Alltag mit Baby

Liebes Forum,
ich habe mich nun hier angemeldet, weil ich gerade wirklich ratlos bin. Bisher habe ich immer nur mitgelesen.
In meinem Freundeskreis hat niemand Kinder, daher brauche ich eure Erfahrungen.
Ich habe 2 Töchter (9Jahre und 7Monate).
Obwohl ich in Elternzeit bin und auch von meinem Mann unterstützt werde, bekomme ich den Haushalt nicht in den Griff und schäme mich dafür entsetzlich. Ich verstehe einfach nicht, wie andere das hinbekommen und fühle mich wie der letzte Versager.
Ständig ist der Boden verdreckt, der Hochstuhl noch schmutzig von der letzten Mahlzeit. Die Wäsche in der Waschmaschine vergessen. Um 17:30 Uhr fällt mir auf, dass es schon zu spät ist, ein Abendessen fertig zu kriegen, bevor mein Mann kommt.
Ich verbringe absolut keine Zeit vorm TV oder so.
Es dauert mit dem Baby alles so schrecklich lange, dass mir die Zeit durch die Finger rinnt.
Meine Kleine ist extrem forsch, krabbelt schon eine Weile, zieht sich überall hoch und man kann sie einfach nicht mehr mal eben in der Wippe parken. Gleichzeitg kann ich sie nicht den ganzen Tag in die Trage packen, da ich durch einen Unfall eine geschädigte Schulter und einen lädierten Ellbogen habe.
Beim Mittagsschlaf braucht sie meine Nähe zum Runterkommen, sonst wird sie ständig wach. Diese Zeit fällt also auch weg zum Aufräumen.

Da ich so viele Stunden des Tages zu Hause bin, hätte ich es so unendlich gerne ein wenig schön und ordentlich. Aber schon morgens um 10Uhr fühle ich mich wie ein Versager, da die Ordnung vom Abend dahin ist.
Gestern morgen habe ich eine Stunde nur noch geweint. Ich habe das Gefühl, den ganzen Tag nur zu arbeiten und gleichzeitig kein Stück voranzukommen.

Habt ihr Tipps für mich? Was ist für euch eine hilfreiche Maßnahme gewesen? Habt ihr ein erfolgreiches System entwickelt?

Ich möchte es einfach ein wenig schön haben und mich nicht ewig wie eine Versagerin fühlen.

Traurige Grüße, lecoeur

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Hallo Lecoeur,

erstmal, DU BIST KEINE VERSAGERIN!!! Du bist Mama und das ist der schwerste Job überhaupt! Kein Bauarbeiter arbeitet mehr als eine Mutter! Sie schleppt schwerer, weiter, höher und hat viel mehr Verantwortung ;-) Haushalt ist eine NEBENJOB, der eben NEBENher gemacht werden kann, aber nicht muss. Befreie dich von dem Gefühl du müsstest irgendwas tun, außer dich um dein Kind kümmern. Tut das denn dein Mann? Arbeitet er gleichzeitig in 2 Jobs? Nö, geht ja nicht.
So und wenn du diese Last losgeworden bist, musst du etwas für deine Tochter finden was sie ablenkt und beschäftigt. Bei uns ist es der Laufstall mit tollen Spielsachen drin. Wenn ich was zu erledigen habe, dann setz ich ihn da rein und er spielt schön. Immer wenn ich an ihm vorbei laufe, mache ich blödsinn und darauf wartet er :-) Und noch was, ein Kind stirbt nicht am TV Programm! Mach einen schönen Film an und lass sie mal 10-15 Minuten schauen. Das reicht für eine Spülmaschine oder einmal Klo putzen ;-) So habe ich angefangen und habe irgendwann tatsächlich einen Plan entwickelt an den ich mich halte. Heut ist Donnerstag, da waren die Bäder dran. Morgen ist abstauben, saugen und wischen an der Reihe. Ansonsten saugen und aufräumen nach bedarf. Und wenn, dann abends wenn mein Mann zuhause ist. Der nimmt mir den Kleinen ab und ich räum auf. Und wenn er dann im Bett liegt, kochen wir ZUSAMMEN! Das Essen steht hier definitiv nicht auf dem Tisch wenn er heim kommt. Dafür hätte ich nicht auch noch zeit.
Und bei mir klappt der Plan so gut, dass es wirklich aufgeräumt und sauber ist. Ich glaub das A und O ist die Beschäftigung des Kindes.

Alles Gute und Kopf hoch! Den schwersten Job meisterst du Tag für Tag!!! Alles andere ist unwichtig ;-)

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Schöne Antwort! Ich bin nicht die TE aber das tat auch mit gut zu lesen

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Sowas zu lesen ist Balsam für die Seele.
Leider ist es mittlerweile normal in unserer Gesellschaft das Frauen wie superwomen funktionieren müssen.

Top aussehen
Top sauberes Haus
Wohl erzogene& erfolgreiche Kinder
Und nach einem Jahr doch bitte wieder voll im Job.

Schrecklich

Früher hatte ich immer das Gefühl dazu gehören zu müssen
45 Std die Woche malochen zwischen hausputz und schick machen.

Ich habe es aufgegeben.
Ich kann und will das nicht mehr.
Immerhin habe ich zwei wilde Jungs und 140 m2 zu putzen.. wie soll das zsm passen?
Gar nicht, also wird Abends 2 Std geputzt wenn die Jungs im Bett sind.
Und vormittags 2 Std... reicht.
Wem es nicht gefällt kann gern wieder gehen.
Stress dich nicht so.
Du machst das toll, so wie wir alle

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Hallo!
Fühl dich erst Mal gedrückt! Dir gehts nicht alleine so!
Bei mir ist es so ähnlich, nur, dass ich trotz Partner eigentlich alleinerziehend bin. Mein Mann macht gar nichts. So bleibt der komplette Haushalt, Hund und Baby an mir hängen. Ich schwanke immer zwischen dem Gefühl mehr schaffen zu müssen und dem Gefühl meinem Kind vielleicht nicht genug Zeit zu widmen. Denn jedes Mal, wenn ich ihn in den Laufstall/ Gehfrei packe (Trage führt bei uns leider zum Geschrei), fängt er nach keinen 5 Minuten an zu quengeln. Ich schaff es manchmal nicht mal meine Zähne zu putzen ohne Gemotze.
Leider hab ich dir keinen ultimativen Tipp. Ich mache fast alles wenn mein Kleiner im Bett ist. Sonst alles nur eins nach dem anderen. Seitdem mein Kleiner krabbelt, wische ich täglich den Boden. Aber halt wirklich ein Zimmer nach dem anderen und meistens mit diesen feuchten Bodenwischtüchern und einmal die Woche dann "richtig". Aber so hält sich das Chaos echt in Grenzen. Waschmaschine räume ich grundsätzlich sofort aus sobald sie fertig ist, sonst vergesse ich das auch. Spülmaschine wird abends sofort nach dem Essen mit Kurzprogramm angeschmissen und ist dann fertig zum Ausräumen wenn der Kleine schläft. Abendessen fangebich so gegen 16 Uhr an zu kochen, mein Sohn sitzt dann mit in der Küche in seinem Hochstuhl und bekommt frisches Obst zum Naschen- sonst wäre Kochen auch nicht so gut möglich. Zwischendrin geht's immer mal wieder mit dem Hund und Kinderwagen raus. Mein Tag endet so gegen 23 Uhr, da bin ich dann endlich geduscht und fertig fürs Bett.
Ich hab mich damit abgefunden und es hat sich relativ gut eingespielt. Und erst als ich das für mich so akzeptiert hab, lief es viel besser!
Klar, manchmal wünschte ich mir, ich hätte mehr Zeit für mich oder einfach mal einen Tag, an dem ich die Wohnung komplett von oben bis unten putzen kann. Aber ohne "Hilfe " wird sich für mich nicht viel ändern.
Sorry für den langen Text! 😊
Kopf hoch!!! 💞
Liebe Grüße

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Hallo ihr lieben,

Ich bin alleinerziehend und muss fast sagen, dass ich, wenn ich immer wieder höre, dass die männer kaum bis nichts machen, auch sehr froh darüber bin. Ich krieg das kalte kotzen wenn ich sowas lese oder höre. Ich weiß, das geht vllt etwas am thema vorbei, aber was ist bloß mit den männern los??? Ich persönlich finde es deutlich anstrengender, sich 24 std um ein baby, haushalt etc zu kpmmern, als arbeiten zu gehen und trotzdem brauchen die herren ihren schlaf und entziehen sich der sache einfach. Das macht mich wirklich wütend!

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Liebe garri, danke für deinen Bericht. Gut, dass es mir nicht alleine so geht. Es ist toll, dass hier so viele offen damit umgehen, nicht perfekt zu sein. Das tröstet.
LG

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Hallo lecoeur,
fühl dich mal gedrückt. Du bist nicht alleine mit deinem Problem. Dein Text spricht mir aus der Seele und ich habe nur ein Kind (10 Monate alt )
Ich komme momentan auch zu gar nix und komme mir vor als würde ich den ganzen Tag nur dem Kind hinterher räumen. Er räumt alles aus , Spielzeug liegt überall versträut. Wenn der kleine Mittagsschlaf macht weiß ich manchmal gar nicht was ich zuerst machen soll und dann fällt mir ein das ich ja auch noch gar nix gegessen hab.... mal schnell durch saugen geht wenn der kleine im laufstall ist aber da bleibt er auch nicht lange ruhig drin er möchte ja lieber die Welt erkunden. Gekocht wird erst wenn mein Mann zuhause ist oder er bringt was mit. Meistens mach ich dann einmal die Woche großputz wenn mein Mann mit dem kleinen draußen oder bei den Schwiegereltern ist . Also wie du siehst bist du nicht allein . Die kleinen werden so schnell groß und dann kommen auch wieder andere Zeiten.

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Liebe brini,
Leider klappt das mit dem späten Kochen nicht, da mehr große Tochter ja noch mitisst und zeitig ins Bett muss.
Danke aber vielmals für deine Offenheit, eben auch nicht "perfekt" zu sein. Und du hast natürlich recht, es kommen auch wieder andere Zeiten. Vielleicht muss ich mir das mal auf ein Schild schreiben. Im Moment fühlt es sich nämlich an, als würde es noch ewig so gehen.
LG

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Huhu.
Oh ja das kenne ich. Meine Söhne sind 7 Jahre und der kleine 7 Monate. Ich mache es meist so morgens ist der kleine ca 1 Stunde super drauf und kann sich dann ca 30-45 selbst beschäftigen da mache ich Sachen wie spühlmaschine ausräumen Betten machen alles aufräumen was abends liegen geblieben ist. Das Essen mache ich meist wenn mein Mann von der Arbeit kommt oder ich nehme den kleinen mit in die Küche im hochstuhl und biete ihn einen Schneebesen oder sonstiges am klappt auch super. Hab gelernt oberhalb von 10 min ein Mittagessen vorzubereiten 😂😂. Wenn de große da ist kümmert er sich auch mal 5- 10 min um ihn meist Saug ich da die Wohnung so schnell wie Flash 🤣. Wenn mal was ansteht was länger dauert oder ich will mal 1-2 Stunden Grossputz machen. Warte ich aufs Wochenende und da geht Papa mal zwei Stunden spatzieren. Oder er geht mal zur Oma.
Lg Steffi

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Liebe Steffi, das "Putzen wie im flash" kenne ich.
Leider muss ich wegen unserer großen Tochter immer frühzeitig gekocht haben. Eine gemeinsame Mahlzeit ist mir schon wichtig.
Es tut aber gut zu wissen, dass ich scheinbar nicht die einzige bin, der der Haushalt manchmal davonläuft.
LG

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Liebe lecoeur,

als Tipp habe ich nur Gelassenheit.#schein
Ich kenne das auch. Wir haben gerade das zweite Kind bekommen. Und ohne die Hilfe meines Mannes wäre ich im Moment völlig aufgeschmissen. Aber klopf dir mal auf die Schulter, für das was du täglich machst. Denn du machst sehr viel, nur sieht man es nicht. Keiner applaudiert, wenn das Kind zum dritten mal in einer Stunde ne saubere Windel hat. Das wird voraus gesetzt. Aber es frisst viel Zeit.
Ich räume den ganzen Tag auf, aber es sieht morgens aus wie abends.#aerger

Ich denke ein so agiles Kind ist viel schwieriger, als ein "Sitzer". Meine Tochter ist auch so und ich dachte, es wird besser, wenn sie läuft, aber sie war erst 10 Monate alt. Und mit dem Laufen kam gleich das Klettern.:-[ Ab 1,5 Jahren wurde es einfach sehr anstrengend, weil ihr Bewegungsdrang enorm ist.

Schreib für dich doch mal auf, was du alles machst.
LG, halt die Ohren steif#winke

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Liebe lechat,
Deine Antwort rührt mich. Das ist sicher auch ein Aspekt, dass man keine Anerkennung bekommt für all das, was man im 1.LJ des Kindes leistet. Alles ist selbstverständlich. Da wanje ich morgens ungekämmt mit Ringen unter den Augen zum Bäcker und die Nachbarin sagt: "Ja, gell, genieß diese schöne Zeit, sie geht so schnell vorbei! Ich beneide dich."
Hä? Bin ich unsichtbar? Offensichtlich hat sie nicht im Geringsten gesehen, wie ich aussehe. Jeder setzt voraus, dass alles schön ist. Ich liebe meine Kinder von Herzen und stehe voll hinter meiner Elternzeit. Aber es ist eben ganz und gar nicht alles leicht und toll.
Aber morgens um diese Uhrzeit, in diesem Zustand will ich auch nicht noch schlagfertig sein müssen.
Danke dir!
LG

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Nicht nur dir geht es so!
Aufräumen kann ich erst Abends, wenn die Kleine schläft, die Zeit nutze ich dann dafür. Staubsaugen tue ich mit ihr in der Trage oder lege sie in die Wippe, beim Geräusch des Staubsaugers lässt sie sich problemlos mal ablegen. Wäsche schmeiße ich abends in die Maschine und stelle per Startzeitvorwahl ein, dass sie morgens gewaschen und getrocknet ist, wenn ich aufstehe. Bei vielem hilft mir mein Mann. Er macht zum Beispiel die Küche und das Bad und bringt den Müll immer raus.
Mehr ist mit Baby einfach nicht drin und das muss man so akzeptieren 😊

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Liebe catlove, das habe ich direkt mal umgesetzt. Die Waschmaschine ist beladen und per Zeitvorwahl auf morgen früh programmiert. Vielen Dank für deinen Tipp und deine Anteilnahme!
LG

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Bei mir ist es ähnlich...Kinder sind 2 Jahre und 8 Wochen alt.

Kochen? Meist Fehlanzeige. Leider!!

Wäsche mache ich jeden Tag möglichst früh und hänge sie draußen auf damit sie schneller trocknet und versuche sie am selben Tag wieder weg zu räumen.

Einkaufen mache ich direkt nach der Kita auf dem Rückweg, das macht das Baby meist mit.

Saugen täglich zwischendurch mit Akkustaubsauger das grobe. Gründlich dann wenn man Zeit ist.

Wischen mit so einem Sprühwischer zwischendurch. Wenn Zeit ist gründlich, aber selten...

Aufräumen immer zwischendurch.

Küche immer sofort nach Benutzung, dann ist es einfach weniger.

Bad zwischendurch, heute Dusche, morgen Waschbecken...

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Wenigstens bin ich dann ja nicht alleine damit. Danke dir!
LG

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Schöne ehrliche Worte!!! 👍🏻 Ich glaube so gehts vielen Müttern! Nur geben es nicht alle zu...
Ich werde immer dünner, weil ich kaum zum Essen komme 🙈 und da werde ich von allen Seiten gefragt, warum das so ist??!!! Das versteht irgendwie keiner!!!??? Da frage ich mich auch oft...mach ich was falsch? 🙄🙄

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Hey

Bis vor einigen Tagen ging es mir wie Dir. Ich war den Tränen nahe. Jeden Morgen hechtete ich durchs Haus, räumte und saugte, wischte.
Bis mein Mann Abends von der Arbeit kam, sah man davon nichts mehr. War alles super ordentlich und glänzend, stand nie spontan Besuch vor der Tür.
War die Couch voll mit Kissen, Kuscheltieren und Spielsachen, kam Besuch.

Mein neues System? Wenn der Große im KiGa ist, gönne ich mir mit meinem Baby eine schöne Stunde Entspannung auf dem Sofa!
Egal wie es aussieht daheim.
Seither klappt es besser. Es ist immer noch oft unordentlich, aber ich mache mir nichts draus. Mit Kleinkind und Baby ist es eben so.
Ich finde auch, dass es einen Unterschied zwischen Dreck und Unordnung gibt. Unordentlich ist es hier oft, dreckig nie.
Ich erwarte aber auch keinen ordentlichen Haushalt, wenn ich andere Mamas Besuche. Die Kindheit ist so kurz, wieso soll ich diese wertvolle Zeit, die ich mit meinen Kindern habe, versäumen - Nur um aufzuräumen? 🤔

Alles Liebe

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