Unzuverlässige kinderlose Freunde

So das wird jetzt ziemlich lang und vielleicht ist mein "Problem" auch etwas spezifisch aber vielleicht kennt es ja doch jemand.

Ich bin vor ein paar Monaten zum ersten Mal Mutter geworden.

Aktuell bin ich irgendwie etwas genervt von ein paar Freundinnen.

Sie waren schon immer etwas unverlässlich.
Sprich, unpünktlich, Treffen am selben Tag um eine Stunde verschieben und allgemein eher chaotisch.
Ich bin übrigens selbst auch kein total durchorganisierter Mensch, im Gegenteil, bin froh, wenn die Wäsche nur 2 Tage auf der Leine verbringt (auch vor dem Baby), aber manche Dinge sind für mich im Bezug auf Verabredungen selbstverständlich, da sie für mich Respekt gegenüber der Person bedeuten.

Kinderlos hat mich diese Unzuverlässigkeit auch schon gestört, war aber ok. Ist halt die "Eigenart". Man ist ja jung und flexibel.

Jetzt mit Baby finde ich es aber extrem nervig, sodass ich gar keine Lust mehr habe was zu unternehmen.

Beispiele:
Wir wollten uns zum spazieren gehen treffen. Sie zu mir an der Tür abholen.
Ich habe also so 2 Stunden vor der Zeit angefangen alles vorzubereiten, Wickeln, Stillmahlzeiten genau so angepasst, dass es nachher mit der vereinbarten Uhrzeit klappt. Laufe dann also mit mittlerweile friedlich schlafenden Baby in der Trage vor der Uhr auf und ab, stolz, dass ich es mit der Zeit perfekt hinbekommen habe. Was passiert, Freundin kommt fast 30 Minuten zu spät (OK, sie hat geschrieben als sie eigentlich schon auf dem Weg sein sollte).
Beim Spaziergang ist meine Kleine dann aufgewacht und hat den ganzen Heimweg geweint, die halbe Stunde Zuhause hatte ich ja eigentlich nicht so eingeplant.

Vor Ostern haben wir zusammen Eier ausgeblasen und bemalt bei uns Zuhause. Ich habe mich schon darauf vorbereitet, eher mit Baby nebendran zu sitzen und zuzuschauen, quatschen. Ist ja auch schön. Problem war dann, das Ganze hat ziemlich lange gedauert und als wir (bzw. die) fertig waren ist der Besuch dann ziemlich schnell abgedampft.
Der Esstisch war noch voll mit Farbe, Küche war ein Chaos, obwohl vorher noch nebenbei gesagt wurde "wir helfen dir dann beim Aufräumen".
Da war ich wirklich enttäuscht. Durfte dann also am späten Abend erstmal die komplette Bude wieder auf Vordermann bringen. Und das bei Besuch ohne Kinder 🙄

Jetzt kommen von den Freundinnen ständig Sprüche nach dem Motto "wir müssen mal wieder was machen" - ich habe aber darauf gar keine Lust.
Nur spazieren ist denen zu langweilig, es muss noch was zusätzlich gemacht werden, aber das ist mir zu lange und auch zu blöd mit den Chaoten. Die haben gar kein Bewusstsein dafür, dass ich da jetzt einen weiteren Menschen dabei habe der seine eigenen Bedürfnisse.

Weiß jetzt auch gar nicht genau, was ich von euch hören will.
Mir bleibt wohl nichts anderes übrig als ehrlich sein und Treffen höflich ausschlagen, verschieben, so anpassen dass es mit Baby klappt.
Ist das normal, wenn man plötzlich die Mama unter den Freunden ist?!

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Ich habe eine 10-Monate alte Tochter und bin immer pünktlich. Früher war ich das aber auch nicht und habe auch mal getrödelt. Seitdem das Kind da ist, haben sich aber die Prioritäten verschoben und genauso wenig wie ich warten kann(!), will ich inzwischen andere warten lassen. Und irgendwo spielt auch der Stolz mit rein, es trotz Baby rechtzeitig geschafft zu haben. Ich glaube wir könnten uns recht ähnlich sein, oder?

Du bzw. dein Umfeld klingt allerdings noch jünger (bin Mitte 30 und habe überwiegend ältere Freunde) und ich glaube deine Freunde haben noch nicht den Überblick, was es bedeutet die Verantwortung zu tragen und Zeiten einhalten zu müssen, weil einem sonst das ganze Ding um die Ohren fliegen könnte. Sie sind ausschließlich für sich selbst verantwortlich. Daher prallen bei euch wohl gerade Welten aufeinander und es braucht Zeit sich einzuspielen.

Bei der Oster-Ei-Aktion hättest du einfach direkt fragen können, ob sie noch kurz mithelfen die Sachen wegzustellen. Das wäre mit mehren Leuten eine Sache von nicht einmal 5 Minuten gewesen (und wäre für mich auch ohne dass Kinder involviert sind selbstverständlich). Da kannst du überlegen, warum du das nicht getan hast: Hast du vielleicht das Gefühl mit Kind nicht die Spaßbremse sein zu können und deswegen etwas durchgehen lassen, was dir widerstrebt?

Ich hatte nach langer Besuch eine Freundin bei mir. Wir haben uns lange nicht gesehen, ich war umgezogen und sie kam nach der Arbeit vorbei. Mein Partner hat sich den Abend um das Kind gekümmert, sodass wir locker auf der Terrasse sitzen und schnacken konnte. Um 8(?) kam sie auf die Idee die Wohnung sehen zu wollen. Als ich gesagt habe, dass das nicht ginge, weil das Baby schon einmal wach geworden war, als der Spätbote geklingelt hat und wir nicht einfach in das Schlafzimmer gehen können, weil das für meinen Freund wieder Mehrarbeit bedeutet, hat sie das verstanden. Vorher hat sie mich aber immer nur ohne Kind kennen gelernt. Da wäre das natürlich kein Problem gewesen.

Was spazieren angeht: Das ist auch eine lame Sache, wenn man keine Kinder hat. Da kann man nichts machen! Für dich ist es aber (wenn ich nach mir gehe) aktuell die beste Veranstaltung, um eine Stunde Ruhe und ein entspanntes Kind zu haben. Wie wäre es, wenn ihr euch in der Mitte trefft? Ihr also sowohl spazieren geht, als auch Sachen macht, wenn das Kind schläft (weiß nicht, ob das bei euch geht, aber ein Fernsehabend wäre bei meinem Kind locker gegangen, die Anfangszeit wäre eben flexibel gewesen) oder dein Partner aufpasst? Der Kontakt wird wahrscheinlich weniger werden, einfach weil du noch eine andere Baustelle in deinem Leben hast und nicht mehr so frei über deine Zeit entscheiden kannst wie deine Freunde. Aber mit erklären, Grenzen ziehen und aufeinander zu gehen sollte das machbar sein.

Unterwegs stillen: Dazu haben meine Mutti-Freundinnen übrigens auch seltene Lust. Ja, sie machen es, wenn es notwendig ist, aber sie machen es dann doch lieber zuhause und timen die Spaziergänge um die Stillmahlzeiten herum. :-) (Ich gebe die Flasche, mir ist das egal, solange wir einen Stopp an einer Parkbank machen können)

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Wie meine Mutter einst sagte „viele Hände schnelles Ende“ 😂.

Zu dem Alter der TE: auf mich wirkte es auch sehr jung, so dass es zwei komplett unterschiedliche Lebenswelten sind. Hätte ich mit Anfang/Mitte 20 Kinder bekommen, hätte ich jetzt vermutlich einen komplett anderen Freundeskreis. Fairweise habe ich den auch so durch das ganze Umziehen von Uni zu Uni und Job 🤷🏼‍♀️

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Du sprichst / schreibst nicht sonderlich nett von deinen Freundinnen. Ich verstehe dich einerseits sehr gut und sehe als Mama deinen Ärger durchaus. Allerdings finde ich auch, dass du von deinen Freundinnen nicht erwarten kannst, dass sie sich total verändern, nur weil du jetzt ein Baby hast. Im Gegenzug redest du dann davon, dass du gar keine Lust auf sie hast und die Dinge, die sie wollen. Diese Konstellation finde ich sehr schwierig und keine gute Ausgangslage, wenn die Freundschaft Bestand haben soll. Hier müssen schon beide Seiten an der Beziehung arbeiten.
Wenn du jetzt jahrelang alles toleriert hast, dann finde ich es unfair, jetzt (einseitig) Änderung zu erwarten, nur weil du es plötzlich anders magst. Und ständig zu betonen, dass die Freundinnen ja kinderlos sind, wird über kurz oder lang sicher nicht gut angekommen.
Ihr solltet miteinander sprechen und versuchen gegenseitig(!) Verständnis aufzubringen, ohne bloß Vorwürfe zu machen oder Forderungen zu stellen.
Es kann funktionieren, erfordert aber etwas Arbeit und Toleranz. Oder du machst es, wie hier bei urbia gern empfohlen (🙄): Kontaktabbruch..

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Vielen Dank für deinen Beitrag.
Du hast Recht, ich sollte auch die Situation aus der anderen Sicht betrachten, natürlich kann man von niemandem verlangen sich zu ändern.
Ich hätte mir einfach mehr Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit erhofft, aber wahrscheinlich hatte ich da zu hohe Erwartungen zumal es in der Vergangenheit ja auch immer so war.

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Du solltest aufpassen das sich deine Mädels nicht von dir distanzieren. Die merken deine Abneigung mit Sicherheit.

Wie alt ist dein Kind?

Wieso musste es auf dem Rückweg die ganze Zeit weinen? Hättest ja ne stillpause einlegen können.
Man kann fast überall stillen.

Du solltest evtl entspannter werden, was Unternehmungen/Verabredungen angeht.
Und flexibler auch. Die Mini-menschen gehen so schnell nicht kaputt und sind ebenfalls anpassungsfähig (bis zu einem gewissen Grad)

Die Ostereier anmalen Aktion hätte so auch nicht enden müssen.
Ich hätte bevor jemand aufbrechen wollte gesagt, klar nimm noch 3 Teile mit in die Küche, Geschirr in den spüler und Müll in den Eimer.

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Deinen Freundinnen ist offensichtlich nicht bewusst, was es bedeutet, frisch Mama zu sein.
Gerade in den ersten Monaten habe ich Ewigkeiten gebraucht, das Haus zu verlassen. Das Baby musste frisch gewickelt und gestillt sein. Mit der Zeit wurde ich aber gelassener und wahrscheinlich wird es dir genau so gehen.
Sprich mit deinen Freundinnen. Erklär ihnen, wie schwer es dir fällt, mit Baby das Haus zu verlassen. Und sag ihnen, dass du nicht das Gefühl hast, dass längere Aktionen momentan mit den Bedürfnissen deines Kindes vereinbar sind.
Im Idealfall werden sie verständnisvoller und du im Laufe der Zeit gelassener.

5

Also beim Spaziergang verstehe ich dein Problem nicht: Baby raus nehmen und stillen unterwegs. Warum musste dein Baby weinen? Und warum machst du das deiner Freundin zum Vorwurf, obwohl ja du ganz schnell etwas dagegen hättest tun können? Deine Freundin hat dein Baby nicht weinen lassen, das warst du.

Beim 2. Beispiel hättest du halt einfach den Mund auf machen sollen.

Ich denke nicht, dass deine Freundinnen es böse meinen, wie du das gerade siehst. Die haben für so etwas keinen Sinn.

Kann es sein, dass du dich eigentlich über dich selbst ärgerst und es einfacher ist, es auf die anderen zu schieben?

Versuch dich bisschen locker zu machen!

Stillmahlzeiten Takten? Warum? Unterwegs kannst du genauso gut stillen, wenn dein Baby Hunger bekommt!

Die wollen ein Chaos bei dir hinterlassen? Mund auf machen und Hilfe beim Aufräumen einfordern. Ganz einfach.

Mit deiner momentanen Einstellung deiner Freundinnen gegenüber sehe auch ich die Gefahr, dass du bald alleine da stehst. Und das wäre doch doof.

Man kann auch mit Baby ein bisschen flexibel sein. Was ist denn, wenn ihr als Familie mal nen Tagesausflug macht? Oder im Stau steht oder oder oder?

Beim ersten Kind war ich auch schrecklich in der Hinsicht, beim zweiten war’s automatisch anders, der musste flexibel sein😊

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Hey 👋🏻 ich bin auch ein extrem pünktlicher Mensch und komme selbst jetzt mit Baby und Kleinkind wirklich wirklich selten zu spät. Ich mag das also auch nicht besonders, schon vor den Kindern nicht, aber bei einigen Freundinnen weiß ich halt, dass sie IMMER zu spät kommen. Da ists schon eher ein Running Gag 😄

Menschen sind unterschiedlich, Du musst da echt lockerer werden. Erstens wissen deine Freundinnen nicht, wie das Leben mit Baby so ist und man ist halt auch als Neu-Mutti nicht der Nabel der Welt plötzlich. Für dich ist das jetzt alles immens aufregend, neu, das wichtigste der Welt etc - für deine Freundinnen aber nicht. Die wollen einfach ihre Freundin treffen.

Wenns dich so stresst, dann sag halt zu Beginn schon "ach 15uhr wollen wir uns treffen. Ja, das müsste passen. Dann stille ich Brunhilde noch und dann müsste sie bis 17uhr aushalten ohne dazwischen zu quäken". Das suggeriert ja eigentlich schon, dass du euer Treffen takten willst - ob du dir damit nachhaltig Freunde machst, weiß ich aber nicht 😅

Ansonsten musst du unterwegs stillen, was ja mit der Zeit auch immer eingespielter wird.
Oder ihr trefft euch Corona konform zuhause bei euch, dann kann dir die Uhrzeit ja egal sein und da ists auch nicht so schlimm, wenn jemand zu spät kommt.

Liebe Grüße
Juju

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Ich sehe es auch so wie die anderen, die schon kommentiert haben. Flexibilität geht oft auch mit Kind. Ja man kann nicht mehr alles spontan machen aber bis zu einem gewissen Punkt dann eben doch.

Du musst Bedenken, dass du nicht nur Mutter bist. Du bist auch noch ein eigenständiger Mensch. Oft vergisst man das am Anfang, wenn das Baby da ist. Aber irgendwann kannst du auch mal was ohne Baby machen und wirst Die Zeit mit deinen Freundinnen genießen. Das ist eine schöne Auszeit für einen um einfach mal wieder Kräfte zu tanken. Daher kann ich dir nur raten, dass du deine Freundinnen so akzeptierst wie sie sind. Auch du hast bestimmt Eigenarten, die sie nerven. Aber eine Freundschaft hält das aus. Sonst wirst du irgendwann alleine dastehen und das wäre sehr schade.

Liebe Grüße
Insa mit L (13 Monate)

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Bei mir war es haargenau so wie bei dir - meine schon immer etwas "unzuverlässigen" Freundinnen waren es nach wie vor. Der Unterschied ist nur, dass ich das akzeptiert habe. Denn nicht sie haben ihr Leben verändert, sondern mein Leben hat sich verändert.

Meine Freundinnen, die weit vor mir Kinder bekommen haben, waren übrigens auch immer unpünktlich, denn mit Kind kann man leider nicht planen.

Ich weiß, wenn man ein Kind bekommt, dann verändert sich plötzlich alles. Der Tagesrhythmus, der Lebensmittelpunkt, die Gesprächsthemen. Da muss man echt aufpassen, dass man sich nicht auseinander lebt.

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Hallo,

Ich würde da auf freundliche aber klare Kommunikation setzen: "bitte helft mir noch kurz mit dem Aufräumen" bspw.
Wie schon ein paarmal geschrieben wurde, unterwegs eine Stillpause einlegen (oder direkt in der Trage stillen, so mache ich es immer, dann muss ich nichtmal stehen bleiben). Einfach ganz entspannt auch deine Bedürfnisse und die deines Babys vertreten.
Wenn du im Moment nur Spaziergänge machen möchtest und nichts größeres, dann ist das so.

Ich mache es bei den eher unpünktlichen Freunden auch so, dass ich nicht schon gestiefelt und gespornt vor der Tür stehe und oft auch keine exakten Uhrzeiten ausmache (eher sowas wie "gegen halb 4") sondern zuhause mein Ding mache und wenn sie dann kommen, packe ich die Kinder ein. Sie müssen dann noch 5 Minuten warten und das macht ihnen auch nichts aus - zur Not bekommen sie dann noch schnell ein Käffchen oder wir quatschen einfach während ich das Baby einpacke und der Große seine Sachen anzieht. Das erspart mir viel Stress.... Bei den sehr pünktlichen Freunden stehen wir natürlich auch schon bereit wenn sie kommen.

K1 war ein Schreikind (Reflux) und da muss ich ehrlich sagen hat sich die Spreu vom Weizen getrennt bei uns. Wenn man seit Wochen höchstens 3-4 Stunden fraktioniert geschlafen hat pro Nacht, macht man sich über solche Dinge keine Gedanken mehr. Da sagt man dann auch einfach mal ab weil man kaum noch stehen kann oder sagt deutlich, dass man nicht ins Café gehen möchte mit dem verzweifelt schreienden Kind. Es gab 2 Bekannte, bei denen daraufhin der Kontakt eingeschlafen ist und alle anderen haben Verständnis gezeigt. Die 2 waren aber keine engen Freunde also war es kein Weltuntergang.

Mach dir keinen Kopf :)

LG

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