ich vermisse es total die Möglichkeit zu haben und beneide jeden, der das Kind kurz parken kann!

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Natürlich mein ich mit Ungeduld keinesfalls und nicht annähernd verletzend oder unvorsichtig!

Wegen der Depressionen würde ich ebenfalls einen Gesprächspartner suchen und wenn es nur eine andere Userin bei urbia ist, die ähnliches durchgemacht hat. Anonym ist ja oft auch angenehmer.

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Wir alle machen (solche und andere) Fehler. Such dir bitte dringend Hilfe, solche Gedanken zerstören dich und deine Bindung zum Kind.

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Grundsätzlich klingt das meiste absolut normal. Du hast deiner Tochter NICHTS schlimmes angetan. Du hast sogar oft richtig reagiert, indem du sie ins Bett gelegt hast, wenn du am Limit warst. Du musst dir keine Vorwürfe machen! Mir ging es oft genau so!

Allerdings: man hört dir deine Verzweiflung in jedem Wort an. Bitte, bitte such dir professionelle Hilfe. Das ist so unglaublich wichtig- Für dich UND deine Tochter.

Und nochmal: Nein, du bist absolut keine schlechte Mutter!

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Diesen Beitrag unterschreibe ich genauso und ergänzen noch um einige, hoffentlich hilfreiche, Links:

https://www.elternsein.info/fruehe-hilfen/was-sind-fruehe-hilfen/

https://www.wellcome-online.de/

https://schatten-und-licht.de/

Such dir Hilfe und Unterstützung! Das bräuchte nahezu jeder in deiner Situation und ist nichts, wofür man sich schämen muss. Im Gegenteil. Es zeigt, dass du eine verantwortungsvolle Mama bist. Alles Gute

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Hey,
mir gehts momentan ähnlich und ich werfe mir öfter vor was ich für eine schlechte Mutter sein muss. Wir haben dazu noch eine Vorgeschichte.
Hier sind alle vorgewarnt dass sie mich im Auge behalten, damit ich erst gar nicht in die Depression rutsche. Da du ja selbst schon gemerkt hast, dass du schon drin bist hilft dir da nur: Hilfe suchen, am besten professionelle. Aber auch jede Hilfe aus der Familie annehmen. Hier ist es meine Mutter die 2x die Woche kommt, mir im Haushalt hilft und vor allem in der Zeit wo sie da ist sich komplett um den Lütten kümmert. Ich kann dann 1-3 Stunden machen was ich will. Sei es duschen, Haushalt, Termine wahrnehmen oder auch nur allein einkaufen. Das sollte man immer annehmen auch wenn es schwer ist. Ich musste das auch erst lernen. Es gab sogar Schimpfe von meiner Mama das ich nichts sage 😅 da hats Klick gemacht. Bei ihr kann ich mich dann auch mal ausheulen. Ebenso bei meiner besten Freundin und meiner Schwester. Das braucht man und der Frust dass es eben nicht Friede, Freude, Eierkuchen ist muss raus.
Solange man sich bewusst wird dass man in dem Moment überfordert ist ist es gut. Rausgehen und Luft holen. Mal 2 Minuten schreien lassen (um runterzukommen) und wieder hingehen. Manchmal sieht die Welt dann besser aus.
Und was ich gemerkt habe: Je mehr Schlaf ich hatte umso weniger schlimm empfinde ich das schreien. Also mach ich auch mal 20uhr die Augen mit zu und schlafe.
LG

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Hör mal, mein Baby 7 Woche alt ist 99% ein Engelchen. Sie schläft alleine ein, schläft in ihrem Bett, meldet sich „nur“ alle 4 Stunden zum Trinken, Windel muss einfach frisch sein und dann ist die friedlich. Also ich kann mich echt nicht beklagen. Dennoch kam es mal hin und wieder vor, dass sie in der Nacht nicht richtig trinken wollte, eingeschlafen ist dazwischen, etc. und ich bin dann auch kurz durchgedreht, einfach weil ich auch müde war und es mich genervt hat sie soll seit Stunden zu stillen. Ich hab ich natürlich nicht weh getan, aber ich war wütend und frustriert. Später hatte ich auch ein schlechtes Gewissen. Ich denke das ich normal, manchmal kommt das vor, aber das heisst nicht gleich das man schlecht ist oder eine Rabenmutter. Ein Schreibaby erfordert viel Geduld und Nerven, voll verständlich das man dann da mal kurz die Fassung verliert und heult oder schreit. Solange du ihr nicht vorsätzlich weh tust ist alles gut. Trotzdem finde ich du solltest mal mit jemanden sprechen oder in eine Klinik gehen für Schreikinder. Alles Gute und hab kein schlechtes Gewissen, Mutter sein ist alles andere als leicht.

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Hey,
Such dir doch eine Familienhebame 💓 eine Bekannte hatte auch ein Schreibaby, wusste auch nicht mehr weiter und war absolut fertig mit den Nerven. Die Familienhebame konnte ihr helfen 🍀

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