Mann überfordert von unserem (Schrei-)Baby

Hallo ihr Lieben,

Ich weiß gar nicht genau was ich mir von diesem Posting verspreche, aber ich muss mal etwas loswerden. Wir haben es zwar schon seit längerem geahnt, aber erst seit ein paar Tagen ist meinem Mann und mir so richtig bewusst, dass wir ein High-need- oder Schrei-Baby haben. Unsere Tochter ist jetzt 14 Wochen alt und sehr fordernd, schreit viel und kann nicht eine Minute alleine sein. Da mein Mann nur am Wochenende Zuhause ist, hat aber mir nie richtig geglaubt, wenn ich ihm erzählt habe wie anstrengend unsere Kleine sein kann. Jetzt ist er seit einer Woche in Elternzeit und wir kümmern uns abwechselnd um sie. Heute hatte die Kleine einen ganz besonders schlechten Tag und mein Mann gestand mir wie überfordert er sich mit ihr fühlt. Mir brach es fast das Herz... die Kleine ist unser absolutes Wunschkind, auf das wir so lange warten mussten. Meinen Mann so verzweifelt und hilflos zu sehen, tat weh. Er kann eigentlich super gut mit Kindern umgehen. Ich habe versucht ihm zu erklären, dass unsere Tochter das nicht absichtlich macht und er es nicht persönlich nehmen soll, wenn sie sich nicht von ihm beruhigen lässt. Ich habe ihm erklärt was eine Regulationsstörung ist und dass er unsere Tochter nicht mit den Babys von unseren Freunden und Bekannten vergleichen darf. Sie ist halt anders. Er war auch verständnisvoll, aber trotzdem war es nicht schön.
Ich überlege seit einiger Zeit, ob wir uns Hilfe holen sollten (Schreiambulanz o.ä.) um unsere Tochter besser zu verstehen zu lernen und uns besser um sie kümmern zu können.
An die Schreibaby-Mamis und -Papis: Habt ihr euch Hilfe geholt? Hat es euch geholfen?

Lg, babyelf mit babygirl (14 Wochen)

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Hallo ihr,

Mir kommt das so bekannt vor. Unsere Tochter war auch ein Schreibaby mit nicht eine Minute ablegen können und ab 18 Uhr Alarm mit durchgehendem Schreien mit im schlimmsten Fall 7,5 Stunden am Stück. Mein Mann ist Soldat und war diese Zeit über komplett in Bayern stationiert, wir wohnen in Berlin. Ich war alleine mit Baby und Hund. Ich habe erst versucht alles alleine zu schaffen, schließlich ist man ja die Mama und wird das doch wohl hinbekommen. Das zog ich 1,5 Monate durch. Bis ich so fertig war, dass das stillen nicht mehr klappte und ich abends einfach mitgeheult habe und kurz vor einem seelischen Zusammenbruch stand. Ich bin prinzipiell nicht der Typ der sich gerne Hilfe holt und eine naja sagen wir sehr eigenständige Persönlichkeit. Für mich war Hilfe von außen annehmen ein Zeichen von Schwäche und Versagen. Mein Mann war am Wochenende Freitag ab 19 Uhr und bis Sonntag 15 Uhr zu Hause. Er konnte mir nicht helfen. Er war absolut überfordert und wurde schnell wütend, wenn er der kleinen nicht helfen konnte. Ich habe mir oft gewünscht er könnte mir die kleine mal abnehmen, aber es ging nicht, das er wütend wurde hat er weder am Kind noch an mir ausgelassen, aber nach 10 Jahren kennt man seinen Partner. Ich habe ihn dann immer gassi gehen lassen, damit er rauskommt. Das hat gut geholfen! Hier mal unser Werdegang:
3 Wochen, das liebste Baby der Welt
4.woche mausi schrie von 17 Uhr bis 20 Uhr
5. bis 10. Woche mausi schrie von 18 Uhr bis 0 Uhr
11. Woche mausi schrie von 16:30 Uhr bis 0 Uhr
12. Woche Freunde und Familie kamen jeden Tag ab 16:30 bis 19 Uhr vorbei, damit ich gassi gehen konnte und was essen oder duschen
12. Woche erster Termin telefonisch mit der schreibambulanz und Notfall Termin bei der osteopathin die zusammenarbeiten mit der schreiambulanz, Resultat 4 Blockaden und ein einklemmter nerv in der Halswirbelsäule
13. Woche mausi schrie noch von 17 Uhr bis 22 Uhr
14. Woche Termin bei der osteo,
Mausi schrie von 17 Uhr bis 21 Uhr
15. Woche mausi schrie von 17 Uhr bis 20 Uhr
16. Woche Wechsel der Pre Milch und auf Anraten der osteo das Baby so oft und so lange wie möglich an den Körper binden
17. Woche mausi war täglich 13 Stunden in der Trage bei mir am Körper, Mama konnte nicht eine Minute sitzen
18. Woche mausi lies sich plötzlich ablegen, schlief in ihrem Laufstall ein und schrie nur noch eine Stunde am Tag
19. Woche, letzter Termin beim osteo und eigentlich Termin in der Schreiambulanz, den ich absagen konnte, weil meine kleine Maus plötzlich nicht mehr schrie.

Bei uns war es eine Kombination auf Kolik, Pre Milch falsch und den Problemen die das Baby hatte

Ich habe alles getan hunderte von Euro in Pre Milch, kümmelzäpfchen, lefax, bigaia, Bauch Öl, globulis, osteo, wärmekissen, flaschen etc investiert, was letztendlich geholfen hat kann ich nicht mehr sagen. Aber nachdem sie wirklich permanent von mir getragen wurde und diese Zeit war anstrengend wurde es super schnell besser.

Hier meine Empfehlung, hol dir Hilfe von Freunden und Familie! Geh zum osteo! Mach einen Termin bei der schreiambulanz. Packe dein Baby in eine trage und hab es immer und überall dabei. Der Schutz von Mama hilft beim filtern von reizen, gibt Sicherheit und stärkt die Bindung.

Rückwirkend war das die schlimmste Zeit meines Lebens! Niemand hat mir geglaubt bis sie es selbst erlebt haben! Der Vorteil, alle die sie genommen haben in der Zeit kennt und liebt sie. Sie lässt sich heute mit fast 8 Monaten bei jedem dieser Personen abgeben und zu Bett bringen. Das heißt ich habe auch mal die Möglichkeit abends weg zu gehen, essen mit Freunden oder sowas für zwei drei Stunden.

Heute ist sie das liebste Baby der Welt! Wenn man die Zeit überstanden hat ist man stärker als je zuvor, alle Eltern die beim Pekip zum Beispiel verzweifeln, weil das Baby mal ein bisschen weint lache ich an und denke mir leise, das ist absolut nichts. Zähne oder Schübe sind ein Witz gegen die Schreibaby Zeit. Meine Maus schreit nicht mehr. Sie robbt und sitzt frei, spielt alleine, lässt sich ablegen, lässt sich von anderen beruhigen, isst wie eine große!

Es wird besser glaube mir! Kopf hoch! Guck das eure Beziehung daran nicht zerbricht! Wenn dein Mann damit nicht umgehen kann, hab Verständnis. Ihm fehlt die Übung die du halt hast, weil du das jeden Tag mitmachen musst. Du bist stark, weine, wenn dir danach ist. Hol dir Hilfe! Achso gemeinschaftliches weinen wurde mir durch die schreiambulanz geraten. Und danach abhaken und sagen es ist vorbei. Hat aber nicht viel gebracht. Nur das ich meine Ängste und Sorgen mal raus lassen konnte. Ich bin echt keine Frau die viel weint oder schwach ist oder sonst was! Aber das war wirklich sehr hart.

So lange Rede, ich hoffe du konntest Dir ein paar Tipps entnehmen und ich hoffe für euch, dass es bald besser wird. Freue dich über jeden kleinen Erfolg, halte dich daran fest es geht vorbei und du schaffst das. Vielleicht ein kleiner Trost Schreibabys sollen super intelligente Kinder werden.

Achso sie schläft seit der 12. Woche nur drei mal eine halbe Stunde am Tag und sonst von 19 Uhr bis 6 Uhr, das aber erst seit der 20. Woche.

Halte durch!

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Da hast du ja einiges hinter dir. Ach herrje.. Bei uns half osteo auch und den Tipp mit dem tragen kann ich nur unterschreiben, es macht wirklich viel aus. Die kleinen sind dann viel entspannter, auch wenn es manchmal sehr anstrengend sein kann. Mich würde es mal interessieren, wie sie geschlafen hat bei euch? Mit bei euch im Bett oder im eigenen?

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Von Anfang an in ihrem Bett in ihrem Zimmer nur nachts. Mein Mann schnarcht sehr und ich habe einen Mega leichten Schlaf. Da reicht ein klacken vom Lichtschalter des Nachbarn . Die Tage im Krankenhaus mit ihr hab ich zum Beispiel überhaupt nicht geschlafen.

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Hallo,

ich hab zwar kein Schreibaby, kenn aber einige, die welche hatten und von daher rate ich dir, dir einfach alle Hilfe zu holen, die du kriegen kannst! Bei einer Freundin hat die Schreiambulanz wirklich sehr gut geholfen, sie haben viele Tipps bekommen.

Du hast dich ja scheinbar ohnehin schon gut informiert und machst das auch gut mit deinem Mann. Für ihn ist das ja auch noch alles ungewohnt in diesem Umfang, wenn er vorher meist nicht da war. Sei bitte nicht traurig, dass er sich überfordert fühlt. Das wäre ich auch an seiner Stelle und das zuzugeben, ist eine Stärke und keine Schwäche. Dass man Kinder niemals schütteln darf weiß er oder? Das passiert ja auch aus Überforderung und kann schreckliche Konsequenzen haben.

Hier gibt es ja viele Leidensgenossen. Ich glaub, es gibt sogar einen Schreibaby-Club. Ich drück Euch die Daumen, dass es bald besser wird. Ich hab auch ohne Schreibaby schon die ein oder andere Träne vergossen, wenn die Nerven blank lagen. Bei oben erwähnter Freundin ist nichts mehr davon zu merken. Die Tochter ist jetzt anderthalb und ein ausgeglichenes Strahlekind.

Liebe Grüße

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Ich habe Ende April Zwillinge bekommen und eins davon hat sich auch entschlossen Schreikind zu sein. Sie muss auch immer bei mir sein, wenn ich sie ablege, fängt sie sofort an zu brüllen. Da wir aber noch ein großes Kind haben, kann man sich vorstellen, was hier meistens los ist.
Wir waren relativ zügig bei der Schreiambulanz und auch beim Ostheopaten, beides hat nichts am schreien geändert. In der Ambulanz lernt ihr aber, wie ihr damit besser umgehen könnt.
Wenn das Kind eine Regulationsstörung hat, hilft sowieso nichts außer älter werden. Leider.
Sowas überfordert Männer einfach. Sie können meist eh nichts mit einem Baby anfangen und dann ist das auch noch so anstrengend, obwohl nichts ist, also es keinen objektiven Grund gibt, warum es schreit.
Da fühl auch ich mich manchmal hilflos und denke mir, dass die das mit Absicht macht. Tut sie nicht, aber nach einem besonders harten Tag, kann das schon mal vorkommen.
Geht ruhig zur Schreiambulanz und informiert euch mal, ob ihr das Wellcome Programm in eurer Gemeinde habt, da kommen Leute und betreuen euer Kind mal für eine Stunde gegen einen geringen Betrag 3-5 € pro Stunde, damit Eltern von Schreikindern zB mal durchatmen können.
Mehr als akzeptieren könnt ihr leider nicht tun.
Ich wünsche starke Nerven und viel Durchhaltevermögen.
Alles Gute 🍀

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Bei uns war es eher andersherum.. Anfangs war ich total überfordert. Man konnte machen was man will, sie schrie und schrie. Ablegen Fehlanzeige. Mein Mann konnte besser damit umgehen. Als es sich immer weiter zuspitzte meinte meine Hebamme wir sollten es beim Osteopathen abklären lassen. Ich bin heilfroh dies gemacht zu haben. Da kam raus, dass sie einige Blockaden hat. Ihr Rücken war so verspannt, das er wie ein Brett war. Am Kopf war wohl auch einiges los, im Nacken, am Bauch usw.. Nach der ersten Behandlung ist es nochmal schlimmer geworden, aber nach der zweiten Behandlung war sie wie ausgewechselt. Sie hatte da Gehirnströme wieder freigemacht usw. Sie war so tiefen entspannt danach, einfach unglaublich. Vor kurzem waren wir noch ein drittes Mal hin (absolut notwendig gewesen) und seitdem ist sie um einiges zufriedener und schreit lange nicht mehr so viel. Man kann sie auch mal 20-30 min ablegen ohne das sie weint oder schreit. Vorher nicht denkbar gewesen. Da waren 6 Std mindestens so dass geschrien wurde. Sie schläft dazu auch um längen besser. Das kommt noch dazu. Ein schreibaby geht an die Substanz, meine große war auch so.. Damals war es aber noch nicht so das man zum Osteopathen gegangen ist. LG Juice mit Mini an morgen 10 Wochen alt

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Hey, unser Sohn ist erst 3 Wochen alt aber ich verstehe total, was Du meinst! Es geht uns ähnlich. Vielleicht hast Du Lust, dass wir uns ab und an austauschen?

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Mein mitgefühl! meine tochter war ein schreibaby bis zum 5. monat.
mein mann war auch total überfordert, ich auch aber ich musste da ja durch 🙄
wir hatten oft streit und disskussionen in der zeit. er meinte auch ich mache etwas falsch bei ihr, dabei brauchte sie einfach länger um auf dieser welt richtig anzukommen.
es ist kräftezehrend und es ist wichtig, dass du darüber sprichst.
im nachhinein muss ich sagen, dass ich meinen mann lieber gelassen hätte und mir richtige hilfe von schwiegereltern und meiner mutter geholt hätte. meine mutter hatte mir die kleine irgendwann täglich für 1h abgenommen und ging mit ihr spazieren.
mein mann war oft sauer, dass der haushalt nicht tiptop war, das bereut er im nachhinein selbst.
ich hoffe dein baby aus dieser phase bald rauswächst und du wieder kraft tanken kannst. die situation selbst kannst du evtl nicht gross ändern, aber je mehr du selbst auf dich achtest, desto besser kannst du diese zeit überstehen.

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ps. hast du bereits ein tagesprotokoll mit schreistunden gemacht? hatte ich von meiner hebi und da habe ich alles (stillen und von normalem geschrei bis schrillem schreien) eingetragen und auch den schlaf.
so kannst du evtl herausfinden wanns am shlimmsten ist und ob du irgendwo ansetzen kannst. ebenso siehst du irgendwann, dass es besser wird und hast es schwarz auf weiss

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meine hatte zu beginn 14 bis 16 schreistunden am tag. du bist nicht alleine! evtl habt ihr eine elternberatung oder schreiambulanz wo du hingehen kannst.

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Hallo du,

Unsere Tochter ist 18 Wochen alt & auch sehr fordernd. Sie ist leicht überreizt bzw. Auch leicht aufgebracht. Hat Schreiattacken aus dem Nichts. Bei meinem Mann schreit sie leider so gut wie immer. Er ist auch überfordert mit ihr und nimmt es leider persönlich.
(wobei sich das seit einem Artikel über high need Kinder Etwas gebessert hat).

Waren letztens noch mal bei einer neuen Osteopathin und ich glaube, es hat etwas gebracht.

Schreiambulanz hatte ich auch schon überlegt, bin aber noch skeptisch.

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Huhu,
Mein Sohn (5 Monate) war von Anfang an sehr anspruchsvoll, suchte körpernähe und wollte nie alleine sein.das finde ich völlig normal und wir hätten ein Schreibaby gehabt, wären wir mit ihm umgangen, als wäre er eins von den "pflegeleichten" Babys.
Das erste was mir geholfen hat, ist, zu akzeptieren, dass es normal ist, dass ein Säugling diese Nähe braucht und einfordert.
Das einzige was super geholfen hat ist tragen..tragen tragen...im Tuch, in der Manduca oder worin auch immer.
Er schläft bei mir seit Geburt im Bett..und das klappt super..er ist ein ruhiger Schläfer sowohl am Tag in der trage als auch nachts im Bett.

LG und weiterhin viel Erfolg und Geduld
Julia

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Ach ihr Armen. Ich kann deinen Mann verstehen. Meine hat anfangs jeden Abend geschrien (nicht geweint, sondern echt panisch geschrien). Mich hat das so fertig gemacht! Ich hab sehr oft mit geweint.

Mein Mann ist zum Glück sehr entspannt. Aber auch er ist manchmal an seine Grenzen gekommen.

Dein Mann braucht einfach Zeit, so wie wir alle. Manchmal nimmt man das Geschrei auch einfach persönlich, auch wenn es rational dann Quatsch ist natürlich.

Wichtig ist, seine Grenzen zu wahren und wenn man selbst nicht mehr kann, ne Pause zu machen!

Alles Gute! :)

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