Mein 6 Monate altes Wutbaby das ich gerne verstehen möchte

Sie war noch nie ein Anfängerbaby. Die ersten acht Wochen nach der Geburt waren alles andere als einfach für mich. Dann wurde es tatsächlich etwas besser. Erste Abende/Nächte, die nicht im Sturm eines brüllenden Neugeborenen versanken.

Und jetzt? Jetzt ist sie 27 Wochen alt und ich komme wieder hart an meine Grenzen, denn man kann es ihr einfach nicht Recht machen. Sie findet alles doof. Es macht ihr nichts Spaß. Wenn sie also motzend auf der Krabbeldecke liegt, nehme ich sie hoch. Kaum auf meinem Arm, drückt sie sich mit allen Vieren weg. Leg ich sie wieder ab, fängt sie bitterbös an zu weinen. Biete ich ihr ein Spielzeug an, haut sie damit, wobei ich glaube, dass sie diese Bewegung nicht kontrolliert ausführt. Sie äußert nonstop ziemlich laut, dass ihr nichts, absolut nichts passt. Es ist ein sehr lautes tönen, das kurz nach dem Aufstehen beginnt und gegen 20 Uhr, wenn ich sie singend in den Schlaf getragen habe, falls sie nicht die absolute Unruhe auf meinem Arm überfällt, endet. Ich weiß irgendwie nicht mehr was ich tun soll. Nach über einem halben Jahr und bereits zahlreichen gemeisterten Krisen frage ich mich tatsächlich Mal wieder, ob das auch Mal wieder anders wird. So wie man mit einem 8 Tage alten Säugling denkt, dass es von jetzt an immer so bleiben wird. Mein Mann nennt sie inzwischen Wutbaby oder Zornbaby was mich traurig macht.

Am Montag waren wir bei der U5 und haben eine Überweisung zur Physio bekommen. Sie dreht sich immer noch nicht. Seit mittlerweile über drei Monaten liegt sie einfach da und kann sich nicht selbst helfen sondern schreit und schreit bis ich es nicht mehr aushalte und ihr helfe sich zu drehen. Ob das wohl damit zusammen hängt? Der Kinderarzt hat ihre Art kommentiert "manches ist eben auch einfach Charakter". Seitdem frage ich mich, ob der Charakter meines Babys das eines Wutbabys ist. Ich weiß, bescheuerter Gedanke. Ich schaue immer ob es vielleicht die Zähne sein könnten. Das Zahnfleisch ist zumindest nicht gerötet. Dann frage ich mich ob ihr einfach langweilig ist und ihr die Abwechslung fehlt. Oder ganz im Gegenteil überreizt ist. Ich kann sie derzeit kaum lesen.

Natürlich möchte ich ihren Bedürfnissen gerecht werden. Aber mittlerweile fällt es mir schwer ihre Bedürfnisse zu erkennen. Ich achte schon darauf, dass sie alle zwei Stunden ein Schläfchen macht, damit sie runter kommt. Ich wünsche mir so sehr einfach Mal mit meinem Kind zu spielen oder zu lachen. Dieser jetzige Zustand ist Mal wieder unerträglich.

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Hey,

Fühl dich erstmal gedrückt!
Mein Ältester war ähnlich, er fand es furchtbar nicht vom Fleck zu kommen. Als er sich umdrehen konnte wurde es tatsächlich besser.
Also ist Physio bestimmt ein Schritt in die richtige Richtung!
Ich fände es auch ätzend, immer nur so liegen zu können, wie man mich ablegt. 🙈

Zum Thema Zähne: mein mittlerer hat 5! Monate lang rum gemacht, bis der erste Zahn draußen war. Erstmal schießen sie ja ins Zahnfleisch, das sieht man ja gar nicht unbedingt.
Ich würde vll Mal Osagel (pflanzlich) kaufen und es schmieren und schauen ob es irgendwas verändert.

Die Bemerkung von dem Kia finde ich echt daneben.🤦‍♀️

Halte durch!

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Ohje, das tut mir wirklich sehr leid und ich kann voll verstehen, dass du da langsam an deine Grenzen kommst... Wahrscheinlich bist du schon drüber hinaus.

Ich würde tatsächlich auch trotz verschriebener physio mal zur osteopathie gehen. Einer guten, die auf baby's spezialisiert ist. Ich habe mit beiden. Kindern gute Erfahrungen gemacht. Vllt hat sie Blockaden oder Verklebungen, die ihr einfach ständig weh tun bzw sie einschränken.
Akzeptiert sie die trage?

Ich kenne es, dass es für viele Babys so extrem frustrierend ist nicht voran zu kommen oder sich drehen zu können und sie dann einfach total wütend darüber sind.

Ich drück dich ganz doll. Wahrscheinlich legt sich irgendwann der Schalter um und sie wird ein total ausgeglichenes kleinkind.

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Hallo!

Das klingt wirklich anstrengend bei euch.

Bei meinen beiden Kindern war die Zeit, in der sie schon mehr mitbekamen, aber noch nicht mobil waren, auch eine ziemlich anstrengende Phase. Bei ihnen war es, glaube ich, wirklich die Unzufriedenheit, noch nicht so viel zu können wie sie wollten.
Bei meiner Tochter (inzwischen fast 5) wurde es schlagartig besser, nachdem sie frei sitzen und krabbeln konnte.
Mein Sohn nähert sich jetzt mit 8,5 Monaten dem Ende dieser Phase, er ist nun auch ziemlich mobil (robbt in einem Affenzahn, macht erste Krabbel-Moves, zieht sich überall hoch und sitzt frei).

Wenn deine Kleine sich nicht mal dreht, kann ich mir schon vorstellen, dass die Unzufriedenheit damit zusammen hängt. Ist ja auch blöd, da immer auf dem Bauch zu liegen und nicht vom Fleck zu kommen, die Hände nicht frei zu haben und wenig von der Umgebung zu sehen. Da ist die Physiotherapie sicher schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Wenn mein Kleiner mal wieder besonders viel meckert, sage ich mir immer, Unzufriedenheit ist der Motor des Lernens. ;-)

Aber ja, es ist anstrengend und nervig. Ich glaube, du machst das ganz gut! Jedenfalls liest es sich so, als hättest du einen guten Blick für eure Maus. Es wird besser! Natürlich wird es das. Lass dir nichts anderes einreden. Sie wird älter, sie wird mobil werden und anfangen zu sprechen, und irgendwann ist das Babyjahr dann vorbei... Ich persönlich fand die Zeit danach (inkl. Autonomiephase) bei unserer Tochter erheblich einfacher.

Halte durch, alles Gute!

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Vieles was du schreibst trifft auch auf unseren Sohn zu. Er ist jetzt 5,5 Monate alt und war auch schon immer sehr fordernd. Seit einigen Tagen hat er nun beschlossen ständig zu kreischen, wenn ihm was nicht passt. Davor hat er wenigstens nur halb so laut gemotzt. Ich denke auch bei ihm ständig, dass es die Zähne sein könnten. Aber bisher sehen wir nichts. Er hat ebenfalls vom Kinderarzt einen entsprechenden Eintrag ins U-Heft bekommen. Mein Mann nennt ihn auch schon lange Zornickel. Er kann sich jedoch wunderbar drehen, daher kann ich hier nicht berichten, dass es damit besser wurde. Vielleicht wird es auch erst besser wenn er sitzen und krabbeln kann. Wir hoffen jedenfalls sehr, dass diese kreisch-Phase bald ein Ende hat. Ich versuche es ihm auch ständig Recht machen, aber er bleibt oft einfach unzufrieden. Wir haben nächste Woche ist U5. Mal sehen was dort gesagt wird.
Wir müssen wohl einfach durchhalten.

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Mein erstes Gedanke war als ich deinen Beitrag gelesen habe war: vielleicht klemmt was und ihr tut das weh?🤔
Ich kann dir auch nur empfehlen zu einem Ostheopaten zu gehen. Die meisten Krankenkassen zahlen etwas zu wenn man ein Rezept vom Kinderarzt bringt und der Ostheopat die entsprechende Ausbildung hat. Das kann man vorher bei ihm erfragen.
Ich hatte ein Schlüsselerlebnis als meine kleine Tochter fünf Wochen alt war. Sie hatte Probleme beim stillen. Ich war bei der Ostheopatin die während ich gestillt habe eine Blockierung am Kiefer gelöst hat. Das Sauggefühl veränderte sich sofort.
Sie hatte durch die Geburt mehrere Blockaden im Schulterbereich und an der Hüfte.

Eine Freundin von mir hatte mit ihrem Kind auch große Probleme. Er hatte immer wieder Blockaden am Atlaswirbel, also direkt im Genick. Alle sechs Wochen musste sie zum Ostheopaten weil er rasend vor Schmerzen war. Danach war es dann besser bis es wieder los ging. Durch Zufall kam sie mit ihrer Pferdeostheopatin die sich Physio für Menschen ist darauf und sie fragte gleich ob er eine Zangen oder Saugglockengeburt hatte und als sie das bejahte hat sie gleich eine Vermutung gehabt. Sie hat ihn behandelt und am Schädel irgendwie eine Verschiebung gerichtet und seitdem ist der Atlaswirbel in Ordnung.

Ich würde mir einen Ostheopaten mit Säuglingserfahrung suchen und das wenigstens abchecken lassen. Dann weißt du schon mal das es damit nicht zusammen hängt, ist es kann behoben werden 🤷🏼‍♀️

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Herrje, ich habe etwas Angst, dass uns das auch bevorsteht. Madame schreit nämlich sofort wenn ein Pups quer sitzt oder sie sich nicht drehen kann. Dabei ist sie erst 13 Wochen alt.
Habe noch heute gesagt „Hoffentlich liegt es wirklich nur an der Verdauung und sie ist nicht vom Charakter so extrem wechselhaft und motzig“. Fairerweise lacht sie vormittags aber auch viel. Aber sie wir beispielsweise nie friedlich wach wird und lächelt. Eher so ein von 0 auf 100 (Dezibel).

Vielleicht ist es ja tatsächlich eine Phase mit Zähnchen und Frust sich nicht zu drehen gepaart mit tatsächlichem Charakter. Kann ja durchaus sein, dass sie etwas sensibler/ungeduldiger ist.

Osteopathie kann man sicher mal machen. Wir werden auch mal hingehen, aber auch nur aus Verzweiflung 😅. Mein Arzt sagte, dass er noch nie erlebt habe, dass jemand ohne Blockaden von der Osteopathie zurückkam. Als ich ihn fragte was denn überhaupt Blockaden seien sagte der Arzt „Das wissen wir Ärzte bis heute nicht“ 😅. Genau so wirkt Osteopathie allerdings schon immer auf mich. Bisschen wie Homöopathie 🙈. Aber darüber denkt ja jeder anders, egal ob Eltern, Ärzte oder Hebammen.

Vielleicht wechselst du mal den Spiel-, Essort oder suchst reizfreie Umgebungen zum runterkommen. Ich muss oft den Activitybogen wegpacken, weil die Stimmung durch zu viele Reize schnell kippt. Danach ist auch schnell wieder alles gut 🤷🏼‍♀️. Allerdings ist sie auch noch etwas jünger.

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